Same procedure as every time! — Süd- und Nordkorea sprechen zwar, bewegen sich aber nicht


Die Verhandlungen zwischen Südkoreas Chefunterhändler bei den Sechs-Parteien-Gesprächen um die Denuklearisierung der Koreanischen Halbinsel, Wi Sung-lac und seinem nordkoreanischen Gegenstück Ri Yong-ho, sind gestern in Peking nach etwa dreistündiger Gesprächsdauer weitgehend ergebnislos zuende gegangen. Standardphrasen wie „nützlich“ und „konstruktiv“ können nicht darüber hinwegtäuschen, dass der einzige Erfolg des Treffens darin lag, dass es überhaupt stattfand und dass ein weiteres Treffen nicht ausgeschlossen wird. Das war es aber dann auch schon. Betrachtet man die Positionen, mit denen beide Seiten in die Verhandlungen gingen, dann ist das Ergebnis keine große Überraschung (vermutlich ist es annähernd das Maximum, das man da rausholen konnte). Die Forderungen die beide Seiten aneinander hatten, sind in diesem Yonhap-Artikel enthalten (kann natürlich sein, dass da noch mehr war, aber mir fällt schlicht nicht mehr viel Zusätzliches ein) und ich will das kurz zusammenfassen:

Nordkoreas Katalog war zwar nicht besonders lang (und nicht besonders neu), hatte es aber trotzdem in sich:

  • Erste und alleinige Forderung: Die Wiederaufnahme der Sechs-Parteien-Gespräche ohne Vorbedingungen.

Damit fordert Pjöngjang nicht weniger, als dass die USA und Südkorea jegliche Erwartungen an Pjöngjang fallen lassen, also auch bspw. die Erfüllung früher gemachter Zusagen. Für Pjöngjang würde das heißen, dass man null Kosten hätte und vermutlich alles nochmal von vorne aushandeln könnte. Interessant auch, dass das Angebot über ein Raketen- und Nukleartestmoratorium, dass Kim Jong Il im Rahmen seines Russlandbesuchs im vergangenen Monat gemacht hatte, scheinbar nicht als Angebot im Raum stand. Kurz gesagt, Nordkoreas Unterhändler haben sich als total unflexibel erwiesen und beharren weiter auf ihren Maximalforderungen. Möglicherweise hätte ein Spielraum zum Verhandeln bestanden, allerdings war wohl schnell abzusehen, dass der Katalog an Forderungen aus dem Süden dann doch etwas zu dick war.

Südkoreas Katalog war nämlich deutlich umfangreicher als der nordkoreanische und scheint in der jüngsten Vergangenheit sogar noch gewachsen zu sein. Die folgenden Forderungen sollte Nordkorea erfüllen, bevor es zu einer Fortsetzung der Sechs-Parteien-Gespräche kommen könne

  • Stopp des Urananreicherungsprogramm
  • Gewährung von Zugang für Inspektoren der Vereinten Nationen
  • Ein Moratorium auf Raketen- und Nukleartests
  • Auch eine Entschuldigung für die Versenkung der Cheonan und den Beschuss der Insel Yonpyong wurde gefordert, allerding ist hier nicht hundertprozentig klar, ob diese Forderung weiterhin als Voraussetzung für eine Fortsetzung der Sechs-Parteien-Gespräche gesehen wird.

