Interessante Veranstaltungen zu Nordkorea im Februar in Berlin, Hamburg, Kiel und Stuttgart


Auch auf die Gefahr hin ein bisschen redundant zu sein, möchte ich heute Aufgrund der Vielzahl wirklich spannender Veranstaltungen in den nächsten Wochen doch nochmal einen kleinen Ankündigungsblock einschieben, damit keiner der Zeit und Lust hat einen der durchweg besuchenswerten Termine verpasst.
Wenn das alles für mich nicht so superweit weg wäre (Hamburg und Berlin), würde ich ganz sicher auf ein oder zwei der Veranstaltungen auftauchen, aber für einen Abend zehn Stunden oder so mit dem Zug unterwegs sein, da habe ich keinen Bock drauf. Naja was ich nur sagen will: Jede der Veranstaltungen lohnt sich und um nicht noch redundanter zu wirken werde ich das jetzt nicht mehr extra jedes Mal sagen.

12.02. Hamburg

Ich gehe einfach mal chronologisch vor: Schon übermorgen dem 12.02. um 19h wird es in  Hamburg (Neuer Jungfernstieg 21, 20354 Hamburg) ein GIGA-Forum geben, das von Patrick Köllner (der sich prima in der Region auskennt) moderiert wird. Auf dem Podium sitzen zwei echte Hochkaräter. Zum einen Rüdiger Frank, den die FAZ nicht zu Unrecht vor allem auf Grund seiner relativ einmaligen Nordkorea-Expertise zu einem der 50 einflussreichsten deutschen Ökonomen gekürt hat und dessen Arbeit auch ich einfach prima finde. Zum anderen der ehemalige britische Botschafter in Pjöngjang James Hoare.  Organisiert wird das Ganze vom GIGA in Kooperation mit der Deutsch-Koreanische Gesellschaft Hamburg (DKGH) und dem Ostasiatischer Verein (OAV).

Hier könnt ihr euch schonmal einen kleinen Eindruck von ihm machen.

17.02. Hamburg

Nächste Woche, am 17.02. um 19h gibt es schon wieder in Hamburg (KörberForum – Kehrwieder 12, 20457 Hamburg, Hamburg) was feines. Da gibt es von der Körber-Stiftung eine Diskussionsveranstaltung mit Jang Jin-sung. Für diejenigen, denen es nach Hamburg zu weit ist (also z.B. mich) gibt es coolerweise einen Livestream, den ihr auf der oben verlinkten Seite findet. Wie ich gerade gesehen habe, steht auf der Seite, dass alle Plätze belegt sind, aber ich glaube wenn ich in Hamburg wäre würde ich da einfach mal anrufen. Jang ist einer der führenden Köpfe hinter News Focus International. Er war vor seiner Flucht aus Nordkorea im Jahr 2004 Teil des Regimes und arbeitete für das United Front Department. Ich denke, dass er über einen ganz anderen Blick auf Nordkorea verfügt als wir und einige Aspekte des Systems, die uns unverständlich erscheinen, gut und einfach erklären kann.

19.02. Berlin

Und weil es sich für Jang wohl nicht lohnt, für einen Termin nach Deutschland zu kommen, tritt er am 19.02. um 19h nochmal in Berlin in der Gedenkstätte Hohenschönhausen (Genslerstraße 66, 13055 Berlin) auf. Organisiert hat das Ganze die Europäische Allianz für Menschenrechte in Nordkorea, eine ganz interessante Organisation, die sich vor allem dafür einsetzt, die Aufmerksamkeit für die Menschenrechtssituation in Nordkorea zu steigern, die Informationsbasis zu verbessern und seriöse Forschung zu dem Thema zu fördern.

