Spannende Linktipps zu Militär, Technologie und Allem


Irgendwie bin ich in den letzten Tagen im Netz auf einige Seiten gestoßen, die ich nicht kannte, oder denen ich bisher — warum auch immer — zu wenig Beachtung geschenkt habe. Da sie aber allesamt einen gelegentlichen Besuch wert sind, möchte ich sie euch jetzt mal kurz vorstellen.

Meiner Beachtung bisher völlig entgangen ist „A Reasonable Man on North Korea. Breaking down the barriers surrounding the reclusive state.“ Kurz beschrieben ist dieses Blog meinem recht ähnlich. Der Autor beschreibt sich selbst als interessierten Laien, der die oft schlechte Medienberichterstattung  durch seine Beiträge ergänzen möchte. Dazu bietet er seinen Lesern eine möglichst breite Basis an weiterführenden Links an, postet aber selbst auch mehrmals in der Woche zu einem breiten Themenspektrum. Ich muss zugeben, dass ich bisher nur ein bisschen quergelesen habe, aber was ich gesehen habe hat mir gefallen. Dieses Blog füllt durch sein breites Spektrum (im Gegensatz zu den Wirtschafts- und Führungswatchblogs) sowie durch den Versuch relativer Meinungsneutralität (im Gegensatz zu den Meinungsmäßig meist eindeutig (konservativ) positionierten Blogs) eine Lücke und ist es eindeutig wert, Aufmerksamkeit geschenkt zu bekommen.

Ein Blog, dass ich zwar schon kannte, aber das ich bisher nicht vorgestellt habe, weil es relativ selten was Neues gab ist „North Korea Tech„. Der Titel spricht für sich. Hier berichtet der Autor Martyn Williams, der als Journalist in Tokio arbeitet, über nordkoreanische Technologiethemen. Ein hochspannendes Feld der Berichterstattung über das es in letzter Zeit immer mehr zu berichten gibt und dessen Gewicht künftig wohl noch zunehmen dürfte. Daher bin ich auch immer öfter auf das Blog gestoßen und es ist wohl Zeit es euch mal offiziell vorzustellen. Was mich aber vor allen Dingen überzeugt hat ist eine Liste mit Links zu allen ihm (er aktualisiert sie häufig) bekannten Seiten, die aus Nordkorea oder von nordkoreanischen Gruppen betrieben werden, die ich bisher übersehen hatte. Dazu gibt es recht detailliert Infos wo ihr Server steht, ob sie in Südkorea blockiert sind und worum es auf der jeweiligen Seite so geht. Das ist eine echte Bereicherung und damit kann man gut auf dem Laufenden bleiben, was nordkoreanische Internetaktivitäten angeht und was sich „Hightechmäßig“ sonst noch so tut in Nordkorea.

Die dritte Seite wollte ich euch schon längst mal vorgestellt haben, vor allem weil sie schon seit fast einem Jahr angekündigt war. Joe Bermudez hat seinem KPA Journal endlich ein Zuhause im WWW gegeben. Neben den bisher erschienen Ausgaben des KPA Journal gibt es hier noch ein paar öffentlich gemachte Dokumente hauptsächlich aus dem Koreakrieg einzusehen. Übrigens sind die November und Dezemberausgaben des KPA Journal echt spannend. Da werden nämlich sehr detailliert die Ereignisse rund um den Beschuss der Insel Yonpyong dargestellt und Bermudez zieht aufgrund seiner weitgehenden Kenntnisse einige interessante Schlüsse daraus. Aber auch sonst sollte man sich keine Ausgabe dieses Journals entgehen lassen.

Einiges zu lesen für diejenigen die die Seiten noch nicht kennen. Natürlich werden die Links heute oder in den nächsten Tagen in meine Seite „Links zur Selbstrecherche“ bzw. in die Unteseite Online Zeitschriften einsortiert, damit ihr bei Bedarf immer schnell darauf zugreifen könnt.

Terminator vs Nummer 5 lebt: Südkorea erprobt Roboter zur Grenzverteidigung + Joseph Bermudezs KPA Journal Vol.1 No.6


Kürzlich habe ich bei Yonhap gelesen, dass Südkorea an der Demilitarisierten Zone Roboter testet, die langfristig bei der Überwachung der Grenze zum Norden als Ersatz für Soldaten dienen sollen. Ich dachte zuerst: „Spielerei und Quatsch“ und habe mich nicht weiter dafür interessiert. Dann habe ich aber noch ein bisschen mehr dazu nachgelesen und finde die Sache nun doch gleichermaßen erschreckend und berichtenswert.