Hätte Seoul einen oder anderthalb der oben aufgelisteten Forderungen vorgetragen, dann hätten die Gespräche in ernsthafte Verhandlungen münden können. Aber diese Liste ist ziemlich lang und würde Pjöngjang im Vorhinein einige der interessantesten Verhandlungseinsätze für Sechs-Partien-Gespräche nehmen. Dass man darauf keine Lust hat, ist gut zu verstehen. Sollte Seoul die Entschuldigung Pjöngjangs für die Zwischenfälle des letzten Jahres nicht länger als Voraussetzung sehen, wäre dies ein kleiner Beweis von Flexibilität der zu begrüßen ist. Allerdings hat die südkoreanische Verhandlungsführung auch einen Beweis für Unverschämtheit/Dreistigkeit angetreten, indem sie das Angebot Kim Jong Ils zu einem Raketen- und Nukleartestmoratorium in den eigenen Forderungskatalog übernahmen und Pjöngjang so die Chance nahmen, dieses Angebot als Entgegenkommen einzubringen. Es könnte natürlich sein, dass darüber schon früher gesprochen wurde und man schon irgendeine Art von Deal hingekriegt hat bzw. das Seoul die Forderung schon lange hinter vorgehaltener Hand gestellt hat, aber sollte Seoul das Angebot einfach so zu den eigenen Forderungen genommen haben, dann wäre das ein extrem schlechter Stil und man müsste sich nicht wundern, wenn man in Pjöngjang künftig noch zurückhaltender mit Angeboten wäre. Dementsprechend fällt meine Bewertung der Position Seouls auch uneindeutig aus. Sollte man die Entschuldigungsforderung gestrichen und das Moratorium mit Pjöngjang „abgeklärt“ haben, dann wäre Seouls Position relativ flexibler gewesen, als die Pjöngjangs und man könnte darin durchaus einen ernsthaften Willen zur Wiederaufnahme der Sechs-Parteien-Gespräche erkennen. Sollte es sich in beiden Fällen andersherum verhalten, dann darf man mal wieder nach der Ernsthaftigkeit der Absichten Seouls fragen.

Die Tür bleibt offen

Immerhin ist die Türe für weitere Gespräche schonmal nicht mit einem Krachen zugefallen. Das ist gut. Aber wenn es nicht von beiden Seiten ernsthafte Schritte zueinander hin gibt, dann ist das Ergebnis zukünftiger Gespräche sehr einfach vorauszusehen. Für Seoul mag das Ok sein, da man sich so relativ sicher vor eventuellen Provokationen Pjöngjangs fühlen kann. Aber in Pjöngjang könnte ein langwieriger vollkommen ergebnisloser Gesprächsprozess früher oder später zu Frustration führen. Und dann wäre es durchaus möglich, dass sich Kims Regime entscheidet, lieber wieder eine neue Provokationsrunde einzuläuten und Lee Myung-bak einen maximal unangenehmen Abschied aus dem Amt zu verschaffen. Aber zum Glück sind wir soweit noch nicht.

Nordkorea und USA wollen wieder sprechen. Nur wo?

Angeblich wird schon über eine weitere Verhandlungsrunde zwischen den USA und Nordkorea im nächsten Monat diskutiert. Momentan scheint sich dabei alles um den Austragungsort zu drehen. Dass sich Nordkorea nicht darauf einlassen wird, ein zweites Mal Leute in die USA zu schicken, ist klar (man begäbe sich dadurch in eine unterwürfige Position). Allerdings scheinen die USA auch nicht bereit, Stephen Bosworth nach Pjöngjang zu entsenden, vielleicht um nicht „falsche Signale“ zu geben, aber sicherlich ist das auch ein kleines Zeichen diplomatischer Kraftmeierei („Wenn ihr sprechen wollt, dann mehr nach unseren, als nach euren Bedingungen“). Im Gespräch sind momentan Peking, Singapur, Berlin und Genf. Könnte sein, dass die USA gegen Peking (nicht neutral genug) und Genf (könnte als Ort des Genfer Rahmenabkommens falsche Erwartungen und ungute Zusammenhänge produzieren) sind, aber ich denke der Prozess steckt noch im Anfang. Vermutlich wird man sich einigen und dann dürfen wir gespannt sein, ob eine der Seiten was Neues auf den Tisch legt oder ob man weiterhin auf bilaterale Gespräche um der Gespräche willen setzen wird. Denn eines ist klar: Wenn die USA bzw. Südkorea mit unveränderten Positionen in Verhandlungen gehen, wird sich auch Pjöngjang kein Jota bewegen. Die Folge sind Gespräche, von denen man schon vorher weiß, dass nichts dabei rumkommen wird. Wir werden sehen.

