Nordkoreas neue PR-Strategie: Tourismusförderung?


Es wird immer deutlicher, dass Pjöngjang einen Wandel in der PR-Strategie vollzieht. Sowohl die „Internetoffensive“ als auch die neue „Offenheit“ die man jüngst gegenüber internationalen Medienvertretern an den Tag legt sind hierfür deutliche Belege. Auch der Besuch des AP-Chefs in Pjöngjang im letzten Monat dürfte kein Zufall gewesen sein. Scheinbar versucht  das Regime zurzeit sehr offensiv, sich in die Netzwerke internationaler Nachrichtenagenturen hineinzudrängen.

Anders kann man jedenfalls die Reise von Jong Yong-chol, dem Vize-Vorsitzenden des Komitees für öffentliche Information, nach Malaysia, kaum interpretieren. Dort besuchte er die staatliche malaysische Nachrichtenagentur Bernama und regte danach eine engere Kooperation zwischen Nordkoreas Agentur KCNA und Bernama an:

We will work at strengthening cooperation between Bernama and KCNA (Korean Central News Agency) in the exchange of news and information.

Dadurch sollen die Bevölkerungen beider Länder besser übereinander informiert werden. Zwar würden bisher nicht viele Malaysier Nordkorea besuchen (!), nichtsdestotrotz gebe man sich in Nordkorea mühe Malaysia in der eigenen Bevölkerung bekannter zu machen. Im Rahmen des Zusammentreffens sind die beiden Seiten übereingekommen, künftig durch den Austausch von Nachrichten aber auch im Bereich Dokumentarfilme zu kooperieren.

Ich habe mich schon seit längerem gefragt, was genau Pjöngjang mit der veränderten Haltung gegenüber den internationalen Medien bezweckt. Vielleicht hat Jong Yong-chol ja einen Hinweis gegeben, indem er auf Tourismus verwiesen hat. Das würde in meinen Augen jedenfalls Sinn machen. Man versucht in der Weltöffentlichkeit ein anderes Bild des Landes zu erzeugen um damit den Tourismus anzukurbeln (vielleicht will man den kubanischen Weg gehen? (aber so richtig erfolgreich war/ist der ja auch nicht)). Eine Erklärung wäre es jedenfalls.

Wir werden wohl in der nächsten Zeit noch mehr partielle Offenheit aus Nordkorea sehen und vielleicht werden wir irgendwann auch deutlicher erkennen, was das Regime genau mit diesem Vorgehen bezweckt.

KCNA’s „Geschlechterstudien“


Kürzlich habe ich mich ja mit Ileana Ros-Lehtinen, der neuen Vorsitzenden des Komitees für Auswärtige Angelegenheiten des US-Repräsentantenhauses, beschäftigt. Heute hat sich auch KCNA veranlasst gefühlt, der Republikanerin mit relativ harten Standpunkten einen Artikel zu widmen. Die Autoren des Artikels erwecken den Anschein, genau über ihre politischen Positionen und Hintergründe informiert zu sein und belegen sie daher (wenig überraschend) mit Beschimpfungen wie:

human scum as […] anti-communist fanatic

oder

political illiterate ignorant.

So weit, so wenig Neues. Nun sind die Autoren von KCNA ja bekannt dafür, dass sie die Realität oft recht eigenwillig interpretieren. Aber im Falle von Frau Ros-Lehtinen scheint irgend etwas schief gelaufen zu sein. Dem Autor des Artikels ist bei seiner Recherche über Frau Ros-Lehtinen nämlich scheinbar eine entscheidende Tatsache entgangen: Ihr Geschlecht! Der Autor scheint über kein besonders breites Informationsspektrum verfügt zu haben, sonst wäre ihm sicherlich aufgefallen, dass die Dame überall mit dem für Frauen reservierten Personalpronomen „she“ beschrieben wird, wohingegen er konsequent das „he“ durchhält. Frau Ros-Lehtinens Doppelname dürfte da für Verwirrung gesorgt haben, vor allem da man das „Ros“ ja auch als männlichen Vornamen interpretieren kann:

Ros, man representing the U.S. conservative hard-liners, is human scum as he earned ill-fame as an anti-communist fanatic.

Aber vielleicht ist das ja auch eine besonders perfide Art der Beleidigung für Frau Ros-Lehtinen. Immerhin betont das „man“ ja nochmal ihr Geschlecht und macht ansonsten grammatikalisch wenig Sinn an seinem Ort (aber vielleicht zeigt es auch nur die Verwirrung des Autors über ihren Namen).

Nicht spektakulär, aber irgendwie schon witzig finde ich das. Außerdem wirft es ein kleines Licht auf die Arbeit von KCNA (Youtube dürfen die Mitarbeiter wohl nicht anschauen, sonst wäre ihnen ihr Fehler wohl bewusst geworden). Irgendwo in der Informationsgewinnung oder Übersetzung muss sich da ein Fehlerteufel eingeschlichen haben. Ich wüsste nur zu gerne wo genau…

Alles neu macht der Oktober: KCNA mit neuem Internetauftritt


Update III (07.12.2010): Neu, neuer KCNA. Kaum haben sie ihren neuen Internetauftritt online gestellt, da verpassen sie ihm auch schon einen Facelift. Sieht jetzt ein bisschen moderner aus, dafür funktionieren die Links unten nicht mehr. Jetzt solltet ihr es hier versuchen. Dummerweise funktionieren auch die Links in der Sidebar der neuen Seite noch nicht. Aber ich hoffe mal, das ist in Arbeit, damit man sich bald wieder über die vergangenen revolutionären Aktivitäten Kim Jong Ils informieren kann. Bis dahin wird man wohl nur die Tagesnachrichten abrufen können.

Update II (15.10.2010): Scheinbar ist den südkoreanischen Behörden die neue Seite noch nicht aufgefallen. Dementsprechend können sich alle in Südkorea freuen, die an nordkoreanischen Nachrichten interessiert sind. Schließlich unterliegen die von Nordkoreas Regime, oder Anhängern des Regimes, betriebenen Seiten in Südkorea einer strengen Zensur (man kann einfach nicht auf sie zugreifen). Meiner Meinung nach zwar ein sehr zweifelhaftes Vorgehen, aber nunja, wenn man in Südkorea Angst vor dem KCNA-Geschreibe hat, hat das wohl seinen Grund. Ich bin mal gespannt, wie lange das noch geht…

Update I (12.10.2010): Gerade habe ich gesehen, dass die alte KCNA-Seite die Tage bis heute nachgereicht hat, scheint also vorerst weiter zu laufen. Dafür gibt‘s auf der Neuen aber auch ein neues Bild: „Kim Jong Il guckt sich ne Parade an“ kommt mir aber so vor, als wäre das schon was älter.

