(UPDATE II 19.07.2013): Nicht nur brauner Zucker: Die Entdeckung eines Schiffs mit Raketenteilen wirft neues Licht auf die Kubanisch-Nordkoreanischen Beziehungen


Update II (19.07.2013):

Erstaunlich. Auch Nordkorea nutzt in diesem Fall eine relativ ungewöhnliche Kommunikationsstrategie, indem es sich zu dem Fall äußert. Die Stellungnahme des nordkoreanischen Außenministeriums besagt ungefähr das gleiche, wie es auch die zuvor erfolgte Stellungnahme Kubas beinhaltete: Es handelt sich um veraltete Waffen, die zur Überholung nach Nordkorea geschafft und dann nach Kuba zurückgeliefert werden sollten. Die Durchsuchung des Frachters war ungerechtfertigt und erfolgte unter einem Vorwand.

Diese Forderung ist allerdings relativ illusorisch, wenn man bedenkt, dass sich gleichzeitig Experten des UN-Panels zu den Sanktionen gegen Nordkorea auf den Weg gemacht haben, um das Schiff und die Ladung zu begutachten.

Interessant fand ich auch einen Bericht der Chosun Ilbo (BILD-like, also Vorsicht), nach dem ein ähnlicher Schiffsbesuch Kubas durch einen nordkoreanischen Frachter im vergangenen Jahr erfolgt war. Das ist insofern bemerkenswert, weil laut Bericht solche weiten Strecken mit relativ kleinen Frachtern eigentlich keinen ökonomischen Nutzen ergeben, jedenfalls wenn nur erlaubte Ware transportiert wird. Im Endeffekt ist das allerdings egal, denn was damals auf dem Schiff war, wird niemand mehr herausfinden können.

Update I (17.07.2013):

Dank der kubanischen Regierung sind schnell weitere Details über den vorliegenden Fall bekannt geworden. In einer Stellungnahme gab das kubanische Außenministerium bekannt, bei den Waffen auf dem Frachter Chong Chon Gang handle es sich um veraltete Waffensysteme, die weiterhin Kuba gehörten und nur zur Reparatur nach Nordkorea geschickt worden seien. Bei den insgesamt etwa 240 Tonnen Waffen handle es sich um zwei Volga und Pechora Luftabwehrraketensystemen, neun Raketen in Teilen und Stücken, zwei Mig-21 Jagdflugzeuge und 15 Antriebe für diese Flugzeuge.
Die Tatsache, dass die Transaktion durch verschiedene Resolutionen des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen verboten bleibt, ganz unabhängig davon, ob die Waffen jetzt nach Nordkorea verkauft werden sollten, oder nur dort in Reparatur geschickt wurden. Resolution 1718 beschließt

dass alle Mitgliedstaaten die Lieferung, den Verkauf oder den Transfer der nachstehenden Gegenstände an die DRVK, auf direktem oder indirektem Weg, über ihr Hoheitsgebiet oder durch ihre Staatsangehörigen oder unter Benutzung von ihre Flagge führenden Schiffen oder Luftfahrzeugen, und gleichviel ob sie ihren Ursprung in ihrem Hoheitsgebiet haben oder nicht, verhindern werden

worunter alle Waffensystem und Ersatzteile fallen, die auf dem Schiff transportiert genannt werden.

Ein bisschen ungereimt

Allerdings muss ich zugeben, dass ich der Darstellung des kubanischen Außenministeriums noch nicht so ganz glauben kann und will. Bei den vielen Gedanken, die man sich um den Zustand der kubanischen Luftwaffe und über die Auswirkungen der zwei MIG-21 und der 15 Antriebe auf die Wehrfähigkeit des Landes gemacht hat (als wäre es nicht vollkommen egal, ob Kuba im Härtefall zwei MIG mehr oder weniger hätte), hat man nämlich den Zustand der nordkoreanischen Luftwaffe außer Acht gelassen. Zwar sind die nordkoreanischen Flugzeugingenieure für ihr Improvisationstalent bekannt, allerdings fliegt ein Großteil der nordkoreanischen Flugzeuge nicht, weil es reparaturbedürftig ist und Ersatzteile fehlen. Und als ich dann noch „MIG-21“ hörte, erinnerte ich mich an eine andere Geschichte. Vor kurzem wurde nämlich ein geplatzter Deal bekannt, in dem Nordkorea unter der Hand von einem mongolischen Luftwaffengeneral 20 kaputte MIG-21 gekauft hatte, um die eigene Flotte reparieren zu können.
Naja und da frag ich mich, ob man dann, wenn man noch nicht mal für die eigenen Flugzeuge Ersatzteile hat, fremde Flieger unter hohem Risiko ins Land holt, um sie mit relativ geringem Ertrag reparieren zu können. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Kubaner ganz legal die Ersatzteile hätten besorgen können und wenn sie selbst dazu nicht in der Lage gewesen wären, hätten auch nordkoreanische Ingenieure ins Land kommen können und die Flieger da reparieren. Für naheliegender halte ich es, dass die Flieger als Ersatzteile gekauft wurden.

