Nordkorea weist Projektleiterin der Welthungerhilfe aus — Was uns das über die Prioritätensetzung des Regimes sagt


Eigentlich denkt man ja, dass Staaten, die in regelmäßigen Abständen wegen der Gefahr von Hungersnöten die Welt um Hilfe bitten, froh um jede Hilfe wären, die sich ihnen bieten. Dass Nordkorea zu diesen Staaten gehört und dass dort, trotz einer scheinbaren Stabilisierung der Lage in den jüngsten Jahren nach wie vor teilweise kritische Versorgungsengpässe herrschen, ist denke ich für die wenigsten hier ein Geheimnis. Ebenfalls kein Geheimnis ist es, dass Nordkorea für Akteure von außerhalb (seien es Staaten, Unternehmen oder Hilfsorganisationen) ein schwieriger Partner ist. Das musste nach Medienberichten jüngst auch eine deutsche Entwicklungshelferin erfahren als sie des Landes verwiesen wurde.

Projektleiterin der Welthungerhilfe ausgewiesen

Regina Feindt war in Nordkorea als Projektleiterin der Deutschen Welthungerhilfe tätig (die dort schon seit Jahren hervorragende Arbeit leistet und innovative Projekte vorantreibt, die die Nahrungsmittelversorgung zu sichern helfen), bis sie vor einem guten Monat das Land verlassen musste. Eine Sprecherin der Welthungerhilfe sagte, man sehe keinen Anlass im Verhalten der Frau, der die Ausweisung rechtfertigte. Das deutsche Außenministerium gab an, in dem Fall bereits zweimal den nordkoreanischen Botschafter in Berlin einbestellt zu haben. Konkreter äußerte sich aber niemand zu den Gründen für die Ausweisung. Der Vorfall wurde bekant, weil Reuters aus der sehr überschaubaren Gruppe der in Nordkorea tätigen westlichen Ausländer einen Hinweis darauf bekam.

Obwohl es ziemlich unwahrscheinlich ist, dass wir jemals erfahren (zumindest nicht zum Weitererzählen), warum Frau Feindt das Land verlassen musste, lohnt sich ein näherer Blick auf diesen Vorfall, weil sich daraus einerseits ein spannendes Bild auf die Herausforderungen des Arbeitens in Nordkorea eröffnet und sich andererseits Rückschlüsse auf das Sicherheitsbedürfnis und die Prioritätensetzung des Regimes in Pjöngjang ziehen lassen. Erstmal möchte ich daher die Ausweisung von Frau Feindt näher betrachten, indem ich auf vergleichbare Vorfälle und Erfahrungen aus der Vergangenheit Bezug nehme, um dann zu beschreiben, was Motivationen des Regimes für dieses Vorgehen sein könnte und welche Erkenntnisse sich für uns daraus ergeben.

Warum Nordkorea ausländische Helfer ausweist…

Die Praxis Bürger anderer Staaten auszuweisen, wenn sie irgendetwas tun, dass den herrschenden Autoritäten nicht passt, wird in aller Welt genutzt, nur dass Gründe für die Ausweisungen sehr unterschiedlich sind, eben ja nach dem was Verhaltensweisen und Handlungen sind, die den jeweils herrschenden Autoritäten nicht passen. Und dass es im Falle Nordkoreas vieles sein kann, das den Autoritäten nicht passt, das könnt Ihr Euch sicher denken.

…einige Beispiele

Tatsächlich sind einige Fälle bekannt, in denen Ausländer aus unterschiedlichen Gründen das Land verlassen mussten.
Der Deutsche Arzt Norbert Vollertsen sollte im Jahr 2000 das Land verlassen, nachdem er wiederholt westliche Medien auf Missstände und die schlechten humanitären Bedingungen im Land hingewiesen hatte.
Der australische Missionar John Short wurde 2014 nach kurzer Haft abgeschoben, weil er in Nordkorea versucht hatte zu missionieren.
2012 wurde jungen französischen und belgischen Mitarbeitern von Nichtregierungsorganisationen ihre Visa nicht verlängert, weil sie eine “Workers’ party” gefeiert hatten, bei der die Teilnehmer als Arbeiter verkleidet kommen sollten. Die nordkoreanischen Behörden fanden dieses witzig gemeinte Motto auf Kosten der Arbeiter nicht lustig und setzten dem Aufenthalt der Helfer ein Ende.
In einem Interview hier auf dem Blog berichtet Entwicklungshelfer Gerhard Tauscher, dass einem deutschen Landwirtschaftsexperten sein Visum nicht verlängert wurde, weil er die Berechnungen der nordkoreanischen Behörden zur Lebensmittelknappheit in Zweifel zog. Von diesem Fall habe ich sonstwo nie etwas gelesen, so dass ich davon ausgehe, dass nicht alle Ausweisungen aus Nordkorea öffentlich werden.
Wenn es den großen politischen Linien entsprach, agiert das Regime aber auch schonmal übergreifend. So gab das Regime Ende 2005 bekannt, es gäbe keine Lebensmittelknappheit mehr und Nichtregierungsorganisationen, die Nahrungsmittelhilfe leisteten sollten bis Beginn des nächsten Jahres das Land verlassen haben.

Schere im Kopf?

Die oben genannten Beispiele dürften nur ein Ausschnitt des gesamten Bildes sein, denn wenn niemand darüber berichtet, dann erfahren wir natürlich auch nichts über eine Ausweisung. Und da in den meisten Fällen die betroffenen Organisationen kein Interesse an einer öffentlichen Thematisierung des Vorfalls haben, weil sie ja weiter im Land tätig bleiben wollen, dürften sich solche Fälle öfter mal unbemerkt von der Öffentlichkeit abspielen. In unserem Interview beschrieb Herr Tauscher damals recht eindrücklich, wie schwierig es ist, als Mensch der in Nordkorea arbeitet mit der Tatsache umzugehen, dass man aus unterschiedlichsten Gründen permanent Gefahr läuft, ausgewiesen zu werden:

Und um im Kopf klar zu bleiben, habe ich mir angewöhnt, einfach frei zu sprechen. Ich glaube, wenn man anfängt zu überlegen: “Hört jetzt einer mit oder nicht?” oder “Kann ich das, was kann ich jetzt genau sagen?”, ich glaub dann fängt‘s direkt an schwierig zu werden. Manchmal muss man vielleicht auch das Risiko eingehen aus dem Land zu fliegen, wenn man was zu gesagt hat, was jetzt dummerweise kritisch ist. Und das ist schnell passiert. Es sind einige, ich habe jetzt einige erlebt, die aus dem Land geflogen sind. […] Ich glaube es ist sinnvoll, eine Einstellung zu haben, dass man dort temporär ist und wenn man dann aus dem Land geschmissen wird, weil man irgendwas kritisch angemerkt hat, dann ist das halt so. Das macht einen in der eigenen Position stärker. Ich glaube zu versuchen, alles recht zu machen um Gottes Willen nichts Kritisches zu machen, das bringt einen auch nicht besonders weit.