17.-22.02. Berlin und 20.-25.02. Kiel

Ebenfalls in Berlin gibt es vom 17. bis 22.02. die 2. DVR Korea-Filmwoche im Babylon Kino (Rosa-Luxemburg-Str. 30, 10178  Berlin) zu erleben. Vielleicht erinnert sich der Eine oder Andere von euch: Vor gut zwei Jahren gab es schonmal sowas Ähnliches, damals war es nur ne Art Tournee, bei der nordkoreanische Filme in verschiedenen Städten Deutschlands gespielt wurden. Scheinbar hat man in diesem Jahr (ich bin auch gerade überrascht, das war mir nämlich bisher entgangen) wieder die gleichen Kinos im Programm wie 2011.
Das heißt für die Nordlichter gibt es vom 20. bis 25.02. in der Pumpe in Kiel (Haßstraße 22, 24103 Kiel) ebenfalls die DVRK Nordkorea Filmwoche. Ob es auch in Köln wie 2011 Veranstaltungen gibt, konnte ich bis jetzt nicht rausfinden, aber das war auch schon damals ein bisschen undurchsichtig. Ich werde mal die Augen offen halten.
Das Programm ist ziemlich umfangreich, deshalb werde ich das hier nicht im Detail auswalzen (könnt ihr ja selber nachlesen), aber wenn ihr euch für nordkoreanisches Kino interessiert oder, was ich sehr spannend fände, für Dokus aus Nordkorea, dann solltet ihr euch das mal angucken. Außerdem dürfte es an beiden Standorten zumindest einen Termin mit nordkoreanischen Filmschaffenden und vermutlich auch Botschaftsleuten geben. Den könnt ihr euch ja mal gesondert vormerken.

17.02. Stuttgart

Zuletzt noch eine Veranstaltung, die vielleicht nicht ganz so hoch hängt, wie die vorgenannten, die ich mir aber auch anschauen würde, wenn ich da wäre. Am 17.02. 19h wird die Friedrich-Naumann-Stiftung in Stuttgart (Hotel Sautter, Johannesstr. 28, 70176 Stuttgart) eine Vortragsveranstaltung mit Lars-André Richter durchführen. Der ist Chef des Regionalbüros der Stiftung in Seoul (damit Nachfolger von Walter Klitz, an den ihr euch vielleicht durch das Interview auf diesem Blog erinnert) und damit auch für die vielfältigen und interessanten Aktivitäten in und zu Nordkorea zuständig. Er dürfte interessantes aus der Praxis zu erzählen haben, auch wenn ich mit ihm in seinen Bewertungen nicht immer auf einer Linie liege.

Viel Spaß

Naja, ihr seht, es gibt einiges interessantes in den nächsten Tagen und Wochen und für fast alle Regionen in Deutschland ist was dabei, außer wenn man eher im Westen wohnt ist blöd. Aber das wird bestimmt auch bald besser und bis dahin wünsche ich euch interessante Veranstaltungen und so.

Nordkorea-Info-Forum wieder da und zwei kleine Veranstaltungshinweise für Hamburg


Wie ich heute erfahren habe (danke für den Hinweis, Peter) ist das Nordkorea-Info-Forum wieder für Interessierte zugänglich, nachdem im Februar sein Ende verkündet worde war. Aktuell kann man wieder mitlesen, aber wenn man keinen Nutzeraccount hat, auch keinen solchen bekommen und wenn man einen hat, aber nicht zu einer ausgewählten Nutzergruppe gehört (das ist bei mir der Fall) kann man nichts schreiben (waren wohl nicht qualitativ genug, meine Beiträge…). Das ist aber trotzdem eine deutliche Verbesserung (von „nichts“ zu „etwas“) und freut mich wirklich.

