Wie Nordkorea seiner Entwicklung selbst im Wege steht: Indien legt Investitionsabkommen auf Eis


Medienberichten zufolge will Indien ein seit 2006 in der Schwebe befindliches Investitionsabkommen mit Nordkorea bis auf Weiteres nicht vorantreiben. Das bilaterale „Investment Promotion and Protection Agreement (BIPA)“ wurde zwar im Juni 2006 vereinbart, nach dem Nukleartest Nordkoreas im Oktober desselben Jahres aber weder von der Regierung unterschrieben noch durch das Parlament ratifiziert. Seitdem wurde der Prozess vom indischen Außenministerium unter Verweis auf die politische Lage auf Eis gelegt. Nun empfahl das Außenministerium, die Bemühungen um einen Abschluss des Abkommens ganz einzustellen.

Berichten zufolge lag der Handel zwischen Indien und Nordkorea im Jahr 2009 bei einer beachtlichen Summe von mehr als einer Milliarde US-Dollar. Mit einem Abkommen, das gegenseitige Investitionen fördert und schützt, wäre wohl eine weitere Zunahme der wirtschaftlichen Kontakte zu erwarten gewesen. Auch die Reise von Pramod Mittal, einem jüngeren Bruder des Inhabers und Namensgebers des globalen Stahlkonzerns nach Nordkorea macht deutlich, dass in Indien ein deutliches Interesse an Investitionen wohl vor allem in den nordkoreanischen Rohstoffmarkt besteht. Gerade im Hinblick auf die aktuellen Entwicklungsversuche der Sonderwirtschaftszone Rason wäre es für Pjöngjang sicherlich von großem Interesse gewesen, Investitionen aus weiteren Staaten der Region anzulocken. Allerdings dürfte das Interesse nicht so groß sein, dass das Land deshalb seine außenpolitische Linie aufgibt. Die Verwicklungen um das Abkommen demonstrieren daher gut, wie Nordkoreas Vorgehen in einem Politikbereich (Nukleartest, Außenpolitik gegenüber Südkorea und den USA), Fortschritten in anderen Bereichen (wirtschaftliche Entwicklung) im Wege stehen können.

Nordkoreas Entwicklungsplan — Investition: Ja bitte! Märkte: Nein danke!


Hallo, da bin ich endlich wieder und möchte mich erstmal entschuldigen, dass ich in einer eigentlich recht ereignisreichen Nordkorea-Woche nicht zum schreiben kam. Aber die Woche war eben nicht nur dort ereignisreich, sondern auch hier. Ich hatte eine Wohnung in ner neuen Stadt zu suchen und meine alte vor Ort an den Mann/Frau zu bringen und sollte damit entschuldigt sein (solche Aktionen sind echt stressiger als man denken sollte). Aber ihr wisst ja wo man sich noch sonst so up-to-date halten kann und daher hoffe ich, dass es zu verkraften war. Ich hatte noch nicht einmal Zeit die Neuigkeiten oberflächlich zu verfolgen und habe jetzt nicht wirklich Lust mir die Nachrichten der letzten Woche in aller Breite durchzulesen, nur um euch zu erzählen, was ihr eh schon wisst. Daher suche ich mir einfach etwas raus, das mir besonders interessant erscheint.

Auf dem Treffen zwischen Hu Jintao und Kim Jong Il während dessen überraschendem China Besuch in der vergangenen Woche soll es unter anderem zu einem (meiner Meinung nach) bemerkenswert offenen Hinweis Hu Jintaos zur wirtschaftlichen Entwicklung Nordkoreas gekommen sein. Die Korea Times schreibt:

The Chinese leader urged Kim to push forward with economic reforms and modernization in the North.

Hu further said economic development could not be achieved without cooperating with the outside world, adding “this is the inevitable route to go with the times and to accelerate the development of a country.”

Und dass:

The Chinese leader’s “recommendations” appeared not to have aroused the ire of North Korea’s Dear Leader.

