Wissenstransfer: Deutsch Experten beraten Südkorea für die Vorbereitungen auf eine Wiedervereinigung

Zurzeit ist eine Gruppe deutscher Experten um Lothar de Maizière, dem letzten Ministerpräsidenten der DDR, in Seoul zu Gast, um dort mit südkoreanischen Kollegen heute und morgen über eine mögliche Wiedervereinigung der Koreas zu sprechen und sie auf Basis der Deutschen Erfahrungen zu beraten. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Yonhap sagte de Maizière, der zentrale Faktor für eine Wiedervereinigung seien Reformen in Nordkorea. Allerdings seien auch eine Normalisierung der Beziehungen beider Länder und verstärkter Austausch entscheidende Faktoren für eine positive Entwicklung. Die Idee Steuergelder für die Vorbereitung auf eine mögliche Wiedervereinigung zu nutzen lobte de Maizière.

Ich vermute, dass de Maizières Besuch auf einem Memorandum of Understanding beruht, das Südkorea und Deutschland im vergangenen Jahr unterzeichneten. Darin wurde unter anderem die Installation eines Expertengremiums vereinbart, das die deutschen Erfahrungen für eine koreanische Vereinigung nutzbar machen soll. Dass dieses Abkommen nun auch konkrete Ergebnisse nach sich zieht und dass erfahrene Leute wie de Maizière ihre Kenntnisse und Anschauungen, die sie unmittelbar im Vereinigungsprozess sammeln konnten, diese Expertise mit ihren südkoreanischen Kollegen teilen finde ich sehr gut. Es ist doch irgendwie eine historische Verpflichtung Deutschlands, das einmalige Wissen im Bereich einer solchen Wiedervereinigung in den Prozess auf der Koreanischen Halbinsel einzubringen. Denn so kann Korea in das schwierige und vermutlich überraschend eintretende Ereignis wie die Wiedervereinigung zumindest in Teilen vorbereitet hineingehen und das ist nie schlecht. Vermutlich haben Menschen wie de Maizière auch einen ganz anderen Blick auf die Entwicklungen in Nordkorea, denn sie haben das Ende eines Staates schon einmal hautnah miterlebt.

Der Wissenstransfer von Deutschland nach Südkorea ist jedenfalls eine sehr gute Sache und sollte in Zukunft weiter gefördert und ausgedehnt werden. Natürlich ist klar, dass nicht alles aus der Deutschen Vereinigungsgeschichte auf den koreanischen Fall übertragbar ist, aber das kann ja in Diskussionen und gemeinsamer Analyse herausgearbeitet werden. Eine Schande wäre es jedenfalls, wenn es zu einer Vereinigung in Korea zu Fehlern käme, weil man nicht in ausreichendem Maß aus den deutschen Erfahrungen lernen konnte; Was man in Seoul mit dem Wissen aus Deutschland im Endeffekt anfängt, bleibt ja dann immernoch den jeweiligen Regierungen überlassen. Ich hoffe also, dass die Deutsch-Koreanische Zusammenarbeit in diesem Bereich sich künftig weiter vertieft.

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