Ursprünglicher Beitrag (12.10.2010): Wie ich eben auf North Korean Economy Watch gelesen habe, hat die Korean Central News Agency (KCNA) ihren Internetauftritt neu aufgelegt. NK Economy Watch schreibt, der neue Auftritt laufe über eine IP-Adresse, die Nordkorea schon vor längerem reserviert habe. Die neue Seite läuft allerdings nicht nur über eine neue IP, sondern scheint auch inhaltlichen und graphischen Änderungen zu unterliegen. Erstmals gibt es Bilder (zumindest Eins) und thematisch geordnete Rubriken. Allerdings scheinen die nordkoreanischen Computerexperten (wenn man das bei der HP so nennen darf) noch ein bisschen an der Seite feilen zu müssen, denn außer den aktuellen Artikeln funktionieren bisher noch kein Link. Da auf der alten (in Japan gehosteten) Seite von KCNA die Artikel seit vergangenem Freitag nicht mehr aktualisiert wurden, scheint es, als würde der Betrieb komplett auf die neue Seite umgestellt. Allerdings konnte ich dort bisher kein Archiv finden, hoffe aber, dass das bald angelegt wird. Außerdem wäre es wirklich eine Schande, wenn die alte Seite (oder vielmehr ihr Archiv) aus dem Netz genommen würde, denn mache interessanten Details kann man dort ja durchaus gut recherchieren (oder wie will man sonst rausfinden, wie viele Schweinefarmen Kim Jong Il im Jahr 2001 mit seinem Besuch beglückt hat), aber vielleicht werden die alten Archive ja auch auf die neue Seite übertragen. Naja, wir werden sehen wie sich dieses neue „IT-Projekt“ Nordkoreas entwickelt und ob es in Zukunft noch mehr Bilder gibt…

Zweifelhafte Ehre für Guido Westerwelle: Stichwortgeber nordkoreanischer Propaganda


Normalerweise ist es für einen Außenminister ja immer ein Erfolg, wenn ihn ausländischen Medien (lobend) erwähnen und Aussagen von ihm als Aufhänger für eine Beitrag nutzen. Einen irgendwie (sehr extrem) faden Beigeschmack bekommt das Ganze allerdings, wenn diese Bezugnahme aus einem Schurkenstaat kommt. So richtig unangenehm dürfte es sein, wenn man als Außenminister, der das (durchaus hehre) Ziel der weltweiten nuklearen Abrüstung verfolgt, in dieser Frage gerade von einem nordkoreanischen Presseorgan zitiert wird. Ebendies ist im Falle Guido Westerwelles geschehen. KCNA hat gestern einen Artikel der Minju Joson, dem Organ des nordkoreanischen Kabinetts, veröffentlicht der folgendermaßen eingeleitet wird:

Some days ago, the foreign minister of Germany called for the complete dismantlement of U.S. nuclear weapons deployed in Europe.

Auf welchen Anlass sich KCNA genau beruft bleibt zwar im Dunkeln, aber vor ein „paar Tagen“ (am 6. August) hatte Westerwelle tatsächlich gefordert:

Wir müssen alles daran setzen, damit eine Welt ohne Atomwaffen nicht nur Vision bleibt, sondern Wirklichkeit wird.

Der letzte Vorstoß hinsichtlich eines Abzuges der US-Atomwaffen aus Deutschland und einer Reduzierung derjenigen in Europa ist schon etwas länger her (wenn man das „Tage“ aus „vor einigen Tagen“ durch „Monate“ ersetzt kommts hin). Aber so genau nimmt mans bei der nordkoreanischen Propaganda mit der Wahrheit ja selten.

Im Weiteren bezieht sich der Artikel dann allerdings nicht mehr auf Westerwelle sondern nimmt die üblichen Formen nordkoreanischer „Berichterstattung“ an. Beispiele:

The nuclear arms race is escalating and the danger of a nuclear war still looming worldwide. This is entirely attributable to the consequences entailed by the U.S. nuclear policy.

U.S. is making a nuclear blackmail.

The U.S. has never given up its wild ambition to stifle the DPRK with nukes.

Bemerkenswert – wenn auch nicht so sehr wie die Einleitung – fand ich den Schluss des Artikels. Was gibt es schöneres, als ausgelutschte aber wohlklingende Phrasen des diplomatischen Sprechs auszupacken? Und „Actions speak louder than words“ ist eine meiner Liebsten (und ist auf ihre Art auch wirksam, denn sie zeigt immer recht deutlich, wenn ein Differenz zwischen Anspruch und Realität besteht).

Da tuen sich ja ganz neue Perspektiven auf für die deutsche Außenpolitik. Glaubt man dem Artikel, liegen die Positionen Nordkoreas und Deutschlands in Bezug auf die nukleare Abrüstung wohl näher zusammen, als die Deutschlands und der USA. Nichtsdestotrotz halte ich eine gemeinsame Initiative für den Rückzug amerikanischer Nuklearwaffen aus Europa und von der Koreanischen Halbinsel vorerst für eher unwahrscheinlich. Einerseits gibt es ja böse Zungen die behaupten, Nordkorea habe ein irgendwie gespaltenes Verhältnis zur Denuklearisierung. Und andererseits stehen auf der Agenda der FDP bzw. der Bundesregierung ja außer Denuklearisierung noch andere Themen. Und dass man sich beispielsweise bei Menschenrechtsfragen ähnlich nahe käme, ist wohl bis auf Weiteres auszuschließen.

Ob sich her Westerwelle nun über seine (unfreiwillige) Funktion als Stichwortgeber nordkoreanischer Propaganda freut oder ärgert dürfte sein Geheimnis bleiben. Jedenfalls ist ihm damit eine „Ehre“ zuteil geworden, die nicht wohl nur wenige westliche Außenminister bisher erlangten.

P.S. Vielleicht habe ich mich über die Wendung „Actions speak louder than words“ auch nur gefreut, weil sie mich an diesen hervorragenden Song erinnert hat, den ich seit Jahren nicht mehr gehört habe (Keine Angst, ich werde jetzt nicht ständig Musik posten, aber in diesem Fall kann ich einfach nicht anders):

Nordkoreas innenpolitische Strategie: Steht eine Abkehr von Songun an?


Eben hab ich bei KCNA einen sehr interessanten Artikel gelesen. Also ich war nicht der Einzige der sich den angeschaut hat; Yonhap und Monsters and Critics scheinen auch einen Blick drauf geworfen zu haben. Allerdings springen mir beide Analysen des Beitrages von KCNA etwas zu kurz, weshalb ich mich wohl oder übel (ja stimmt schon, KCNA Nachrichten zu analysieren ist so ähnlich wie eine tiefenpsychologische Interpretation von Heinos Liedtexten, aber da steckt ja auch immer was wahres im Kern (Haselnüsse sind braun, Enzian blau)) auch ein bisschen damit befassen werde.

Was im Artikel steht…

Der Artikel beschäftigt sich anfänglich mit ausländischen Medienberichten, die ein durchweg düsteres Bild von der aktuellen Lage in Nordkorea zeichnen. Hier werden die in letzter Zeit wieder häufiger aufkeimenden Gerüchte über Kims Gesundheitszustand (finde ich auch erstaunlich, da es eigentlich keine neuen Infos darüber zu geben scheint), die Berichte über eine baldige Destabilisierung des Regimes (die momentan ja ungefähr im Dreitagesrhythmus lanciert werden, ebenfalls  ohne wirklich handfestes zu nennen und wahrscheinlich auf die Wirkungen der gescheiterten Währungsreform hoffen), Warnungen vor Waffenschmuggel und nuklearer Aufrüstung (die mit gutem Grund geäußert werden) und Proliferation (wohl eher in die Kategorie Panikmache einzuordnen), nordkoreanische Arbeiter, die im Ausland sind um Devisen für Nordkorea zu erwirtschaften (sind sie) und die Verpachtung von Teilen des Hafens in Rajin (wie ausländische Medien das zu „Propagandazwecken“ missbrauchen sollen versteh ich nicht ganz).