Der Zusammenhang, in den die Korea Times diese Aussagen stellt, finde ich zwar etwas schief, denn die Irritationen, die der damalige südkoreanische Präsident Roh Moo-hyun mit ähnlichen Kommentaren ausgelöst hat, sind natürlich vor dem Hintergrund der besonderen Nord-Süd Beziehungen zu sehen und es lässt sich daraus nicht unbedingt ein generelles „Redeverbot“ zur wirtschaftlichen Öffnung des Landes ableiten. Nichtsdestotrotz ist es einerseits recht bemerkenswert, dass Hu dieses Thema so direkt angesprochen hat (natürlich nur wenn die Berichte zutreffend sind), andererseits fällt auf, dass sich Kim davon nicht hat irritieren hat lassen.

Daraus würde ich nicht ableiten, dass die nordkoreanische Führung mit chinesischen Ideen der wirtschaftlichen Öffnung vollkommen d’arcord ist, oder einen der, von Wissenschaftlern oft als Modellskizze vorgeschlagenen Entwicklungspfade (China oder Vietnam), einschlagen wird. Allerdings signalisiert eine solche Reaktion Kims klar, dass man sich über die Notwendigkeit eines irgendwie gearteten Umsteuerns im wirtschaftlichen Bereich durchaus bewusst ist und dass bei diesem Umsteuern auch das Ausland eine Rolle spielen wird. Aber der Begriff  „Kooperation mit dem Ausland“ ist natürlich ein Weiter und kann so oder so (oder ganz anders) ausgelegt werden. Dass Nordkorea zunehmende Kooperation mit dem Ausland sucht war in den Monaten kaum zu übersehen und ich vermute, dass sich in diesem Bereich schon einiges im Verborgenen abgespielt hat (wie beispielsweise der Fall Indien zeigt, dass unbemerkt von den Beobachtern zu einem der größten Handelspartner Nordkoreas geworden ist). Allerdings legt die nordkoreanische Führung bei dieser Kooperation auf einen Punkt ein sehr starkes Augenmerk. Die absolute Kontrolle der Kooperation bleibt beim Staat. Wer der Partner auf der anderen Seite ist, ist nicht wichtig, aber auf der nordkoreanischen Seite gibt es keinen Platz für den Markt. Dies deckt sich auch mit dem rigiden Vorgehen, dass das Regime in den letzten Monaten gegenüber sich entwickelnden marktwirtschaftlichen Strukturen an den Tag gelegt hat.

Für die wirtschaftliche Entwicklung Nordkoreas lassen sich daher meiner Meinung nach zwei grundlegende Trends feststellen, die die Ausrichtung der Wirtschaft des Landes in den nächsten Jahren bestimmen wird. Einerseits hat man sich scheinbar damit abgefunden, dass eigentlich in der Juche-Ideologie fest verankerte Paradigma der Autarkie auch mehr und mehr öffentlich fallenzulassen (in der Realität war es dem Nordkoreanischen Staat ja nie gelungen, Autarkie umzusetzen. Schon immer war man auf Austausch mit bzw. Hilfen von anderen Staaten angewiesen). Dieser Schritt erleichtert es den Verantwortlichen in Nordkorea um ausländische Investitionen zu werben. Andererseits will der Staat aber weiterhin alle Fäden in der Hand halten, auch wenn es um ausländische Investitionen geht. Der Markt und damit Verbunden auch Gedanken, die in der Bevölkerung „marktwirtschaftliches Denken“ auslösen könnten, soll weiterhin draußen bleiben. Was zwischen Nordkorea als Staat und den Investoren abläuft steht auf einem anderen Blatt, denn hier müssen mitunter Regeln der globalen Märkte beachtet werden. Doch die Bevölkerung soll von diesen Ideen abgeschirmt werden. Gelingt es dem Regime, die Rohstoffe des Landes (wozu ich auch Humankapital zähle) gewinnbringend an ausländische Investoren zu verkaufen (mit dem Ziel einer zumindest bedarfsdeckenden Versorgung großer Teile der Bevölkerung), während es die Menschen im Land vor einer allzu starken „geistigen Infiltration“ „schützt“, kann es das Land wirtschaftlich und ideologisch stabil halten und damit die Erfolgschancen für das eigene Überleben stärken. Dadurch, dass Schwellenländer wie bspw. China und Indien, denen die Bedingungen einer Kooperation weniger wichtig sind an Wirtschafts- und Finanzkraft gewinnen, verbessern sich auch die Chancen einer solchen Strategie Nordkoreas. Die große Frage bleibt meiner Meinung nach aber, ob die Idee des Marktes nicht schon in „zuvielen“ Köpfen in Nordkorea verankert ist, bzw. ob man das Entstehen solcher Ideen dauerhaft unterdrücken kann. Aber das muss die Zukunft zeigen.

