Warum ich nicht in Nordkorea investieren würde und weshalb es vielleicht trotzdem keine schlechte Idee ist


Eben habe ich in der WELT einen Artikel gelesen, den ich ganz interessant fand. Darin geht es um den bayrischen Schuhunternehmer Michael Ertl, der plant in der gemeinsam von Nord- und Südkorea auf nordkoreanischem Boden betriebenen Sonderwirtschaftszone Kaesong zu investieren. Ich fand das deshalb relativ spannend, weil ich mir danach einfach mal überlegt habe, ob ich wohl aktuell Geld in Kaesong investieren würde. Anfangen will ich aber mit einem kleinen Korrekturblock, denn, naja, die WELT eben

WELT-Korrekturblock

Michael Ertl ist einer der ersten, aber definitiv nicht der Erste Deutsche, der in Nordkorea investieren will. Das hätte der Autor mit einem Blick ins eigene Archiv herausfinden können, wo er hätte lesen können: „Gerry Weber lässt in Nordkorea schneidern„. Oder er hätte es einfach mal beim zuverlässigen Startpunkt fast jeder Recherche versucht und sich den wirklich guten Wikipedia-Artikel zu den deutsch-nordkoreanischen-Beziehungen angeschaut (ich weiß, dass der ganz gut ist, weil ich bei der Erstellung ein (wenn auch nur geringen) Anteil hatte). Da hätte er lesen können, dass die Firma Prettl von 2007 bis 2010 in Kaesong investiert hatte, bevor sich die Pläne dort zerschlugen. Oder er hätte dort gelesen, dass die IT-Firma Nosotek seit 2008 in Nordkorea Software programmieren lässt und dass diese Firma im Gegensatz zu Ertls Plänen so richtig in Nordkorea sitzt und nicht in dem Mischgebiet Kaesong. Aber naja, ich hatte mir ja vorgenommen nicht zu kritisch zu sein und der Autor hat natürlich recht: „Erster Deutscher will in Nordkorea investieren“ ist eine wesentlich griffigere Schlagzeile als „Zirka vierter Deutscher will in Nordkorea investieren“, sowas interessiert ja dann echt keinen. Aber der Erste. Prima. Aber zurück zum Thema: Ist das jetzt eine gute Idee in Nordkorea bzw. in Kaesong zu investieren?

Würde ich in Kaesong investieren?

Hm, garnicht so einfach, weil ich natürlich nicht weiß, was in den nächsten fünf Jahren passiert:
Wenn sich Nordkoreas Außenpolitik in Zukunft friedlich und berechenbar darstellt, es keine Kriegsdrohungen mehr gibt und keine Schließungen der Sonderwirtschaftszone Kaesong und wenn man alle exportrechtlichen Fragen geklärt hat, dann ist es bestimmt keine total schlechte Idee in Kaesong zu investieren, obwohl es natürlich zumindest aktuell noch einige Hemmnisse gibt, die auch im WELT-Artikel beschrieben sind. Wenn sich das alles so wie beschrieben entwickelt, ist die Investition vermutlich vergleichbar mit einem Einstieg in einem anderen Niedriglohnland, mit gut ausgebildeten und disziplinierten Arbeitskräften.
Wenn sich aber das außenpolitische Verhalten Nordkoreas eher in aggressiven und unberechenbaren Bahnen verharrt, einschließlich Drohungen von oder tatsächlichen Schließungen der Sonderwirtschaftszone, dann  dürfte es schwierig werden, die Investitionssumme wieder reinzuholen. Zumindest wird sich Herr Ertl in diesem Fall nie sicher sein können, dass sich sein Investment je rentiert.
Da das Verhalten Pjöngjangs in den letzten fünf Jahren und auch nach dem Machtwechsel von Kim Jong Il auf Kim Jong Un sich nie dadurch ausgezeichnet hat, dass es besonders friedlich oder berechenbar gewesen wäre, würde ich eher vorsichtig sein mit positiven Prognosen für die nächsten Jahre. Gerade die Tatsache, dass Nordkorea im vergangenen Jahr erstmals so weit ging, Kaesong stillzulegen zeigt, dass die gesamte Anlage nicht so wichtig zu sein scheint, dass man sie nicht als Verhandlungsmasse nutzen würde. Ich würde nicht wetten, dass Pjöngjang in Zukunft davor zurückschrecken wird, den Komplex nochmal oder vielleicht auch komplett stillzulegen. Das Ferienressort im Kumgangsan, das seit Jahren im Dornröschenschlaf liegt, sollte hier als Mahnung dienen.

