Ein Bild von Nordkorea (IV): Total monumental


Wie mir kürzlich aufgefallen ist, habe ich die Serie mit den Bildern von Marc ein bisschen schleifen lassen. Das hatte nichts damit zu tun, dass ich die Fotos nicht supergut fände, sondern eher damit, dass ich immer wenn ich Zeit bekam auch gleich ein Thema hatte, das ich nicht übergehen wollte. Heute ist aber ein guter Tag, die Serie fortzusetzen (Hier lang zu den bisher erschienenen drei Teilen der Serie).
Und weil ich ja irgendwie ein Bild von Nordkorea präsentieren will, dass die verschiedenen Facetten des Systems und der Menschen darstellt, kann ich auch ein Thema nicht übergehen, dass sehr häufig unsere Idee des Landes mitprägt: Die brachiale und monumentale Symbolik, die sich im Land in überdimensionierten Bauprojekten ausdrückt und damit natürlich für jeden Fotografen ausgezeichnete Motive hergibt, die wir aus der einen oder anderen Perspektive alle schonmal gesehen haben. Aber manchmal gibt es in diesen großen Bildern doch nochmal kleines zu entdecken und wenn ihr da keinen Bock drauf habt, dann könnt ihr euch auch gerne an der irgendwie verstörenden Faszination der totalitären Symbolbaukultur des Regimes weiden.

Alle Rechte an allen folgenden Bildern liegen bei Marc Ucker.

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"Ja wo sind wir denn hier?" Naja, die Frage ist eigentlich schnell beantworte: "In Korea!" Nicht Nord nicht Süd, einfach nur Korea. Irgendwie sticht das hervor. Zumindest auf dieser Karte. Aber, schaut euch das Bild mal genauer an. Von dieser wichtigen Idee, die Nord und Süd grundsätzlich eint, nämlich dass die Koreas zusammenghören, ist zumindest hier so ein bisschen der Lack ab.

„Ja wo sind wir denn hier?“ Naja, die Frage ist eigentlich schnell beantworte: „In Korea!“ Nicht Nord nicht Süd, einfach nur Korea. Irgendwie sticht das hervor. Zumindest auf dieser Karte. Aber, schaut euch das Bild mal genauer an. Von dieser wichtigen Idee, die Nord und Süd grundsätzlich eint, nämlich dass die Koreas zusammengehören, ist zumindest hier so ein bisschen der Lack ab.

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Galerie

Die Bilder kennt man. Trotzdem irgendwie spannend, dieser Flur voller Propagandakunst.

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LongWayDownkl

Es ist ein weiter Weg nach unten; Nach oben aber genauso. Gut dass es eine Rolltreppe gibt. Ansonsten würde man sich glaube ich ganzschön müde laufen. Was ist eigentlich immer mit der Treppe in der Mitte? Für Special-Guest oder Rettungsleute reserviert? Oder ne Geschichte für ganz sportliche? Auch diese Treppe könnte man als Sinnbild für das Land nehmen. Nur weiß ich nicht, ob man auf der Abwärts- oder Aufwärtstreppe steht. Und anders als auf Rolltreppen geht selten was von alleine.

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NeueHäuserkl

Kaum ein zeitgenössisches Projekt steht so sinnbildlich für Nordkorea heute wie die Mansudae Apartments. Nur für was sie genau stehen, das kann ich leider nicht sagen. Stehen sie für eine wirtschaftlich erfolgreich aufstrebende Nation? Für Modernität? Für zumindest fragwürdige weiße Elefanten? Oder einfach dafür, dass Nordkorea aus der Zeit gefallen ist und bleibt (denn irgendwie sehen die Gebäude doch nicht mehr modern, sondern wie der Traum eines Architekten der Siebziger aus)? Naja, ich weiß es nicht. Vielleicht ist auch dass das Sinnbild, denn man weiß mit Blick auf Nordkorea eben sehr selten, was man davon halten soll…

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OtherSideofTheRiverkl

Die andere Seite des Flusses erinnert mich an diesen unglaublich guten Song. Schöne Perspektive auf die Stadt. Dass nicht nur Ausländer diese Aussicht (von dem Platz vor dem Juche-Turm aus (oder?)) schätzen, zeigen die vielen anderen Betrachter.