Wenn man dann bedenkt, dass gerade die etwa 200 westlichen Helfer, die im Land sind, einem sehr engmaschigen Netz der Überwachung unterliegen, kann man sich vorstellen, dass kaum eine Tätigkeit oder eine Aussage eines der westlichen Helfer unbemerkt bleibt. Naja und wenn man dann aus einer Gesellschaft kommt, in der man erstens gewohnt ist frei zu sprechen und zweitens vielleicht auch garnicht so ein starkes Gespür dafür hat, was jetzt politisch kritisch ist und was nicht, kann man sich schon gut vorstellen, dass öfter mal etwas passiert oder gesagt wird, das zu einer Ausweisung führt.

Entwicklungshelfer wissen mehr über Nordkorea

Ein anderer Grund, der mit ursächlich für den scharfen Blick des Regimes auf die ausländischen Entwicklungshelfer sein dürfte, liegt in den besonderen Zugängen dieser Personen zum Land. Ich habe mal gehört, dass auch die Botschaftsmitarbeiter bei weitem nicht überall hinkommen wo sie gerne wollen. Entwicklungshelfer kommen oft an Orte, die den Botschaftsleuten verborgen bleiben oder an die sie bestenfalls gemeinsam mit den EZlern kommen. Das dürfte auch für die nordkoreanischen Behörden kein Geheimnis, sondern mit eingepreist sein. Trotzdem dürften sie ein sehr waches Auge darauf haben, wieviele Informationen mit wem geteilt werden. Auch hier kann es eventuell mal kritisch für Mitarbeitern von Nichtregierungsorganisationen werden, wenn sie gegenüber den Falschen zu offenherzig sind. Generell kann man das natürlich als Paranoia abtun, aber das in anderen Staaten Hilfsorganisation gezielt für geheimdienstliche Tätigkeiten ist Fakt (auch ein interessanter Fingerzeig bezüglich der Abwägung Humanitäres vs Sicherheit, auf die ich später nochmal zu sprechen komme (nur wurde sie hier aus den Reihen der “Guten” zuungunsten humanitärer Fragen getroffen, was die Sachlage natürlich grundlegend ändert…)) und besondere Obacht von Regimen, denen ihre Sicherheit so wichtig ist, wie dem in Pjöngjang daher nachvollziehbar.

Abwägung des Regimes: Humanitäres vs Sicherheit

Und das alles geht ins Kalkül der nordkoreanischen Behörden im Umgang mit westlichen Hilfsorganisationen ein. Im Endeffekt ergibt sich daraus eine Abwägung zwischen zwei zentralen Zielen des Regimes. Die Sicherheit und das Wohlergehen der Bevölkerung, zu der die Arbeit der Nichtregierungsorganisationen beiträgt, steht aus dieser Sicht dem Ziel der Sicherheit des Regimes gegenüber. Und wie diese Prioritätensetzung in Nordkorea seit Jahren ausgeht, darüber habe ich hier ja schon öfter geschrieben. Die Sicherheit des Regimes steht immer über allem und deshalb werden Entscheidungen im Zweifel immer zuungunsten der Hilfsorganisationen und damit auch der Bevölkerung getroffen. Das ist ein unmenschliches Kalkül, aber vor einer Ideologie, die das Überleben des Volkes unmittelbar mit dem Überleben des Führers verknüpft, ist sie folgerichtig.

Das Spiel ist bekannt

Weiterhin ist in dem aktuellen Fall anzumerken, dass alle Seiten bemüht waren, das nicht an die große Glocke zu hängen und dass die Ausweisung eher durch Zufall öffentlich wurde. Das lässt darauf schließen, dass das Vorgehen in solchen Fällen bereits ein Stück weit “eingespielt” ist. Pjöngjang will die Organisation im Land halten und die Welthungerhilfe will weiter dort arbeiten, deshalb wird das auf niedriger Flamme gekocht. Das heißt aber gleichzeitig, dass die Verantwortlichen in Nordkorea ziemlich sicher davon ausgehen konnten, dass es keine weitreichenden Folgen auf das Vorgehen geben würde, außer, dass sich der Botschafter in Berlin ein bisschen was würde anhören müssen und dass die Welthungerhilfe jemand neues einarbeiten müssen würde. Und auch nachdem es öffentlich wurde spielen alle mit und halten den Mund, so dass da kein grundlegenderer Konflikt draus entstehen kann.

Keine Prinzipienreiterei auf Kosten von Menschen

Und was den Grund der Ausweisung angeht: Natürlich kennt man den bei der Welthungerhilfe. Ob man das selbst als schwerwiegend genug dafür anerkennt oder nicht ist ja vollkommen irrelevant, denn für die Nordkoreaner war es schwerwiegend genug und die setzen die Regeln in ihrem Land eben selbst.
Nun könnte man kritisch anmerken, dass es ja wohl nicht sein kann, dass sich eine westliche Organisation sich solchen menschenverachtenden Regeln beugt und die Arbeit in Nordkorea generell kritisch betrachten. Jedoch übersieht man dann, dass man im Endeffekt dann nichts anderes tut als die Führung in Pjöngjang. Man wägt zwei Ziele gegeneinander ab und am Ende unterliegt das Ziel, die Situation der Menschen zu verbessern dem abstrakten Ziel: “Wir arbeiten nur mit euch zusammen, wenn ihr unseren Normen folgt.”

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Nahrungssituation in Nordkorea: Von zuversichtlichen Berichten, den Gefahren der Planwirtschaft und einer eklatanten Rechenschwäche


Eben ist der neue Bericht des Welternährungsprogramms (WFP) und der Food and Agriculture Organization (FAO) zur landwirtschaftlichen Produktion und der Ernährungssituation in Nordkorea in mein Postfach geflattert und da ich diesen Bericht immer ziemlich begierig lese, weil er Auskunft nicht nur über die humanitäre Situation im Land gibt, sonder auch über die landwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, habe ich die letzte Stunde (oder ein bisschen mehr), mit diesem Dokument zugebracht.

In der Vergangenheit oft alarmierend…

Der Bericht, der für gewöhnlich alle zwei Jahre erscheint — bei Bedarf ergänzt durch Sonderberichte — klang das letzte Mal als ich darüber schrieb sehr alarmierend. Ende 2010 waren danach fünf Millionen Nordkoreaner von Hunger bedroht, was dann durch einen Sonderbericht im Frühjahr 2011 auf 6 Millionen erhöht wurde. Dementsprechend riefen die Organisationen die internationale Gemeinschaft auch zu einer umfangreichen Hilfsaktion auf, in deren Rahmen 400.000 Tonnen Nahrungsmittel benötigt würden. Darum entbrannte ein ziemlich heißer Kampf, der immer wieder mit politischen und ideologischen Positionen sowie Eigeninteressen vermischt wurde, so dass im Endeffekt alle Seiten Propaganda betrieben, ohne diejenigen, denen es vielleicht wirklich schlecht ging im Auge zu haben. Das war wirklich eine recht unschöne Erfahrung, die mitunter auch etwas damit zu tun haben könnte, dass es keine wirklich glaubwürdigen Informationen über die tatsächliche Lage in Nordkorea zu geben schien, da auch die UN-Organisationen im Ruf standen, die Situation zu dramatisieren.

