UPADTE (oder doch nicht?) Ein neuer Stein im Bausatz „Erbliche Thronfolge zum Selbermachen“: Kim Jong Un in China


Update (20.05.2011): Es gibt jetzt Berichte, nach denen es Kim Jong Il und nicht Kim Jong Un sein soll, der in China unterwegs ist. Allerdings ist eine der Hauptquellen dafür der südkoreanische Fernsehsender MBC. Und wenn mich nicht alles täuscht, zeichnet sich diese Scheißklitsche vor allem dadurch aus, dass sie immer wieder erfolgreich Falschmeldungen in den internationalen Medien unterbringt (auf jeden Fall wenn es um Nordkorea geht). Nichtsdestotrotz ist das natürlich möglich, denn einerseits könnte den Medienbeobachtern die absolut sichere Erwartung, dass Kim Jong Un bald nach China reisen muss, einen Sprung in der objektiven Brille verpasst haben, andererseits würde das auch den Zug gut erklären. Denn Wenn Kim Jong Un wirklich in der Schweiz studiert hat, dann dürfte er das Fliegen gewöhnt sein und müsste nicht so mühselig wie sein Vater reisen.

Upsrünglicher Beitrag (20.05.2011): Da scheint sie also zu sein, die lange erwartete Reise Kim Jong Uns nach China. Ungefähr seit er die politische Bühne betrat, wird darüber spekuliert, wann der junge Kim nach China reisen und sich dort vorstellen wird. Diese Tour hat Medienberichten zufolge jetzt in Tumen begonnen, wo Kim Jong Un am frühen Morgen mit dem Zug eintraf (ob er die Flugzeugparanoia von seinem Vater geerbt hat?). Es wird vermutet, dass Kim Jong Un auf seinem ersten Besuch in China (zumindest als quasi offizieller Thronerbe) nicht nach Peking reisen, sondern eher die nordöstlichen Provinzen Chinas abgrasen wird. Dabei könnte auch eine Visite in der ehemaligen Schule seines Großvaters Kim Il Sung auf dem Programm stehen. Die hatte sein Vater Kim Jong Il zuletzt im August letzten Jahres besucht. Auch wird erwartet, dass sich Kim Jr. Industrieanlagen und ähnliches anschaut (einerseits wird das wohl vermutet, weil man denkt, dass Kim Jong Un noch viel lernen muss und sich bestimmt sowas anschauen will, wenn er die Wirtschaft seines Landes reparieren will. Vor allen Dingen ist die Mutmaßung aber ein nahezu todsicherer Tipp, denn auf Visiten in China schauen sich Kims eigentlich immer Fabriken und so an.). Sicher ist jedenfalls, dass der Besuch von Kim Jr. ein wichtiger Baustein im Bausatz: „Erbliche Thronfolge zum Selbermachen“ ist. Er wird sich den Chinesen präsentieren und von diesen wohl eine Art offiziellen oder auch inoffiziellen Segen als der neue Führer Nordkoreas bekommen. Außerdem dürfte es ein meet and greet mit wichtigen Leuten geben, damit die wissen, mit wem sie es künftig zu tun haben.

Ihr seht, wirklich substantielles ist über den Trip bisher allerdings noch nicht zu sage, weil alles Weiter noch tiefer ins Reich der Spekulationen reicht, als die bisher gemachten Aussagen. Was ich euch aber schonmal sagen kann, ist, worauf ich hinsichtlich dieser Reise achten werde:

  • Was wird die Route Kim Jong Uns sein? Bleibt er tatsächlich im Nordosten und trifft eventuell chinesische Größe auf dem platten Land, oder nimmt seine Reise eine überraschende Wendung (Peking oder sonstwo?)?
  • Trifft er wichtige Leute und wenn ja wen? Ist es wie erwartet wird, der vermutete Nachfolger Hu Jintaos als chinesischer Staatspräsident, Xi Jinping, jemand nieder- oder höherrangiges?
  • Wer begleitet Kim Jong Un nach China? Ist Jang Song-thaek wirklich dabei oder doch nicht? Wen kann man alles als Teil von Kim Jong Uns Entourage identifizieren?
  • Wie berichten die Medien der beiden Länder über die Reise (wenn sie es überhaupt tun). Wird es in beiden Ländern gleich bewertet, oder möglicherweise in China beiläufig, in Nordkorea groß? Auch das wird eine Einschätzung der Bewertung des Trips erlauben.
  • Ich dachte gerade an den Besuch des russischen Geheimdienstchefs Fradkov vor ein paar Tagen in Pjöngjang. Da hat man vielleicht auch über die Reise gesprochen? Ein Geheimdienstchef ist ja immer ein guter Ansprechpartner (dürfte aber schwer zu verifizieren sein…).

