Joe Bermudezs KPA-Journal: Nummern 7, 8 und 9


Wie ich eben gemerkt habe, hab ich euch ganz schön lange nicht mehr auf die neuen Versionen von Joe Bermudezs KPA-Journal aufmerksam gemacht. Das möchte ich jetzt schnell nachholen, nachdem es mittlerweile drei Ausgaben gibt, auf die ich nicht verwiesen habe und bald wohl wieder eine Neue rauskommt (Ich hoffe mal, dass er seine Homepage bald mal fertig hat).

Wie immer gibt es Artikel, die ich spannender finde und solche die mich persönlich nicht so interessieren. Nicht so spannend fand ich in Nummer 7 den Hintergrundartikel über die mechanisierte Infanterie und einen über den gepanzerten Truppentransporter BTR-60.

In Nummer 8 interessierte mich den Artikel über die Flussüberquerungseinheiten (keine Ahnung wie man das militärisch korrekt nennt, irgendwelche Pioniere halt) mäßig, während ich der ausgiebigen Fotodokumentation und Beschreibung eines Infiltrationsschiffes (oder Mutterschiffes), dass 2001 von der japanischen Marine versenkt und später geborgen wurde, einiges abgewinnen konnte.

Nummer 9 konnte mich vor allem durch den Start einer neuen Serie „Lessons learned from foreign conflicts“ begeistern. Dort beschreibt Bermudez Lehren, die die Führung der Koreanischen Volksarmee aus verschiedenen Konflikten weltweit gezogen hat. In dieser Ausgabe werden die Lehren aus der Kuba-Krise, den Kriegen in Jemen, dem Vietnamkrieg und dem Arabisch-Israelischen Konflikt mit dem Schwergewicht auf dem Sechs-Tage-Krieg (1967) und dem Jom-Kippur-Krieg (1973) an dem auch, genau wie im Fall des Vietnamkriegs, nordkoreanische Soldaten teilnahmen. Weniger spannend finde ich in dieser Ausgabe den Artikel über den Helikopter Mi-2 HOPLITE. Zu dieser Ausgabe hat auch Michael Madden von North Korea Leadership Watch zwei seiner hervorragenden Biographien nordkoreanischer Führungspersonen beigesteuert.

Wie immer die Empfehlung: Wer sich für Militärhistorie und Ausrüstung interessiert ist bei Bermudezs KPA-Journal immer bestens aufgehoben. Wen das nicht so interessiert, der könnte vor allem im „Lessons learned“ Artikel eine spannende Lektüre finden. Zu den älteren Ausgaben könnt ihr euch hier entlang durchklicken.

Terminator vs Nummer 5 lebt: Südkorea erprobt Roboter zur Grenzverteidigung + Joseph Bermudezs KPA Journal Vol.1 No.6


Kürzlich habe ich bei Yonhap gelesen, dass Südkorea an der Demilitarisierten Zone Roboter testet, die langfristig bei der Überwachung der Grenze zum Norden als Ersatz für Soldaten dienen sollen. Ich dachte zuerst: „Spielerei und Quatsch“ und habe mich nicht weiter dafür interessiert. Dann habe ich aber noch ein bisschen mehr dazu nachgelesen und finde die Sache nun doch gleichermaßen erschreckend und berichtenswert.

Südkorea, eine der führenden Nationen bei der Herstellung von Robotern, hat bereits vor einigen Jahren ein Konsortium um Samsung Techwin (die Firma entwickelt und produziert unter anderem Überwachungstechnologie, aber auch Waffensysteme) damit beauftragt, einen Roboter zur Grenzverteidigung zu entwickeln. Die mit SGR-1 benannten Maschinen sollen dabei nicht nur die Grenze überwachen, sondern auch mit Maschinengewehren und 40-Millimeter Granatwerfern auf eventuelle Eindringlinge schießen können. Der Roboter soll mit seiner Überwachungstechnologie tagsüber Ziele in bis zu drei Kilometern Entfernung erfassen und identifizieren können und nachts bis zu 1,5 Kilometer weit „sehen“. Bisher sind stationäre Modelle vorgesehen, die durch Stimmerkennung und Tränengas vor Diebstahl geschützt sein sollen und von ihrem Äußeren her einer Radarfalle (hehe) recht nahe kommen. Gesteuert werden sollen die Geräte per Joystick aus einem Kontrollraum (ähnlich den Drohnen, die ja mittlerweile zu tausenden über den Regionen zu kreisen scheinen, in denen die USA und ihre verbündete Krieg führen). Ob SGR-1 auch autonom agieren kann ist zwar unklar, da aber Dohnen scheinbar mittlerweile autonome Angriffe durchführen, dürfte es kein Problem sein eine solche Funktion hinzuzufügen. Pro Stück sollen die Roboter zwischen 200.000 und 330.000 US-Dollar (hier gehen die Angaben auseinander, aber ist so oder so ganzschön günstig) kosten, aber sie befinden sich zurzeit wie gesagt noch in der Erprobungsphase. Die Roboter sollen nicht als Ersatz für menschliche Soldaten dienen, sondern als Ergänzung, einerseits weil sie permanent auf dem Posten sind, andererseits, weil sie sich nicht mit „menschlichen Problemen“ wie Angst oder Hemmungen zu töten herumschlagen müssen (was für Menschen spricht weiß ich nicht, aber vermutlich ist das dann in die Kategorie beschwichtigendes Gesülze einzuordnen).