Jedenfalls bin ich mit der bisherigen Auflösung der Geschichte noch nicht ganz zufrieden und gespannt, ob jetzt, oder in fernerer Zukunft dazu noch mehr kommt.

Ursprünglicher Beitrag (16.07.2013):

Erst kürzlich habe ich mich mit dem nordkoreanischen Waffenhandel befasst und dabei besonders auf die Praktiken beim Export von schweren Waffen fokussiert, da gibt es deutliche Hinweise, dass diese Waffengeschäfte keine Einbahnstraße sind.
Heute morgen kommen Meldungen aus Panama, nach denen bei der Durchquerung des Panamakanals ein unter nordkoreanischer Flagge fahrendes Frachtschiff aufgebracht wurde, das Raketenteile an Bord gehabt hat. Angaben des panamaischen Präsidenten Ricardo Martinelli zufolge war das Schiff von Kuba aus nach Nordkorea unterwegs und transportierte offiziell braunen Zucker. Die panamaischen Behörden durchsuchten das Schiff an der atlantischen Seite des Kanals, weil sie Drogen an Bord vermuteten. Das aggressive Verhalten der Crew und der Selbstmordversuch des Kapitäns im Laufe der Überprüfung führten dann dazu, dass man sich sicher war irgendetwas an Bord zu finden, was sich dann auch bestätigte. Es handelt sich wohl um noch nicht näher identifizierte, aber technisch ausgefeilte Bauteile für Raketen, die sich in zwei Containern des Schiffes fanden.

Raketenteile Nordkorea

Keine Ahnung was das ist. Brauner Zucker ist es aber jedenfalls nicht (außer man benutzt in Nordkorea seltsame Zuckerstreuer…) (Quelle: Ricardo Martinelli via Twitter. Mit einem Klick auf das Bild kommt ihr zu seinem Tweet).

Rechtslage ist klar

Zum jetzigen Zeitpunkt ist über den Fall noch sehr wenig bekannt und mitunter kann es ein paar Jahre dauern, bis das im Bericht der UN-Expertengruppe auftaucht, die sich mit der Umsetzung der Sanktionen gegen Nordkorea befasst. Allerdings ist die Rechtslage natürlich glasklar: Nordkorea darf keine Raketenteil importieren, das besagt eine ganze Reihe von UN-Resolutionen (in Resolution 1718 in Paragraf 8 a ii findet ihr die geltende Rechtslage dazu). Dementsprechend werden wir auf jeden Fall irgendwann mehr dazu erfahren.

Kuba: Neues Teil in Nordkoreas Proliferationspuzzle

Allerdings gibt es schon jetzt einige interessante Aspekte, auf die näher eingegangen werden kann. Wie Marcus Noland in seiner Analyse zum Bericht des Expertenpanels der VN zu den Sanktionen gegen Nordkorea richtig anmerkte, wurden bisher zwar schon viele Versuche Nordkoreas entdeckt und verhindert, Waffen zu exportieren, allerdings war bis zum jetzigen Zeitpunkt über die Gegenrichtung, also den Import von Materialien zur Entwicklung der Raketen- und Nuklearprogramme des Landes kaum etwas bekannt.
Man wusste zwar, dass Nordkorea auf Hilfe von außen angewiesen war und hatte auch einige Mutmaßungen, woher die Hilfe kommen könnte, aber konkretes war nicht entdeckt worden. Auch tauchte Kuba bei diesen Mutmaßungen bisher eher selten auf. Eigentlich stand hier der Iran im Fokus, manchmal auch Pakistan (aber vielleicht ist das auch dem Zeitgeist geschuldet, der wahre Feind sitzt zurzeit eben nicht so sehr in Havanna, sondern eher in Teheran). Daher könnte die jüngste Entdeckung einen Meilenstein darstellen bei den Versuchen, Nordkoreas Bezugswege für relevante Materialien auszutrocknen oder zumindest so zu erschweren, dass die Fortschritte des Programms maßgeblich verlangsamt und verteuert werden. Daher ist dieser Fund schonmal von besonderer Relevanz.