Je nachdem wie über den Trip berichtet wird, wird es lichter oder schwieriger werden, gute Informationen darüber zu bekommen, aber eines ist in der heutigen Zeit sicher: Wenn Kim Jong Un in einer größeren Stadt durch die Gegend gefahren wird, hält schon irgendein Chinese mit der Handykammera drauf, oder einer der Journalisten, die jetzt ausgeschwärmt sind, dokumentiert das. Irgendwas werden wir jedenfalls bald erfahren und ich bin gespannt was es ist.

Die Parteikonferenz und was wir daraus lernen: Zusammenfassung von Rüdiger Frank auf 38 North


Rüdiger Frank hat auf 38 North das gemacht, was ich am Montag in Grundzügen auch versucht habe. Er hat die Ergebnisse der Parteikonferenz der vergangenen Woche analysiert, und daraus Schlüsse gezogen. Nur eben viel umfassender, professioneller und hintergründiger als ich. Aber das ist ja auch sein Job. Jedenfalls ist das Ganze sehr interessant zu lesen (was ich euch nur empfehlen kann) und hilft einen Überblick über die Entscheidungen zu gewinnen, die durch die Parteikonferenz offenbar wurden (getroffen dürften  sie schon früher worden sein). Außerdem entwickelt Frank aus den gewonnenen Erkenntnissen Einschätzungen über die Strategie des Regimes für die Machtweitergabe und die Struktur der Führung nach Kim Jong Il (wobei er der Idee, Kim Jong Un werde eine Führungsfigur gleich seinem Vater oder gar Großvater, weiterhin sehr skeptisch gegenübersteht). Franks Kernthese hinsichtlich der Pläne zur künftigen Führungslegitimation in Nordkorea, die er in seinem Beitrag entwickelt lautet wie folgt:

What seems most notable is the renewed emphasis on Kim Il Sung as the sole source of legitimacy in North Korea. Kim Jong Il is not going to replace him, which would have been a precondition for the perpetuation of the current system of leadership. Therefore, in a sense, Kim Jong Un and all those who come after him will be, like Kim Jong Il, successors of Kim Il Sung.

Eine weitere interessante Vermutung ist, dass das Regime von Kim Jong Ils Erkrankung im Jahr 2008 zwar kalt erwischt wurde, aber nicht unvorbereitet. Dementsprechend ist die jetzt ablaufende Vorgehensweise keine ad-hoc Panikreaktion sondern folgt durchaus einem Plan, der zumindest in groben Zügen schon vorher bestanden hat — nur läuft der jetzt in komprimierter Form ab. Da glücklicherweise (für das Regime) 2012, also Kim Il Sungs Hundertster, bald ansteht, hat man vermutlich die strategische Entscheidung getroffen, die Nachfolgeplanung auf dieses Jahr auszurichten (oder dieses Jahr zumindest als sehr wichtige Wegmarke zu nutzen). Das könnte, so Frank, im Rahmen eines Parteikongresses (was Anderes und grundsätzlich Bedeutenderes als die Parteikonferenz, trotzdem gab es den Letzten 1980) stattfinden, bei dem dann weitere Weichen gestellt würden.

Ein bisschen gefreut hat mich, dass er hinsichtlich des Sekretariats des Politbüros einen ähnlichen Schluss gezogen hat wie ich: Ri Yong Ho, das 68 jährige Küken unter Greisen könnte interessant werden. Außerdem wird gemunkelt, dass er mit Kim verwandt ist, was ihn nochmal interessanter machen würde. Den sollten wir also im Auge behalten.

Im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Phase der Veränderungen in Nordkorea habe ich außerdem noch eine interessante Analyse von Paul Carroll gelesen. Der dreht sich aber eher darum, wie die USA sich in dieser Phase verhalten sollten. (Naja ihr kennt mich ja:) Carroll warnt davor in Untätigkeit zu verharren und Chancen die sich in dieser Phase bieten verstreichen zu lassen. Durchaus lesenswert…

Nordkoreas Zukunft. Wie wahrscheinlich ist eine „rumänische Option“?


