UN Nothilfekoordinatorin besucht Nordkorea

Valerie Amos, Nothilfekoordinatorin der UN, ist gestern zu einem Besuch in Nordkorea eingetroffen. Dort wird sich die oberste Nothelferin der UN bis Freitag selbst ein Bild von der Lage im Land machen und dazu unter anderem die Provinzen South Hamgyong und Kangwon besuchen. Außerdem trifft sie sich mit hochrangigen Politikern wie beispielsweise heute mit Pak Ui-chun.

Valerie Amos wird am Flughafen in Pjöngjang von Nordkoreas Vizeaußenminister Pak Kil-yon in Empfang genommen

Internationale Skepsis über Situation in Nordkorea

Die Reise von Frau Amos stellt nicht zuletzt eine Reaktion auf die anhaltende internationale Skepsis hinsichtlich des tatsächlichen Bedarfs an Hilfen auf Seiten Nordkoreas dar (damit habe ich mich ja schon sehr oft befasst, nachzulesen hier). Aber nicht zu unterschätzen ist auch das Checkbuch, über das Frau Amos verfügt. Bisher hat der UN Central Emergency Response Fund (CERF) gut 10 Millionen US-Dollar oder fünf Prozent des vom World Food Programme der UN angegebenen Bedarf von 200 Millionen US-Dollar beigetragen. Damit ist der CERF nach der EU-Kommission und nicht näher genannten multilateralen Gebern drittgrößter Spender der bisher zusammengekommenen etwa 65 Millionen US-Dollar.

Aufmerksamkeit wecken oder Klarheit schaffen

Daher sind zwei Hintergründe denkbar, die Hauptanlass der Reise von Frau Amos sein könnte. Entweder sie will die Aufmerksamkeit der Welt (ein weiteres Mal) auf die von ihr ebenfalls wahrgenommenen Krisensituation in Nordkorea lenken der sie ist als Geberin ebenfalls nicht so recht überzeugt davon, dass die Lage in Nordkorea angespannt ist und möchte sich einen Eindruck verschaffen. Diese Aussage in einem BBC Artikel deutet eher auf letzteres hin:

The Un humanitarian chief wants to make her own assessment before pushing for a bigger response to a UN humanitarian fund. [Die UN Nothilfekoordinatorin möchte eine eigene Bewertung treffen, ehe sie sich für ein größeres Engagement des UN CERF einsetzt.]

Amos als neutralere und erfahrene Instanz

Das ist auch vor dem Hintergrund ihrer Position sinnvoll, denn anders als UN-Operationen die vor Ort sind und die in erster Linie ihren Krisenopfern verantwortlich sind (und für die es ja auch irgendwo um den Job geht, denn wo keine Krise da keine Mittel und wo keine Mittel, da keine Leute die sie verteilen (und von ihnen leben)) trägt sie die Verantwortung aller Opfer humanitärer Katastrophen. Da aber die Mittel begrenzt sind und Frau Amos natürlich auch ganz genau weiß, dass die Gelder immer dahin fließen, wo die UN am lautesten um Hilfe ruft, dürfte ihr bewusst sein, dass die Mittel die sie selbst nach Nordkorea gibt und die, die sie durch ihr Handeln dorthin lenkt, an anderer Stelle fehlen könnten. Von daher dürfte es ihr Ziel sein, sich ein seriöses Bild von der Lage zu machen und eine seriöse Einschätzung zu treffen. Und das ist etwas, an dem es gegenwärtig einen deutlichen Mangel gibt. Natürlich muss wie immer auch bedacht werden, dass auch Frau Amos nicht genau das zu sehen bekommen wird, was sie will und das ihr die Dinge gezeigt werden, die das Regime zeigen will. Aber das weiß sie wohl auch und sie wird sich wohl nicht vom Anblick einiger „Vorzeigehungernden“ beeindrucken lassen. Sie dürfte einige Transparenz und Flexibilität einfordern und wenn ihr die verwehrt bleibt, dann wird sie daraus ihre Schlüsse ziehen. In ein paar Tagen dürften wir mehr wissen und vielleicht gibt es dann ja mal eine Einschätzung, die den allgemeinen Ansprüchen an Objektivität mehr entspricht als die bisherigen.

Apropos neutral

Apropos, da fällt mir ein: Ist das US-Erkundungsteam, dass vor Monaten in Nordkorea war eigentlich immernoch am Ergebnisse auswerten? Wenn ja: Unglaublich! Und natürlich: Warum hält man die Ergebnisse zurück?

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