Various kinds of „reports“ are pouring in to give impression that „contingency“ is imminent in the DPRK and wild rumors about even the health of the supreme leader are afloat. There are „analysis and comment“ that shortage of food and economic difficulties are more serious than those in the 1990s due to the „failure of monetary reform“.

There is also misinformation that the DPRK continues missile and other arms smuggling, its nuclear capacity is being steadily bolstered up, there is concern about its possible proliferation of nuclear weapons and it is opening Rajin Port and sending workers to foreign countries en masse in a bid to earn foreign currency due to financial difficulties. The scenario for vituperation seems to know no bound.

KCNA sieht diese Maßnahmen als „schwarze Propaganda“ die der Wiederbelebung von Nordkoreas Wirtschaft entgegenwirken soll. Potentielle Investoren sollen durch dieses negative Bild abgeschreckt werden. Und dann wird es meiner Meinung nach wirklich interessant. Da schreibt KCNA nämlich:

After bolstering up its nuclear deterrent strong enough to check the outbreak of a war in the Korean Peninsula, the government of the DPRK has been concentrating its efforts on the economic construction and the improvement of people’s standard of living since last year.

Warum ich das für bedeutend halte, werde ich später näher ausführen (aber vermutlich kommt da dem Einen oder Anderen schon ne Idee). Darauf folgend wird (nicht ganz unbegründet) auf die Erfolge bei der Gewinnung ausländischer Investments in der jüngsten Vergangenheit verwiesen.

Dann kommt KCNA wieder zurück zu der Strategie der USA und Südkoreas. Man beschreibt die innenpolitische Position der US-Regierung als von Schwäche und Angst gekennzeichnet. Die Zwischenwahlen Ende diesen Jahres würden Washington davor zurückschrecken lassen, eine Verhandlungslösung mit Nordkorea konsequent weiterzuverfolgen, da dies von den Gegnern als weiteres Zeichen der Schwäche gewertet und im Wahlkampf ausgenutzt werden würde. Und folglich,

the Obama administration advocated „strategic patience.“ In other words, it contends this attitude is not prompted by its incompetence and it does not make haste but waits for something as the DPRK government seems not to last long.

Eine ähnliche Wartestrategie würde auch Lee Myung-bak verfolgen. Allerdings, so KCNA, würde eine solche Strategie nicht weit führen, wie die Vergangenheit gezeigt habe. Als die Clinton Administration während der großen Hungersnot in den 1990ern nur auf das Ende des Regimes gewartet hat, habe man den „arduous march“ triumphal beendet und den ersten Test einer Taepodong II (KCNA schreibt natürlich, man habe den Satelliten Kwangmyongsong-I in die Umlaufbahn geschossen, aber wir wissen ja was gemeint ist und sie wissen ja auch, dass wir wissen was gemeint ist) durchgeführt. Als dann die Bush Administration mit ihrem Achsen-Gefasel (Das steht so nicht da, sondern ist meine Meinung) wieder zu einer Abwarte- und Verzögerungstaktik überging, habe man mit zwei Nukleartest und dem Start des Satelliten Kwangmyongsong-II (ihr wisst ja…) geantwortet. Das ist dann wohl als eine Art Drohung zu lesen, was passieren wird wenn man weiterhin nach dem Motto „waiting is a strategy“ verfährt. Also ist den Führern in Pjöngjang tatsächlich noch keine Alternative Vorgehensweise zu der „ich-verhalte-mich-wie-ein-ungezogenes-Kind-und-mache-Stress-bis-ich-bekomme-was-ich-will Strategie“ eingefallen zu sein.

Hier die Verbildlichung der Strategie:

Und dann wird es im letzten Absatz nochmal interessant.

The DPRK will witness the appearance of a light water reactor power plant relying on its own nuclear fuel in the near future in the 2010s in the wake of mass-production of Juche iron and Juche-based vinalon cotton, its reply to them.

Vom selbstständigen Bau eines Leichtwasserreaktors (LWR) war bisher nie die Rede, aber die Erwähnung ist schon ein interessanter Hinweis. Einerseits scheint man tatsächlich das für den Betrieb eines solchen Reaktors notwendige Uran anzureichern (Aber davon sprach man ja schon länger bei KCNA), andererseits kann das als Hinweis auf eigene Stärke verstanden werden, denn ein solches Projekt gegen UN-Sanktionen auf die Beine zu stellen dürfte nicht besonders einfach sein (vielleicht, aber ich schaue gerade tief in den Kaffeesatz, kann man hier auch einen Verweis auf den Iran sehen, in dem Zusammenhang spricht man ja in letzter Zeit recht viel von LWRs).

…und was es bedeutet: 1. Wir wissen was ihr vorhabt

Nun aber zu dem was ich eigentlich interessant an diesem Artikel finde. Also zuerst mal finde ich, dass im Beitrag die aktuelle Situation recht scharf analysiert wird. Es ist ja selten, dass man in den nordkoreanischen Medien auf die westliche Medienberichterstattung eingeht und hier werden gleich einige interessante Punkte angesprochen. Nicht nur den Nordkoreanern, sondern auch unabhängigen Beobachtern (zumindest einem) könnte die Intensität, mit der zurzeit Gerüchte über den Gesundheitszustand Kims, einem Auseinanderbrechen des Regimes oder nukleare Proliferation (zumindest das Erste und das Dritte sind nichts mehr, schaut man sich die Substanz der Berichte mal genauer an) gestreut werden, wie eine Kampagne erscheinen die die öffentliche Meinung in die Richtung wenden soll, dass ein Handeln unter den gegebenen Umständen nicht notwendig ist, da es mit dem Regime in Pjöngjang ja ohnehin zuende geht. Weiterhin hält der Artikel vor allen Dingen den USA in gewisser Weise den Spiegel vor. Die Beschuldigungen, das außenpolitische Handeln der Obama-Administration sei von der Angst vor innenpolitischen Konsequenzen motiviert kann man wohl nicht ganz zur Seite schieben. Das man eine Hinhaltestrategie fährt auch nicht vollkommen (obwohl man den USA hier zugutehalten muss, dass die Reise von Stephen Bosworth schon ein Schritt war. Aber was Bosworth in  Pjöngjang zu sagen hatte, das weiß man nicht, daher ist es schwer festzustellen, ob es ein Mediencoup („seht her unter Obama spricht man mit den Bösewichten) oder ein tatsächliches Zugeständnis war).

2. Ratet was wir vorhaben

Und damit komme ich schon zum ersten Knackpunkt des Artikels. Der Verweis auf die Vergangenheit und die Strategie der Provokation, die Pjöngjang schon seit langem zu einer der Hauptstrategien seiner Außenpolitik gemacht hat ist natürlich nicht falsch. Man hat provoziert und man hat damit Erfolge erzielt. Gleichzeitig entblößt es aber auch die große Schwäche der Strategie worüber ich ja schon vorgestern geschrieben habe. Man ist damit so ziemlich am Ende der Fahnenstange angekommen. Die (implizite) Drohung mit neuen Provokationen ist also nur ein weiterer hilfloser Versuch, die Selbstsicherheit mit der die USA und Südkorea agieren, zu erschüttern. Aber das ist ja alles nichts wirklich Neues.