Beziehungen zwischen Nordkorea und Kuba: Bedeutender als gedacht

Zwar ist es kein Geheimnis, dass Kuba und Nordkorea durchaus gute Beziehungen pflegen, Militärattachés ausgetauscht haben und sich auch mal auf Militärebene gegenseitig besuchen, aber bisher wurde Kuba zumindest öffentlich nicht als eines derjenigen Länder genannt, das zum Proliferationsnetzwerk Nordkoreas gehört. Das dürfte sich jetzt ändern. Auch ich werde künftig die Beziehungen zwischen Kuba und Nordkorea in einem neuen Licht betrachten, bisher hatte ich die nämlich eher als historische Artefakte gesehen, die zwar noch da sind, aber nicht so recht Ergebnisse in der Realität liefern.
Interessant ist aber auch die Koinzidenz zu einem Treffen, das ich unter „Beziehungspflege“ abgelegt hatte, dessen zeitliche Nähe zu der jetzigen Entdeckung aber auf einen direkten Zusammenhang hindeuten könnte. Vor gut zwei Wochen besuchte nämlich eine nordkoreanische Militärdelegation, angeführt vom relativ neuen (aber das ist aktuell ja in Nordkorea fast jeder Militär) Generalstabschef Kim Kyok-sik Kuba und traf dort unter anderem mit Staatspräsident Raúl Castro zusammen. Im Rahmen einer solch hochrangigen Reise dürfte man vermutlich auch, zumindest am Rande, über einen bevorstehenden Transport, der für die Nordkoreaner nicht unwichtig gewesen sein dürfte, gesprochen haben. Vielleicht sollte ich in Zukunft noch genauer hinschauen, wo hochrangige nordkoreanische Militärs so hinfahren…

Die Rolle Kubas bleibt vorher unklar: Produzent, Zwischenhändler oder Umladehafen?

Welche Rolle Kuba letztlich in der Geschichte konkret gespielt hat, muss sich erst noch rausstellen. Ich bin kein Kuba-Experte, allerdings würde es mich wundern, wenn das Land, das direkt vor der Haustür der USA liegt, Nordkorea irgendwelche wichtigen raketentechnischen Entwicklungen voraus hätte (wie allergisch die USA auf weitreichende Raketen in Kuba reagieren, zeigt ja die Sache mit der Kubakrise vor gut 50 Jahren. Daher kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, dass die Kubaner etwas mit direktem Raketenbezug (es ist ja von „Raketenteilen“ die Rede) produziert, das die Nordkoreaner nicht selbst besser machen könnten. Daher wäre es für mich durchaus denkbar, dass Kuba nur die Zwischenstation der Güter war und entweder als Zwischenhändler, oder als Umladehafen fungierte, um die Route der Teile zu verschleiern oder den Transport vollkommen unauffällig zu machen. Die Frage wäre dann aber immernoch, wo kam das Zeug her und wie lange spielt Kuba schon eine Rolle in Nordkoreas Transportnetzwerk. Jedenfalls wird der Panamakanal als Nadelöhr in Zukunft vermutlich  noch viel aktiver nach nordkoreanischen Schiffen gescannt werden und vielleicht werden wir in Zukunft dann noch mehr Entdeckungen erleben.

Ein Strauß voll Buntes (VIII): Bunter Strauß gegen graue Wintertristesse


Eigentlich hatte ich mir ja heute morgen überlegt, was über Kim Jong Uns „Krisentreffen“ mit hochrangigen Funktionären aus den Bereichen Sicherheit und Äußeres (das ich in den Kontext „Droherei“ hätte einordnen können) und/oder über die 4. Parteizellensekretärskonferenz, die mittlerweile ohne spektakuläre Ergebnisse in Pjöngjang zuende gegangen ist (vielleicht wollte Kim Jong Un sich und seine Errungenschaften (Pjöngjang sieht irgendwie modern aus…) der „Basis“ präsentieren?) zu schreiben. Ich habe mich aber dann aus zwei Gründen dagegen entschieden: Einerseits habe ich in der letzten Zeit schon genug in irgendeinder Suppe, die vielleicht Nebel ist, vielleicht sonstwas, gestochert, ohne wirklich was schreiben zu können, andererseits hat meine Liste vorgemerkter Links mittlerweile eine erstaunliche Länge angenommen.