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SonneDesJahrhundertsErhebtSichkl

Achja, Monumentalbauten sind glaub ich einfach deshalb bei autoritären Regimen so unglaublich beliebt, weil sie ihren Untertanen die Interpretation einfacher machen. Hier sagt zum Beispiel die Sonne (des Jahrhunderts? Vermutlich!) dem Volk, das wohl noch fleißig in der großen Studienhalle am Sieg der Revolution büffelt, gute Nacht. Schön wenn der große Führer über sein Volk wacht.
Detailverliebte können den Blick aber auch mal ein Stück senken und sich eines der Geheimnisse der reibungslosen Massenchoreographien auf dem Kim Il Sung Platz näher anschauen. Die Leute machen das nicht von selbst, sie haben nur ganz klare Markierungen, wo wer zu stehen hat. Das macht es einfacher den Schwarm zu kontrollieren. Was wohl passiert wäre, wenn hier der Fotograf ein Stück Kreide und viel Mut dabei gehabt hätte? You never know…

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BurningFlamekl

Und wenn man sich dann von da aus, wo das vorherige Foto geknipst ist, einfach umdreht, dann sollte man ungefähr dieses hier bekommen. Auch nicht schlecht symmetrisch, oder? Und die Flamme von Juche leuchtet dem Volk durch die Nacht, das ist doch mal was. Flammen sind auch herrlich symbolisch, gell. Da muss man nur mal in die Bibel (Pfingsten) oder in eine katholische Kirche (das ewige Licht) reinschauen. Auch hier musste ich an Musik denken, warum auch immer.

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ImGleichschrittMarschkl

Eines der beiden flankierenden Monumente am Mansudae-Hügel, wo die Bronze-Kims wohnen. Die oben wie die unten marschieren im Gleichschritt in ein neues Zeitalter. Blöd nur, wenn der Schuh auf ist. Dann ist der ganze schöne Effekt dahin.

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Andachtkl

Schließlich kann jeder seinen Verkehrskreisel gestalten wie er lustig ist, oder hat damit jemand ein Problem.
Aber mal Spaß beiseite: Wenn gleich zwei große und geliebte Führer wohlwollend auf einen niederschauen (das „Niederschauen“ ist ein Motiv, dass sich definitiv durchzieht), was will da noch schlimmes passieren.

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AlteSymbolikkl

Die ganze Gesellschaft gemeinsam für Juche. Da sind Industriearbeiter, Soldaten, Bauern, Akademiker, die gemeinsam die Juche-Flamme hoch. Nur was der Kerl links hinten für einen seltsamen Hut auf hat, das erschließt sich mir noch nicht so richtig, Dabei sollte es grundsätzlich schlichte und einfach zu verstehende Symbolik sein.
Naja. Hat auch alles sein Gutes, denn wenn man sich ein Detail anguckt, dann fällt einem manchmal was ganz anderes auf. Daher gleich noch zwei Bildausschnitte.

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Auf jeden Fall ist mir bei der Betrachtung des Kopfes links aufgefallen, dass auf dem Buch oben drauf irgendwie Stroh oder sowas zu  liegen scheint. Das fand ich seltsam.

Auf jeden Fall ist mir bei der Betrachtung des Kopfes links aufgefallen, dass auf dem Buch (was steht da eigentlich genau drauf?) oben drauf irgendwie Stroh oder sowas zu liegen scheint. Das fand ich seltsam.

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Dann ist mir aber engefallen, dass ich auf dem anderen Bild was gesehen hatte: Vielleicht ha tja jemand das Monument tatsächlich einem praktischen Nutzen zugeführt und sich darauf häuslich gemacht...

Dann ist mir aber eingefallen, dass ich auf dem anderen Bild was gesehen hatte: Vielleicht hat ja jemand das Monument tatsächlich einem praktischen Nutzen zugeführt und sich darauf häuslich gemacht…

Ein Bild von Nordkorea (III): Kinder, Kinder!