Vor allen Dingen, weil die Nutzer, die aktuell schreiben dürfen sachliche und interessante Diskussionen führen und sich nicht, wie das in der Vergangenheit  häufiger der Fall war, über Vorzüge und Nachteile (wobei die eher selten diskutiert wurden) Stalins streiten oder in sonstige Schwachsinnsideolgiediskurse abdriften. So wie es aussah lief das Forum fast die gesamte Zeit der Abschaltung verdeckt für diese exklusive Gruppe weiter, es hat sich also einiges angesammelt an spannendem Lesestoff. Ich stehe zwar nach wie vor ambivalent zu dieser Einrichtung, es nervt mich einfach, dass alle Links auf mein Blog immer sofort gelöscht wurden (obwohl ich doch garkeine Nordkoreareisen anbiete), bin aber grundsätzlich froh, dass sich das deutsche Netz nicht zu einer totalen Nordkoreainformationswüste abseits des Mainstream entwickelt hat.
Warum das Forum jetzt doch nicht abgeschaltet ist, hat der Admin leider nicht gesagt. Kann sein, dass es langweilig wurde, ohne moderieren und lesen. Oder es wurde eine andere Eigenschaft des Forums vermisst: Denn für diejenigen unter euch, die sich mit Suchmaschinenoptimierung nicht so gut auskennen: Foren sind dafür prima Instrumente: Google nimmt u.a. diejenigen Seiten nach oben, die möglichst regelmäßig möglichst einmalige Inhalte produzieren. In einem Forum, in dem viel diskutiert wird ist beides gegeben, in der Folge rutscht die beherbergende Seite bei Google nach oben und so konnte man Nordkorea-Info in den letzten Jahren eigentlich immer irgendwo auf der ersten Google Seite für die Suche „Nordkorea“ finden (und wer eine Internetseite betreibt, der weiß wie unglaublich stark sich sowas auswirkt). Eben hab ich mal „Nordkorea“ gegoogelt und Nordkorea-Info war nurnoch auf der 5ten Seite oder so. Sowas ist echt schlecht fürs Geschäft. Und wenn man weiter in selbigem bleiben und mit Reisegruppen nach Nordkorea fahren will, dann überlegt man sich vielleicht, dass man lieber wieder auf die erste Google-Seite will. Naja, wer weiß das schon. Ich jedenfalls nicht und eigentlich interessiert es mich auch nicht. Schön jedenfalls, dass man, warum auch immer, wieder ein paar Geschätzte Meinungen mehr zu Nordkorea lesen kann.

Hätte ich in dem Forum was schreiben können, dann hätte ich dort auch gerne auf diese sicherlich interessante Veranstaltung hingewiesen. Jürgen Klimke, ein CDU MdB aus Hamburg, der vor zwei Jahren bereits Nordkorea besucht hatte und aktuell wieder dort weilt, wird am 11. Juli einen Vortrag zu Nordkorea halten und anschließend wird es eine Diskussion geben. Da er mit ziemlich aktuellen Eindrücken berichten kann, dürfte das durchaus spannend sein. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt und man muss sich anmelden (der Eintrag zur Veranstaltung ist auf Seite 8 unten). Vielleicht hat ja einer der Hanseaten unter euch Lust?

Und weil ich gerade beim Hinweisen und bei Hamburg bin, noch eine zweite Veranstaltung in der Hansestadt, die ich nicht unspannend finde. Die emeritierte und ziemlich sehr weit links (im marxistischen Sinne) stehende  Professorin Margaret Wirth wird am 30 Mai in Hamburg einen Vortrag mit Diskussion zum Thema „Worin besteht die Konfrontation zwischen Nordkorea und den USA?“ halten. Das kann ich mir deshalb spannend vorstellen, weil die Linken ja selbst so gewisse Probleme im Umgang mit Nordkorea haben. Die Diskussion könnte also interessant werden. Allerdings besteht die Gefahr, dass es wieder das übliche Imperialismus-/Kapitalismuskritische Gerede wird und Nordkorea sozusagen nur den Aufhänger stellt. Aber wenn das bei mir um die Ecke stattfäned würde ich hingehen und dafür sorgen, dass das nicht passiert und man auch ein bisschen über Nordkorea als sozialistischen Staat oder so spricht.

Schönes Kontrastprogramm oder? Wie sich das wohl anfühlt: Zuerst zu den Marxisten und dann zum CDU-Ortsverband…danach sperrt man sich wahrscheinlich in seiner Wohnung ein und will nie wieder rauskommen…