Südkorea, eine der führenden Nationen bei der Herstellung von Robotern, hat bereits vor einigen Jahren ein Konsortium um Samsung Techwin (die Firma entwickelt und produziert unter anderem Überwachungstechnologie, aber auch Waffensysteme) damit beauftragt, einen Roboter zur Grenzverteidigung zu entwickeln. Die mit SGR-1 benannten Maschinen sollen dabei nicht nur die Grenze überwachen, sondern auch mit Maschinengewehren und 40-Millimeter Granatwerfern auf eventuelle Eindringlinge schießen können. Der Roboter soll mit seiner Überwachungstechnologie tagsüber Ziele in bis zu drei Kilometern Entfernung erfassen und identifizieren können und nachts bis zu 1,5 Kilometer weit „sehen“. Bisher sind stationäre Modelle vorgesehen, die durch Stimmerkennung und Tränengas vor Diebstahl geschützt sein sollen und von ihrem Äußeren her einer Radarfalle (hehe) recht nahe kommen. Gesteuert werden sollen die Geräte per Joystick aus einem Kontrollraum (ähnlich den Drohnen, die ja mittlerweile zu tausenden über den Regionen zu kreisen scheinen, in denen die USA und ihre verbündete Krieg führen). Ob SGR-1 auch autonom agieren kann ist zwar unklar, da aber Dohnen scheinbar mittlerweile autonome Angriffe durchführen, dürfte es kein Problem sein eine solche Funktion hinzuzufügen. Pro Stück sollen die Roboter zwischen 200.000 und 330.000 US-Dollar (hier gehen die Angaben auseinander, aber ist so oder so ganzschön günstig) kosten, aber sie befinden sich zurzeit wie gesagt noch in der Erprobungsphase. Die Roboter sollen nicht als Ersatz für menschliche Soldaten dienen, sondern als Ergänzung, einerseits weil sie permanent auf dem Posten sind, andererseits, weil sie sich nicht mit „menschlichen Problemen“ wie Angst oder Hemmungen zu töten herumschlagen müssen (was für Menschen spricht weiß ich nicht, aber vermutlich ist das dann in die Kategorie beschwichtigendes Gesülze einzuordnen).

Einerseits ist es nicht überraschend, dass ein Hochtechnologieland wie Südkorea seine Fähigkeiten auch zu militärischen Zwecken einsetzt, gerade in der Situation, in der sich das Land mit dem verfeindeten Bruder im Norden eben befindet. Andererseits empfinde ich den Einsatz solcher Systeme trotzdem als hoch bedenklich (einen interessanten Artikel gabs dazu kürzlich in der ZEIT). Warum, dass erklärt sich in großen Teilen von selbst. Wer stellt sich schon gerne vor, dass an jeder Ecke irgendwelche Maschinen rumstehen (oder irgendwann laufen), die im schlimmsten Fall auch noch selbst entscheiden, ob und auf wen sie schießen. Und selbst wenn irgendwo ein Mensch mit einem Joystick vor einem Bildschirm sitzt und entscheidet ist mir nicht wohl (da gibt’s ja auch psychologische Erklärungen warum die Hemmung zu töten da schnell abnimmt). Das sieht dann vermutlich so ähnlich aus:

nur dass die agierenden Personen noch weiter vom Geschehen entfernt sind als die Hubschrauberbesatzung in diesem Fall. Wollen wir das? — Aber können wir was dagegen tun? Hoffen wir mal dass sich die internationale Staatengemeinschaft da irgendwann selbst Grenzen auferlegt!

Achja, wo ich gerade bei dem (von mir gerne vernachlässigten Thema) Militär sind, möchte ich euch noch kurz auf die sechste Ausgabe des KPA Journals von Joseph Bermudez aufmerksam machen. Diesmal hat sie mir wirklich gar nicht zugesagt. Ist recht dünn ausgefallen, denn es gab eigentlich nur den Abschluss zur historischen Serie zu den nordkoreanischen Geheimdiensten, es gibt einige Strukturdiagramme und so, aber bisher konnte ich mich noch nicht dafür erwärmen. Außerdem gibts noch eine Ergänzung (die aber recht interessant ist) zu dem relativ neu entwickelten Panzer P’okpoong, den er in Vol.1 No.4 besprochen wurde. Wie immer könnt ihr euch zu den älteren Ausgaben hier entlang durchklicken und wie immer dauert der Download etwas.