Daher habe ich mich umentschieden. Heute gibt es nochmal einen Strauß voll Buntes. Und weil das Wetter irgendwie trist ist, versuche ich den Strauß umso bunter zu halten…

Die anderen Sträuße, die ich bisher gebunden habe, findet ihr mit einem Klick auf die Blumen. (Foto: Gertrud K. unter CC-Lizenz: Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 US-amerikanisch (nicht portiert) (CC BY-NC-SA 2.0))

Naja, ziemlich vielfältig sieht der Strauß jedenfalls aus und genauso breit gefächert werden auch die Inhalte sein, auf die ich heute Hinweisen werde. Es dürfte ungefähr für jeden was dabei sein…

Reisen und Fliegen

Eigentlich finde ich diesen Reisebericht so super, dass er einen eigenen Artikel verdient hätte. Aber da sich das jetzt gerade so anbietet, wird er stattdessen hier mitverwurstet. Der Bericht ist zwar schon ein paar Monate alt, aber ich bin kürzlich erst drüber gestolpert. Der Autor hat an einer Reise für Flugzeugenthusiasten bzw. Plane-watcher teilgenommen und ist daher ziemlich viel durchs Land geflogen. Naja und was ein richtiger Flugzeugfan sein will, der hat natürlich ne gute Kamera bei, mit der er jede Menge Fotos von und aus den Flugzeugen schießt, mit denen er so unterwegs war, aber natürlich nicht ausschließlich. Nichtsdestotrotz ist das was da zusammengekommen ist eine ziemlich schöne Sammlung von Fotos, die man aus dieser Perspektive selten sieht. Ein bisschen Text (englischen) gibt es auch, aber nicht soviel, dass es anstrengend werden würde. Schaut am besten selbst und habt viel Spaß dabei.

Nordkorea durch chinesische Augen

Einen weiteren kleinen Reisebericht, jedoch bei weitem nicht so spektakulär wie der vorige, gibt es hier zu lesen. Das besondere daran. Er ist von einem Chinesen geschrieben, der als Tourist nach Nordkorea einreiste und sich das Land etwas anschaute und dann später ins Englische übersetzt. Vieles von dem was er schreibt deckt sich mit den Wahrnehmungen westlicher Touristen, aber er ist eben Chinese und sieht deshalb einige Dinge eher mit chinesischen Augen. Am nettesten fand ich das Fazit, in dem als herausragend positiv die wesentlich bessere Luftqualität in Pjöngjang gegenüber chinesischen Städten, hervorgehoben wurde. Irgendwo hab ich das schonmal gehört… (Vielleicht sollte sich die nordkoreanische Regierung mal überlegen, ob sie statt einer verschmutzungsträchtigen Modernisierung diese Entwicklungsstufe nicht überspringen und gleich zu einer nachhaltigen und ressourcenschonenden Wirtschaftsweise übergehen will. Die Voraussetzungen sind so schlecht nicht…). Wenn euch eine chinesische Sichtweise interessiert, dann lohnt sich ein Blick auf den Bericht durchaus.

Nordkoreas Raketen: Was wir darüber wissen und was wir darüber gerne wissen würden.

Markus Schiller, ein Raketenexperte, der in den vergangenen Jahren schon häufiger mal was zu verschiedenen Aspekten von Nordkoreas Raketenprogramm gesagt hat, hat für die RAND Corporation, einen amerikanischen Think Tank ein sehr interessantes Buch geschrieben, in dem er sich sehr detailliert mit dem nordkoreanischen Raketenprogramm auseinandersetzt und dem Leser erklärt, was wir wirklich über die verschiedenen Raketen, ihre Eigenschaften und Entwicklung etc. wissen, was wir nur vermuten und was wir gerne wüssten. Ich bin kein Raketenexperte und verlasse mich daher einfach darauf, dass hier nicht irgendeine politische Agenda verfolgt wird. Aber da Herr Schiller einerseits Fachexperte ist und kein „allgemeiner“ Nordkoreaexperte und weil er andererseits deutscher ist, denke ich, dass das Risiko von politischer Einfärbung des Berichts relativ niedrig ist. Also hier gibt es das gesammelte Wissen zu Nordkoreas Raketenprogramm auf relativ aktuellem Stand.

Nordkoreas Raketen: Die Iran-Connection?

Eben sprach ich ja davon, dass Berichte und Informationen, die vor einer politischen Agenda verfasst werden, mitunter problematisch sind. Normalerweise ignoriere ich sowas, aber dashier fand ich so daneben, dass es hier seinen Platz verdient hat und den Strauß um eine seltsame Schattierung ergänzt. Ich weiß nicht was John S. Park geritten hat, als er auf Basis reiner Spekulationen und mit gutem Sinn für Verschwörungstheorien, diesen kleinen Text schrieb, in dem er behauptet, Nordkoreas erfolgreicher Raketenstart gehe direkt auf eine verstärkte Kooperation mit dem Iran auf diesem Feld zurück. Wie gesagt, er hat keinerlei stichhaltige Belege, aber vermutlich passt dieser Schluss gerade zu seinem politischen Zeitgeist und ein bisschen Achsengelaber findet man ja in manchem politischen Lager in den USA immernoch gut. Wohlandenn, lest es oder lasst es, mir gleich.