3. Genug „military first“? Kommt jetzt „economy first“?

Als Punkt von wirklicher Tragweite sehe ich etwas Anderes. Man schreibt, dass man die nukleare Abschreckung nun in einem solchen Maß ausgebaut habe, dass ein Krieg auf der koreanischen Halbinsel nun unwahrscheinlich sei, sodass man nun zum ökonomischen Aufbau übergehen könne. Das hört sich für mich ja fast so an, als sei man mit seiner militärischen Abschreckung weitgehend zufrieden und würde nun seine Prioritäten zugunsten der Wirtschaft ändern. Wichtig finde ich das, weil ich es im Zusammenhang mit dem Schlagwort „Songun Chongch’i„, der „Militär-zuerst-Politik“ Nordkoreas, sehe. Diese Politik stellt das Militär ins Zentrum der sozialistischen Entwicklung des Landes, das heißt, nicht nur der Versorgung des Militärs wird Priorität gewährt, sondern das Militär wird auch als treibende Kraft hinter der Entwicklung gesehen. Grundlegend unter anderem dadurch, dass das Militär für Frieden sorgt, ohne den die Entwicklung nicht voranschreiten kann. Die Songun Politik ist eng verbunden mit den politischen Entwicklungen in Nordkorea, seit Kim Jong Il das Ruder übernommen hat. Er hat diese entwickelt und bereits 1995 erstmals erwähn. Teilweise nahmen Beobachter an, dass Songun Juche als Ideologie ersetzen würde, oder dass sich Nordkorea  im Gefolge dieser Politik zu einer (verdeckten) Militärdiktatur gewandelt habe. Jedoch beruft Nordkorea selbst sich immer wieder auf Juche und sieht Songun eher als Kim Jong Ils Ergänzung zu Kim Il Sungs Juche. Von Analysten wird der Entwicklung von Songun eine große Bedeutung für Kim Jong Ils Legitimation innerhalb des nordkoreanischen Regimes zugesprochen. Einerseits hat er damit das Militär ins Boot geholt, andererseits hat er der Ideologie des Landes damit bedeutende eigene Elemente hinzugefügt und sich somit sozusagen in die DNA Nordkoreas eingeschrieben. Tja, und nun sagt man: Wir sind zufrieden mit unserer militärischen Abschreckung und können uns deshalb der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes zuwenden. Für mich hört sich das so an wie: „Kim Jong Ils Songun Politik hat funktioniert jetzt ist Platz für eine neue Ergänzung von Juche“ (die dann möglicherweise Kim Jong-un entwickeln kann), würde doch hervorragend passen. Achja und das wäre natürlich auch ein glänzender Beleg dafür, dass das Militär trotz Songun nicht mehr ist, als ein Werkzeug der Partei/Führung, das unter deren vollen Kontrolle steht. Geht man von diesen Annahmen aus, haben sich auch Spekulationen um die Stabilität des Regimes vorerst erübrigt, denn würde man, wenn man seine Macht bröckeln sieht, sein wichtigstes Schild in inneren wie äußeren Konflikten vor den Kopf stoßen indem man sagt: „Guter Job, danke dafür aber ihr habt jetzt nicht mehr erste Priorität.“? Wohl nicht.

Naja und deswegen kann man aus diesem Artikel eine graduelle Abwendung vom Militär und eine Hinwendung zur Wirtschaft lesen, was eine grundlegende Änderung der innenpolitischen Linie darstellen würde. In diesem Zusammenhang ist vielleicht auch noch der Hinweis darauf interessant, dass im letzten Abschnitt Juche nochmal stark gemacht wird, es also zur Berufung auf Kim Il Sung (Die Familie…) und wieder zu stärkerer Hinwendung zur alten Politik kommt. Mit diesem Thema könnte man auch die jüngsten Erfolge und Maßnahmen Nordkoreas bei der wirtschaftlichen Entwicklung verknüpfen. Es wurden bedeutende Investments gewonnen und man hat Maßnahmen eingeleitet, die zur Gewinnung weiterer Investitionen genutzt werden könnten. In dieses Bild passt auch der Bericht, dass der jüngere Bruder von Lakshim Mittal, dem Chef von Arcelor-Mittal, dem größten Stahlkonzern der Welt, gestern mit einer Delegation des Konzerns in Pjöngjang eingetroffen ist.

War da noch was? Achja, das Uran…

Deshalb erachte ich den Artikel als wichtig. Ok, das man für LWRs Uran braucht stimmt schon, kommt mir aber eher unwichtig vor. Ganz einfach: Hat Nordkorea nicht vor einem halben Jahr in einer Pressemeldung bekanntgegeben, man würde nun Uran in großem Maßstab anzureichern beginnen. Ja hat es. Aber da hat dann wohl mal wieder der gute alte Medienreflex zugeschlagen: Alles was von da kommt ist Propaganda und daher gelogen. Als Nordkorea bis vor einem halben Jahr behauptete, man reichere kein Uran an, waren sich alle Sicher, dass das nicht stimmen könne. Als man dann bekanntgab man reichere Uran an, kam das dann vielen komisch vor. Aber jetzt, weil es nicht direkt geschrieben wird, sondern nur als „hint“ durch die Hintertür, da kann man dann wieder wild drauflos schreiben. Aber die Medien wollen ja auch ihr Geld verdienen, und Schlüsselwörter wie „URAN“ ziehen da halt besser, als abstrakte und langweilige innenpolitische Veränderungen die mit komplizierten Theorien wie „Songun“ zusammenhängen.

Abschließende Relativierung

Achja, natürlich ist das ganze mal wieder nur ein Interpretationsversuch meinerseits und was da dran ist und was nicht…Tja, da hilft nur abwarten und Kaffesatz lesen…

Die „Drei Generäle vom Paektusan“ in den nordkoreanischen Medien: Vorbereitung zur Nachfolge Kim Jong Uns?


Update (25.02): Werner hat sich die Zeit genommen und sich die koreanische Version der KCNA Seite mal etwas näher bezüglich der „Storys of…“ angeschaut. Hier seine Ergebnisse:

2009 und 2010:
Montag-Kim Il Sung, Dienstag-Kim Jong Il, Mittwoch-Kim Jong Suk  (immer in der letzten Zeile der KCNA-Nachrichten)

2007 und 2008:
Anekdoten über Kim Vater und Sohn an unterschiedlichen Wochentagen, manchmal öfter, dann wieder seltener (aber immer in der letzten Zeile der KCNA-Nachrichten)

2003 und 2004:
Die Anekdoten kommen nur selten vor
(auch nicht in der letzten Zeile, sondern irgendwo im letzten Drittel der KCNA-Nachrichten)

Kurios: am 23. 3. 2008 steht anstelle „Anekdoten mit dem Vorsitzenden Kim Il Sung“ nur „Anekdoten mit den Vorsitzenden“ (auf den Namen Kim Il Sung wurde an diesem Tag verzichtet/vergessen)

Werner sagt, dass sich die koreanische Version von KCNA von der englischen generell dadurch unterscheidet, dass sie viel weniger Hetztiraden gegen die Politik und Politiker in Südkorea, Japan oder den USA aufweist. Durchaus interessant. Also, danke für die Mühe.

