Wie Nordkorea seiner Entwicklung selbst im Wege steht: Indien legt Investitionsabkommen auf Eis

Medienberichten zufolge will Indien ein seit 2006 in der Schwebe befindliches Investitionsabkommen mit Nordkorea bis auf Weiteres nicht vorantreiben. Das bilaterale „Investment Promotion and Protection Agreement (BIPA)“ wurde zwar im Juni 2006 vereinbart, nach dem Nukleartest Nordkoreas im Oktober desselben Jahres aber weder von der Regierung unterschrieben noch durch das Parlament ratifiziert. Seitdem wurde der Prozess vom indischen Außenministerium unter Verweis auf die politische Lage auf Eis gelegt. Nun empfahl das Außenministerium, die Bemühungen um einen Abschluss des Abkommens ganz einzustellen.

Berichten zufolge lag der Handel zwischen Indien und Nordkorea im Jahr 2009 bei einer beachtlichen Summe von mehr als einer Milliarde US-Dollar. Mit einem Abkommen, das gegenseitige Investitionen fördert und schützt, wäre wohl eine weitere Zunahme der wirtschaftlichen Kontakte zu erwarten gewesen. Auch die Reise von Pramod Mittal, einem jüngeren Bruder des Inhabers und Namensgebers des globalen Stahlkonzerns nach Nordkorea macht deutlich, dass in Indien ein deutliches Interesse an Investitionen wohl vor allem in den nordkoreanischen Rohstoffmarkt besteht. Gerade im Hinblick auf die aktuellen Entwicklungsversuche der Sonderwirtschaftszone Rason wäre es für Pjöngjang sicherlich von großem Interesse gewesen, Investitionen aus weiteren Staaten der Region anzulocken. Allerdings dürfte das Interesse nicht so groß sein, dass das Land deshalb seine außenpolitische Linie aufgibt. Die Verwicklungen um das Abkommen demonstrieren daher gut, wie Nordkoreas Vorgehen in einem Politikbereich (Nukleartest, Außenpolitik gegenüber Südkorea und den USA), Fortschritten in anderen Bereichen (wirtschaftliche Entwicklung) im Wege stehen können.

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