Dieses Jahr ist ja das Jahr der Jahrestage schlechthin, also zumindest in (Ost-)Europa. Und anlässlich des wohl letzten bedeutenden Jubiläums in diesem Jahr, das in Rumänien begangen wird, hielt ich es für angebracht in diesem Zusammenhang etwas zu schreiben. Zuerstmal zum rumänischen Jubiläum: Gestern vor zwanzig Jahren endete das Regime Ceausescu im Gegensatz zu den anderen Übergängen im Ostblock mit blutigen Auseinandersetzungen. Ceausescu wollte Proteste der Bevölkerung gewaltsam niederschlagen lassen, doch die Armee verwährte ihm die Gefolgschaft, so dass er sich nurnoch auf den Geheimdienst Securitate stützen konnte. Am ersten Weihnachtstag vor zwanzig Jahren wurden der Diktator Nikolae und seine Frau Elena, die von der Armee gefangen genommen und durch ein Schnelltribunal abgeurteilt worden waren, vor laufenden Kameras hingerichtet. Bilder des Vorgangs wurden dann später Landesweit im Fernsehen ausgestrahlt. Darauf flauten die Kämpfe zwischen Securitate und Armee ab.

Und da kommt dann auch schon Nordkorea ins Spiel. Wer sich ein bisschen mit der Materie beschäftigt hat, dem dürfte aufgefallen sein, dass es so eine Art Glaubenskrieg über die Zukunft des Landes gibt. Manche warten nun schon seit dem revolutionären Wandel des Ostblocks auf ähnliche Ereignisse in Nordkorea (recht plastisch hat Joshua, der Autor von One Free Korea sein Warten auf das, was er den „Ceausescu Moment“ nennt, also den Moment, in dem die Angst vor seinem Volk in Kims Augen sehen kann, beschrieben), andere haben das Warten zugunsten einer neutralen „Wenn nichts unvorhersehbares kommt, kann es noch lange dauern“ Position aufgegeben und wieder andere glauben, dass das Regime nach wie vor relativ fest im Sattel sitzt. Ich weiß es nicht, würde mich aber am Ehesten der mittleren Position anschließen. Aber seis drum, auf jeden Fall haben sich schon ganzschön viele Wissenschaftler mit irgendwelchen Vorhersagen zum Ende Nordkoreas ganz schön in die Nesseln gesetzt. Und am Ende wissen wir halt erst morgen was morgen passieren wird. Mit der „rumänische Option“ wie ichs oben mal großspurig genannt habe, meine ich einen plötzlichen revolutionären Wechsel, der auch gewaltsame Auseinandersetzungen innerhalb der staatlichen Institutionen beinhaltet. Auch Kim Jong Il scheint sich der Möglichkeit einer solchen Option bewusst zu sein und lässt sich allem Anschein nach das Ende Ceausescus als mahnendes Beispiel dienen.Die Möglichkeit einer rumänischen Option in Nordkorea halte ich beachtenswert, weil es eine Vielzahl von Parallelen zwischen Ceausescus Rumänien und Kim Jong Ils Nordkorea gibt. Zuerst einmal ist da der Personenkult zu nennen, den Ceausescu ähnlich wie Kim Il Sung und heute Kim Jong Il kultiviert hatte (Er hatte sich dabei unter anderem Nordkorea zum Vorbild genommen). Damit verbunden hatte Ceausescu ähnlich wie Nordkorea eine Art nationalistische Ideologie entwickelt. Auch in der Machtausübung ähnelte Ceausescus Vorgehen dem Kim Jong Ils. Auch in Rumänien waren wichtige Führungspositionen von Familienmitgliedern Ceausescus besetzt und auch dort wurde der Machterhalt nicht zuletzt durch Klientelismus gesichert. Weiterhin ähnelt die wirtschaftliche Situation (und auch die Bevölkerungszahl) Nordkoreas der damaligen Lage in Rumänien. Stromausfälle waren an der Regel und grundlegende Konsumgüter und Nahrungsmittel waren knapp (Ceausescu hatte ähnlich wie Kim Il Sung in den 1970er übermäßige Schulden im Ausland gemacht. Allerdings zahlte er diese, anders als Nordkorea, wieder zurück, was zu Engpässen bei der Versorgung führte. 