Zwar habe ich gerade nicht so gut Zeit, Lust habe ich aber trotzdem. Deshalb mache ich jetzt einfach mal etwas, das mir so ziemlich am meisten Spaß macht. Zum Beispiel ein paar Fotos angucken und verlinken. Die Serie, die ich vor ein paar Wochen begonnen habe, geht also in ihre dritte Runde und dieses Mal finde ich das Thema spannend und die Bilder echt toll. Ich denke ihr werdet eure Freude daran haben, ich fand es jedenfalls mal wieder super, die Auswahl zu treffen.

Nach wie vor wünsche ich mir, dass ihr eure Meinungen zu den Bildern zum Besten gebt oder auch einfach nur das schreibt, was euch beim Angucken so durch den Kopf geht. Da gehört eigentlich nicht besonders viel dazu und ehrlich gesagt finde ich es schade, dass sich nicht mehr von euch die Mühe machen. Vielleicht gibt es dieses Mal ein paar mehr Meinungen und Assoziationen. Das würde mich jedenfalls sehr freuen.

Alle Rechte an allen folgenden Bildern liegen bei Marc Ucker, dem ich sehr dankbar dafür bin, dass er für uns seine Alben geöffnet hat.

Hm, zu Kindern was zu schreiben ist garnicht so einfach. Jedenfalls wenn man nicht sentimental und blöd klingen will.  Ich werd's trotzdem versuchen, denn einige der Kinderbilder finde ich einfach hammer. Naja und irgendwie sieht man in Kindern am besten, dass manche Dinge überall gleich sind.

Hm, zu Kindern was zu schreiben ist garnicht so einfach. Jedenfalls wenn man nicht sentimental und blöd klingen will.
Ich werd’s trotzdem versuchen, denn einige der Kinderbilder finde ich einfach hammer.
Naja und irgendwie sieht man in Kindern am besten, dass manche Dinge überall gleich sind.

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Schaukasten

Kinder sind neugierig und offen. Um sie zu einem Wesen zu machen, das in ihrer Gesellschaft funktioniert, müssen ihnen diese Wesenszüge ein Stück weit abtrainiert werden oder sie müssen lernen das zu verbergen.
Das ist in Nordkorea so und bei uns auch. Nur die Richtung und die Konsequenz unterscheiden sich.

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Irgendwie musste ich an die Ärzte denken, als ich das Bild gesehen habe. Friedenspanzer...

Irgendwie musste ich an die Ärzte denken, als ich das Bild gesehen habe. Friedenspanzer…

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Orgelpfeifen

Auch hier hatte ich eine nicht besonders spektakuläre und dieses Mal recht naheliegende Assoziation. Orgelpfeifen. Und damit komme ich auch schon wieder zurück zur Erziehung. Denn offensichtlich wissen schon die Kleenen, dass in ihrem Land alles seine Ordnung hat.

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Früh übt sich 2

Und außer der Ordnung erwerben die Kinder auch eine andere sehr wichtige Fähigkeit:
Sie lernen das Winken. Das werden sie in ihrem Leben noch ganzschön oft machen müssen, wenn das Land bleibt wie es ist…

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Pioniere

Darf man etwas schön finden, dass Ergebnis einer totalitären Politik ist? Naja, diesen Musikverein finde ich jedenfalls fech. Muss ich jetzt ein schlechtes Gewissen haben? Ich glaube nicht.
Ich saß kürzlich im Kino und hab mir das Schwein von Gaza angeguckt. Ein sehr toller Film. Schweres Thema, schweinelustig verarbeitet. Zum Teil musste ich ziemlich lachen. Ist ja auch ein lustiger Film, auch wenn das Thema ernst ist. Aber vor mir saßen so prinzipientreue (und vermutlich sehr politisch korrekte Leute). Die haben mich angeguckt, als hätte ich gerade ein paar kleine Katzen in den Mixer gesteckt, zu Hamburgern verarbeitet und verspeist, nur weil ich mich in einer schweinelustigen Szene totlachen musste. Die Moral von der Geschicht: Ich bin schlecht im „Aus-Prinzip-Scheiße-Finden“ sondern bewerte mitunter eher das, was ich sehe…