Einerseits ist es nicht überraschend, dass ein Hochtechnologieland wie Südkorea seine Fähigkeiten auch zu militärischen Zwecken einsetzt, gerade in der Situation, in der sich das Land mit dem verfeindeten Bruder im Norden eben befindet. Andererseits empfinde ich den Einsatz solcher Systeme trotzdem als hoch bedenklich (einen interessanten Artikel gabs dazu kürzlich in der ZEIT). Warum, dass erklärt sich in großen Teilen von selbst. Wer stellt sich schon gerne vor, dass an jeder Ecke irgendwelche Maschinen rumstehen (oder irgendwann laufen), die im schlimmsten Fall auch noch selbst entscheiden, ob und auf wen sie schießen. Und selbst wenn irgendwo ein Mensch mit einem Joystick vor einem Bildschirm sitzt und entscheidet ist mir nicht wohl (da gibt’s ja auch psychologische Erklärungen warum die Hemmung zu töten da schnell abnimmt). Das sieht dann vermutlich so ähnlich aus:

nur dass die agierenden Personen noch weiter vom Geschehen entfernt sind als die Hubschrauberbesatzung in diesem Fall. Wollen wir das? — Aber können wir was dagegen tun? Hoffen wir mal dass sich die internationale Staatengemeinschaft da irgendwann selbst Grenzen auferlegt!

Achja, wo ich gerade bei dem (von mir gerne vernachlässigten Thema) Militär sind, möchte ich euch noch kurz auf die sechste Ausgabe des KPA Journals von Joseph Bermudez aufmerksam machen. Diesmal hat sie mir wirklich gar nicht zugesagt. Ist recht dünn ausgefallen, denn es gab eigentlich nur den Abschluss zur historischen Serie zu den nordkoreanischen Geheimdiensten, es gibt einige Strukturdiagramme und so, aber bisher konnte ich mich noch nicht dafür erwärmen. Außerdem gibts noch eine Ergänzung (die aber recht interessant ist) zu dem relativ neu entwickelten Panzer P’okpoong, den er in Vol.1 No.4 besprochen wurde. Wie immer könnt ihr euch zu den älteren Ausgaben hier entlang durchklicken und wie immer dauert der Download etwas.

Joseph Bermudezs KPA Journal Vol. 1 No. 5


Nur ganz kurz heute (weil erstens nicht viel passiert ist und ich mich zweitens gleich auf das Spiel vorbereiten muss (mental und so…)) der Hinweis auf die fünfte Ausgabe des KPA-Journals von Joseph Bermudez (download dauert wie  immer ein Bisschen). Die ist eigentlich schon seit zwei Wochen da, aber irgendwie fand ich es dieses Mal nicht besonders spannend und habs daher bis jetzt links liegen lassen. Es gibt nämlich nur zwei Artikel mit historischem Hintergrund: Einmal die Fortsetzung der Serie über die Geheimdienste Nordkoreas von 1967 – 71 und weiterhin eine Fotodokumentation (Luftbilder aus Militärarchiven) über die Zerstörung der Hangang Brücken  im Koreakrieg (1950). Hab mir die Bilder angeschaut und den Text überflogen, aber zurzeit hab ich daran wenig Interesse. Aber für historisch Interessierte definitiv ein Besuch wert.

Hier entlang wenn ihr euch die älteren Ausgaben des KPA Journals anschauen wollt.

Joseph Bermudezs KPA Journal Vol. 1 No. 4


Joseph Bermudez hat die Nummer vier seines kostenlosen KPA Journals veröffentlicht, wie ich auf North Korean Economy Watch gesehen habe. Dieses Mal gibt es auch für die Leute, die sich nicht unbedingt für militärtechnische Details interessieren einiges zu lesen. Er zeichnet recht ausführlich die Geschichte eines Zwischenfalls im Jahr 1999 nach, als zwei nordkoreanische Spionageschiffe bei einer Infiltrationsmission in japanischen Gewässern entdeckt und stundenlang von japanischen See- und  Luftstreitkräften verfolgt wurden. Hier gibt es interessante Einblicke in die Vorgänge die sich im Spannungsfeld zwischen Politik, Militär und Geheimdiensten in einer solchen Situation abspielen, aber auch viele Details über die nordkoreanische Infiltrationstätigkeit. Weiterhin ist ein Bericht über Nordkoreas jüngsten Panzer (er wurde in den 1990er Jahren entwickelt), den ich mir aber nicht ganz durchgelesen habe, weil ich technische Details von Waffen nicht so spannend finde und über die Historie nordkoreanische Sicherheitsdienste (von 1967 – 1971), was ich zurzeit auch nicht so spannend finde.