1989 waren die Schulden abbezahlt, aber davon hatte Ceausescu ja nicht mehr viel).Diesen Parallelen stehen jedoch einige offene Fragen und Gegensätze gegenüber. Ceausescus Armee bestand aus rund 100.000 Mann, während Kim Jong Il das Zehnfache aufbieten kann. Im Gegensatz zur damaligen Lage in Rumänien ist es in Nordkorea eher unwahrscheinlich, dass die Armee sich gegen Kim Jong Il stellt. Einerseits hat das Militär im Zuge der Songun-Politik an Einfluss und auch an Zugriff auf Ressourcen gewonnen. Andererseits hat Kim es verstanden, durch geschickte Machtpolitik eine Balance zwischen verschiedenen Interessengruppen innerhalb des Regimes wie auch des Militärs zu schaffen. Dadurch konnten das Aufkommen eventueller Widerstände entweder von vorneherein verhindert, oder frühzeitig erkannt werden. Der Sicherheitsapparat ist darüber hinaus wesentlich stärker ausgebaut und die Zahl unterschiedlicher Sicherheitseinheiten mit unterschiedlichen Kompetenz und Zuordnung größer, so dass vermutlich auf mehr militärische bzw. paramilitärische Ressourcen zurückgegriffen werden kann. Desweiteren sind äußere Impulse die dem damaligen Niedergang der kommunistischen Systeme in fast allen Staaten Osteuropas auch nur annähernd ähneln könnten, nur schwer vorstellbar. Und ohne diesen Impuls hätte sich die Geschichte in Rumänien sicherlich anders entwickelt. Die Abgeschlossenheit des Landes in Verbindung mit der anhaltend starken Indoktrination macht es darüber hinaus schwer zu ergründen, inwiefern die Idee von weitreichendem organisiertem Widerstand gegen Kim Jong Il für die Bevölkerung überhaupt vorstellbar ist. Weiterhin zeigen Vorgänge wie die kürzlich durchgeführte Währungsreform, dass selbst tiefgreifende Einschnitte in das Leben der Bevölkerung scheinbar ohne größeren Widerstand erduldet werden.Aus den oben aufgeführten Gründen, halte ich eine rumänische Option, die mit der Erschießung Kim Jong Ils endet für äußerst unwahrscheinlich bis unmöglich. Solange er in der Lage ist seine Regierungsgeschäfte auszuführen, ist Widerstand aus den Reihen der Eliten kaum zu erwarten. Wenn sich allerdings sein Gesundheitszustand so sehr verschlechtert, dass er die Geschäfte nicht mehr führen kann, oder wenn gar ein Nachfolger eingesetzt wird, dann funktionieren alte Kontrollmechanismen und Loyalitäten gegenüber den Eliten nicht mehr (Vielleicht sogar gegenüber dem Volk). Der neue Führer muss schnell einen neuen Herrschaftsmodus entwickeln, oder ist zum Scheitern verurteilt. Daher wird die Frage eines Regierungswechsels erst mit dem Tod oder der Regierungsunfähigkeit Kim Jong Ils akut werden.Wer mehr zum Thema Rumänien und Nordkorea lesen will, dem kann ich die folgenden Quellen ans Herz legen: Sehr ausführlich zur Herrschaftslegitimation Ceausescus ist dieses Buchkapitel. Dieses Working Paper geht auf Systemaffinitäten zwischen dem nordkoreanischen Regime und dem Ceausescus Rumänien ein. Greg Scarlatoiu beschreibt in seinem sehr aktuellen Beitrag die Relevanz des Militärs bei einem möglichen Post Kim Jong Il Systemwechsel vor dem Hintergrund der Erfahrungen in Rumänien (Wobei ich nicht in allen Punkten seiner Meinung bin).

Interview mit Rüdiger Frank zur aktuellen Lage in Nordkorea


Professor Rüdiger Frank, der wohl renommierteste deutschsprachige Experte zu Nordkorea, der sich vor allem mit der Wirtschaft des Landes beschäftigt, aber auch über andere Elemente der Politik Nordkoreas fundierte Kenntnisse besitzt, hat dem Onlinemagazin Spreerauschen ein Interview gegeben. In diesem nimmt er zu vielen aktuellen Fragen nordkoreanischer Politik, wie der Währungsreform, den Beziehungen zu China und der Nachfolge Kim Jong Ils, Stellung. Bezüglich der Währungsreform sieht er diese ähnlich wie ich als Schlag gegen die Mittelschicht und Versuch die Inflation einzudämmen. Auch zu den anderen Themen gibt er sehr differenzierte Einschätzungen ab. Also: Wer einen Überblick über die aktuelle Situation in Nordkorea bekommen will, dem sei dieses Interview wärmstens ans Herz gelegt!