Was die Zukunft zeigen wird ist, dass Nordkorea weder versuchen wird dem chinesischen, noch dem vietnamesischem Entwicklungsmodell zu folgen. Dass diese beiden immer wenn es um Nordkoreas Wirtschaft geht hervorgekramt werden ist einerseits verständlich, denn es bestehen grundsätzliche Ähnlichkeiten zwischen den Situationen dieser Staaten damals und derjenigen Nordkoreas heute. Andererseits wird dabei aber immer die besondere Situation missachtet, die die Teilung Koreas für Nordkorea bedeutet und die viele unterschiedliche Facetten hat. Allein aufgrund dieser Tatsache glaube ich, dass das Regime die Notwendigkeit für ein eigenes Modell sieht.

Dass du mir Indien nicht aus den Augen lässt! — Indien ist Nordkoreas drittgrößter Handelspartner und keiner hats gemerkt!


Auf der Suche nach Kraftstoff für die Wirtschaft wie das Militär scheint Nordkorea in den vergangenen Jahren weitgehend unbemerkt von Beobachtern einen neuen Partner aufgetan zu habe, der Öl und Benzin in das Land liefert. Wie Forbes Asia vor ein paar Tagen unter Berufung auf die Confederation of Indian Industry, einem indischen Handelsverband, berichtete belief sich das Handelsvolumen zwischen Indien und Nordkorea im vergangenen Jahr auf etwa eine Milliarde US-Dollar. Ein herausragender Teil des Handels beziehe sich dabei mit etwa 940 Millionen US-Dollar auf raffinierte Ölprodukte. Geschäfte in diesem Bereich hätten für beide Parteien große Vorteile. Nordkorea sei immer auf der Suche nach Lieferanten, die bereit seien unabhängig von politischen Verwerfungen nach Nordkorea zu liefern und sich nicht von der in früheren Fällen oft mangelhaften Zahlungsbilanz des Landes abschrecken lasse. In Indien gäbe riesige Kapazitäten zum Raffinieren von Erdöl, allerdings seien gerade private Unternehmen gezwungen sich Kunden im Ausland zu  suchen, da das inländische Geschäft staatlich stark reguliert sei, so dass diese Firmen ihre Produkte nur mit Verlusten absetzen könnten. Vor diesem Hintergrund scheinen sich seit Mitte des Jahrzehnts florierende Handelsbeziehungen zwischen beiden Seiten entwickelt zu haben, die Nordkorea helfen, Fuhrpark und Industrie einigermaßen am Laufen zu halten. Da die Geschäfte mit privaten Unternehmen ablaufen, wird die Lieferung nur gegen harte Währung erfolgen. Forbes vermutet, dass diese aus den „düsteren Exportgeschäften“ Nordkoreas stammt und vermutlich ist da auch etwas dran, denn ansonsten würden sich allein der Handel mit Indien auf über die Hälfte des Wertes der exportierten Waren Nordkoreas belaufen, was dem Land für andere Einfuhren wenig Devisen und damit Spielraum ließe. Mit dem oben genannten Exportvolumen wäre Indien für Nordkorea der zweitwichtigste Lieferant, noch vor Südkorea und der drittwichtigste Handelspartner insgesamt. Interessant finde ich in diesem Zusammenhang auch, dass keiner der internationalen Beobachter den Handel zwischen Indien und Nordkorea auf der Karte gehabt zu haben scheint. Dies legen jedenfalls die im Bericht des UN-Expertenpanels zur Überprüfung der UN-Sanktionen gegen Nordkorea enthaltenen Tabellen nahe. Dort sind nämlich Handelspartner wie Malaysia und Indonesien mit einem Gesamthandelsvolumen von unter 20 Millionen US-Dollar aufgeführt, nicht aber Indien. Auch Stephen Haggard wird in dem Forbes Bericht dahingehend zitiert, dass er von diesem großen Ausmaß der Geschäfte beider Länder überrascht sei. Dies könnte allerdings auch daran liegen, dass der Handel zwischen Nordkorea und Indien nicht auf direktem Wege abläuft, sondern aufgrund der Tatsache, dass die indischen Firmen politische und ökonomische Risiken fürchten, über ein Netzwerk von Zwischenhändlern und Banken, unter anderem in Dubai abgewickelt wird.