…dieses Mal zuversichtlich

Dementsprechend wird es allen Beteiligten gut gefallen, dass der diesjährige Bericht, wie momentan vieles in Nordkorea, eher von Zuversicht geprägt zu sein scheint. Die Minderproduktion, also die durch eigene Importe und Hilfen aufzufüllende Lücke fällt in diesem Jahr so gering aus, wie schon lange nicht mehr. Die eigene Produktion hat 2012 zum ersten Mal seit 1994 die 5 Millionen Tonnen Marke überschritten. Im kommenden Jahr müssen den Schätzungen zufolge nur gut 500.000 Tonnen des Bedarfs durch Exporte gedeckt werden (in dem Bericht von 2011 war von über einer Million Tonnen die Rede). Zieht man in Betracht, dass Nordkorea wie in den Jahren zuvor plant, wiederum (nur) 300.000 Tonnen an Lebensmitteln zuzukaufen, bleiben „nurnoch“ 200.000 Tonnen ungedeckter Bedarf. Wenn man dann wiederum bedenkt, dass China allein seinem Verbündeten im vergangenen Jahr mit etwa 250.000 Tonnen beigesprungen ist, dann sind die Sorgen hinsichtlich der Nahrungsmittelsicherheit aktuell so gering wie selten nicht mehr. Aber um jetzt nicht in jubel auszubrechen: Von Hunger bedroht sind dem Bericht zufolge noch immernoch 2,8 Millionen Menschen.

Den Tag nicht vor dem Abend loben

Allerdings bleiben zwei Dinge festzuhalten: Extreme Wetterkatastrophen können diese schönen Annahmen ganz schnell wieder verhageln (vielleicht sogar im wahrsten Sinne). Und natürlich bedeutet die Tatsache, dass im Schnitt alle Leute genug zu essen haben nicht gleichzeitig, dass das in der Realität auch wirklich so ist. Das beweist nicht nur die Körperfülle des jungen Diktators (die er sich bei perfekt ausgeglichenem Schnitt wohl auf Kosten einiger anderer angefuttert hätte), sondern das ist ein generelles Phänomen, das auch in Überflussgesellschaften wie unserer auftreten soll, wo vermutlich im Jahr soviel Essen in die Tonne gekloppt wird, dass man damit ganz Nordkorea dreimal durchfüttern könnte. Verteilungsungerechtigkeit gibt es nunmal bei uns und in Nordkorea. Nur dass die bei knapperen Gütern auch schlimmere Folgen haben kann. Naja, aber wie gesagt. Der Tenor des Berichts klingt irgendwie angenehm und nicht panisch, wie vor zwei Jahren. Vielleicht hat es damit zu tun, dass der aktuelle Bericht keine Zahlen für aktuell benötigte Hilfen (sonst wurden immer konkrete Mengen angegeben, die gespendet werden sollten) genannt werden, sondern man sich eher auf eine Verbesserung der Gesamtsituation konzentriert.

Eckdaten zu Nordkoreas Landwirtschaftssektor

Ich kann hier natürlich nicht den ganzen Bericht wiedergeben, der immerhin 41 Seiten hat. Aber ein paar Highlights, die mir in die Augen gesprungen sind, will ich euch nicht vorenthalten. Dabei geht es mir aber in erster Linie um die landwirtschaftliche Produktion und nicht so sehr um die Nahrungsmittelsituation (worüber hier in der Vergangenheit schon einiges geschrieben wurde). Ersteinmal kurz zu den Rahmendaten, um ein generelles Problem der nordkoreanischen Landwirtschaft ins Bewusstsein zu rufen. Von den knapp 12,3 Mio. Landfläche Nordkoreas sind nur etwa 2 Mio. Hektar für den Ackerbau nutzbar. Von denen werden wiederum nur etwa 60 % mit mechanischen Hilfsmitteln (Traktoren) beackert, auf dem Rest können Ochsen ihren Nutzen beweisen. Zu den limitierenden Faktoren beim mechanisierten Ackerbau zählen Kraftstoff und Ersatzteile. Letzteres wird zum Beispiel auch darin deutlich das je nach Provinz nur 68 bis 74 % der Fahrzeuge einsatzbereit sind, was aber schon eine deutlich Verbesserung zu den 57 % des Jahres 2004 ist. Weiterhin ist auch das Standardtraktormodell, der mit 28 PS nicht gerade beeindruckend starke Chollima für viele Aufgaben schlicht zu schwach.

Staatliche Steuerung und ihre Fallstricke

In dem Bericht tauchen aber auch immer wieder Hinweise auf die schädliche Wirkung der staatlichen Lenkung auf die Produktion auf. So gibt es zwar Indizien, dass die Produktion durch Anreize deutlich gesteigert werden kann (wo die Anreize gut waren, hat sich auch die Produktion signifikant verbessert), im Zusammenhang damit zeigen sich aber auch gleich Probleme von staatlicher Steuerung. Wenn ein Preisniveau aufgrund staatlicher Fehleinschätzungen falsch gesetzt wird, beginnt es oft im ganzen System zu Haken. So wird z.B. Soja aktuell nicht gern angebaut, weil der Preis verhältnismäßig niedrig ist. Soja spielt aber eine wichtige Rolle in der Fruchtfolge und sollte daher eigentlich mehr angebaut werden, die verfehlte Preissenkung lenkt die Betriebe aber in eine andere Richtung. Auch eine Erklärung für die Verbesserung der Situation gegenüber dem Vorjahr (neben besserem Wetter) deutet in diese Richtung. Ein großer Teil der Verbesserungen hat schlicht damit zu tun, dass die benötigten Materialien und Rohstoffe zu den Zeitpunkten geliefert wurden, an denen sie gebraucht wurden, nicht später, wie das in den Vorjahren der Fall war.

Nordkoreanische Panikmache und…

Ein oder zwei Dinge sind mir daneben noch aufgefallen, die etwas damit zu tun haben, dass ich den Bericht mit anderen Quellen vergleiche. Einerseits erinnert ihr euch vielleicht an die Panikmache wegen des schlechten Wetters in Nordkorea. Die Tatsache, dass es heuer eine Rekordernte dort gibt, zeigt ziemlich deutlich, dass schlechtes Wetter erstens normal ist und in jedem Land vorkommt und zweitens von der nordkoreanischen Seite wohl gezielt für eine kleine Medienkampagne genutzt wurde. Das dürfte sich kontraproduktiv auswirken, wenn nochmal Phasen auftreten sollten, in denen wirklich Not am Mann ist.

…Rechenschwäche bei den UN-Organisationen

Die zweite Beobachtung sind zwei Zahlen. Die erste Zahl stammt aus der Schätzung von WFP, FAO und UNICEF aus dem März 2011. Damals schätzten sie die Ernte für das Jahr 2011/2012 bei etwa 4,25 Mio. Tonnen. Wenn man jetzt einen Blick in den diesjährigen Bericht wirft, dann lag das Ergebnis jedoch tatsächlich bei 4,75 Mio. Tonnen. Da hat sich wohl jemand mal eben um läppische 500.000 Tonnen verrechnet (was wiederum kontraproduktiv mit Blick auf mögliche echte Notfälle sein könnte). Ich wüsste mal gerne, wie es dazu kam. Aber leider scheint man bei FAO und WFP verdräng zu haben, dass man den Bericht veröffentlicht hat. Der Rechenfehler wird jedenfalls nicht thematisiert….