Andere Orte in Nordkorea bieten bessere Investitionschancen…

Kurz, wenn ich eine Million oder so über hätte, würde ich sie nicht in Kaesong investieren. Das soll aber kein Ratschlag sein, denn ich würde mich auch als besonders risikoavers einschätzen und natürlich hat Herr Ertl recht: Wenn man sich als erster in einem neuen Markt oder Standort etablieren kann, dann hat man bessere Chancen, wenn es irgendwann richtig losgeht. Es kann nur sein, dass man dafür einen langen Atem braucht, länger als ihn Gerry Weber und Prettl hatten. Ich würde mir sogar zweimal überlegen, ob ich als Deutscher ausgerechnet nach Kaesong ginge, denn diese Anlage ist meiner Meinung nach mit geringeren Chancen versehen, dafür aber mit höheren Risiken behaftet, als andere Optionen in Nordkorea:
Kaesong ist meiner Meinung nach sowas wie eine exterritoriale südkoreanische Produktionsstätte mit nordkoreanischen Arbeitern. Durch diese Konstellation ist der Zugang zum nordkoreanischen Markt erschwert und nur der Zugang zum südkoreanischen Wirtschaftsraum offen. Das heißt die Marktchancen, wenn sich in Nordkorea was ändert sind erstmal weniger dynamisch, als wäre man direkt im Land investiert. Gleichzeitig unterliegt Kaesong einem besonderen politischen Risiko. Immer wenn es Spannungen zwischen Seoul und Pjöngjang gibt, schwebt das wie ein Damoklesschwert über der Anlage. An anderen Orten in Nordkorea ist das so nicht gegeben.
Gleichzeitig ist Europäern der Weg nach Rason nicht verschlossen, im Gegensatz zu Südkoreanern  (Irgendwie hat mein Hinweis darauf, dass Südkoreanern der Weg nach Rason verschlossen sei, sich als Fehlannahme erwiesen. Danke Werner für die Richtigstellung!) Gleichzeitig stehen Europäern die Türen nach Rason weit offen.  Dort scheinen die Bemühungen des Regimes in Pjöngjang Wirkung zu zeigen und es entfaltet sich zur Zeit eine gewisse wirtschaftliche Dynamik. Gleichzeitig bestehen sowohl Marktchancen in Nordkorea, als auch wegen der geographischen Nähe in China und mit Abstrichen (weil es da nicht so viele Menschen gibt und so) in Russland. Politische Aspekte dürften sich eher nicht auf Rason auswirken, weil dort China und Russland die Nachbarn sind und mit denen ist vorerst nicht mit einem so tiefgreifenden Konflikt zu rechnen, wie er zwischen Nord- und Südkorea besteht.

…aber da würde ich auch nicht investieren…

Das heißt wiederum nicht, dass ich eine Investition in Rason empfehlen würde, aber wenn ich darüber nachdenken würde in Nordkorea zu investieren, dann würde ich mich eher für Rason als für Kaesong interessieren. Natürlich könnte ich auch noch über ein Joint-Venture außerhalb einer Sonderwirtschaftszone nachdenken, aber aktuell muss man dafür mutig sein. Wenn die Anfangsinvestition eher gering ist, wie ich das bei Nosotek einschätzen würde, dann kann man das Risiko vielleicht noch eingehen. Aber wenn man da viel aufbauen muss, dann zeigt der Fall Orascom (die haben scheinbar Schwierigkeiten an ihre Gewinne zu kommen, weil Pjöngjang die nicht transferiert), dass selbst globale Konzerne so ihre Schwierigkeiten mit der Führung in Pjöngjang bekommen können. Zwar bleibt man bei Orascom optimistisch, aber wenn man das viele Geld, das man in Nordkorea verdient hat, irgendwann mal woanders braucht, dann wird es kompliziert.

