Nordkorea schießt weiter ins Wasser. Aber warum nur?


Nordkorea hat auch heute sein „jährliches Militärmanöver“, in dessen Rahmen auch mehr als hundert Artilleriegeschosse nahe der umstrittenen Grenze zu Südkorea ins Meer abgefeuert wurden, fortgesetzt. Dabei scheint die nordkoreanische Seite weiterhin darauf zu achten, dass keins der Geschosse auf der südkoreanischen Seite der Grenze niedergeht, während Südkorea nun mit Zurückhaltung reagiert und die Situation nicht durch Warnschüsse weiter anheizt. Wie schon gestern gesagt zeigt dies deutlich, dass beide Seiten kein Interesse an einer echten Eskalation haben.

Was mir beim Nachdenken über die ganze Sache aber nochmal in den Sinn kam, ist die interessante Aussage, es handle sich hier um ein „jährliches Manöver“, denn bisher gab es kein jährliches Manöver, bei dem Nordkorea möglichst nah an die Grenzlinie, nicht aber darüber geschossen hat. Was mir bei „jährlichem Manöver“ aber sehrwohl einfällt sind die, „Operation Team Spirit“ genannten, gemeinsamen Truppenübungen Südkoreas und der USA, die für gewöhnlich im März stattfinden. Wenn man sich nun erinnert, dass die Schifffahrtsperre, die Nordkorea scheinbar in Vorbereitung des eigenen Manövers verhängt hatte, bis Ende März gelten soll, dann ist es zumindest nicht gänzlich abwegig, da einen Zusammenhang herzustellen. Wie gesagt, erstens wegen des Wortlautes „jährliches Manöver“, der eigentlich eher verwundet und zweitens aufgrund der terminlichen Überschneidungen.

Vor allem letztes Jahr hatte Nordkorea auf „Operation Team Spirit“ äußerst ungehalten reagiert und möglicherweise wollte es in diesem Jahr eine solche Übung im Vorhinein torpedieren, da die Andere Seite im zeitgleichen Abhalten von Manövern ein Eskalationspotenzial erkennen könnte. Weiterhin könnte man Nordkoreas Vorgehen auch als Hinweis auf das verstehen, was aus Pjöngjang oft als „double standards“ gebrandmarkt wird. „Warum sollen die USA und Südkorea ein Manöver abhalten dürfen, wir aber nicht“. Wie gesagt, ist mir nur so in den Sinn gekommen, könnte aber durchaus einen ergänzenden Grund für das nordkoreanische Vorgehen darstellen.

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