Laotischer Staatschef will Pjöngjang besuchen: Beziehungen vertiefen sich


Gestern berichtete KCNA, dass der Präsident von Laos, Choummaly Sayasone (in den nordkoreanische Meldungen wird er so geschrieben „Choummaly Saynasone“, aber das scheint ein Unterschied in der Romanisierung zu sein, da die nordkoreanischen Medien diese Schreibweise konsequent durchhalten) „bald“ Nordkorea auf Einladung Kim Jong Ils zu einem „goodwill visit“ besuchen werde. Laotischen Meldungen zufolge soll die Reise noch Ende dieses Monats stattfinden. Sayasone ist gleichzeitig der Generalsekretär der Laotischen Revolutionären Volkspartei (LPRP), der verfassungsmäßig festgeschriebenen Regierungspartei des Einparteienstaates, der offiziell der politischen Ideologie des Marxismus-Leninismus folgt.

Staatspräsidenten sind in Pjöngjang selten

Ich finde diesen Besuch schon deshalb erwähnenswert, weil sich Staatschefs ja nicht gerade die Klinke in die Hand geben in Pjöngjang (mal abgesehen von ehemaligen US-Präsidenten, die dorthin fahren um irrlichternde Bürger freizubekommen) und allein daher ist dieser Besuch schon erwähnenswert. Vor allen Dingen müsste dem Protokoll nach wohl Kim Jong Il den laotischen Präsidenten empfangen (oder? Von Generalsekretär zu Generalsekretär? Ich glaube da ist Kim Yong-nam nicht genug) und Kim Jong Il (genauso wie Sayasone) werden wohl nicht nur für ein „goodwill-Kaffeekränzchen“ einen solchen Aufwand treiben).

Regionale Diplomatie Nordkoreas nimmt zu

Aber darüber hinaus sind auch einige andere Punkte interessant. Einerseits kann man diesen Besuch als Teil einer stärker werdenden regionalen Diplomatie Nordkoreas verstehen. In den vergangenen Jahren hat Nordkorea sich verstärkt um die Beziehungen zu den Staaten Südostasiens gekümmert und der Besuch Saysones könnte ein Ergebnis dieser kleinen diplomatischen Offensive sein. Allerdings war die Verbindung beider Staaten nie ganz eingeschlafen. In den letzten Jahren (wenn auch in der jüngeren Vergangenheit verstärkt (so nehme ich das jedenfalls wahr, kann aber auch ein subjektives Gefühl sein)), gab es immer wieder Treffen auf Ministerebene. Aber Politiker der absoluten Führungsspitze des Landes blieben aus. Auch hochrangige militärische Kontakte waren bis zu diesem Jahr nicht zu verzeichnen, als eine Delegation des laotischen Generalstabs unter Führung dessen Chefs Sanyahak Phomvihane Nordkorea besuchte und Gespräche mit Nordkoreas Generalstabschef Ri Yong-ho abhielt.

Gruppenfoto mit Generalstabschefs anlässlich des Besuchs der laotischen Militärdelegation in Pjöngjang. Erste Reihe 4. v.l. Sanyahak Phomvihane (Laos), 5. v.l. Ri Yong-ho (Nordkorea)

 Was Nordkorea und Laos verbinden könnte

Die Länder und ihre Führungsspitzen, die beide das Ende des Kalten Krieges überstanden haben, scheinen also näher zusammenzurücken, was auch eigentlich nicht besonders überraschend ist, denn in der ideologischen Verwandtschaft (die sich zudem noch ideologisch recht stark entfremdet hat) ist es einsam geworden. Da ist es vielleicht gut, mal mit jemandem zusammenzutreffen, der auch noch in einem Politbüro sitzt (ich glaube weltweit lassen sich die ernstzunehmenden Politbüros heutzutage an einer Hand abzählen(maximal zwei)). Aber vorgebliche ideologische Nähe wird wohl nicht er einzige Grund für diese Annäherung sein. Vielleicht geht es auch (zumindest den Nordkoreanern) darum, etwas von den laotischen Genossen zu lernen. Immerhin verfolgen die schon seit 25 Jahren einen Kurs der vorsichtigen marktwirtschaftlichen Öffnung, ohne dass dieser die Regierungspartei aus der Macht katapultiert, oder das Land in Chaos gestürzt hätte. Sollte Nordkorea wirtschaftliche Veränderungen anstreben, dann ist ein solch vorsichtiger Prozess wohl auch für Pjöngjang das Mittel der Wahl. Zwar wird man sich auch vom großen Bruder in Peking einiges abschauen können, aber von der Bevölkerungsgröße, Landfläche und Wirtschaftskraft ist Laos Nordkorea vielleicht etwas näher und könnte auch interessantes Wissen parat haben. Was Nordkorea im Gegenzug geben könnte, weiß ich aber nicht so genau. Aber vielleicht hat es ja was mit dem Treffen hochrangiger Militärs zu tun. Immerhin gibt es in Laos mit den Hmong eine Minderheit, die man militärisch bekämpft, wobei neue Ausrüstung den laotischen Generälen immer willkommen sein dürfte. Und dass Nordkorea hier einiges zu bieten hat, dürfte wohl niemandem neu sein.