P.S. Man kann dem ersten Wort der Überschrift wohl ein „s“ hinzufügen. Scheibar recht fleißig der Herr Frank. Gestern hat er jedenfalls ein Interview bei DW World gegeben, in dem er besonders auf die Reise von Stephen Bosworth nach Pjöngjang eingeht.

So sieht das neue nordkoreanische Geld aus…


Update: Prof. Rüdiger Frank hat beim Nautilus Institute einen Beitrag zum Symbolismus der neuen Währung geschrieben, der sehr lesenswert ist. Ich will nur kurz die wichtigsten Facts daraus wiedergeben: Bei den kleinen Scheinen wird deutlich, dass die Partei die höchste Position (50) über dem Militär (10) und den Wissenschaftlern (5) einnimmt. Die Bauern fehlen ganz. Hieraus könnte man eine leichte Abkehr von der Militär-zuerst-Politik sehen, in deren Rahmen die Partei gegenüber dem Militär zunehmend in den Hintergrund gerückt war.

Auf den mittleren Scheinen ist die Magnolie, die nordkoreanische Nationalblume (100), das geflügelte Chollima-Pferd als Symbol für die nordkoreanische Version des chinesischen großen Sprungs (200) und der Triumphbogen der Kim Il Sungs Triumphalen Guerillakrieg gegen Japan symbolisiert (500), zu sehen.Als am interessantesten bewertet Franke die großen Scheine. Erstens wird auf dem 5.000 Won Schein Kim Il Sung erstmals mit grauen Haaren dargestellt, was als Zeichen dafür gelten könnte, dass hier die erste Generation zu sehen ist. Auf dem 2.000 Won Schein gibt es mit der Blockhütte am Mount Paektu, in der Kim Jong Il der Legende nach geboren wurde, erstmals eine, wenn auch nur symbolische, Darstellung Kim Jong Ils als zweite Generation (Es gibt bisher keine Kim Jong Il Monumente, Straßen oder Plätze in Nordkorea). Die 1.000 Won Note zeigt den See, an dem Kim Jong Il und sein Vater für berühmte Fotos posierten und auf der anderen  Seite den Geburtsort von Kim Jong Ils Mutter, Kim Jong-suk. Diese drei Scheine sollen nach Franke demonstrieren, dass nach dem erfolgreichen Aufbau des Landes durch Kim Il Sung, dessen Bedeutung gewahrt bleibt, eine zweite Generation am Wirken ist, die nun für die Geschicke des Landes verantwortlich ist. So soll der Übergang auf eine mögliche dritte Generation vorbereitet werden. Kim Jong Il tritt aus dem Schatten seines Vaters, wahrt aber trotzdem die Einheit zwischen den Generationen.  

Ursprünglicher Beitrag: Über die Währungsreform habe ich ja schon einiges geschrieben. Allerdings sind seit kurzem auch Fotos der neuen nordkoreanischen Währung im Umlauf. Die will ich euch natürlich nicht vorenthalten:  

Exklusive Darstellung der neuen nordkoreanischen Währung

Hm, aber jetzt mal Scherz beiseite, natürlich ist das Monopoly-Geld vermutlich etwas mehr wert als die neuen Won-Scheine und außerdem auf hochwertigerem Papier gedruckt. Außerdem glaube ich nicht, dass in den letzten 50 Jahren das Monopoly-Geld jemals im Verhältnis 100:1 entwertet worden wäre. Aber jetzt mal vollkommen ab von Monopoly: Es gibt tatsächlich Bilder von der neuen Währung. Die sieht so aus:  

Nordkoreas neue Währung

Die kleinen Scheine

Die großen Scheine

Die Scheine die sich keiner leisten kann...

…weil rechnet man den maximal eintauschbaren Betrag von 150.000 Won in die neue Währung um, hat man 1.500! und wer will schon 2/3 seines Geldes in Form eines Scheines mit sich rumschleppen?!

So sieht also das Neue aus. Und das Alte? Hab ich auch n Bildchen rausgesucht…  

Alte Won Scheine

So, damit dürftet ihr was die neue Währung angeht ja umfassend informiert sein. Was mir auffällt ist ein gewisser Fokus auf den errungenschaften des koreanischen Volkes bei den Bildern der neuen Scheine. Weiterhin natürlich das Prägedatum der Münzen. Aber vermutlich plant man, den Leuten per Propaganda „beizubringen“, dass die neue Währung schon immer da war oder irgendwie sowas…