Joseph Bermudezs KPA Journal Vol. 1 No. 5


Nur ganz kurz heute (weil erstens nicht viel passiert ist und ich mich zweitens gleich auf das Spiel vorbereiten muss (mental und so…)) der Hinweis auf die fünfte Ausgabe des KPA-Journals von Joseph Bermudez (download dauert wie  immer ein Bisschen). Die ist eigentlich schon seit zwei Wochen da, aber irgendwie fand ich es dieses Mal nicht besonders spannend und habs daher bis jetzt links liegen lassen. Es gibt nämlich nur zwei Artikel mit historischem Hintergrund: Einmal die Fortsetzung der Serie über die Geheimdienste Nordkoreas von 1967 – 71 und weiterhin eine Fotodokumentation (Luftbilder aus Militärarchiven) über die Zerstörung der Hangang Brücken  im Koreakrieg (1950). Hab mir die Bilder angeschaut und den Text überflogen, aber zurzeit hab ich daran wenig Interesse. Aber für historisch Interessierte definitiv ein Besuch wert.

Hier entlang wenn ihr euch die älteren Ausgaben des KPA Journals anschauen wollt.

Joseph Bermudezs KPA Journal Vol. 1 No. 4


Joseph Bermudez hat die Nummer vier seines kostenlosen KPA Journals veröffentlicht, wie ich auf North Korean Economy Watch gesehen habe. Dieses Mal gibt es auch für die Leute, die sich nicht unbedingt für militärtechnische Details interessieren einiges zu lesen. Er zeichnet recht ausführlich die Geschichte eines Zwischenfalls im Jahr 1999 nach, als zwei nordkoreanische Spionageschiffe bei einer Infiltrationsmission in japanischen Gewässern entdeckt und stundenlang von japanischen See- und  Luftstreitkräften verfolgt wurden. Hier gibt es interessante Einblicke in die Vorgänge die sich im Spannungsfeld zwischen Politik, Militär und Geheimdiensten in einer solchen Situation abspielen, aber auch viele Details über die nordkoreanische Infiltrationstätigkeit. Weiterhin ist ein Bericht über Nordkoreas jüngsten Panzer (er wurde in den 1990er Jahren entwickelt), den ich mir aber nicht ganz durchgelesen habe, weil ich technische Details von Waffen nicht so spannend finde und über die Historie nordkoreanische Sicherheitsdienste (von 1967 – 1971), was ich zurzeit auch nicht so spannend finde.

Wie immer (wenns ein neues KPA Journal gibt) gibts das Ganze mit dem Hinweis, dass man etwas Geduld braucht, hier zum Download. Und wie immer gibts den Hinweis, dass ihr die älteren Versionen hier finden könnt.

Joseph Bermudezs KPA Journal Vol.1 No.3


Ganz schön fleißig der Herr Bermudez. Kürzlich hat er die dritte Ausgabe seines KPA-Journals veröffentlicht. Und da die Fertigstellung seiner Homepage langsam voranschreitet gibt es auch KPA Journal Vol.1 No.3 hier zum runterladen (Die Datei ist wegen der vielen Bilder recht groß und da ich keinen eigenen Webspace hab dauert der Download etwas, aber Geduld lohnt sich). Diesmal bringt er seine historische Serie über die nordkoreanischen Pioniereinheit im Koreakrieg zuende, zeigt einige Fotos von portablen SCUD-B und gibt Hintergrundinfos zu diesen. Abschließend geht er näher auf nordkoreanische Luftabwehrstellungen ein. Wie immer lesenswert, besonders wenn man wie ich keine herausragende Ahnung von solchem militärischem Kram hat, aber vermutlich auch wenn man die hat. Achja und er fordert seine Leser auf, ihm Wünsche für seine nächsten Ausgaben zukommen zu lassen. Vielleicht frag ich mal ob er was über die Infiltrationseinheiten schreiben kann. Das find ich nämlich echt interessant.

Solltet ihr euch für die älteren Ausgaben interessieren dann gibts Nummer 1 hier und 2 hier.

Joseph Bermudezs KPA Journal Vol.1 No.2


Wie ich auf North Korea Leadership Watch gelesen habe, hat Joseph Bermudez die zweite Ausgabe seines KPA Journals veröffentlicht. Da seine Homepage noch nicht online ist, stelle ich die neuen Ausgaben des KPA Journal hier ein, bis, die Seite fertig ist. Dann könnt ihr das ja selbst im Auge behalten. Die neue Ausgabe setzt die historische Serie über die nordkoreanischen Pioniereinheiten im Koreakrieg fort und beschäftigt sich mit der KN-02, einer relativ neu erworbenen mobilen Kurzstreckenrakete mit einer Reichweite von 100 – 120 km.

Hier gibts das KPA Journal Vol.1 No.2 zum runterladen.

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