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Und irgendwie ist das Thema Musik hier recht ergiebig.  Zum Beispiel dieses Mädel hier. Das spielt unter den Augen der großen Führer bestimmt super. Naja, ganz ehrlich gesagt, ich weiß es nicht und das Mädel wohl eher auch nicht, denn es wird wohl nie nicht unter den Augen der Führer spielen. Jedenfalls wenn sich das Land nicht ändert…

Und irgendwie ist das Thema Musik hier recht ergiebig.
Zum Beispiel dieses Mädel hier. Das spielt unter den Augen der großen Führer bestimmt super. Naja, ganz ehrlich gesagt, ich weiß es nicht und das Mädel wohl eher auch nicht, denn es wird wohl nie nicht unter den Augen der Führer spielen. Jedenfalls wenn sich das Land nicht ändert…

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Großartiges Bild. Habe ich so ähnlich zwar schon öfter gesehen, aber es macht Eindruck aber auch nachdenklich.

Großartiges Bild. Habe ich so ähnlich zwar schon öfter gesehen (was wohl daran liegt, dass fast alle Besucher diesen Programmpunkt erleben dürfen), nichtsdestotrotz macht es Eindruck — aber auch nachdenklich.

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Lebenswege

Und hier die perfekte Überleitung. Der kleine Wicht interessiert sich wohl irgendwie für zwei Sachen, von denen Kinder weltweit fasziniert sind. Musik und Waffen.

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Früh übt sich

Aber wer später zu jahrelangem Militärdienst verpflichtet ist, der kann wohl nicht früh genug anfangen mit dem Üben. Aber hey: Ich war nicht beim Militärdienst und ich hab trotzdem früher keine Schießbude ausgelassen. Daher sollte ich besser nicht weiter über früh übt sich und solchen Schwachsinn schreiben…

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Und zum Schluss noch etwas, das auch überall gleich ist... Dieses Bild beeindruckt mich.  Sowas hab ich auch schon hundertfach gesehen. Wenn irgendwelche Hollywood-Fritzen versuchen, sowas in ihren Film einzubauen. Sieht immer kitschig aus und motiviert mich zum Umschalten. Aber hey, wie geil ist das, zu sehen, dass es sowas auch in echt gibt. In Nordkorea.

Und zum Schluss noch etwas, das auch überall gleich ist…
Dieses Bild beeindruckt mich.
Sowas hab ich auch schon hundertfach gesehen. Wenn irgendwelche Hollywood-Fritzen versuchen, sowas in ihren Film einzubauen. Sieht immer kitschig aus und motiviert mich zum Umschalten. Aber hey, wie geil ist das, zu sehen, dass es sowas auch in echt gibt. In Nordkorea.

Ein Bild von Nordkorea (II): Perspektiven auf die Stadt


Heute habe ich seit längerem nochmal etwas mehr Zeit und kann mich daher auch mal den erfreulichen Dingen des Lebens widmen. Zum Beispiel ein paar Fotos angucken und verlinken. Kurz, ich setze heute die Serie fort, die ich vor gut zwei Wochen angefangen habe. Es hat mir damals viel Spaß gemacht und eben bei der Auswahl der Bilder habe ich gemerkt, dass es mir auch heute wieder Spaß machen wird.

Vielen Dank auch an diejenigen, die letztes Mal kommentiert haben und ihre Meinung oder ihr Wissen mit mir und dem Rest der Leser geteilt haben. Das fand ich super und ich würde mich freuen, wenn sich auch dieses Mal wieder einige bereichernde Kommentare von euch finden würden.

Alle Rechte an allen folgenden Bildern liegen bei Marc Ucker.