…weil ich ängstlich bin. Aber: Den Mutigen gehört die Welt

Alles in allem gibt es in Nordkorea zwar große Chancen, aber die wurden schon seit langem kolportiert und nur wenige konnten wirklich Profit daraus schöpfen. Im Endeffekt hängt sehr vieles von der politischen Entwicklung im Lande ab und ich gehe nicht davon aus, dass es kurz- oder mittelfristig zu Entwicklungen kommen wird, die Nordkorea zu einem stabilen und vielversprechenden Markt machen. Vielmehr kann ich mir Entwicklungen vorstellen, die das Land destabilisieren und die Investitionen in Gefahr bringen. Entweder, weil das gegenwärtige System sich als Risiko darstellt oder weil es ins Wanken gerät und durch die entstehende Unordnung Risiken wachsen. Aber wie ich oben schonmal gesagt habe, das hängt von der individuellen Risikobereitschaft ab. Und es heißt ja nicht ohne Grund: Den Mutigen gehört die Welt…

Trash zum Sonntag (IV) und beste Jahresendwünsche


Eigentlich wollte ich in der letzten Woche noch ein oder zwei Beiträge Posten und mich dann heute mit einem Trash zum Sonntag in die Weihnachts- und vielleicht auch Silvesterferien verabschieden. Aber ihr wisst ja vermutlich auch, wie es in dieser Jahreszeit in kapitalistischen Gesellschaften so läuft: Einerseits türmen sich die Termine mit Weihnachtsfeiern und sonstigen Events, andererseits muss man sich auch noch ein bisschen dem Konsumterror hingeben (obwohl ich damit dieses Jahr recht gut wegkam). Naja und als Konsequenz hat man dann superwenig Zeit, dafür aber jede Menge Stress und schafft niemals auch nur annähernd alles was man will. Eigentlich habe ich jetzt gerade auch nicht wirklich Zeit, aber sich so sang und klanglos aus so einem spektakulären Jahr zu verabschieden, wäre dann doch ein bisschen blöd gewesen. Daher hier meine kurze (vermutlich) Jahresendbotschaft, da ich nach Weihnachten ein paar Tage in einem benachbarten Land zubringen werde, dass sich bis vor einigen Monaten als einziges europäisches Land rühmen konnte, ein nordkoreanisches Restaurant zu haben.

Naja und weil ich eben wenig Zeit habe, will ich auch nicht besonders viele Worte machen. Ein Trash zum Sonntag in Form eines Geschenks (das ich aber quasi nur weiterreiche) und das war es schon mit der Vorweihnachtsbescherung. Dank Nordi, der auf der Freien Beitragsseite darauf hingewiesen hat, bin ich auf das interessante Game „Pyongyang Racer“ aufmerksam geworden. Das Spiel ist eine geschickte Werbeaktion von Koryotours, die sich sehr gut auf virales Marketing verstehen und so auch hier in meiner Trash-Kategorie landen.

Warum Trash? Nunja, „Pyongyang Racer“ ist kein Highend Produkt. Dazu muss man das nichtmal gezockt haben, das sieht man auch so. Zocken ginge auch nicht, weil wohl die PR-Aktion so erfolgreich war, dass der Server von der Koryo-Group jetzt auch quasi trash ist und der Link zum Spiel zurzeit tot. Wer aber so vor 15 Jahren auf seinem 4.86er gerne Autorennspiele gedaddelt hat, der findet vielleicht noch echtes Vergnügen an dem Spiel und wer an sehr rudimentärem Basiswissen über Pjöngjang interessiert ist, der sollte sich auch mal die gut zehn Minuten nehmen, die es wohl braucht, das Spiel durchzuspielen.

Achja, interessant auch die Werkstatt aus der das ganze stammt. Zwar steht da, dass es von nordkoreanischen Programmierern programmiert sei, aber die Firma Nosotek kennen wir ja schon. Die ist nämlich im Endeffekt eine deutsch.

Wie gesagt, vielmehr als ein bisschen Ansichtsmaterial kann ich euch noch nicht liefern, aber irgendwann wird die Koryogroup schon ihren Server in den Griff kriegen oder das Interesse der Gamer nachlassen. Bis dahin könnt ihr euch ja die Zeit mit warten vertreiben, denn das Christkind kommt morgen so oder so…

Sorry, dass ich nichts zu verhafteten Amerikanern geschrieben habe (außer einer Vorabankündigung), von leuchtenden Weihnachtsbäumen (aber der Schwachsinn wiederholt sich ja wie andere Dinge alle Jahre wieder) oder von absolut sicheren Raketenbeweisen (nicht mehr als das übliche Geklappere rund um nordkoreanische Satelliten-/Raketenstarts), aber das wäre in Anbetracht meines beschränkten Zeitbudgets zu viel Aufmerksamkeit für nur mittelmäßig wichtige Themen gewesen, da ist mir was Lustiges doch lieber.

