Die „Hwanggumphyong and Wihwa Islands Economic Zone“: Hintergründe und Chancen

In der vergangenen Zeit habe ich mich ja viel mit den beiden Sonderwirtschaftszonen befasst, die Nordkorea im Norden des Landes mit chinesischer Unterstützung neu aufgelegt hat. Dabei habe ich mich vor allen Dingen auf Rason konzentriert, ganz einfach, weil darüber mehr Input durch Pressemeldungen und ähnliches kam, aber auch weil mir die Möglichkeiten und Perspektiven klarer schienen, während ich mit der Zone auf den beiden Inseln zwischen dem südkoreanischen Sinuiju und dem chinesischen Dandong auf die Schnelle nicht so viel anfangen konnte. Daher dachte ich, ich schaue mir die Hintergründe zu dieser Zone mal etwas näher an und wenn man das tut, versteht man auch relativ schnell, warum sich dieser Standort für ein solches Vorhaben anbietet.

Oberhalb von Dandong und Sinuiju und Dandong liegt die Insel Wihwa, unterhalb Hwanggumphyong. Hervorhebung NK Economy Watch.

Dandongs geographische Lage

Die SWZ bei Sinuiju und Dandong liegt sowohl nahe dem gelben Meer als auch an der Haupthandelsroute zwischen Nordkore und China

Einerseits ist die Stadt strategisch günstig am der Mündung des Yalu ins Gelbe Meer gelegen und verfügt über einen Binnen- sowie einen Hochseehafen. Damit wäre der Umschlag der Waren relativ einfach.

Vor allen Dingen verläuft aber ein sehr bedeutender Anteil des sino-nordkoreanischen Handels ohnehin schon über Dandong. (Alle Angaben in Mio US-Dollar, generell sollte man die Zahlen eher als Richtlinie denn als genaues Abbild der Realität sehen. Trends kann man daran aber wohl trotzdem ganz gut ablesen.)

Handel von Nordkorea mit Dandong bzw. China 2000 bis 2011

Leider habe ich keine Zahlen für die letzten beiden Jahre gefunden, aber es sind einige Trends zu erkennen. Einerseits Wächst der Handel über Dandong im Gefolge des Handels von gesamt China mit Nordkorea und schwankt zwischen einem Viertel und einem Drittel des gesamten Warenaustauschs. Dabei scheint die Stadt einige Bedeutung für die Abnahme von Nordkoreas Waren zu haben. Gleichzeitig zeigt der Austausch zwischen China insgesamt und Nordkorea — mit einigen Einbrüchen — einen ziemlich dynamischen Zuwachs und für dieses Jahr ist nochmal ein deutlicher Zuwachs zu erwarten. Dabei fällt auf, dass vor allem in den letzten Jahren die Einfuhren aus China im Verhältnis zur entgegengesetzten Richtung deutlich langsamer gewachsen sind. Das könnte mit einer verstärkten Ausbeutung nordkoreanischer Rohstoffe durch China zusammenhängen. Jedenfalls scheint der Warenaustausch beider Staaten mehr die Form von Handel  anzunehmen und weniger auf Chinas Gnade zu beruhen.

Dandong spielt dabei eine nicht unbedeutende Rolle und so kann die SWZ dort auf schon bestehende Strukturen und Erfahrungen aufbauen. Auch der Ausbau der Infrastruktur von  chinesischer Seite wie der Bau einer weiteren Brücke über den Yalu wecken Hoffnungen in China. Ob dies tatsächlich zur Umsetzung der gesteckten Ziele (Dandong möchte dadurch zu dem Logistik Knotenpunkt der Region werden) reicht, muss sich zeigen. Die Voraussetzungen sind jedenfalls nicht die Schlechtesten und zumindest bei den lokalen Funktionären scheinen große Hoffnungen in das Projekt zu bestehen.

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