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Blick über die Stadt

Dieser Blick über Pjöngjang ist wohl nicht angetan, Begeisterungsstürme auszulösen und vielleicht ist man schnell dabei, sich irgendwelche Kommentare zu sozialistischer Baukultur abzugeben.
Aber in einer Stadt, die vom Koreakrieg nachhaltig eingeebnet wurde und das kann man glaube ich wörtlich nehmen, muss eben in erster Linie mal Wohnraum geschaffen werden. In unseren Breiten sind Städte die ähnlich kaputt waren auch nicht viel schöner, nur etwas moderner.

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Pjöngjang in Fotopose II

Aber apropos modern: Wenn dann mal was modern Aussehendes gebaut wird, dann finden wir das irgendwie auch wieder nicht gut. Schließlich wissen wir alle: Nordkorea ist ein armes Land und arme Länder sollen arm aussehen, daher sind vergammelte Platten genau das was wir uns wünschen.
Mal ganz abgesehen davon frage ich mich allerdings, ob so runde Häuser besonders praktisch sind. Hat man da auch gleich runde Möbel für gezimmert? Ich gestehe, bei architektonischen Fragen bin ich ganz zeitgeistig ein Verfechter von „quadratisch – praktisch – gut“.

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Symmetrie

Schon besser! Und symmetrisch ist auch noch alles.
Symmetrien sind allerdings selten ein Selbstzweck. Da ich aber am anderen Ende des Bildes keinen Fluchtpunkt erkenne, auf den die Symmetrie zuläuft, ist der Punkt von dem aus das Bild aufgenommen wurde, wohl der Fluchtpunkt auf den alles zuläuft.
Das Schöne an einer Symmetrie: So hässlich die Sachen, aus der sie sich zusammensetzt auch sind (obwohl „quadratisch – praktisch – gut!“), sie selbst bleibt trotzdem irgendwie ansprechend.

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Hinter all diesen Fenstern

Ein unspektakuläres Bild. Wohl wahr. Aber irgendwie auch wieder nicht.
Denn eigentlich besteht es ja nur aus Fenstern. Überall Fenster. Und irgendwie sind bestimmt hinter all diesen Fenstern Leute. Das ist was, was Nordkorea mit dem Rest der Welt gemein hat. Es gibt viele Fenster und hinter den Fenstern sind Leute. Und die Leute sind bestimmt irgendwie Leute wie du und ich…

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Erstaunlich: An dieses Lied hab ich bestimmt schon  seit acht Jahren nicht mehr gedacht. Und obwohl ich es nie besonders gut, mitunter sogar richtig nervig fand, jetzt finde ich es irgendwie passend. Nicht nur wegen des Album-Titels…

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Symmetrie 2

Und wenn wir schonmal bei Fenstern sind. Hier noch mehr. Sieht richtig schön sozialistisch aus. Und symmetrisch.
Weshalb in dem niedrigsten sichtbaren Geschoss wohl Gitter angebracht sind? Entweder es gibt dort extrem tieffliegende Tauben, die man so abhalten will, oder die Leute wollen ihren Teil des Volkseigentums eindeutig von den Teilen der anderen abschirmen, damit nicht am Ende wirklich einer auf die Idee kommt, das was in der Wohnung dieser Leute steht, gehöre auch ihm. Vermutlich ist etwas entsprechendes schonmal vorgekommen, sonst würde man doch garnicht auf diese Idee kommen.

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Da geht noch was

Noch ein unspektakuläres Bild, aber irgendwie auch wieder nicht.
Weil irgendwie kam mir, sofort als ich es gesehen habe die Idee: „Da geht noch was!“. Was genau? Keine Ahnung, es wäre zum Beispiel noch Platz für ein paar Autos. Dann gäbe es mal einen vernünftigen Stau. Das wäre doch mal was, oder? Naja, eigentlich braucht es ja keinen Stau.

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Nightfall

Und wer weiß, wenn es mal ein paar ordentliche Staus gäbe, dann würde es vielleicht nicht mehr nur so aussehen, als würde der Smog über der Stadt stehen.
Naja sei’s drum. Ich finde dieses Bild irgendwie abgefahren. Sieht aus, als wäre es aus meinem Traum ausgebrochen. Weiß nicht, ob das ein guter Traum war, aber irgendwie surreal kommt mir das alles rüber.