Ursprünglicher Beitrag (24.02): Ich habe bei meiner Lektüre der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA was recht interessantes rausgefunden (Vielleicht hats auch wer Anderes rausgefunden, dann geht meine Entschuldigung an denjenigen, aber ich hab bisher keinen Bericht darüber gelesen). Seit Juni des vergangenen Jahres gibt es eine Art Serie, die zwischenzeitlich auch mit einem eigenen „Label“ versehen wurde und zu regelmäßigen Terminen auf die Errungenschaften Kim Il Sungs, Kim Jong Suks und Kim Jong Ils hinweist. Das ganze könnte im Zusammenhang mit der (angeblich geplanten) Nachfolge von Kim Jong Ils jüngstem Sohn hinweisen. Im Folgenden findet ihr einen Versuch einer näheren Analyse des Ganzen…

Ich lese von Zeit zu Zeit ganz gern die „Nachrichten“ der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA. Einerseits gibts da natürlich zwischen den Informationen über Grüße anderer Präsidenten oder „Figures“, Blumengestecken und Seminare über Juche, die irgendwo abgehalten werden, gelegentlich durchaus brauchbare Inhalte (wenn man seinen „Nordkorea-Filter“ eingeschaltet lässt). Vor allem ist es andererseits aber oft einfach nur unterhaltsam. Ich habe oft kaum zu übertreffendes Spaß, wenn ich über die Besuche Kims in landwirtschaftliche Betrieben oder Produktionsstätten lese, besonders seine Anweisungen und Kommentare find ich herrlich. Was ich auch gerne lese sind die Anekdoten. Leider gab es davon relativ Lange nur wenige. In letzter Zeit ist mir aber aufgefallen, dass eine Art neue Rubrik eingeführt wurde. Wer gelegentlich bei KCNA reinschaut, der hat vielleicht bemerkt, dass öfter mal als letzte Nachricht da steht: „Story of…“, wobei diese Storys entweder von Kim Il Sung, Kim Jong Il oder Kim Jong Suk (wobei diese den annähernd festen Namenszusatz „Anti-Japanese heroine“ innehat) handeln. Weil mich Veränderungen, auch wenn sie nur klein (aber durchaus offensichtlich) sind, immer interessieren, da ich mir einbilde, dass man aus solchen etwas ablesen kann, hab ich mir die Storys mal näher angeschaut. Keine Sorge, ich mach jetzt keine Inhaltsanalyse darüber was Kim Il Sung in Juch 43 hier gemacht, Kim Jong Il in Juche 74 da gesagt, oder wessen Wäsche Kim Jong Suk in Juche 67 gewaschen hat. Wäre bestimmt vielleicht auch interessant, aber da ich auch noch was anderes zu tun habe, präsentiere ich andere aber wie ich finde hoch interessante Ergebnisse.

Auffälliges Muster in den Nachrichtenartikeln

Mir ist nämlich recht schnell aufgefallen, dass die „Storys of…“ Reihe nicht einfach so ins Propagandarauschen eingestreut wird, sondern dass die Serie einem recht stringenten Muster folgt. Schaut ihr Mittwochs bei KCNA rein, könnt ihr mit ner über 90 Prozentigen Wahrscheinlichkeit ne Story von Kim Jong Suk lesen, Dienstags gibts ne Anekdote von Kim Jong Il und wie sich das gehört ist es am ersten Tag der Woche der Ewige Präsident himself, dessen glorreiche Vergangenheit ins Bewusstsein des Lesers gerufen wird. Die drei Generäle vom Paektusan erleben also ein wohlgeordnetes Revival in den nordkoreanischen Medien, obwohl 2/3 der Gruppe schon recht lange tot sind. Das finde ich schonmal erstaunlich und interessant auch die strikte Reihenfolge, an die sich die Meldungen über die Drei halten.

Allerdings hat diese Erkenntnis mein Interesse noch weiter angestachelt. Also hab ich mich daran gemacht, die Archive der KCNA zu durchforsten (Bei Kim Jong Suk hat sich NK News als gute Hilfe erwiesen, aber da Kim Jong Il in jeder zweiten Nachricht namentlich genannt wird und Kim Il Sung auch häufig, musste ich bei den Beiden auf die klassische Durchforstungsmethode zurückggreifen). Dabei sind mir noch einige weitere interessante Fakten aufgefallen, denndie Serie hat eine Entwicklung durchgemacht. Sie wurde in mehrerlei Hinsicht immer weiter verfeinert

  • Sie hat nicht unter dem Label „Story of…“ gestartet, sondern unter irgendwelchen Überschriften, die den Inhalt der Anekdote mehr oder weniger genau umschrieb (Das Label wurde am 09. Dezember erstmals eingeführt (Kim Jong Suk), aber noch nicht konsequent durchgehalten. Konsequente Anwendung findet das Ganze seit dem 04. Januar 2010 (Kim Jong Il, erste Anekdote des Jahres).
  • Anfänglich waren die Anekdoten auch nicht generell als letzte Nachricht eingeordnet, sondern fanden sich irgendwo zwischen den Anderen. (Die Einordnung als letzte Nachricht begann am 06. Juli und wurde seitdem konsequent durchgehalten. Interessant, gleichzeitig wurde das übliche Muster durchbrochen, es gab keine Anekdote von Kim Il Sung sondern an dem sonst für ihn reservierten Montag eine von Kim Jong Il und am Kiim Jong Il vorbehaltenen Dienstag eine von Kim Jong Suk)
  • Hin und wieder wurde die strikte Reihenfolge (wie gesagt: Montag Kim Il Sung; Dienstag Kim Jong Il; Mittwoch Kim Jong Suk), nach der die Drei Generäle Erwähnung fanden auch durchbrochen (sehr selten, ich glaube zweimal oder so) oder es wurde Einer ausgelassen (etwa 5 Mal).
  • Gestartet wurde die Serie, soweit ich das erkennen kann am 18. Mai 2009. Danach trat das Muster in der oben genannten Reihenfolge (Kim Il Sung, Kim Jong Il und Kim Jong Suk) sieben Wochen in Folge auf.

Toll, oder? Nun stehe ich nur vor einer Art Dilemma. Einerseits freue ich mich, dass ich irgendwas bemerkt habe. Andererseits weiß ich aber überhauptnicht, was das alles bedeuten soll. Ich mache mir mal ein bisschen Gedanken und schreibe das hierher, wenn euch ne Idee kommt, immer her damit!

