Nordkoreanischer Flüchtling verhaftet: Vermutlich Anschlag auf Aktivisten geplant

Aus ihrer Heimat zu fliehen ist für viele Nordkoreaner ja eine oft lebensgefährliche Sache. Wenn sie sich dann aber nach ihrer Ankunft in Südkorea auch noch gegen das Regime in Pjöngjang engagieren, dann scheint diese Gefahr für ihr Leben auch im sicheren Süden anzuhalten. Dass Kim Jong Il nicht so schnell vergisst belegt die Geschichte von Hwang Jang-yop, dem prominenten Überläufer, der Ende der 90er nach Südkorea floh und seitdem immer wieder mit Analysen und Bewertungen über Vorgänge in Nordkorea auf sich aufmerksam machte. Ihm schickte man aus Pjöngjang über zehn Jahre nach seiner Flucht noch Mörder hinterher, die allerdings einige Monate vor Hwangs natürlichem Tod gefasst wurden.

Spion mit Mordauftrag gefasst

Nun hat der südkoreanische Geheimdienst wieder einen vermutlich von Pjöngjang geschickten Attentäter gefasst, der mit einem konkreten Mordauftrag (oder als „Schläfer“, der zum Töten bereit und ausgebildet ist) in den Süden gekommen zu sein scheint. Dieses Mal war Park Sang-hak das Ziel. Dieser hat eine führende Rolle beim versenden von Propaganda-Flugblättern nach Nordkorea inne und dürfte damit vermutlich für großen Ärger in Pjöngjang gesorgt haben. Der Attentäter, der bereits seit einigen Jahren in Südkorea gewesen zu sein scheint, aber den größten Teil der Zeit untergetaucht war, hatte Park um ein Treffen gebeten, zu dem er ausgestattet mit Mordwerkzeugen („Vergiftungswerkzeug“) ging. Allerdings stand er zu diesem Zeitpunkt bereits unter der Beobachtung des Geheimdienstes, so dass Park gewarnt und der Attentäter quasi auf frischer Tat ertappt werden konnte.

Gefährliches Engagement

Nordkorea-Aktivisten in Südkorea leben noch immer gefährlich, vor allem wenn sie aus Nordkorea geflohen sind. Zwar konnten die südkoreanischen Behörden in diesem Fall wieder einen Erfolg verbuchen, aber gleichzeitig wird deutlich, dass es dem Norden immer wieder gelingt, Agenten in den Süden zu schleusen (was bei steigenden Flüchtlingszahlen nicht schwerer werden dürfte). Es ist nicht unwahrscheinlich, dass einige davon nicht enttarnt werden und verdeckt agieren. Es gehört also durchaus viel Mut und Idealismus dazu, sich in Südkorea gegen Nordkorea zu engagieren (ob dieses Engagement immer gut und sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt), wenn man sich gleichzeitig ruhig verhalten und dadurch in relativer Sicherheit wägen könnte.

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