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Pjöngjang in Fotopose

Allerdings glaube ich, dass die nordkoreanischen Gastgeber dashier eher als einen gelungenen Schnappschuss verstehen würden. Ich meine, natürlich kann man nicht gerade sagen, die Stadt würde in einem Lichtermeer strahlen, aber die Fassadenbeleuchtung sieht doch irgendwie modern aus. Insgesamt würde ich bei diesem Bild, wenn die Kims nicht in der Mitte strahlen würden (im doppelten Sinn), nicht unbedingt als erstes an Nordkorea denken.

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Feierlaune

Und wenn wir schonmal bei „gelungenen Schnappschüssen“ sind. Dashier wäre wohl auch mit Wohlwollen betrachtet worden. Schließlich sieht man die richtigen Seiten der Häuser, wo die Fassaden schön frisch getüncht sind und die Girlanden schön wehen.

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Ein Farbklecks

Hier dagegen bin ich mir nicht so ganz sicher. Ich mein, hier sieht ja nicht nur das Wetter trist aus. Es gibt zwar einen Farbklecks, den man mit Wohlwollen betrachten kann, aber der vermittelt eigentlich nur den Eindruck, man sei nicht ganz fertig geworden. Aber naja, die Geste zählt!

Ein Bild von Nordkorea (I): Landwirtschaft


Mein Freund Marc Ucker hat mir und damit auch euch seine wirklich tollen Bilder von seinem Besuch in Nordkorea im letzten Jahr zur Verfügung gestellt und mir gesagt, ich könne sie verwenden wie ich mag. Das ist natürlich toll, so viel gutes Material bei der Hand zu haben und damit ein bisschen arbeiten zu können. Ich habe mir überlegt, dass ich immer mal in relativ kurzen Abständen, so alle ein bis zwei Wochen versuche ein paar Bilder zu einem Themenbereich zusammenzustellen. Da ich zu den Motiven eigentlich nicht mehr weiß als ihr, habe ich mir überlegt, dass ich einfach schreibe, was ich denke was zu sehen ist und dann noch ein paar subjektive Gedanken, Ideen und Assoziationen  dazuschreibe, die die Bilder bei mir wecken.

Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr auch was dazu beitragen würdet, also einfach auch dazuschriebt, was ihr glaubt oder wisst, was dort zu sehen ist und was euch für Gedanken, Ideen und Assoziationen kommen, wenn ihr die Bilder anguckt. Ich fände es toll, wenn wir so einen kleinen subjektiven Austausch über unsere Wahrnehmungen hinbekämen und bin gespannt, was ihr zu sagen habt.

Alle Rechte an allen folgenden Bildern liegen bei Marc Ucker.

 

Reisfelder klein

Alles so schön symmetrisch hier…
Reisfelder, die zum Teil vorbereitet werden.

 

KanalFeldarbeitklein

Handarbeit: Be-/Entwässerungskanäle werden hergerichtet.
Sieht aus als würden die beiden Leute gerade einen Zugang vom oberen wasserführenden Kanal in das Reisfeld graben. Keine Ahnung, kenne mich mit Reisanbau nicht so aus.

 

BodenverbesserungKlein

Keine Ahnung, was hier genau gemacht wird. Sieht aus, als würde nährstoffreicher Boden auf die Felder aufgebracht, aber irgendwie kommt mir das nicht ganz sinnig vor. Die eine Person trägt definitiv Erde auf dem Rücken und hinten sieht man, dass ein Teil des Untergrunds hell ist und ein Teil, wo gerade gearbeitet wird dunkel.
Hat von euch einer eine Idee?