Die Drei Generäle vom Paektusan

Vielleicht erstmal was zu den Drei Generälen des Paektusan. Kim Il Sung, Kim Jong Suk und Kim Jong Il sind die drei entscheidenden Figuren des nordkoreanischen Gründungsmythos (Ich bin nicht besonders Firm in dieser Gründungsmythos-Sache (ich hab mich bisher immer gesträubt mich da wirklich reinzulesen), also seht mir bitte Ungenauigkeiten nach und macht mich auf Fehler aufmerksam). Kim Jong Il ist der Sohn der beiden Anderen und soll dem Mythos entsprechend während des Befreiungskampfes gegen Japan in einer Hütte am Paektusan geboren worden sein (während am Himmel ein Regenbogen erschien), was aber alles mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht stimmt. Die Hütte etc. sind heute ein quasi heiliger Ort, zu der man als guter Nordkoreaner pilgern muss, wie ein guter Christ ins Heilige Land (apropos Christ: Teile des Gründungsmythos sollen christlichen Motiven entliehen sein). Und natürlich wurde die Erinnerung an die Drei Generäle hochgehalten. Allerdings wurden Kampagnen, die auf die Drei Generäle hinwiesen, in jüngerer Vergangenheit oft mit der Nachfolge Kim Jong Ils in Verbindung gebracht. Der Verweis auf die Drei Generäle ist ein klarer Verweis auf die Blutsline Kim Il Sungs. Kim Jong Il stammt aus diesem „heiligen Geschlecht“ an dessen Bedeutung wir alle wöchentlich erinnert werden und Kim Jong Un (der zurzeit allerorten besprochene aber nicht bekannte jüngste Sprössling Kim Jong Ils) stammt direkt aus dieser Linie. Die Kampagne kann also als Vorbereitung für Kim Jong Un gesehen werden. Ich muss gestehen, dass ich mich nie so recht von dem Gerede um die Vorbereitung der Nachfolge überzeugen lassen wollte, aber irgendwie werde ich zunehmend nachdenklich. Nachdem ich mich jetzt auf wissensmäßig relativ dünnem Eis bewegt habe, gehe ich am Besten nochmal zurück zu den Fakten und schaue mir einfach mal die Termine an, zu denen es Änderungen gab.

Indirekte Zusammenhänge mit dem Nukleartest?

Hach, das finde ich ja herrlich, am 18. Mai begann die Serie und ratet mal was am 25. Mai war. Genau, da hat Nordkorea seinen zweiten Nukleartest durchgeführt. Zusammenhang? Ja? Nein? Vielleicht! Aber man könnte das Ganze so sehen, dass der Nukleartest eben auch eine große interne Bedeutung hatte und eben auch eine Rolle für die Nachfolge Kim Jong Uns spielen sollte und das zu dieser Zeit eine groß angelegte Kampagne für die Vorbereitung derselben anlief. Auch Meldungen über die offizielle Verkündigung der Nachfolge, die Anfang Juni datieren, könnte in diesem Zusammenhang gesehen werden.

Oder am Ende doch nur Nebelkerzen?

Nun wirft das Ganze allerdings noch eine weitere Frage auf, die ich mir schon seit langem stelle: Wer sind eigentlich die Adressaten der KCNA Meldungen? Ich meine, Nordkoreaner sind es nicht (definitiv nicht bei der englischen Version), weil die großteils keinen Zugang zum Internet haben. Es könnten natürlich die Versprengten Wirrköpfe sein, die es überall auf der Welt zu geben scheint und die weiterhin von Nordkorea als erfolgreichem und zukunftsträchtigem Modell überzeugt sind und an die Propaganda glauben. Aber müssen die von der Legitimität der Nachfolge Kim Jong Uns überzeugt werden? Eigentlich nicht! Dann bleiben, zumindest für diesen Fall, nur noch…wir (im weiteren Sinne)! Leute die sich mit Nordkorea beschäftigen und die irgendwelche Informationen einziehen wollen, bzw. irgendwas zwischen den Zeilen rauslesen wollen. Aber kann man in Pjöngjang ernsthaft annehmen uns von irgendwas überzeugen zu können oder zu müssen? Eigentlich nicht. Wozu also das ganze? Ich habe keinen blassen Schimmer. Aber da Nordkorea ja schon gelegentlich gerne Leute manipuliert könnte das ganze (Ich bin gerade äußerst spekulativ) auch ein kleiner Scherz sein. Nebelkerzen die dazu führen, dass sich Menschen, die mehr zu Nordkorea herausfinden wollen sich in irgendwelchen Spekulationen und Analysen verrennen, während irgendetwas ganz anderes abläuft. Dazu würde auch passen, dass man offensichtlich will, dass das Muster hinter den „Storys of…“ auffällt. Nach der Einführung stellte man sie zuerst an einen auffälligen Ort (immer die letzte Stelle) und versah sie nach einiger Zeit noch zusätzlich mit dem einheitlichen Label („Story of…“). Daher war es ja nur eine Frage der Zeit, bis es irgendwer merkt. Und wenn nicht, hätte man vielleicht irgendwann ne Meldung geschrieben, die dezidiert auf die Serie hinweist oder so.

Was fürn Ärger, da hat man irgendwas gefunden und weiß nicht was man damit anfangen soll, oder wie Faust sagen würde: „Da steh ich nun ich armer Tor! Und bin so klug als wie zuvor“

„Sie zeigten mir Gnade“ – Robert Park kehrt geläutert nach Hause zurück…Sagt Nordkorea


Als ich hörte, dass man Robert Park freigelassen hätte dachte ich, dass er wahrscheinlich genug von Nordkorea hätte und die Nordkoreaner vermutlich auch von ihm. Dann habe ich allerdings die Meldungen gelesen, die KCNA begleitend zu seiner Freilassung herausgegeben hat. Und die waren so bemerkenswert, dass ich nicht anders kann, als etwas dazu zu schreiben. Schon die kurze Meldung die es dazu gab, beinhaltet einiges durchaus humoriges:

DPRK Decides to Release American Trespasser

Pyongyang, February 5 (KCNA) — As already reported, the relevant organ of the DPRK conducted an investigation into Robert Park, an American national who was caught for trespassing on the northern border of the DPRK.

According to the results of the investigation, he trespassed on the border due to his wrong understanding of the DPRK.

The relevant organ of the DPRK decided to leniently forgive and release him, taking his admission and sincere repentance of his wrong doings into consideration.

Hier sehe ich besonders die Wortwahl des letzten Abschnitts als bemerkenswert an. Grob lässt sich das Ganze so übersetzen: Das relevante Organ der DVRK hat entschieden, Milde walten zu lassen, ihm vergeben und ihn freigelassen. Dabei wurden das Eingeständnis seiner Fehltritte sowie seine Bußfertigkeit in Betracht gezogen.

Hm, ein Missionar der bußfertig seine Fehltritte eingesteht und darauf hin Milde und Vergebung erfährt. Ich dachte man beichtet in der Kirche! Aber bei KCNA hört sich das ja glatt so an, als hätte Park das vor dem relevanten Organ der DVRK getan. Für mich klingt das wie ein fieser Scherz. Aber damit nicht genug. Netterweise hat KCNA nämlich auch noch ein Interview mit Park geführt (sagt KCNA jedenfalls. Ob das wirklich so war, wird Park wohl in den nächsten Tagen verlauten lassen.). Und das hat es wirklich in sich:

American Trespasser Interviewed

Pyongyang, February 5 (KCNA) — As already reported, American national Robert Park was detained for trespassing on the northern border of the DPRK in December last year.

He was interviewed by KCNA at his proposal while he was under investigation by the relevant organ of the DPRK.

At the interview, he said that he was taken in by the false rumor spread by the West and committed a criminal act in the end.

He went on to say:

I trespassed on the border due to my wrong understanding of the DPRK caused by the false propaganda made by the West to tarnish its image.

The West is massively feeding „Children of Secret State“, „Seoul Train“ and other documentary videos with stories about non-existent „human rights abuses“ and „mass killings“ in the DPRK and „unbearable sufferings“ of its Christians and the like.

This false propaganda prompted me, a Christian, to entertain a biased view on the DPRK.

So I didn’t know what to do at that time. I just prayed and fasted and that was my initial response, but year by year more news reports, international media reports came and there were more videos saying the same thing, in fact, saying that it was getting worse, and so that’s why I started to become more and more distraught. If there are people in concentration camps, if Christians are dying like this, if there is starvation I have to die with them. If I help them I would go to Heaven but if I don’t help them I would go to Hell.

