Chinesen sterben bei Verkehrsunfällen in Nordkorea: Gute Zusammenarbeit und verstärkter Austausch

Am vergangenen Wochenende berichteten chinesische Medien ziemlich umfänglich über zwei Verkehrsunfälle in Nordkorea, bei denen insgesamt sieben chinesische Bürger und drei Nordkoreaner ums Leben kamen. Die beiden Unfälle scheinen zwar nicht in direktem Zusammenhang gestanden zu haben, allerdings wurden wohl beide Busunfälle durch das Wetter verursacht. Durch das plötzliche Einsetzen von Eisregen rutschte ein Reisebus mit Geschäftsleuten von einer Brücke in eine Schlucht, während ein anderer Bus mit Touristen an Bord (darunter auch drei Niederländer) sich auf offener Strecke überschlug. Die Überlebenden der Unfälle scheinen mittlerweile schon wieder nach China zurückgekehrt zu sein.

Ich war überrascht, dass die Unfälle in den chinesischen Medien so breite Beachtung fanden, aber das bedeutet wohl, dass darin kein kritisches Moment zwischen China und Nordkorea zu sehen ist, denn wenn es zu Zwischenfällen kommt, die für Konfliktpotential sorgen könnten oder sorgen, dann gibt es meist eher eine Mediensperre auf beiden Seiten. Dieser Unfall war wohl eher ein „Test“ für gemeinsame Krisenmechanismen und die Kooperation beider Länder und das scheint ganz gut funktioniert zu haben. Die überlebenden Unfallopfer wurden schnell in ein Krankenhaus in Pjöngjang eingeliefert und die chinesische Seite schickte unmittelbar eine „Arbeitsgruppe“ los (keine Ahnung was die genau gemacht hat, sie wurde auf jeden Fall von relevanten chinesischen Behörden geschickt). Die Unfälle können von daher durchaus als Zeichen der guten Zusammenarbeit zwischen chinesischen und nordkoreanischen Behörden gesehen werden und das war wohl auch unter anderem die Intention der relativ umfangreichen Berichterstattung.

Die Tatsache, dass gleich zwei chinesische Reisegruppen von den Unfällen betroffen waren, kann man außerdem auch als Beleg für den intensiven Austausch zwischen China und Nordkorea sehen, denn ich weiß nicht so genau, wie groß vor fünf Jahren die Chance gewesen wäre, dass eine chinesische Gruppe von Geschäftsleuten und eine Touristengruppe von dort gleichzeitig in der Nähe von Pjöngjang unterwegs gewesen wären.

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