Die zumindest für mich überraschende Tatsache, dass Indien heimlich, still und leise zu einem der bedeutendsten Handelspartner Nordkoreas aufgestiegen ist, lässt einige weitergehende Schlüsse zu:

  • Nordkorea will sich weiterhin nicht der alleinigen Gnade Chinas aussetzen sondern versucht unabhängig vom wichtigsten Verbündeten auch andere Versorgungswege zu erschließen. Dies ist eine Konstante, die sich durch die gesamte nordkoreanische Geschichte zieht.
  • Allerdings ist Indien damit definitiv der größte Handelspartner Nordkoreas dessen Beziehungen zu Kims Reich (fast) ausschließlich auf Marktmechanismen beruhen. Anders als es bei Südkorea und China der Fall ist, hat Indien in Nordkorea keine vitalen Interessen und die Tatsache, dass der Handel auf der indischen Seite im privatwirtschaftlichen Bereich abläuft spricht für sich.
  • Damit könnte auch der geschäftliche Besuch Pramod Mittals, des kleinen Bruders des Stahlmagnaten Lakshim Mittals, in Pjöngjang etwas besser erklärt werden. Denn unter dem Radar internationaler Beobachter scheinen sich zwischen Indien und Nordkorea erfolgreich Handelsbeziehungen entwickelt zu haben. Bei einem Handelsvolumen das dieses Jahr dann vermutlich die Milliardengrenze durchschlägt muss auch so etwas wie gegenseitiges Vertrauen im Spiel sein. Dies könnte die nordkoreanische Seite nun nutzen um indische Investitionen anzuziehen, oder aber um eine Art Rohstoff-Tauschhandel aufzuziehen.
  • Für internationale Beobachter scheint es unglaublich schwer zu sein, Einblicke in das verschlossene Land zu gewinnen. Wenn noch nichtmal auffällt, dass eines der aufstrebenden Schwellenländer sich zu einem der bedeutendsten Handelspartner (irgendwie müssen die Güter ja von Indien nach Nordkorea gekommen sein und bestimmt nicht per U-Boot oder im kleinen Grenzverkehr zu China…) mausert, wie bitte soll man denn dann bitte Vorgänge im Inneren des nordkoreanischen Regimes bemerken und bewerten wollen (ich hab da ne Vermutung, aber die ist nicht besonders ermutigend…)
  • Auf die lange Frist gesehen, könnten sich aus dem Bedeutungsgewinn Indiens in Nordkorea durchaus noch politische Implikationen ergeben. China und Indien waren sich nicht ganz grün (es gab ja sogar 1962 ein paar  Monate Krieg um einige Quadratkilometer Berge und Felsen) und sind es sich immernochnicht, auch wenn man zurzeit ein „Zweckbündnis“ zum gemeinsamen Aufstieg geschlossen hat. Die Länder konkurrieren in Afrika in Rohstoffe, in Myanmar um Einfluss und China baut eine große Marinebasis in Indiens verfeindetem Bruderstaat Pakistan. Sollte der Aufstieg beider Staaten weitergehen und das Ringen um Rohstoffe und um Einfluss in Asien härter werden, hätte Indien einen Fuß in Kims Tür, was dem Regime in Pjöngjang vermutlich gut gefiele. Hier könnte man dann wieder zwei mächtige „Freunde“ gegeneinander ausspielen, wie man es mit der Sowjetunion und China schon vor Jahrzehnten getan hat. (Aber sowas wird nicht heute und morgen passieren, aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass man in Pjöngjang bereits über solche Optionen nachgedacht hat).

Interessant, interessant, da wird Indien vermutlich ziemlich weit oben in den künftigen Handelsstatistiken auftauchen, die die Bank of Korea und andere Institutionen für Nordkorea erstellen und die dann von den Medien (von mir auch, stimmt schon) oft so behandelt werden, als würden sie tatsächlich die Realität darstellen. Dass dem nicht so ist hat der Forbes-Bericht eindrucksvoll bewiesen.

Was lernt man daraus? Zahlen sind zwar schön und gut, im Fall Nordkorea aber zu vernachlässigen, weil nicht verifizierbar. Ansonsten? Dass du mir Indien nicht aus den Augen lässt!