At last I made up my mind to go to the DPRK.

Upon trespassing on the border, I thought I would be either shot to death by soldiers or thrown behind bars, prompted by Americans‘ false propaganda about the DPRK.

However, the moment I trespassed on the border, the attitude of soldiers toward the trespasser made me change my mind.

Not only service personnel but all those I met in the DPRK treated me in a kind and gentlemanly manner and protected my rights.

I have never seen such kind and generous people.

People have been incredibly kind and generous here to me, very concerned for my physical health as never before in my life. I mean, my family, of course, is concerned about my physical health but people here have been constantly concerned and I’m very thankful for their love.

Another shocking fact I experienced during my stay in the DPRK is that the religious freedom is fully ensured in the DPRK, a reality different from what is claimed by the West.

Being a devout Christian, I thought such things as praying are unimaginable in the DPRK due to the suppression of religion.

I, however, gradually became aware that I was wrong.

Everybody neither regarded praying as something unusual nor disturbed it. I was provided with conditions for praying everyday as I wished.

What astonished me more was that a bible was returned to me.

This fact alone convinced me that the religious freedom is fully ensured in the DPRK.

I came to have stronger belief as I had an opportunity to attend the service in the Pongsu Church in Pyongyang.

I worshipped and there, there was the Jondosa, there, there was a pastor, there was a choir, they knew the hymns, they knew the word of God. That’s why I was completely amazed. But I began to weep and weep in the Christian service because I learned that there are churches and Christians such as Pongsu Kyohoe (Church) in different cities and regions all throughout the DPRK. They worship, pray and preach freely the word of the Bible and Christ word. I’ve learned that in the DPRK people can read and believe whatever they want, whenever they want, wherever they want, that there’s complete religious freedom for all people everywhere throughout the DPRK.

What I have seen and heard in the DPRK convinced me that I misunderstood it. So I seriously repented of the wrong I committed, taken in by the West’s false propaganda.

I would not have committed such crime if I had known that the DPRK respects the rights of all the people and guarantees their freedom and they enjoy a happy and stable life.

I have felt shock, embarrassment, shame. Here I’m in the lands where people respect human rights and, not just respecting human rights, they have actually loved me and showed me more than just human rights. They have shown me grace. I repent and ask for forgiveness to the DPRK for my misunderstanding totally DPRK’s reality and my criminal illegal behavior. Had I known the reality of the DPRK, what I’ve learned here, what I have been shown here, what I’ve been taught here, what I’ve been informed here by all the kind people here about the DPRK, I would have never done what I did on the December 25th and I repent and I’m very sorry.

Prompted by my desire to redeem the crime I committed against the government of the DPRK, I would make every effort to let those who misunderstand the DPRK properly know what I experienced here so they may have a correct understanding of it.

He, as a Christian, expressed his will to earnestly pray so reunification may be achieved and peace settle on the Korean Peninsula as early as possible.

Hm, um das ganze mal in aller Kürze zusammenzufassen: Park ist auf die westliche Propaganda hereingefallen und wollte seinen unterdrückten Brüdern und Schwestern in Nordkorea helfen. Als er jedoch ins Land kam, stellte er fest, dass alle Nordkoreaner schrecklich nett zu ihm waren, dass es überall freie Religionsausübung gibt und seine religiöse Freiheit in Nordkorea vollkommen geachtet wurde. Park war geschockt und beschämt. Die Nordkoreaner achteten nicht nur die Menschenrechte, sie liebten ihn und zeigten ihm mehr als Menschenrechte. Sie zeigten ihm Gnade. Park kehrt geläutert heim und will in Zukunft für die Wiedervereinigung Nordkoreas und eine schnellstmögliche Friedenslösung beten.

Ich weiß nicht wie das Interview zustande kam und ob Park dabei anwesend war (ich wünsche ihm das nicht, ansonsten müsste man sich nämlich auch noch Gedanken machen, wie dieser Sinneswandel zustande kam), aber böseren Spott gibt es wohl nicht (Außer natürlich, Park hat das alles wirklich und in voller Überzeugung gesagt, aber dann wären wir wieder bei Spekulationen über seinen Geisteszustand). Die Verwendung der religiösen Schlagworte „Love“ und „Grace“ wird wahrscheinlich kein Zufall sein und auch ansonsten wird in diesem Interview alles in den Himmel gelobt, was Park mit seiner Einreise in Nordkorea brandmarken wollte.

Wie die ganze Geschichte zu bewerten ist, das werden wir wohl bald erfahren und bis dahin verbleibe ich in starrer Verwunderung über den bösen sarkastischen Humor der KCNA Redaktion.

Wo recherchiere ich zu Nordkorea? (II) Presse


Vor einiger Zeit hab ich ja schonmal über die mir bekannten und lesenswerten blogs geschrieben, in denen man sich gut über unterschiedliche Aspekte rund um Nordkorea informieren kann. Aber natürlich ist das nicht die einzige Quelle, die hilfreiche Infos liefert. Will mans etwas seriöser und vielleicht auch zitierfähig haben, dann macht es vielleicht eher Sinn, erstmal zu gucken, was die Presse so berichtet. (Klar, man kann auch schauen, was Fernsehen und Radio berichten, aber Presseberichte sind für gewöhnlich Umfangreicher, das heißt mit mehr Content gefüllt, man kann, wie gesagt, besser daraus zitieren (Hoch Lebe der Erfinder des Copy-Pasten) und dank des Internets sind die Berichte eigentlich auch aktueller. Daher mal ein kurzer Überblick darüber, wo man gute Infos in Internetauftritten von Printmedien/Nachrichtenagenturen finden kann.

Koreanische Nachrichtenagenture

Jede Recherche im Pressebereich sollte meiner Meinung nach ihren Ausgang bei Yonhap, der südkoreanischen Nachrichtenagentur, nehmen. Hier gibt es eigentlich zu allen relevanten Vorgängen im Norden sehr aktueller Berichterstattungen. Das Suchwerkzeug funktioniert relativ gut, allerdings sind nicht alle Artikel frei zu lesen und dummerweise sieht man das erst, wenn man den jeweiligen Artikel aufruft, das ist n bisschen frustrierend. Ist aber nicht so schlimm, denn es gibt ja den echt hervorragenden „North Korea Newsletter“ von Yonhap. Hier gibt es wöchentlich eine ausführliche Analyse zu einem Thema der vergangenen Woche, eine kürzere Zusammenfassung aller wichtigen Ereignisse der letzten Woche, bedeutende Berichte bezüglich Nordkorea aus externen Quellen, eine sehr knappe chronologische Auflistung aller wichtigen Ereignisse, sowie gelegentlich eine Rubrik zu den innerkoreanischen Beziehungen, Meinungsbeiträge von Wissenschaftlern und wenn es denn mal Daten zum Norden gibt, eine Rubrik die diese beinhaltet. Wenn man das durchguckt ist man schon relativ genau informiert. Weiterhin toll an dem Newsletter ist, dass das Archiv bis zum 1. Mai 2008 zurückreicht und man damit schon eine feine Fundgrube hat, wen man zu bestimmten Ereignissen recherchieren will.

