“Ganz normale Nachrichten”: MOP baut kambodschanisches Museum und Amerikaner nordkoreanische Häuser

In den letzten zwei Wochen gab es zu zwei kleineren Themen Neuigkeiten, zu denen ich vor längerer Zeit schonmal etwas geschrieben habe und daher möchte ich euch dazu auf einen neuen Stand bringen. Einerseits geht es um ein Projekt der Mansudae Overseas Projects in Kambodscha und zum anderen um das Hausbauprojekt des US-Amerikanischen Fuller Center for Housing, das in Nordkorea mit Hilfe freiwilliger 50 Häuser errichten will.

Besucherzentrum in Kambodscha: 124 Meter hoch, 70 Meter Durchmesser, Weltgrößtes Kunstgemälde

Vor gut eineinhalb Jahren hatte ich darauf hingewiesen, dass die Mansudae Overseas Projects (MOP) sich um einen Auftrag zum Bau eines “e-Museums” am Angkor Wat bemühten. Diese Anstrengungen waren scheinbar erfolgreich, denn Ende November gab die Agence Kampuchea Press, die staatliche Nachrichtenagentur Kambodschas bekannt, dass “Nordkorea” den Zuschlag für ein Cultural Information Centre nahe Siem Reap, der dem Angkor Wat am nächsten gelegenen Stadt, erhalten habe (es wurde nicht explizit auf die MOP hingewiesen, aber Art des Projekts und Vorgeschichte deuten darauf hin, dass die Anlage von dieser Firma errichtet werden wird). Zurzeit bereiteten 60 nordkoreanische Experten gemeinsam mit kambodschanischen Kollegen den Bau vor, um sicherzugehen, dass sowohl “kambodschanische als auch koreanische kulturelle Werte” von dem Zentrum widergespiegelt würden. Das Gebäude soll einen Durchmesser von 70 Metern habe, immerhin 124 Meter hoch werden (ein hohes Museum) und das “weltgrößte künstlerische Gemälde ["artistic drawing"]” enthalten. Das wäre dann schonmal ein nordkoreanischer “kultureller Wert”, denn nach Weltgrößtem strebt man ja nicht zum ersten Mal.

Das Besucherzentrum würde nicht nur ein positives Bild Nordkoreas erzeugen, sonder stände auch für das gute Verhältnis beider Staaten, sagte Kambodschas stellvertretender Ministerpräsident Sok An bei einem Treffen mit Nordkoreas scheidendem Botschafter in Kamboscha, Ri In-sok, der vermutlich seinen Teil zum Zustandekommen des Deals beigetragen hat. Neben den guten Beziehungen Kambodschas und Nordkoreas könnte aber auch die Tatsache ausschlaggebend für den Abschluss gewesen sein, dass Besucher aus Südkorea nach Vietnamesen die zweitgrößte Besuchergruppe in der Region sind und dass daher kulturelle Nähe und sprachliche Fähigkeiten bezüglich dieser großen Zielgruppe bei der Errichtung des Museums von Wert sein könnten.

Amerikanische Häuser für Nordkorea

Vor gut einem Jahr habe ich über die Pläne des Fuller Center berichtet, in Osun-ri nahe Pjöngjang, fünfzig Häuser für Arbeiter einer Baumschule zu errichten. Nach dem damals erfolgten feierlichen Spatenstich haben die Leute vom Fuller Center nun eine erste Gruppe von Freiwilligen an die Baustelle geschickt, wo sie gemeinsam mit Nordkoreanern die (wirklich schönen) neuen Häuser bauen sollen. Es scheint also tatsächlich voran zu gehen mit dem Projekt, was natürlich auch damit zu tun haben kann, dass Pjöngjang die Häuser bis 2012 fertig haben möchte, damit man sie dann als weiteren Beleg für Nordkorea als mächtige und reiche Nation nehmen kann.

Naja, wie ihr seht gibt es neben der großen Politik und dem damit verbundenen Taktieren und Manipulieren manchmal auch eigentlich “ganz normale Nachrichten” über Nordkorea, die mitunter auch eher positiv klingen. Schön manchmal über so etwas schreiben zu können.

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