Trash zum Sonntag (VI): Dinge die die Welt nicht braucht — Heute: Rosa Camouflageunterwäsche

Lange habe ich keinen Trash zum Sonntag mehr verbreitet. Weil aber die Welt so voll davon ist, möchte ich euch heute nochmal auf eine kleine Perle aufmerksam machen.
Ich bin mir vollkommen bewusst, dass ich mich damit vor den Karren kommerzieller Interessen spanne, weil ich mich freiwillig zu einem Teil einer Social-Media-Kampagne mache, aber weil ich mir irgendwie nicht vorstellen kann, dass irgendwer das Produkt, das damit vermarktet werden soll, gut findet, komme ich damit ganz gut klar. Und damit hätten wir schonmal den ersten Teil des Trashs identifiziert.
Oder glaubt ihr, dass die Welt nicht mindestens genausogut wäre ohne die Existenz von rosa Boxershorts in Camouflagemuster existiert hat? Ich jedenfalls empfinde allein die Produktion von sowas als extreme Schrottidee.

Aber auch die Marketingidee an sich ist etwas trashy. Denn die Vermarkter hatten sich überlegt, sie würden das Produkt über einem vom Netzpublikum ausgewählten Ort abwerfen. Und damit kommt Nordkorea ins Spiel, denn wo auf der Welt wäre es wohl reizvoller, rosa Camouflageunterwäsche abzuwerfen, als über der Hauptstadt Nordkoreas. Mir fällt ehrlich gesagt nicht viel ein.
Allerdings hat sich das mit dem „Abwerfen“ zur Überraschung (oder auch nicht) der Marketingexperten als ein bisschen schwierig rausgestellt. Warum? Naja, die Nordkoreaner mögen es eben nicht so, wenn Menschen etwas über ihrem Land „abwerfen“. Naja, ihr wisst schon…

Deshalb hat sich das Ganze im Endeffekt in einer ziemlich langweiligen Aktion erschöpft, die in diesem Blog dokumentiert ist, denn die Werbeprofis mussten einen ihrer Leute nach Nordkorea schicken, der dort versuchte, das Produkt (fast) ohne „Abwurf“ oder dergleichen unter die Leute zu bringen. Das war scheinbar eine zähe Angelegenheit, so dass er die Shorts nicht nur an seine Guides verteilte, sondern auch auf den Hotelfluren verteilte und auch, in einer was die Werbewirksamkeit angeht fragwürdigen Aktion, aus seinem Hotelfenster „abwarf“. Naja, Marketing mit Nordkorea ist eben nicht einfach und bisher habe ich da wenig Gutes gesehen, kann eben fas nur Trash rauskommen am Ende…Obwohl…Dashier fand ich eigentlich ganz witzig:

Was ich mich nur frage: Warum haben die Organisatoren nicht mal bei den Aktivisten an der südkoreanischen Grenze angefragt. Die sehen ja scheinbar ihren Lebensinhalt darin, die Nordkorea mithilfe von Heliumballons von Socken über Bibeln bis zu Geld mit so ziemlich allem zwangsbeglücken, was ihnen gerade so in den Sinn kommt. Und ein paar rosane Camouflageshorts wären da vermutlich mindestens so sinnvoll und auch subversiv gewesen, wie ne Bibel. Aber naja, Marketingleute sind eben auch nur Menschen…

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