UPDATE: Gerüchte: Russland und Nordkorea planen gemeinsame Militärübung


Update (16.09.2011):Es ist jetzt amtlich. Der Sprecher des Kommandos des Östlichen Militärbezirks Russlands, Igor Muginov erklärte vorgestern, dass in diesem Jahr kein gemeinsames Manöver mit Nordkorea geplant sei. Allerdings wolle man im nächsten Jahr eine Übung mit nordkoreanischen Truppen durchführen, bei der es um Seenotrettung gehen solle. Das Manöver dürften Ri Yong-ho, Nordkoreas Generalstabschef und der Befehlshaber des Östlichen Militärbezirks Russlands, Konstantin Sidenko, vereinbart haben als sie sich im Rahmen von Sidenkos Besuch in Pjöngjang im August trafen. Wenig überraschend zeigen sich die USA von dem Manöver irritiert und appellieren an Moskau, es möge sicherstellen, dass Pjöngjang das Manöver nicht als Freifahrtschein interpretiert, den internationalen Druck zu ignorieren und sich weiterhin einer Denuklearisierung zu verweigern.

Ursprünglicher Beitrag (13.09.2011): Berichten der japanischen Asahi Shinbun zufolge, planen Russland und Nordkorea möglicherweise noch in diesem Jahr gemeinsame Militärübungen im Ostmeer/Japanischen Meer. Die Zeitung beruft sich dabei auf ungenannte Quellen mit guten Verbindungen zur nordkoreanischen Führung (also ist es bisher nicht mehr als ein Gerücht). An der Übung sollen Marine und Luftwaffe beider Länder teilnehmen und es sollen Maßnahmen zur Rettung auf hoher See simuliert werden. Auf die gemeinsamen Übungen hätten sich Kim Jong Il und Dimitri Medwedew bei Kims Besuch in Russland vor ein paar Wochen geeinigt. Angeblich habe Kim nach einem gemeinsamen offensiven Manöver gefragt, worauf Medwedew aber nicht eingegangen sei (warum eine Quelle, die nah an Nordkoreas Führung ist sowas erzählen sollte weiß ich nicht, daher wäre ich mit diesem Teil doppelt vorsichtig).

Sollten sich diese Gerüchte bestätigen, dann ist darin definitiv ein weiterer Erfolg, den Kim Jong Il bei seiner Reise erzielte, zu sehen, denn gemeinsame Militärmanövern mit Nachbarländern sind etwas, dass Nordkorea schon recht lange nicht mehr hatte. Gleichzeitig wäre ein solches Manöver ein eindeutiges Zeichen für eine Verbesserung der Beziehungen mit Russland und hier besonders der Militär-zu-Militär-Beziehungen, die mitunter nicht unwichtig sind, wenn es mal hart auf hart kommt. Sollte sich das bestätigen, dann kann es auch den USA, Japan und Südkorea nicht gefallen. Bisher sind die einzigen, die in der Region regelmäßig gemeinsame Manöver abhalten (also normalerweise die USA mit einem der Beiden) und damit Macht demonstrieren diese drei. Wenn sich nun andere Staaten der Region zusammentun und das auch noch mit Nordkorea, dann ist das natürlich sowas wie ein kleiner Angriff auf ihre militärische Vormacht und ein Zeichen, dass Nordkorea auch Freunde hat, was die Handlungsoptionen gegenüber Pjöngjang einschränken kann.