Lesen lohnt sich

Naja, wie gesagt. Der Bericht ist jedenfalls durchaus ein bisschen Zeit wert, die man damit verbringen kann. Einerseits weil es mal angenehm ist, was Hoffnungsvolles zu lesen und andererseits, weil er einen sehr schönen Überblick über das landwirtschaftliche System Nordkoreas und konkrete Methoden gibt.

Nordkorea von Trockenheit getroffen — Aber die Ursachen für die Nahrungsmittelknappheit liegen tiefer


Nordkorea ist ja ein Land, das nicht unbedingt vom Wetter begünstigt ist. Eigentlich wird das Land jedes Jahr von extremen Wetterereignissen getroffen und oft haben diese Ereignisse negative Effekte auf die Ernte und das vor dem Hintergrund, dass Nordkorea ohnehin schon unter einer strukturellen Unterproduktion im Bereich Nahrungsmittel zu leiden hat. Jedoch sind die extremen Wetterereignisse schon so häufig, dass man sie eigentlich bei der Kalkulation der erwarteten Ernten mit einbeziehen muss.

Schlimmste Dürre seit 50 Jahren im Westen

Seit einigen Tagen informieren nordkoreanische Medien nun über eine Trockenheit, die die westlichen Teilen des Landes seit Ende April erfasst hat und mit ungewöhnlich heißen Temperaturen einhergeht. Heute berichtete KCNA dann erstmals, dass diese schlimmste Dürre seit 50 Jahren auch Auswirkungen auf die Landwirtschaft habe (Link folgt morgen. Solange über die neue Seite von KCNA). Junge Maispflanzen würden auf den Feldern verdorren und es seien große Anstrengungen nötig, die Folgen der Dürre in Grenzen zu halten. Schaut man sich nun diese Karte der Landnutzung in Nordkorea an, sieht man, dass gerade an der Westküste wichtige Anbaugebiete liegen.

Weite Gebiete an der Westküste werden zum Anbau von Reis, sowie Mais und Getreide genutzt. (Karte: „aluckarta“ bei http://mappery.com)

Eine Dürre, die diese Region betrifft, dürfte die Produktion von Nahrungsmitteln in Nordkorea daher besonders beeinträchtigen.

Keine unabhängigen Informationen

Allerdings lässt sich von außen wie so oft nicht wirklich abschätzen, wie dramatisch die Situation wirklich ist. Nur weil in dem, dem Artikel zugehörigen Video rissige Erde und ein paar vertrocknete Maispflänzchen gezeigt werden, heißt das noch nicht, dass es sich hier um eine weitreichende Katastrophe handelt. Bisher hat man auch von unabhängige(re)n Organisationen wie dem World Food Programme oder anderen NGOs nichts zu diesem Sachverhalt gehört. Kann also sein, dass die Berichterstattung zum Teil auch dem „normalen“ nordkoreanischen Werben um Hilfen geschuldet ist.

Seltsame Aspekte: Warum wird Mais umgepflanzt?

An dem Bericht fand ich aber noch einige weitere Aspekte interessant, die einiges über die nordkoreanische Landwirtschaft und vor allem über die Ursachen ihrer Probleme aussagen.

Zum ersten habe ich mich ein bisschen gewundert, als ich in dem Artikel gelesen habe, dass der Mais in Nordkorea vorgezogen (das heißt in einer geschützten Atmosphäre gesät und bis zu einer gewissen Größe gezogen) und dann erst an seinen eigentlichen Standort umgepflanzt wird. Das fand ich interessant, denn aus eigener Anschauung weiß ich, dass es hier anders läuft und ehrlich gesagt habe ich von einem solchen Verfahren noch nie etwas gehört.

Deshalb habe ich überlegt und nachgeforscht, was die Ursache für das Vorgehen sein könnte. Sie ist eine klimatische, denn Mais hat es gerne warm und er hat eine recht lange Wachstumsphase. So verlängert man dann also die Wachstumsphase und ermöglicht es dem Mais, vor der kalten Jahreszeit zu reifen:

The average frost-free period is also short, though in an effort to boost maximum production, DPRK rice and corn breeders emphasized the development of long-maturity varieties—typically over 150 days for both crops. In order to successfully grow such varieties, farmers have developed cultural adaptations, such as planting rice and corn seedbeds in March or April and covering them with clear plastic. The four- to five-week-old seedlings are transplanted beginning in mid-April for corn, and in early May for rice.

Wirtschaftlich ineffizient

Das erklärt zwar das Vorgehen, aber gleichzeitig zeigt es auch ein Problem der nordkoreanischen Landwirtschaft. Sie agiert nicht besonders ökonomisch bzw. effizient. Wenn ich mir vorstelle, hier käme ein Landwirt auf die Idee, Mais in irgendwelchen Gewächshäusern zu ziehen um ihn dann irgendwann umzupflanzen… Unmöglich. Der Aufwand dafür wäre viel zu groß. Das heißt, entweder würde der Mais direkt in die Erde gepflanzt, oder es würden andere Früchte angebaut. Das nordkoreanische Vorgehen ist aber wohl ein typisches Merkmal der Ineffizienzen, die planwirtschaftliche Systeme erzeugen können und in der Vergangenheit allzuoft erzeugt haben.

In diese Überlegungen ist bisher noch nicht mit eingeflossen, dass Mais beispielsweise einen sehr hohen Bedarf an Düngemitteln hat und die Böden stark auslaugt. In Nordkorea wächst der Dünger nicht auf den Bäumen und die degradierten Böden sind eines der weiteren vielen Probleme des landwirtschaftlichen Sektors des Landes. Daher sind die wirklich sehr interessanten Empfehlung von Randall Iresons, der davon ausgeht, dass sich Nordkorea bei einer Umstrukturierung der Landwirtschaft und Modifizierungen des Wirtschaftssystems selbst ernähren könnte und sogar glaubt, Nordkoreas Landwirtschaft könne als Basis für die wirtschaftliche Entwicklung Nordkoreas dienen, auch nur folgerichtig. Nach diesen sollte sich die Maisanbaufläche in Zukunft halbieren, während stattdessen die boden-,  anbau-und markttechnisch günstigeren Sojabohnen dort Einzug halten sollten.

Jedenfalls nutzt man in Nordkorea aktuell die knappen urbaren Flächen nicht wirklich effizient, was die Nahrungsmittelsituation natürlich nicht gerade bessert.

Warum wurde zu einem ungünstigen Zeitpunkt umgepflanzt

Bei der Betrachtung des Beitrags zur Trockenheit ist mir aber noch etwas anderes aufgefallen. Da klagt der Landwirt darüber, dass erst zwanzig Tage vergangen sind, seitdem der Mais auf Feld verpflanzt wurde und dass er sich nun schon in so einem jämmerlichen Zustand befinde. Allerdings muss dem Verpflanzen ja bereits eine zehntägige Periode von Trockenheit und Hitze vorangegangen sein und zum Zeitpunkt, wenn man etwas sät oder pflanzt, sollte man sich auch mal den Wetterbericht anschauen. Daher habe ich mich gefragt, warum die Pflanzer nicht einfach den Mais erstmal da gelassen haben, wo er war, um bessere Bedingungen abzuwarten. Denn wie gesagt: Mais ist recht anspruchsvoll und wenn man die jungen Pflanzen in ausgetrocknete Erde steckt und es erstmal nicht nach Regen aussieht, dann ist das keine so gute Idee.