Retro DPRK

Damit kommen wir wieder zu etwas erfreulicherem. Seit einiger Zeit gibt es das Blog Retro DPRK. Das Ganze ist der gut geölten Werbemaschinerie von Koryo Tours entsprungen, aber deshalb noch lange nicht schlecht. Im Endeffekt macht der Autor der Seite nämlich nichts anderes, als Bilder hochzuladen. Aber nicht Fotos oder so, sondern eingescannte Publikationen wie Werbebroschüren oder Postkarten aus Nordkorea, die schon ein paar Jährchen auf dem Buckel haben, also aus den 70er, 80er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts. Große Erkenntnisgewinne gibt das Blog zwar nicht her, dafür macht es aber einfach Spaß, das hin und wieder mal anzuschauen und ein paar alte Bilder zu gucken.

New Focus International

Ich wundere, dass dieses Blog bisher noch nicht mehr Aufmerksamkeit bekommen hat, denn ich halte es für eine echte Bereicherung und es liefert neue Perspektiven auf Nordkorea, zu denen wir sonst selten Zugang haben. Das Blog wird nämlich von einer Gruppe geflohener Nordkoreaner betrieben. Solche Seiten gibt es zwar einige, allerdings sind die für gewöhnlich nicht in englische Sprach übersetzt und das macht das für mich interessant. Die Blogger veröffentlichen so alle zwei bis drei Tage einen Artikel zu aktuellen gesellschaftlichen und politischen Fragen mit Bezug zu Nordkorea. Ihre Herkunft, Erfahrungen und Kontakte helfen dabei, einen etwas anderen Blickwinkel aufzubauen, als das westliche Beobachterhäufig tun. Allerdings muss man natürlich auch immer mit einer gewissen Vorsicht an die Lektüre gehen, denn dass sie das Regime nicht mögen, haben sie ja bereits durch ihre Flucht bewiesen und daher weiß man nicht, ob in die Inhalte der Seite nicht auch eine besondere Abneigung gegen das Regime ihren Ausdruck findet. Nichtsdestotrotz ist das Blog unbedingt lesenswert.

Verschiedenes (Werbeblock)

Die Meisten von euch werden schon von dem Buch des Schweizer Geschäftsmannes Felix Abt gehört haben. Ich auch. Herr Abt macht gut und erfolgreich Werbung für das Buch (was ich nicht verurteile, denn ich würde es genauso machen) und ich weiß nicht genau, ob ich das unterstützen soll, weil ich es nicht kenne. Aber unbestritten ist, dass er lange Zeit im Land war und dadurch Erfahrungen und Wissen hat sammeln können, die relativ wenige besitzen. Außerdem finde ich Anekdoten immer toll und ich denke mal, dass sich davon die eine oder andere wird finden lassen. Letztendlich überzeugt haben mich die Aussagen einiger Leute, deren Bewertungen ich schätze. Daher gebe ich ins Blaue hinein sowas wie eine halbe Empfehlung ab: Es gibt das Buch und es könnte durchaus sein, dass sich die Lektüre lohnt. Aber ob ihr es kaufen wollt liegt bei euch. Was es umsonst gibt und was auch durchaus schonmal lohnenswert ist, sind die Ergebnisse von Herrn Abts PR-Bemühungen. Auf seiner Facebook-Seite und seinem Twitter-Account gibt es öfter mal interessante Hinweise und Diskussionen.

Achja und wenn ich schonmal auf Twitteraccounts verweise, warum nicht auch mal auf meinen. Ich nutze ihn zwar nicht so rege wie meine Facebookseite, aber habe mir kürzlich mal die Mühe gemacht und einige Listen angelegt, die man ganz gut als Nachrichtenaggregatoren über Nordkorea benutzen kann. Kostet nichts und geht einfach, also schaut euch mal an, ob sie euch vielleicht nützlich sind. Wenn der Account von jemandem oder einer Institution in den Listen fehlt, freue ich mich natürlich auch über Hinweise. Naja, vielleicht bringt‘s dem einen oder anderen ja was.

 

So, das war‘s dann mal für heute. Wie immer schließe ich mit dem Hinweis, dass ich die Blogs in den nächsten Tagen (dieses Mal wirklich, hab es letztes Mal nämlich vergessen, wie ich gerade merke) der entsprechenden Linkliste hinzufügen werde und dass ihr da eine ungleich größere Auswahl von Links zu spannenden Blogs finden könnt.