Pjöngjang fürchtet das Unberechenbare: Gesetz für Naturkatastrophen erlassen

Scheinbar spiegelten die Gespräche zwischen Nord- und Südkoreanischen Experten über einen möglichen Ausbruch des Paektu-Vulkans (in Personal- bzw. Bergunion die „heilige“ Geburtsstädte Kim Jong Ils) im Frühling dieses Jahres nicht nur Nordkoreas Bedürfnis nach einer Verbesserung der Beziehungen mit Südkorea wieder, sondern auch die reale Sorge, dass der Berg ausbrechen könnte.

Darauf deutet jedenfalls das relativ neu erlassene Gesetz über Naturkatastrophen hin, dass laut KCNA die Zielrichtung hat für

prevention of damages from earthquake and volcano and rescue activities in order to protect lives and property of people from natural disasters [die Vermeidung von Schäden in Folge von Erdbeben und Vulkanausbrüchen und Rettungsaktivitäten zum Schutz des Lebens und des Besitzes der Menschen vor Naturkatastrophen]

zu sorgen. Das Gesetz scheint nach Vermutung südkoreanischer Regierungskreise bisherige Krisenmechanismen zusammenzuführen und die bisherige Lücke hinsichtlich Vulkanausbrüchen und Erdbeben zu füllen.

Der Vulkan ruht zwar seit seinem letzten Ausbruch 1903, allerdings war im November vergangenen Jahres der massive Austritt von Schwefelgas registriert worden und Wissenschaftler spekulierten darüber, dass der Berg im inneren brodeln könnte. Auch ein kleineres Erdbeben, das Nordkorea zu Beginn des vergangenen Jahres traf (ungefähr am Russisch-Chinesisch-Nordkoreanischen Dreiländereck) könnte als Weckruf gewirkt haben, auch wenn es damals nicht zu größeren Schäden kam.

Vor allem aber die Ereignisse in Japan rund um das desaströse Erdbeben, von dem das Land zu Beginn des Jahres getroffen wurde, dürften das Regime schockiert haben. Denn in Pjöngjang dürfte man sich durchaus der Tatsache bewusst sein, dass es den nordkoreanischen Behörden noch schwerer fallen dürfte mit einer solchen Katastrophe klarzukommen, als denen in Japan. Aus Problemen in der Krisenbewältigung könnten sich dann schnell Risiken für die Stabilität des Regimes entwickeln und die zu verhüten ist eben eines (bzw. das) obersten Ziele der Herrscher in Pjöngjang. Unberechenbare Ereignisse sind eben nicht unbedingt das, was Systeme, die auf möglichst absoluter Kontrolle beruhen hoch schätzen. Jeder Kontrollverlust muss daher vermieden werden, ob er nun von Menschen ausgeht (was in Relation einfach ist), von der Natur (was eigentlich unmöglich ist) oder einer Kombination von beidem (in diesem Bereich dürfte das neue Gesetz anzusiedeln sein.)

Vielleicht berichtet KCNA deshalb auch gerne über Vulkanausbrüche in aller Welt. Quasi als Spiegel der eigenen Ängste und um den Menschen präventiv zu zeigen: Mit solchen Problemen haben Regierungen in aller Welt zu kämpfen.

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