Auch auf diese Frage gibt der Aufsatz von Ireson eine gute Antwort:

Central planning and central diffusion of simplified farming rules strongly inhibited local adaptive behavior. Farmers in each region of the country have memorized specific dates by which rice and corn must be planted. Annual variations in weather are not taken into account

[Die zentrale Planung und zentrale Durchdringung mit vereinfachten Anbauregeln hat zu einer starken Hemmung der Verhaltensanpassung an lokale Gegebenheiten geführt. Landwirte in jeder Region des Landes haben spezifische Termine im Kopf, zu denen Reis und Mais gepflanzt werden müssen. Jährlich unterschiedliches Wetter wird nicht beachtet]

System töten Menschenverstand!

Die staatliche Indoktrination, aus der eine gewisse Hörigkeit der Bevölkerung herrührt (die ja tragendes Element des Systems ist, also die Hörigkeit) führt also dazu, dass der gesunde bäuerliche Menschenverstand ausgeschaltet wird und man den Mais eben pflanzt, wenn der Tag (den vielleicht mal ein großer oder geliebter Führer bei einer Vor-Ort-Anleitung festgelegt hat) gekommen ist. Nicht früher. Nicht später.

Hoffen auf eine denkende „Basis“

Naja, im Endeffekt wird deutlich: Nordkorea ist zwar nicht von den Umständen begünstigt und seine Landarbeiter haben mit mancherlei Widrigkeiten zu kämpfen. Aber eine entscheidende Widrigkeit ist ein System, dass ihnen das selbstständige Denken soweit abgewöhnt hat, dass sie Feldfrüchte säen, die für die Region nicht passen und sich an ein starres Regelkorsett halten, dass auf Besonderheiten keine Rücksicht nehmen kann. Ich hoffe, dass die Arbeit internationaler NGOs, wie zum Beispiel der Welthungerhilfe langfristig dazu führt, dass die Menschen auf Umsetzungsebene ihren Verstand so gebrauchen, dass sie das Beste aus dem Land herausholen, um das sie sich kümmern und dass sie so dazu beitragen, die Dauernahrungsmittelkrise Stück für Stück zu bekämpfen.

Argumentative Fallstricke: Wie die USA einen möglichen Rückzug von den Nahrungsmittelhilfen für Nordkorea rechtfertigen


Ich habe mich ja in den letzten Wochen gefragt, wie die USA wohl den Rückzug von den Nahrungsmittelhilfen für Nordkorea rechtfertigen werden, wenn Nordkorea den Satelliten startet und damit aus Sicht der USA gegen das Abkommen verstößt, das beide Seiten geschlossen hatten und bei dem auch besagte Hilfen ein zentrales Element waren.

Warum die USA sich rechtfertigen müssen

Die Tatsache, dass die USA überhaupt unter Rechtfertigungsdruck stehen rührt daher, dass die USA nach außen hin den Eindruck aufrechterhalten wollten, dass die Gewährung humanitärer Hilfen für Nordkorea nicht im Zusammenhang mit politischen Fragen stehe. Man versuchte also zu vermitteln, dass man sich bei eventuellen Hilfslieferungen einzig an objektiven Maßstäben wie dem tatsächlichen Bedarf in Nordkorea leiten ließe (den Bedarf hat man mit 240.000 Tonnen taxiert).

Diese Position aufrechtzuerhalten wurde jedoch immer schwieriger, je länger die Untersuchung des Bedarfs dauerte, während beispielsweise die EU innerhalb einiger Wochen eine Notsituation in Nordkorea feststellte und Hilfen gewährte, während der Druck von Hilfsorganisationen und der UN stieg und während die Fragen der Journalisten immer bohrender wurden. Dementsprechend dürfte es für die Vertreter des State Department eine Erleichterung gewesen sein, als sie das Zustandekommen des Deals und damit die Gewährung von Hilfen (natürlich unter rein humanitären Gesichtspunkten) verkünden konnten.

Und dementsprechend war es vermutlich auch ein Schock, als Nordkorea nur kurze Zeit später den Deal brach und die USA eigentlich darauf reagieren mussten, indem sie die Hilfslieferung in Frage stellten. Doch damit stellt man natürlich auch gleichzeitig noch mehr das Bild von der unpolitischen Gewährung humanitärer Hilfen in Frage. Und deshalb stellte ich mir die Frage, wie die USA das wohl zurechtbiegen würden.

Obamas Rechtfertigungslinie: Kompliziert aber nachvollziehbar

Gestern wurde die Rechtfertigungslinie dann sehr deutlich, als Präsident Barack Obama im Vorfeld des Gipfels zur Nuklearsicherheit in Seoul zusammen mit Lee Myung-bak eine Pressekonferenz gab (was dort gesagt wurde ist auch ansonsten recht interessant, denn so oft nehmen beide Präsidenten ja auch nicht Stellung zu ihrer Haltung gegenüber Nordkorea). Dort wurde nämlich eigentlich garnicht nach dem Gipfel gefragt, sondern nur nach Nordkorea (vermutlich wird das Nordkoreathema auch im Verlauf des Gipfels die eigentlichen Fragen, die dort besprochen werden sollen, zumindest teilweise überlagern). Nach den Konsequenzen des Satellitenstarts gefragt, erklärte Barack Obama unter anderem:

 Because part of the challenge for any nutrition aid package, for example, is that you makes sure it actually gets to the people who need it, and it doesn’t go to serve elites in that country or their military. That requires monitors. It’s very difficult to have monitors at a period of tension and friction. And it is difficult to provide aid if you don’t think that it’s going to get to the people who actually need it. So that’s just one example of the kinds of consequence that will take place.

[Ein Teil der Herausforderungen bei jeder Art von Nahrungsmittelhilfen ist es, zum Beispiel sicherzustellen dass sie zu den Menschen gelangen, die sie benötigen und nicht den Eliten oder dem Militär des Landes zugutekommt. Dazu werden Beobachter/Kontrolleure benötigt. Es ist sehr kompliziert, Beobachter in einer Phase der Spannungen und Unstimmigkeiten vor Ort zu haben. Und es ist kompliziert Hilfen zu liefern, wenn man nicht glaubt, dass sie die Menschen erreichen werden, die sie brauchen. Das ist nur ein Beispiel für die Konsequenzen, die eintreten werden.]

Zusammengefasst: Der Raketenstart verursacht Spannungen – Bei Spannungen können keine Beobachter stationiert werden – Ohne Beobachter kann man nicht sicher sein, dass die Hilfen ankommen – Ohne diese Sicherheit kann man keine Hilfen liefern.

Das Konstrukt ist zwar recht kompliziert, aber im Endeffekt habe es scheinbar einige kreative Leute im State Department geschafft eine Linie zu entwerfen, mit deren Hilfe die US-Regierung nachwievor argumentieren kann, dass die Hilfen von US-Seite unabhängig von politischen Erwägungen sei. Eine nicht-Lieferung stellt hier also keine Strafe dar, sondern wird einzig auf Sicherheitserwägungen für das amerikanische Personal vor Ort gestützt. Keine schlechte Idee, wie ich finde.