Wie immer (wenns ein neues KPA Journal gibt) gibts das Ganze mit dem Hinweis, dass man etwas Geduld braucht, hier zum Download. Und wie immer gibts den Hinweis, dass ihr die älteren Versionen hier finden könnt.

Joseph Bermudezs KPA Journal Vol.1 No.3


Ganz schön fleißig der Herr Bermudez. Kürzlich hat er die dritte Ausgabe seines KPA-Journals veröffentlicht. Und da die Fertigstellung seiner Homepage langsam voranschreitet gibt es auch KPA Journal Vol.1 No.3 hier zum runterladen (Die Datei ist wegen der vielen Bilder recht groß und da ich keinen eigenen Webspace hab dauert der Download etwas, aber Geduld lohnt sich). Diesmal bringt er seine historische Serie über die nordkoreanischen Pioniereinheit im Koreakrieg zuende, zeigt einige Fotos von portablen SCUD-B und gibt Hintergrundinfos zu diesen. Abschließend geht er näher auf nordkoreanische Luftabwehrstellungen ein. Wie immer lesenswert, besonders wenn man wie ich keine herausragende Ahnung von solchem militärischem Kram hat, aber vermutlich auch wenn man die hat. Achja und er fordert seine Leser auf, ihm Wünsche für seine nächsten Ausgaben zukommen zu lassen. Vielleicht frag ich mal ob er was über die Infiltrationseinheiten schreiben kann. Das find ich nämlich echt interessant.

Solltet ihr euch für die älteren Ausgaben interessieren dann gibts Nummer 1 hier und 2 hier.

Joseph Bermudezs KPA Journal Vol.1 No.2


Wie ich auf North Korea Leadership Watch gelesen habe, hat Joseph Bermudez die zweite Ausgabe seines KPA Journals veröffentlicht. Da seine Homepage noch nicht online ist, stelle ich die neuen Ausgaben des KPA Journal hier ein, bis, die Seite fertig ist. Dann könnt ihr das ja selbst im Auge behalten. Die neue Ausgabe setzt die historische Serie über die nordkoreanischen Pioniereinheiten im Koreakrieg fort und beschäftigt sich mit der KN-02, einer relativ neu erworbenen mobilen Kurzstreckenrakete mit einer Reichweite von 100 – 120 km.

Hier gibts das KPA Journal Vol.1 No.2 zum runterladen.

Kostenloses Journal von Joseph Bermudez zum nordkoreanischen Militär


Joseph S. Bermudez Jr., ein renommierter Wissenschaftler, der schon seit über 25 Jahren zu den nordkoreanischen Streitkräften forscht und publiziert, hat kürzlich die erste Ausgabe des KPA-Journals herausgegeben, wie ich auf North Korean Economy Watch gelesen habe. Bermudez schreibt, dass er bei den Recherchen zu seinen Publikationen immer wieder auf Informationen stößt, die zwar interessant sind, die aber aus verschiedenen Gründen keinen Eingang finden. Diese Infos will er nun kostenlos mit der Welt teilen und plant, dafür sein KPA-Journal zu nutzen. Inhalt des Journals sollen vor allem historische und aktuelle Themen zur Koren People’s Army (KPA), Raketenentwicklung und  Geheimdienst-Operationen sein. Es ist geplant, dass das Journal später monatlich erscheinen wird, vorerst ist aber eine unregelmäßige Erscheinungsfolge vorgesehen.

Die erste Ausgabe ist vier Seiten lang und beinhaltet zwei Artikel. Einer beschreibt das Equipment eines kürzlich geborgenen Spionageschiffes, dass 2001 von der Besatzung gesprengt wurde, um die Enterung durch die japanische Marine zu verhindern und der Andere beschäftigt sich mit der Geschichte, Ausbildung und Rolle im Koreakrieg einer speziellen Pioniereinheit der KPA zur Überquerung von Flüssen. Beides recht lesenswert wenn man sich dafür interessiert (vor allem das Schiff erinnert teilweise an James Bond) oder auch nicht. Die erste Ausgabe könnt ihr hier finden, viel Spaß beim lesen…

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