 

Wohnthierwer

Ein Häuschen im Grünen…
Wohnt hier wer? Sieht irgendwie so aus. Irgendwie aber auch nicht…
Ich weiß nicht genau was ich hiervon halten soll. Kann ein Haus sein, kann aber auch eine Art Unterstand oder ein Lagerraum sein. Ein Haus wäre schon irgendwie abgefahren, aber entgegen der offiziellen Darstellung der nordkoreanischen Propaganda gibt es ja durchaus arme Menschen und Obdachlose in Nordkorea. Vielleicht hat sich hier einer ein Obdach gebaut.

 

TransportKlein

Feldarbeit hält fit — Besonders, wenn man sich bei der Arbeit nicht mit Maschinen etc. rumschlagen muss.
Sicher, die beiden arbeiten vermutlich fleißig und haben gut was zu tun, aber mit einer Karre oder so ginge das bestimmt besser…

 

FeldtransportKlein

Diehier schleppen zum Beispiel ordentlich was weg.
Hier wird sehr schön deutlich, wie personalintensiv die nordkoreanische Landwirtschaft ist. Das hat mit dem geringen Mechanisierungsgrad und dem maroden Maschinenbestand zu tun. Ich sehe da eigentlich auch kein großes Problem. Allerdings weiß ich nicht, ob es ein effizienter Personaleinsatz ist, wenn Studenten und Akademiker immer mal wieder zur Feldarbeit ausrücken müssen.

OchsenkarrenKaputtKlein

Außer…man hat ein Rad ab.
Mein absolutes Lieblingsbild. Warum? Wenn man sich den Jungen da mal anguckt, hat man das Gefühl, der bleibt da einfach stehen, bis er entweder umfällt, oder ihn jemand holt. Er sieht nicht hoffnungslos oder so aus (obwohl das zugegeben schlecht zu erkennen ist). Aber für mich sieht es so aus, als würde er einfach nur da stehen und das ist dann auch Ok so. Irgendwie könnte man das auch als Sinnbild für Nordkoreas Wirtschaft nehmen. Die ist zwar offensichtlich kaputt und es geht nix mehr, aber das nimmt man dann eben so hin…

VorzuchtKlein

Wenn mich nicht alles täuscht sind das Felder zur Vorzucht, vermutlich von Mais, könnte auch Gemüse sein, aber glaube ich eher nicht.
Irgendwann habe ich mal über die seltsame Praxis geschrieben, Mais unter geschützter Atmosphäre vorzuziehen und dann, wenn es das Wetter zulässt an seinen eigentlichen Standort im Freiland auszusetzen (Seltsam, weil das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag kaum zu rechtfertige ist). Dashier könnte so eine Vorzucht sein.

RinderKlein

Eine kleine Rinderherde.
Die sehen zwar ein bisschen strubbelig und nicht besonders schön aus, aber daraus auf ihren Ernährungszustand zu schließen, wäre wohl Schwachsinn. Warum ich das schreibe? Wenn ich zum Beispiel für die WELT Bildunterschriften dichten würde, dann hätte ich mir vermutlich irgendwas Kreatives wie „Zwar gibt es hier und da Rinder, aber unter ihrem Fell tritt jede Rippe hervor, sie sind genauso hungrig wie die Menschen“ einfallen lassen.

PlantageKlein

Sieht aus wie eine recht neu angepflanzte Plantage (vielleicht eine der Obstplantagen von denen man öfter mal hört).
Da wächst etwas und wenn es auch nicht viel oder genug ist, so ist es doch ein Schritt in die richtige Richtung. Wenn man die Hügel im Hintergrund anguckt, sieht man, wie karg das Land scheint und dass es wenige Bäume gibt. Eines der großen Probleme des Landes, denn hierdurch werden Überschwemmungen häufig verschlimmert und das Land ist stärker der Erosion ausgesetzt. Für die Waldlosigkeit werden meist zwei Gründe genannt: Im Koreakrieg wurden durch Bombardements und den Einsatz von Napalm weite Teile des Landes entwaldet. In der Wirtschaftskrise der 1990er Jahre wurde so ziemlich alles verfeuert was brennbar war. Mit den Folgen beider Ereignisse kämpft das Land noch heute.

 

Wie gesagt: Ich freue mich auf eure Gedanken…