Ein kleines Problem: Das Argument funktioniert nur mit Spannungen

Allerdings hat die Argumentation ein gewisses Problem: Sie funktioniert nur solange Spannungen bestehen. Würde Nordkorea unmittelbar nach dem Satellitenstart wieder eine Charmeoffensive gegenüber den USA starten und zeigen, dass es die Spannungen abbauen will, wären die USA wieder unter Rechtfertigungsdruck. Man könnte nicht mehr mit einer Gefahr für die eigenen Beobachter argumentieren und der Logik von Obamas Argument nach, müsste man damit die Hilfslieferungen aufnehmen. Das ist aber wohl nicht im Sinne der Idee, dass man schlechtes Verhalten nicht ungestraft durchgehen lassen kann (bzw. „belohnen“ wie es von den Vertretern der USA oft zu hören ist).

Also wäre man darauf angewiesen, dass die Spannungen anhalten, was man dadurch erreichen könnte, dass man im politischen Bereich auf Stur schaltet und mit einem Vertrauensverlust in die Ernsthaftigkeit der nordkoreanischen Außenpolitik argumentiert. Oder man muss sich eine neue Linie einfallen lassen. Da fällt mir aber nicht viel ein, außer vielleicht das Argument, dass die Bewertung der USA ja schon ein Jahr alt sei und man eine neue Untersuchung vornehmen müsste. Damit wäre man dann ungefähr wieder da, wo man vor einem knappen Jahr stand.

Warum nicht zugeben was man tut?

Wir werden sehen, wie dieses strategische Manövrieren beider Seiten weitergehen wird. Ich glaube für die US-Regierung wäre es nicht das schlechteste, den humanitären Schleier einfach fallen zu lassen und Tacheles zu reden. Denn geglaubt wird das Argument der unpolitischen humanitären Hilfen ohnehin fast nirgends mehr. Und dann könnte man frei von argumentativen Fallstricken auch nach außen hin das vertreten, was man eh schon lange gegenüber Nordkorea praktiziert. Realpolitik.

Die Annäherung zwischen den USA und Nordkorea: Pjöngjangs Weg zu einer außenpolitischen Atempause


Entschuldigt bitte, dass ihr in einer solchermaßen spannenden Zeit so wenig von mir gehört habt. Aber manchmal muss ein Mann eben tun, was ein Mann tun muss. Und wenn das heißt als Möbelpacker zu fungieren (nicht für die Eigenen), dann ist das eben so. Aber jetzt sind die Möbel abgerissen bzw. aufgebaut und ich kann mich wieder erfreulicherem zuwenden und da gibt es einiges aufzuarbeiten aus den letzten Tagen. Ich habe eben mal versucht, mir bei den üblichen Verdächtigen einen Überblick über das Meinungsbild hinsichtlich der Vereinbarung zwischen den USA und Nordkorea zu verschaffen, habe es aber bald wieder aufgegeben. Eigentlich deutet jeder Analyst die Geschichte seiner jeweiligen Meinung bzw. Einstellung entsprechend und versieht das Ganze dann mit einem leicht optimistischen Unterton. Viel grandios Neues gibt es nicht. Auf der Facebookseite werde ich einige Artikel verlinken, mit deren Hilfe ihr einen guten Überblick bekommen solltet. Jetzt  möchte ich mich aber erstmal ein bisschen näher dem Thema widmen.

What’s new Pussycat?

Dazu möchte ich mich dazu mit der Frage beschäftigen, was an dem Deal jetzt eigentlich neu ist, also unter der Herrschaft Kim Jong Uns verhandelt wurde. Denn es ist ja nicht unwichtig um zu verstehen, was bzw. wieviel davon Kim Jong Un zugeschrieben werden kann (was dann möglicherweise Aufschluss über neue oder andere Strategien des jungen Diktators gäbe) und was möglicherweise auf eine Strategieänderung der USA nach dem Tod Kim Jong Ils zurückgeht.

Allerdings ist, um ehrlich zu sein, nicht besonders viel Neues an dem Deal zu finden. Lässt man erstmal die ganzen weichen Punkte wie Waffenstillstandsabkommen anerkennen, keine feindlichen Absichten haben und gesellschaftlichen Austausch fördern, weg (weil sie keinerlei konkrete Zielsetzungen beinhalten und mir daher eher wie Fülltext erscheinen), dann bleiben nur noch wenige wirklich wichtige Punkte. Auf Seiten der USA die Lieferung von 240.000 Tonnen Lebensmitteln und bei Nordkorea das Nuklear- und Raketentestmoratorium und die Aussetzung der Urananreicherung in Yongbyon, sowie deren Prüfung durch die Internationale Atomenergie Organisation (IAEO).

USA: Nahrungsmittel seit Monate als Trumpfkarte

Die Tatsache, dass die USA die Nahrungsmittel als Einsatz auf dem Tisch liegen hatten, wurde der Öffentlichkeit spätestens dann klar, als das Erkundungsteam, das den Bedarf an Hilfen in Nordkorea feststellen sollte, auch Monate nach der Rückkehr noch keine Ergebnisse lieferte, während beispielsweise ein Team der EU schon nach wenigen Wochen einen entsprechenden Bedarf identifiziert hatte. Die Frage war nur, wie viele Lebensmittel die USA in das Geschäft einbringen wollten und vermutlich war das auch ein entscheidender Diskussionspunkt zwischen beiden Seiten.

Pjöngjangs Angebote sind schon seit Monaten bekannt

Auch das, was Pjöngjang zu geben bereit war, ist nicht neu. Die Geschichte mit den Testmoratorien hatte Kim Jong Il noch persönlich im Rahmen seines Besuchs in Russland im August letzten Jahres publik gemacht. Und auch, dass das Uranprogramm Gegenstand des Deals war, kann nicht überraschen. Durch das Vorzeigen des Programms Ende 2010 hat Pjöngjang das Programm ganz klar dem Portfolio verhandelbarer Themen hinzugefügt. Zuvor hatte man lange seine Existenz komplett geleugnet und dann die Welt über Umfang und Entwicklungsstufe im Unklaren gelassen. Ende November 2011 hatte man dann spezifiziert, was man hinsichtlich des Uranprogramms anzubieten habe. Damals hatte das nordkoreanische Außenministerium erklärt, man hätte hinsichtlich des Programms nichts zu verstecken und wolle der Welt beweisen, dass das Programm einzig zu friedlichen Zwecken betrieben würde. Hierzu sei man auch bereit, die IAEO hinzuzuziehen.

Die Verkündigung des Deals stand zum Zeitpunkt des Todes Lim Jong Ils unmittelbar bevor

Damit lagen schon vorab alle Karten auf dem Tisch, aus denen man jetzt den Deal zusammengesteckt hat. Vermutlich stand man zum Zeitpunkt des Todes Kim Jong Ils auch nur noch Tage vor der offiziellen Verkündigung der Abmachung, denn es waren vorab bereits Details wie die Menge der Nahrungsmittel, die die USA liefern sollten durchgesickert und es war ein Treffen zwischen Glyn Davies, dem Sondergesandten der USA für Nordkorea und Kim Kye-gwan, seinem Gegenstück auf nordkoreanischer Seite für Ende Dezember geplant. Wahrscheinlichhatte man schon damals die fertigen Pressemitteilungen in Pjöngjang und Washington in den Schubladen und wollte sich bei dem Treffen nur noch endgültig und verbindlich darauf einigen (darauf deutet z.B. die genaue Angabe zur Menge der US Hilfen hin).