Also verabschiede ich mich definitiv bis nach Weihnachten und vermutlich bis zum nächsten Jahr und wünsche euch eine ruhige und besinnliche/gemütliche/schöne/relaxte Zeit und einen gute Start nach 2013. Wenn ihr auf dem Laufenden bleiben wollt, dann schaut euch doch einfach die Blogs an, auf die ich auf der Linkseite verweise oder bedient euch bei den Hinweisen zu Nachrichtenagenturen etc. oder je nach Interesse bei den anderen Links, die ich so gesammelt habe. Macht‘s gut und bis dann…

Die perfekte Schlammkugel: Bloomberg wirft Rupert Murdoch Nordkorea an den Kopf!


In den USA schwappt gerade eine Art Skandälchen durch die Medien und Blogs, das ich eigentlich nicht so ganz nachvollziehen kann, aber schon irgendwie lustig finde. Grob gesagt geht es um den australischen Medienmogul Rupert Murdoch und sein Medienimperium News Corp, zu dessen Herzstücken 20th Century Fox und die Fox Broadcasting Company gehören. Nordkoreanische Computerspielentwickler sollen für die News Corp zwei Handyspielapplikationen entwickelt haben, die auf den Filmen „The Big Lebowski“ und „Men in black“ basieren. Grundsätzlich ist an diesem Sachverhalt zumindest rechtlich nichts auszusetzen, da solche Geschäfte nicht unter das bestehende Sanktionsregime gegenüber Nordkorea fallen. Was die Sache dann allerdings doch interessant macht ist die Tatsache, dass die Hauptrollen von Nordkorea und Rupert Murdoch gespielt werden. Dieser gilt als sehr konservativ und sein Sender Fox News tat sich beispielsweise vor und während des Irak Kriegs als Scharfmacher hervor und auch im Bezug auf Iran und Nordkorea kann man dort immer wieder Berichterstattung sehen, die (mehr oder weniger) böswillige Menschen leicht als Kriegstreiberei (oder zumindest als Vorstufe dazu) wahrnehmen könnten. Tja und dass eben dieser stramm konservative Murdoch Geschäfte mit einem Schurkenstaat wie Nordkorea machte führte zu einem Artikel von Bloomberg, der unter dem durchaus humorvollen (wer „The Big Lebowski“ gesehen hat weiß warum) Titel „Kim Bowled for Murdoch’s Dollars With Korean Games“  veröffentlicht wurde und beispielsweise bei der Huffington Post mit weniger humorvollem Titel aber dafür schön reißerisch („Rupert Murdoch Reportedly Funds North Korean Regime„) und einigem Hohn rezipiert wurde.

Die (kurze) Story

Die Story an sich ist schnell erzählt: Programmierer der nordkoreanischen General Federation of Science and Technology haben nach Aussagen zweier leitender Angestellter der Nosotek Joint Venture Company (ihr erinnert euch? Die wurde hier in anderem Zusammenhang schonmal erwähnt) im Jahr 2007 zwei Handygames für Murdochs News Corp programmiert. Das wars! Man weiß nichts über Details und natürlich nicht wieviel Geld geflossen ist (aber besonders viel, selbst für nordkoreanische Maßstäbe dürfte es wohl nicht gewesen sein).

…und ihre Untermalung

Da aber eine so kurze Story nicht besonders spektakulär ist, hat man das Ganze noch mit den üblichen Erzählungen über Cyber-Kriegführung (Durch erfolgreiche Tätigkeit auf dem Software-Markt verbessern sich die Fähigkeit nordkoreanischer Programmierer, die könnten dadurch bald auch als gefährliche Netz-Soldaten die USA und Südkorea angreifen. Ich kenne mich nicht so besonders gut aus, aber das hört sich für mich an, als würde man sagen, dass alle LKW-Fahrer bei Bedarf auch sofort eine Panzerarmee steuern könnten oder so) und darüber, dass jegliche Geschäfte mit Nordkorea Kims Regime am Leben erhalten würden, weil sie die Politik der US-Regierung unterlaufen. Ausgiebig wird in dem Artikel auch Volker Eloesser, der Gründer von Nosotek, zitiert. Der versucht aber eher Werbung für seine Firma und Investitionen in Nordkorea machen zu wollen.

Warum das Ganze?