Weil ich gerade schon bei Nachrichtenagenturen bin, will ich euch natürlich die Korean Central News Agency oder kurz und wohl auch allgemein bekannter KCNA, nicht vorenthalten. Das ist das nordkoreanische Pendant zu Yonhap, allerdings ist sie, nun ja, anders! Es gibt jeden Tag Meldungen zu den Ereignissen des Vortages, wobei der Fokus auf der Innenpolitik liegt. Natürlich kriegen aber vor allem Südkorea und die USA, je nach außenpolitischer Situation, in regelmäßigen Abständen (wenn ichs genau bedenke fast täglich) ihr Fett weg. Weiterhin kann man hier erfahren, wieviele Schweinefarmen Kim am Vortag besichtigt hat, wo es überall Seminare zur Verbreitung von Juche gibt (in Deutschland auch!) und aus welchen Staaten kürzlich wieder ein Blumenbouquet für Kim ankam. Außerdem sind ausgewählte Artikel immer ins Spanische übersetzt. Also: Wer ausgefallene Beschimpfungen auf Spanisch lernen will, dem seien diese Beiträge ans Herz gelegt. Aber jetzt mal Scherz beiseite. Da dieses die einzige Nachrichtenquelle auf englischer Sprache ist, die die nordkoreanische Position widerspiegelt wird in westlichen Medien ganzschön viel von KCNA zitiert und manchmal kann man hier auch sehr schön zwischen den Zeilen lesen. Ein Problem bei der ganzen Sache ist allerdings die Navigation, bzw. die Suche nach bestimmten Inhalten. Eigentlich kann man nur mit Hilfe einer Datumsnavigation suchen, was manchmal recht unkomfortabel ist, wobei das Archiv immerhin bis zum 1. Januar 1997 zurückreicht. Jedoch gibt’s in den Weiten des Internets ja eigentlich immer ein paar nette Mitmenschen Freaks, die scheinbar nichts zu tun haben, und sich daher mit Nordkorea beschäftigen. Und die, die mir von all denen vermutlich am liebsten sind, sind die Macher von NK News. Die haben nämlich ein Suchwerkzeugs für die Seite von KCNA entwickelt, so dass man über NK News bequem die Nachrichten von KCNA durchstöbern kann. Ich finde das wirklich großartig und es macht auch mal Spaß irgendwas einzugeben um zu sehen wie oft man das wohl in den letzten 12 Jahren benutzt hat. Das Wort „traitor“ (Verräter), das eigentlich weitgehend für die südkoreanische Administration und ihre Unterstützer reserviert ist, kommt immerhin in 1940 Artikeln vor, Respekt! Tja, und wenn man wie ich witzige Spielereien liebt, dann hat man bestimmt auch Freude am „KCNA Random Insult Generator„, der die meistgenutzten Beleidigungen von KCNA auf rein zufällige, aber trotzdem immer herrlich realitätsnahe (Hm, ob das was in Nordkorea so abläuft wirklich mit „Realität“ zu bezeichnen ist, wäre ne interessante Frage für einen Philosophen glaub ich) Art neu zusammensetzt.

Südkoreanische Zeitungen

Jetzt aber zurück zur wirklich realen Realität. Neben den Nachrichtenagenturen gibts natürlich noch jede Menge Zeitungen in Südkorea, die zur Informationsbeschaffung dienen können. Ich nenne hier nur einige, aber ich weiß selbst nicht genau wie sie politisch einzuordnen sind und so, aber das findet man ja für gewöhnlich selbst recht schnell raus, und wenn nicht, dann ist das ja ein rech gutes Zeichen bezüglich der  journalistische Qualität. Eigentlich berichtet jede dieser Zeitungen täglich irgendwas über Nordkorea, und natürlich gibt es häufiger Leitartikel zu irgendwelchen Nordkorea Themen. Zeitungen bei denen ich schonmal geschaut und auch was sinnvolles gefunden hab sind vor allem: Der Korea Herald (hat ein gutes Suchwerkzeug, aber leider keine eigene Rubrik zu Nordkorea), die Korea Times (leider nur mit schlechtem Suchwerkzeug ausgestattet, das die Artikel nicht chronologisch sortiert und in der Rubrik zu Nordkorea wird das Erscheinungsdatum der Artikel nicht gezeigt), die Chosun Ilbo (gutes Suchwerkzeug aber keine Rubrik zu Nordkorea) und die Dong-a Ilbo (Suchwerkzeug kann nur nach Datum filtern, eine Rubrik zu Nordkorea gibts leider auch nicht).

Recherche International

So, dass wars dann schonmal innerhalb von Korea. Außerhalb wird die ganze Sache natürlich ein ganzes Stück unübersichtlicher, weil es ja quasi ein unbeschränktes Angebot gibt. Ich hab auch tatsächlich keine Lust hier jede Zeitung aufzuzählen, die jemals irgendwas Gutes zu Nordkorea geschrieben hat. Deswegen hier kurz und knapp zwei Tipps, mit denen man aber auch schon recht weit kommen kann. Da wäre zuerst mal  die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua zu nennen. Hier schau ich immer ganz gern rein, weil China recht nah an Nordkorea dran ist (geographisch und politisch) und eher eine Mittlerposition einnimmt, so dass man davon ausgehen kann, dass die Leute von Xinhua oft besser über Vorgänge in Nordkorea informiert sind als ihre westlichen Kollegen und gleichzeitig ziemlich neutral berichten, weil man weder Kim noch den westlichen Mächten, Japan und Südkorea auf den Schlips treten wollen. Wenn man aber in westlichen Medien recherchieren möchte, dann kann es natürlich recht schnell dazu kommen, dass man vollkommen den Überblick, oder die Lust, wahrscheinlich jedoch beides verliert. Hierfür gibts für die, dies noch nicht kennen das wirklich supertolle Newsnow das ist so eine Art Zeitungs-Meta-Suchmaschine  (oder wie man das auch immer nennen soll), die ganzschön viele Zeitungen weltweit erfasst. Natürlich ist Newsnow nicht auf Nordkorea beschränkt, sondern hat unglaublich viele Rubriken, die sowohl geographisch als auch thematisch und nach Personen gegliedert sind. Natürlich gibts auch eine Rubrik zu Nordkorea. Und wer keine Lust hat über die Rubriken zu gehen, der kann seine Suchanfrage auch direkt eingeben und je nachdem wie geschickt er die Anfrage formuliert kriegt er ziemlich genau das was er haben will. Aber man kann natürlich auch ne Stichwortsuche innerhalb bestimmter Rubriken machen… Was ich damit eigentlich nur sagen will: Newsnow ist ein extrem gutes allround Werkzeug zur Recherche zu egal welchem Thema und ich finds toll, dass es solche Services kostenlos gibt. Achja, natürlich solltet ihr die Quelle, von der die Nachricht stammt nicht vollkommen außer Acht lassen. Also: wenn euch Newsnow auf irgendeine obskure evangelikale Nachrichtenseite weiterleitet, dann ist vielleicht etwas Vorsicht bezüglich der Inhalte geboten…

So dass waren meine Tipps auch schon. Ich hoffe mal, dass ich nichts Wichtiges vergessen habe, aber bin eigentlich recht zuversichtlich, dass es nicht so ist, weil eigentlich sollten die genannten Seiten zu einer ausgiebigen Recherche langen. Also dann, viel Spaß dabei…