Zwei Japaner in nordkoreanischer Haft: Vermutlich Drogenschmuggel


Berichten zufolge befinden sich seit März zwei japanische Staatsbürger in nordkoreanischer Haft. Die beiden Männer sollen für Wartungsarbeiten in einer Nahrungsmittelfabrik in der Sonderwirtschaftszone Rason gewesen sein. Es wird vermutet, dass ihnen Drogenschmuggel vorgeworfen wird. Ursprünglich befand sich noch ein dritter Mann in nordkoreanischem Gewahrsam, dieser wurde allerdings inzwischen wieder freigelassen. Die beiden sollen Drogen in Konserven versteckt haben, die nach China exportiert werden sollten. Angeblich verlangten die nordkoreanischen Behörden eine sehr hohe Kaution. Allerdings wurden die Berichte bisher nicht von offizieller Seite bestätigt. Die nordkoreanischen Medien haben bisher nicht darüber informiert und nach Yonhap wusste weder das südkoreanische Vereinigungsministerium noch Vertreter von Chongryon, der Organisation zu Pjöngjang loyaler Koreaner in Japan, etwas über den Fall zu sagen. Auch Yukio Edano, der Sprecher (ich frage mich manchmal, ob die japanische Regierung nur diesen Einen hat) der japanischen Regierung, wollte sich nicht äußern.

Nordkorea wird immer wieder mit Drogenhandel in Verbindung gebracht und gilt vor allem für Japan als wichtiger Lieferant für Amphetamine und Heroin. Naturgemäß ist es schwierig diese Berichte zu verifizieren, aber einige Drogenfunde auf nordkoreanischen Schiffen legen nahe, dass da durchaus was dran ist. Allerdings bleibt vorerst unklar, wie die beiden Japaner da rein passen. Entweder sie haben auf eigene Rechnung gehandelt oder sie sind unglücklich zwischen irgendwelche Nordkorea-internen Fronten geraten.

Außer den beiden japanischen Männern befindet sich zurzeit noch der US-Bürger Jun Young-su in nordkoreanischer Haft. Ihm wird vermutlich vorgeworfen, sich missionarisch in Nordkorea betätigt zu haben. Jedoch ist auch in diesem Fall der Informationsfluss sehr spärlich (einen interessanten Hintergrundartikel zur schizophrenen Haltung des Regimes in Pjöngjang gegenüber evangelikalen Christen gibt es auf CanKor). In beiden Fällen fällt allerdings auf, dass die Festgenommenen legal in Nordkorea waren und dort wohl beruflich tätig waren. Natürlich wird man in jedem Land von den Behörden verfolgt, wenn man gegen das Landesrecht verstößt. Allerdings könnte sich die Häufung dieser Fälle trotzdem nachteilig auf das Investitionsklima auswirken, dass das Regime ja zurzeit aufzupolieren versucht.

P.S. Was mir gerade einfällt: Vor über einem Jahr meldete KCNA mal, dass vier Südkoreaner festgenommen wurden. Entsinne ich mich da richtig, dass seitdem nie wieder was von denen gehört wurde? Auch nicht aus Südkorea?

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