Gastkommentar von Tom: Verhandlungen mit NK sind Verhandlungen mit Geiselnehmern bei einem Banküberfall

Ihr habt vielleicht bemerkt, dass ich in den letzten Tagen nicht zum schreiben kam. Das hat damit zu tun, dass ich momentan anderweitig einiges zu tun habe. Das wird sich wohl in den nächsten Tagen nicht wirklich ändern, aber natürlich werde ich versuchen, hin und wieder was zu schreiben. In dem Zusammenhang passt es mir gut in den Kram, das Tom auf der Freien Beitragsseite einen sehr umfangreichen und scharfzüngigen Kommentar abgesetzt hat, der einige wichtige Themen abhandelt (zu den ich teilweise auch schon was geschrieben habe (bzw. ihr), teilweise auch nicht). Das hat mir so gut gefallen (nicht nur weil ich mit vielem (aber nicht allem) was er schreibt übereinstimme), das ich den Kommentar her übertragen möchte, damit er da nicht untergeht. Wie gesagt: Es ist Toms Meinung und ich bin ihm dankbar, dass er sie formuliert hat und mit uns teilt. Wenn ihr etwas anders seht oder zu kritisieren habt, dann tut dies, aber bitte sachlich. Viel Spaß beim Lesen:

Gedanken zur verbreiteten Meinung „Keine Hilfsgüter nach Nordkorea – die verschwinden sonst beim Militär“!

Was heisst eigentlich ‘Militär’ in NK? Bei einer Wehrdienstzeit von acht Jahren Wehrdienst für Männer, sechs Jahre für Frauen kann man gut und gerne die Hälfte der Bevölkerung in Nk zum Militär zählen. Dazu kommen dann noch die Familienangehörigen von Soldaten, die „indirekt“ von den “Vergünstigungen“ des Militärs profitieren. Das Militär macht in Nk nicht nur einen großen Teil der Bevölkerung aus, sondern ist auch für einen Grossteil der wirtschaftlichen Produktion verantwortlich. NK befindet sich –  entgegen gewisser Propagandaaussagen in Nord und Süd – NICHT im Krieg. Für umfangreiche Übungen und Manöver fehlt das Geld oder der Sprit. Also was machen sie? Sie bauen Strassen, bringen die Ernte ein, betreiben Fabriken, Handelsfirmen und LPGs. Übrigens auch im Außenhandel.
Das „Militär“ ist in NK ein normaler und beachtlicher Teil der Gesellschaft. Kommen also die „Hilfsgüter“ teilweise dem Militär zugute, dann kommen sie schon mal mehr als der Hälfte der Bevölkerung zugute.

Etwas zu den „armen hungernden Kinder“. In Nordkorea wie allen Ländern der Welt, die auf ausländische Hilfe angewiesen sind, sind es meist die „armen hungernden Kinder“. Da gibt es dann internationale Hilfsorganisationen, die Milchpulver in Afrika verteilen. Sie leben von Spenden. Ein Teil davon geht erstmal an die Mitarbeiter, die Verwaltung, den Transport und die Verteilung mit nagelneuen Landrovern für die ausländischen Projektleiter (NGOs- Non-Government Organisations) und dann auch ihren lokalen Projektpartnern (Militärvertreter od lokale Vertreter anderer staatl. Organisationen). Ein Teil kommt dann an der Empfängerbasis an und wird übergeben an den, der die Verteilung vor Ort organisiert. Ein Teil verschwindet in seinen Taschen, ein Teil in den Taschen der kooperierenden örtlichen Behörden, ein Teil in den Taschen der nationalen Behörden in der Hauptstadt……………………und schließlich ein Teil kommt dann wirklich zu den ‘armen hungernden Kindern’. Das ist dann der Teil der Kette, der gefilmt wird.  In NK mag der Anteil der wirklich im Waisenhaus ankommenden Hilfsgüter noch geringer sein, aber selbst bei einer  – eigentlich nicht beabsichtigten Abzweigung fürs Militär – wird dennoch die gesamte wirtschaftliche Lage „entspannt“.

Man muss sich also fragen, was man will: „Keine Hilfsgüterlieferungen und Aushungern der Pestbeule“: Bis sich Kim Jong-un und seine Hofschranzen aus den Mülltonnen des Koryo-Hotels ernähren, verhungern in NK mindestens 15 Millionen Menschen (und 5 Millionen flüchten über die Grenze in die bereits vorbereiteten chinesischen Flüchtlingslager). Wollen wir das? Es ist immer so erquicklich über die fürchterliche „Menschenrechtslage“ in NK zu lamentieren. Verhandlungen mit NK, gleich welcher Art, sind nicht von der Art, wie sie z.B. zwischen Deutschland und Frankreich geführt werden. Verhandlungen mit NK sind Verhandlungen mit Geiselnehmern bei einem Banküberfall. Wir kennen das aus dem Fernsehen. Die Bankräuber nehmen die Menschen in der Bank als Geiseln und stellen Forderungen. Ich hab noch nie gesehen, dass dann der „Verhandlungsführer“ der Polizei den Bankräubern „ungesetzliches Handeln“ vorwirft. Die Kerle wissen, dass es illegal ist, eine Bank zu überfallen! Aber sie haben eben irgendwie die Vorstellung, dass sie mit ihren Forderungen durchkommen! Bei Geiselverhandlungen hält man den Räuber nicht vor, dass sie „böse“ seien, DAS WISSEN SIE! Das wissen auch die Machthabenden in NK!
Und das wissen auch die nordkoreanischen ‘StaSi’- Experten des geheimen BUREAU 39 in Pyongyang, dem geheimen Zentrum der staatlichen Devisenbeschaffer im Ausland – Verwalter der Kim’schen Barkassen mit Direktzugriff auf mehrere Milliarden, ein Pendant zum einstigen Supergeheimen Imperium der Ex-DDR-Devisenbeschafferbehörde des Herrn Schalck-Golodkowski. Man beschäftigt sich hier mit allen, wirklich allen Methoden der Devisenbeschaffung in der Welt. Auch mit Falschgeld, mit kopierten Zigaretten, mit dem Verkauf ins Ausland von Antiquitäten aus den Depots der nordkorean. Museen , mit Rauschgift, mit edlen Steinen und Edelmetallen und allem, was international irgendwie zu verhökern ist – mit den im Ausland betriebenen Restaurants, den Staatsfirmen, mit korean. Leiharbeitern in Russland, Afrika ….., mit internat. Versicherungsbetrug (künstlich herbeigeführten Schadensfällen) und allen erdenklichen und nicht erdenklichen Tricks und Methoden. Das Böse hat hier eben Methode. Hauptzweck und Ziel ist einzig und allein:

Machterhalt und Erhalt all der netten kleinen und ganz oben den ganz großen Privilegien der herrschenden Nomenklatura und ihrer Kostgänger. Perpetuierung des Übels oder- nach nordkorean. Diktion Perpetuierung des Arbeiter- und Bauernparadieses (etwas Ironie muss einfach sein!). …

4 Antworten

  1. Also das ist mir doch ein bisschen zu viel des Hasses.
    Wenn der Author statt Nordkorea Griechenland geschrieben haette waere das vielleicht noch in etwas angemessen gewesen.

  2. Naja, also vielmehr als das übliche Medienblabla kam da jetzt nicht bei rum. Wo bleiben deine Quellen, Beweise?

    Ich hab erst vor kurzem mit einer Person geredet die vor Ort im Auftrag einer Hilfsorganisation gearbeitet hat, und laut ihm käme so gut wie alles an. Beweise mir das Gegenteil und ich werde dem Nachgehen so seine klare Aussage.

    • Wenn wirklich viel dort ankommt, wo es eigentlich hinsollte, dann umso besser. Es ging ja gerade um das Argument „Es wird alles fuers Militaer abgezweigt, also Hilfe einstellen“. Und dazu war die Stellungnahme von Tom gedacht. Das hat nichts mit „Medienblabla“ zu tun. Es geht um die grundsaetzliche Frage: Sollte man ein „notleidendes Land“ unterstuetzen, wenn man sichergehen kann, dass die Hilfe nicht missbraucht wird. Sollte man in Kauf nehmen, dass nur ein Teil bei den Hungernden ankommt, oder eben saemtliche Hilfe einstellen und das Regime „aushungern“. Auch in der BRD gab es mal aehnliche Auseinandersetzungen in Bezug auf die Behandlung der DDR (Passierscheine oder Ausverkauf nationaler Interessen).
      Der Vergleich mit den Geiselnehmern war ja gar nicht so schlecht. Man muss bei Verhandlungen immer irgendwas geben koennen, sonst verliert die Gegenseite unweigerlich das Interesse. Bislang hat man NK immer nur Geschaefte angeboten, die etwas mit „Oeffnung“ zu tun haben. Und genau das will die Fuehrung auf jeden Fall verhindern, denn sie haben sehr aufmerksam zugeschaut, als Honni auf der Anklagebank in Berlin Moabit sass. Sie wissen spaetestens seit der deutschen Vereinigung, was Oeffnung fuer sie bedeutet. Erst Gipfeltreffen, dann Westfernsehen, dann Leipzig. Also muss man vielleicht mal umdenken, anstatt immer nur Maximalforderungen zu stellen. Das beste Beispiel ist „die Bombe“. Sie ist immer so wichtig, wie wir sie machen. Erst hat CNN uns Angst gemacht „sie basteln dran“. Dann war der Weltfrieden bedroht, dann wurde es wieder ruhiger, dann „haben sie vielleicht schon eine“, und der Weltfrieden war wieder bedroht. Jetzt haben sie angeblich wirklich die Bombe ……….. und seit Jahren kuemmert sich kein Medienschwein mehr darum. Die Gefahren werden im Fernsehen gemacht, nicht in den Labors! NK hatte gehofft, dass wir die Gefahr ernst nehmen und es uns etwas kosten lassen. Jetzt nehmen wir sie nicht ernst und all der Aufwand war umsonst. Moralisch hat dabei nichts geaendert, keine Sorge, aber taktisch war es gar nicht so schlecht. Manchmal liegt Grosszuegigkeit auch im „Uebersehen“.

  3. Er hat recht. Insbesondere die Verteilungskette der Spendengelder (nagelneue Landrover, verschwinden von Geldern in den Taschen, etc.) ist vor Ort unübersehbar und erkennbar.

    Ebenso recht hat er mit der Armee: Da holen Soldaten in Uniform ihre Kinder vom Kindergarten ab oder gehen für ihre Familie einkaufen. Die Armee ist die Bevölkerung!

Meinungen, Anregungen, Kritik? Alles gern gesehen!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s