Scramble for North Korea? Nordkoreanische Rohstoffe im Visier von Investoren aus Schwellenländern


Vor ein paar Tagen habe ich ja bereits den Besuch einer Delegation der indischen Firma Global Steel Holdings unter der Leitung Pramod Mittals in Pjöngjang erwähnt. Mittal ist der Chef von Global Steel und der jüngere Bruder Lakshim Mittals, des indischen Stahl-Tycoons der spätestens mit dem Kauf des luxemburgischen Stahlherstellers Arcelor den Meisten ein Begriff sein dürfte. Zwar geben die beiden Brüder an, dass zwischen ihren Unternehmen keine direkten Verbindungen bestünden, dies wird allerdings von Branchenbeobachtern bezweifelt. Dass Global Steel bei der Wahl der Vertragspartner nicht sonderlich wählerisch ist zeigt sich darin, dass man unter Anderem Verträge mit Zimbabwe geschlossen hat, wo Robert Mugabe sich nach wie vor mit allen Mitteln an die Macht klammert.

Gestern veröffentlichte die indische Zeitung The Economic Times einen Bericht, nach dem Global Steel und Nordkorea über Abbaulizenzen für die Eisnerzmine in Musan verhandelten. (Allerdings beruht dieser Bericht mal wieder auf Insiderinformationen etc. während der Konzern offiziell verlauten lässt, die Gespräche stünden in keiner Verbindung mit der Mine in Musan, vielmehr sei es um „zukünftige Geschäftsinteressen“ gegangen.) Die Mine soll Angaben zufolge Reserven im Umfang von mindestens sieben Milliarden Tonnen Eisenerz enthalten. Der Verkauf allein würde neben den nötigen Infrastrukturinvestitionen des Konzerns auch weitere Einnahmen in die Kassen des Regimes in Pjöngjang spülen. Daher wäre ein solcher Deal an sich schon spektakulär. Was ich aber noch ein Stück interessanter finde ist die Tatsache, dass die Lizenzen für die Ausbeutung der Mine eigentlich schon für fünfzig Jahre vergeben waren. Und zwar an das chinesische Unternehmen Tonghua Iron & Steel Group. Angeblich (außer in besagtem Artikel konnte ich dazu nichts finden, also Vorsicht!) wurde dieser Kontrakt kürzlich von der nordkoreanischen Seite ohne Angabe von Gründen beendet, so dass Global Steel als neuer Investor einspringen könnte.

Sollten sich also diese Gerüchte bestätigen, hieße das, dass Nordkorea nicht nur für südkoreanische, sondern auch für chinesische Unternehmen ein unsicherer Geschäftspartner wäre. Kurzfristig könnte Pjöngjang sicherlich Profite daraus schlagen, aber mittel- und langfristig könnte ein solches Vorgehen auch zur Zurückhaltung chinesischer Unternehmen bei weiteren Investitionen in Kims Reich führen und damit der wirtschaftlichen Entwicklung der DVRK, die man ja zurzeit mit aller Macht anzuschieben versucht, nachhaltigen Schaden zufügen. Gleichzeitig deutet sich mit dem Besuch Mittals jedoch unabhängig davon, ob an der Musan-Story was dran ist oder nicht eine weitere Entwicklung an. Nordkoreas beträchtliche Bodenschätze rücken zunehmend ins Interesse von Investoren aus den aufstrebenden Schwellenländern. Diese scheinen weniger Zimperlich bei der Wahl ihrer Geschäftspartner zu sein als das bei westlichen Konzernen der Fall ist. Dementsprechend könnte Nordkorea dieses Kapital, dass für Jahr unberührt unter der Erde schlummerte nutzen, um neue Einnahmen zu generieren. Und da die nordkoreanische Seite ja bekannt dafür ist, aus wenig Substanz viel Kapital zu schlagen, kann man sich vorstellen, dass man in Pjöngjang aus einer Situation, bei der verschiedene Interessenten um nordkoreanische Rohstoffe konkurrieren, viel Kapital schlagen könnte. Mit diesem könnte Entwicklungen in den Bereichen, die gerade auf der politischen Agenda oben stehen finanziert werden. Vielleicht gelingt es dem Regime in Pjöngjang so, die Uhr die gegen es läuft ein weiteres Mal anzuhalten.