Kurz gesagt: Der Deal stand bereits, als Kim Jong Il noch lebte und scheinbar hat sein Tod an alledem nicht mehr wirklich was verändert. Dass die Vereinbarung auch nach Kim Jong Ils Tod unverändert übernommen wurde, kann man wohl als Hinweis darauf sehen, dass zumindest Nordkoreas Außenpolitik auf einer längerfristigen strategischen Planung beruht und dass die jetzige Führung (wer auch immer dort tatsächlich die Weisungen gibt) diese Pläne ungebrochen übernimmt und weiterführt. Was jetzt geschieht kann man Kim Jong Un also maximal insofern zuschreiben, dass er nicht vom Kurs seines Vaters abgewichen ist.

Kim Jong Uns Leistung: Kurs halten

Jedoch würde ein solches Abweichen auch den Interessen Pjöngjangs zum jetzigen Zeitpunkt vollkommen zuwiderlaufen. Kim Jong Un und seiner Gefolgschaft stellen sich in den kommenden Monaten und wahrscheinlich auch Jahren große innenpolitische Aufgaben und um die erledigen zu können, benötigt man ein größtmögliches Maß an Ruhe nach bzw. von außen. Die mächtigen in Pjöngjang müssen in der nächsten Zeit so viele Ressourcen wie möglich darauf verwenden, neue Verfahrensmodi und neue Machtverteilungen festzuzurren und die interne Einheit des Regimes sicherzustellen. Und wenn man gleichzeitig mit permanentem Druck und Querelen von außen zu kämpfen hat, dann erschwert dies die genannte Aufgabe erheblich und erhöht so die Gefahr eines Scheiterns. Kann man jedoch die USA durch die Aussicht auf eine verbesserte Situation in Stillhalteposition halten und vielleicht sogar die starke gemeinsame Front, die die USA, Südkorea und Japan in den vergangenen Jahren bildeten, aufbrechen, dann muss man sich weniger Sorgen machen, dass die interne Konsolidierung durch Sperrfeuer von außen gefährdet wird.

Parallelen: Kim Il Sungs Tod und das Genfer Rahmenabkommen

Dieses Modell würde übrigens demjenigen sehr ähneln, dass Kim Jong Il nutzte, als er auf seinen Vater folgte und seine Herrschaft in einer noch Schwierigeren Situation sichern musste. Als Kim Il Sung 1994 an einem Herzinfarkt starb, stand Nordkorea gerade am Beginn einer katastrophalen Hungerkatastrophe. Die Mehrzahl der engen Verbündeten war Pjöngjang mit dem Niedergang des Ostblocks abhanden gekommen und sowohl China als auch Russland, an die sich Pjöngjang ansonsten bei Schwierigkeiten gewendet hatte, waren so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass sie nicht bereit waren, das Regime zu stützen. Fast schutzlos dastehend brachte die Führung um Kim Jong Il unmittelbar nach Kim Il Sungs Tod einen Nukleardeal mit den USA unter Dach und Fach. Das Genfer Rahmenabkommen. Dieses sicherte Pjöngjang einerseits umfangreiche wirtschaftliche Unterstützungen aus dem Westen. Andererseits hatte das Regime für internes Manövrieren nun weitgehend freie Hand, da die USA die möglichen Erträge aus der Vereinbarung nicht gleich wieder durch eine aggressive Politik gegenüber Pjöngjang gefährden wollten.

Und hier sehe ich starke Parallelen zwischen 1994 und 2011/12. Zwar ist der aktuelle Deal nicht so weitreichend wie der von 1994 und die USA dürften die Vielzahl gescheiterter Verabredungen mit Nordkorea nicht vergessen haben jedoch, hat auch diese Annäherung das Potential, Kim Jong Un und seinen Leute eine entscheidende Atempause zu verschaffen. Dies dürften die älteren Topkräfte in Pjöngjang (die ja nicht gerade selten sind) noch aus der eigenen Erfahrung wissen und diese Erfahrung könnte dazu führen, dass man in Pjöngjang auch dieses Mal dazu führen, dass man versuchen wird die außenpolitische Front solange in relativ ruhigem Fahrwasser zu halten, bis die neue Führung fest im Sattel sitzt.

Gastkommentar von Tom: Verhandlungen mit NK sind Verhandlungen mit Geiselnehmern bei einem Banküberfall


Ihr habt vielleicht bemerkt, dass ich in den letzten Tagen nicht zum schreiben kam. Das hat damit zu tun, dass ich momentan anderweitig einiges zu tun habe. Das wird sich wohl in den nächsten Tagen nicht wirklich ändern, aber natürlich werde ich versuchen, hin und wieder was zu schreiben. In dem Zusammenhang passt es mir gut in den Kram, das Tom auf der Freien Beitragsseite einen sehr umfangreichen und scharfzüngigen Kommentar abgesetzt hat, der einige wichtige Themen abhandelt (zu den ich teilweise auch schon was geschrieben habe (bzw. ihr), teilweise auch nicht). Das hat mir so gut gefallen (nicht nur weil ich mit vielem (aber nicht allem) was er schreibt übereinstimme), das ich den Kommentar her übertragen möchte, damit er da nicht untergeht. Wie gesagt: Es ist Toms Meinung und ich bin ihm dankbar, dass er sie formuliert hat und mit uns teilt. Wenn ihr etwas anders seht oder zu kritisieren habt, dann tut dies, aber bitte sachlich. Viel Spaß beim Lesen:

Gedanken zur verbreiteten Meinung „Keine Hilfsgüter nach Nordkorea – die verschwinden sonst beim Militär“!

Was heisst eigentlich ‘Militär’ in NK? Bei einer Wehrdienstzeit von acht Jahren Wehrdienst für Männer, sechs Jahre für Frauen kann man gut und gerne die Hälfte der Bevölkerung in Nk zum Militär zählen. Dazu kommen dann noch die Familienangehörigen von Soldaten, die „indirekt“ von den “Vergünstigungen“ des Militärs profitieren. Das Militär macht in Nk nicht nur einen großen Teil der Bevölkerung aus, sondern ist auch für einen Grossteil der wirtschaftlichen Produktion verantwortlich. NK befindet sich –  entgegen gewisser Propagandaaussagen in Nord und Süd – NICHT im Krieg. Für umfangreiche Übungen und Manöver fehlt das Geld oder der Sprit. Also was machen sie? Sie bauen Strassen, bringen die Ernte ein, betreiben Fabriken, Handelsfirmen und LPGs. Übrigens auch im Außenhandel.
Das „Militär“ ist in NK ein normaler und beachtlicher Teil der Gesellschaft. Kommen also die „Hilfsgüter“ teilweise dem Militär zugute, dann kommen sie schon mal mehr als der Hälfte der Bevölkerung zugute.