Das alles ist ja schön und gut und irgendwie kann man es ja auch kurios finden, dass Geld aus den Kassen von Murdochs Imperium nach Nordkorea fließt. Aber da eine Story à la „wegen Rupert Murdoch überlebt Kims Regime und wird uns wohl bald mit einer hochgerüsteten Hackerbrigade (ich liebe dieses herrlich dämliche Wort) angreifen“ draus zu machen finde ich dann doch etwas naja, übertrieben. Um ein bisschen hinter diese zusammengeschusterte Geschichte zu gucken ist die Frage vielleicht angebracht, wo sie herkommt: Bloomberg, die Mediengruppe des Milliardärs und Bürgermeisters von New York, den man eher als progressiv beschreiben kann, ist einer der wichtigen Konkurrenten von Murdochs News Corp. Und was liegt da näher, die Konkurrenzfirma ein bisschen mit Hohn und Spott zu übergießen und zu schauen, ob man das konservative Image Murdochs nicht etwas beschädigen kann.

Unkonventionelles Marketing

Was Volker Eloesser in der ganzen Story zu suche hat ist mir ein bisschen schleierhaft, denn eigentlich widerspricht er in seinen Aussagen dem Grundtenor des Artikels. Für ihn ist das allerdings ne gute Sache, denn es gibt wohl kaum bessere Werbung für seine Firma, als bei Bloomberg genannt zu werden und damit bei potentiellen Geschäftsinteressenten bekannter zu werden und dazu gibt man vielleicht auch mal gerne ein paar Geschäftsgeheimnisse preis, die Murdoch sicher gerne für sich behalten hätte (obwohl er vermutlich von dem Geschäft garnichts wusste). Wohl eine Art Marketing auf Kosten Murdochs. Und Bloomberg musste ihn wohl zitieren, da die Infos ja aus seiner Firma kamen.

Ein Spiegel für Murdochs „Doppelmoral“

Und Nordkorea? Naja, Nordkorea hat eigentlich garnichts mit der Geschichte zu tun, außer dass es hier als die Ausgeburt des Bösen und als Spiegel für Murdochs „Doppelmoral“ dienen soll. Währen stattdessen Geschäfte zwischen News Corp und Iran oder Myanmar ans Licht gekommen, hätte der Artikel wohl ziemlich ähnlich ausgesehen. Grundsätzlich hat Nordkorea dieses Mal wohl nichts Falsches oder Schlechtes Getan, es wurde nur von Bloomberg als Schlammkugel genutzt, die man dem Konkurrenten an den Kopf schleuderte.

Von gedankenlosen Autoren und bedenklichem Subtext

Zum Abschluss möchte ich noch etwas erwähnen, dass mir aufgefallen ist, weil der Artikel es wie selbstverständlich im Subtext transportierte, ohne dass sich der Autor darüber Gedanken gemacht zu haben scheint. Die Art in der der Artikel aufgemacht ist sagt: „Es ist schlecht mit Nordkorea Geschäfte zu machen, auch wenn sie erlaubt sind.“ Zu einer Aussage wie „Any sort of transaction that gives cash to the North Korean government works against U.S. policy“ muss man eigentlich wohl nichts mehr mehr sagen. Wer Geschäfte mit dem Land macht ist unpatriotisch. Generell muss natürlich ein Weg gesucht werden, um Kims Regime ein Ende zu setzen. Aber dass das totale Zugrunderichten der Wirtschaft (und sich entwickelnder Zweige) in Form eines absoluten Wirtschaftsembargos (was der Text (wie gesagt vermutlich aus Gedankenlosigkeit und weil es dem Autor eigentlich nur um Murdoch geht) nicht unbedingt der beste (vermutlich sogar einer der Schlechtesten) Weg ist einem Regime ein Ende zu setzen und dass ein solches Vorgehen am Meisten die trifft, die nichts damit zu tun haben, das haben schon genug Beispiele belegt (Irak und Kuba beispielsweise). Denkt man die Aussagen weiter, so dürfte wohl keine US-Firma mehr Geschäfte mit Staaten machen, die unter irgendwelchen Sanktionen der USA stehen und es ergäbe sich ein feiner Automatismus. Ob sich andere Investoren von der Indiskretion Seites Nosotek oder dem Medienecho auf Murdochs Geschäfte werden abschrecken lassen ist bleibt offen, aber da es ja genug Firmen gibt, die sich selbst von UN-Sanktionen nicht abschrecken lassen, dürfte Nosotek, wenn künftig wieder diskreter, wohl auch in Zukunft gute Geschäfte machen.