Etwas zu den „armen hungernden Kinder“. In Nordkorea wie allen Ländern der Welt, die auf ausländische Hilfe angewiesen sind, sind es meist die „armen hungernden Kinder“. Da gibt es dann internationale Hilfsorganisationen, die Milchpulver in Afrika verteilen. Sie leben von Spenden. Ein Teil davon geht erstmal an die Mitarbeiter, die Verwaltung, den Transport und die Verteilung mit nagelneuen Landrovern für die ausländischen Projektleiter (NGOs- Non-Government Organisations) und dann auch ihren lokalen Projektpartnern (Militärvertreter od lokale Vertreter anderer staatl. Organisationen). Ein Teil kommt dann an der Empfängerbasis an und wird übergeben an den, der die Verteilung vor Ort organisiert. Ein Teil verschwindet in seinen Taschen, ein Teil in den Taschen der kooperierenden örtlichen Behörden, ein Teil in den Taschen der nationalen Behörden in der Hauptstadt……………………und schließlich ein Teil kommt dann wirklich zu den ‘armen hungernden Kindern’. Das ist dann der Teil der Kette, der gefilmt wird.  In NK mag der Anteil der wirklich im Waisenhaus ankommenden Hilfsgüter noch geringer sein, aber selbst bei einer  – eigentlich nicht beabsichtigten Abzweigung fürs Militär – wird dennoch die gesamte wirtschaftliche Lage „entspannt“.

Man muss sich also fragen, was man will: „Keine Hilfsgüterlieferungen und Aushungern der Pestbeule“: Bis sich Kim Jong-un und seine Hofschranzen aus den Mülltonnen des Koryo-Hotels ernähren, verhungern in NK mindestens 15 Millionen Menschen (und 5 Millionen flüchten über die Grenze in die bereits vorbereiteten chinesischen Flüchtlingslager). Wollen wir das? Es ist immer so erquicklich über die fürchterliche „Menschenrechtslage“ in NK zu lamentieren. Verhandlungen mit NK, gleich welcher Art, sind nicht von der Art, wie sie z.B. zwischen Deutschland und Frankreich geführt werden. Verhandlungen mit NK sind Verhandlungen mit Geiselnehmern bei einem Banküberfall. Wir kennen das aus dem Fernsehen. Die Bankräuber nehmen die Menschen in der Bank als Geiseln und stellen Forderungen. Ich hab noch nie gesehen, dass dann der „Verhandlungsführer“ der Polizei den Bankräubern „ungesetzliches Handeln“ vorwirft. Die Kerle wissen, dass es illegal ist, eine Bank zu überfallen! Aber sie haben eben irgendwie die Vorstellung, dass sie mit ihren Forderungen durchkommen! Bei Geiselverhandlungen hält man den Räuber nicht vor, dass sie „böse“ seien, DAS WISSEN SIE! Das wissen auch die Machthabenden in NK!
Und das wissen auch die nordkoreanischen ‘StaSi’- Experten des geheimen BUREAU 39 in Pyongyang, dem geheimen Zentrum der staatlichen Devisenbeschaffer im Ausland – Verwalter der Kim’schen Barkassen mit Direktzugriff auf mehrere Milliarden, ein Pendant zum einstigen Supergeheimen Imperium der Ex-DDR-Devisenbeschafferbehörde des Herrn Schalck-Golodkowski. Man beschäftigt sich hier mit allen, wirklich allen Methoden der Devisenbeschaffung in der Welt. Auch mit Falschgeld, mit kopierten Zigaretten, mit dem Verkauf ins Ausland von Antiquitäten aus den Depots der nordkorean. Museen , mit Rauschgift, mit edlen Steinen und Edelmetallen und allem, was international irgendwie zu verhökern ist – mit den im Ausland betriebenen Restaurants, den Staatsfirmen, mit korean. Leiharbeitern in Russland, Afrika ….., mit internat. Versicherungsbetrug (künstlich herbeigeführten Schadensfällen) und allen erdenklichen und nicht erdenklichen Tricks und Methoden. Das Böse hat hier eben Methode. Hauptzweck und Ziel ist einzig und allein:

Machterhalt und Erhalt all der netten kleinen und ganz oben den ganz großen Privilegien der herrschenden Nomenklatura und ihrer Kostgänger. Perpetuierung des Übels oder- nach nordkorean. Diktion Perpetuierung des Arbeiter- und Bauernparadieses (etwas Ironie muss einfach sein!). …

Nahrungsmittelhilfen für Nordkorea? — Eure Meinung interessiert mich


Mir ist eben was eingefallen. Und zwar habe ich in letzter Zeit ja ziemlich viel über die Nahrungsmittelknappheit in Nordkorea geschrieben und dazu auch relativ deutlich Stellung bezogen (ich hoffe ich habe Euch damit nicht genervt, aber ich habe versucht einerseits auch über anderes zu schreiben und andererseits auch andere Meinungen wiederzugeben und das Thema hat mich eben beschäftigt). Wenn man die Berichterstattung in vielen Medien betrachtet und wenn man dann noch die Kommentarspalten und Diskussionsforen im Netz als Volkes Meinung versteht (ich hoffe wirklich, dass das im Speziellen und im Allgemeinen nicht so ist, sonst bin ich nämlich in vielen Dingen sehr einsam mit meinen Ansichten), scheine ich damit jedoch ziemlich quer zur allgemeinen Wahrnehmung zu liegen. Da ich die Argumente derjenigen, die zur Zurückhaltung bei der Gewährung von Hilfen aufrufen auch durchaus nachvollziehen kann, da ich in meinem persönlichen Kreis relativ selten die Gelegenheit habe, darüber zu diskutieren und da ich gerne andere Meinungen von Leuten höre, die sich auch für das Thema interessieren und nicht nur ihrem Geltungsdrang Luft verschaffen wollen (das ist meine Einschätzung hinsichtlich vieler Zeitungkommentierer), frage ich mich (und damit euch) einfach, was Eure Meinung dazu ist:

Habt Ihr wenn ich das Thema mal wieder angeschnitten habe schnell ne andere Seite aufgerufen, weil es genervt hat?

Habt Ihr gedacht: „Der Typ sollte sein Gutmenschengesülze mal sein lassen und der Realität ins Auge sehen?“

Habt Ihr gedacht: „Wie kann man denn Leute verhungern lassen, weil man mit ihrer Regierung nicht einverstanden ist?“

Seid Ihr zu dem Schluss gekommen, dass die Lage ganzschön vertrackt ist und Ihr froh seid, nicht in der Misslichen Lage zu sein, in diesem Fall über Entscheidungskompetenz zu verfügen?

Oder habt Ihr was ganz anderes gedacht, das ich mir nicht vorstellen kann?

Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr kurz oder lang, wie auch immer Ihr wollte, Eure Gedanken, Einschätzungen, Bewertungen oder Kritik dazu preisgebt (ob als Mail (Adresse findet Ihr unter „About“) oder als Kommentar hier, ist mir relativ gleich, allerdings haben Kommentare den Vorteil, dass diejenigen die sich nicht trauen, sich auch ein Bild machen können). Und keine Sorge, ich respektiere jede Meinung, auch wenn sie dem widerspricht, was ich selbst denke und glaube und ich bin mir sicher, dass das Euch ähnlich geht. Wir sind ja hier nicht in Nordkorea (um mal mit ner Plattitüde zu schließen)…