Wenn es tatsächlich zu einem gemeinsamen Manöver Russlands und Nordkoreas kommen sollte, ist dies ein weiteres Zeichen dafür, dass Pjöngjang auch militärisch den Blick wieder mehr nach außen richtet und gleichzeitig Seitens China (da war ja kürzlich ein Hafenbesuch zweier chinesischer Schiffe) und Russland nicht auf totale Ablehnung stößt. Ob dieses Verhalten aus eigenem Antrieb geschieht, von Russland und China gefördert wird, oder durch die konfrontativere Politik, die vor allem Südkorea in den vergangenen Jahren fuhr, ausgelöst wird, ist schwer zu sagen. Es spricht etwas für jede dieser drei Möglichkeiten.

Von interessanten Gesprächssituationen, bizarren Jeep-Choreografien und den Gefahren der Routine: Nordkoreas 63ter


Am vergangenen Freitag hat die Demokratische Volksrepublik Korea ihren 63. Geburtstag gefeiert (mein Vater übrigens auch, eine Übereinstimmung, die mir bisher entgangen war) und wie immer zu solchen Anlässen gab es eine Parade. Und wie immer zu wirklich wichtigen Paraden (wenn nicht, dann liegt die Überlegung nahe, dass etwas nicht stimmt) stand auch dieses Mal der große Führer auf der Ehrentribüne und hat den Vorbeimarsch (in diesem Fall) der Roten Arbeiter-Bauern-Wehr (ABW) abgenommen. Ebenfalls dabei — wie seit neuestem immer — sein Sohn und designierter Nachfolger, Kim Jong Un. Ich habe die sehr ausführliche Dokumentation der Parade kurz überflogen und zwei Stellen rausgesucht, die ich ganz interessant fand.

Ri Yong-hos Rolle und Schwätzchen mit dem Bub

Der erste Ausschnitt rückt die interessante Stellung, die Ri Yong-ho, u.a. der Generalstabschef von Nordkoreas Armee, innerhalb des Regimes hat, nochmal etwas ins Licht. Dass er eigentlich immer, wenn er mit den beiden Kims offiziell unterwegs ist, zwischen ihnen steht, ist ja schon aufgefallen. Daher ist es nicht weiter überraschend, dass es auch zu diesem Anlass so ist. Was ich aber spannender finde, ist wie er sich zum Anfang des Applauses respektvoll zurückhält, indem er einen Schritt hinter die beiden Kims zurücktritt und so wohl dem Blick der Zuschauer entzogen ist. Nachdem Kim Jong Il ein paar Sekunden allein mit seinem Sohn vorne gestanden hat, winkt er dann den höchsten Militär Nordkoreas nach vorne. Ich denke, dass man ohne solch angemessenen Respekt zwar keine großen Aufstiegschancen in der Hierarchie Nordkoreas hat, ich finde es aber trotzdem spannend, dass so demonstrativ zur Schau gestellt zu sehen. Auch spannend ist, dass Kim Jong Il dadurch, dass er Ri sozusagen ins Rampenlicht ruft, nach außen hin demonstriert: „Dieser Mann gehört dazu und zwar gehört er zwischen Kim Jong Un und mich.“ Vielleicht soll das auch zeigen, dass er zu beiden gehört

Die zweite Szene die ich in diesem kurzen Schnipsel interessant fand, ist der kurze Dialog zwischen Kim Jong Il und seinem Sohn. Das sah aus, als wäre es um irgendeine Formalität gegangen (wenn die Gesprächssituation eine Andere gewesen wäre, hätte ich angenommen, dass Kim Jong Il gefragt hat, wie lange es noch dauert, denn Kim Jong Un hat so eine Geste zu seinem Handgelenk gemacht, frei nach dem Motto „Bis die Reden vorbei sind und die ABW mit der Parade fertig ist, ist es noch ein paar Stunden hin…“). Aber  eigentlich fand ich interessant, wie schnell und intensiv Ri und Kim Jr. auf das Gesprächsanliegen des Großen Führers reagiert haben. Allein daraus könnte man Schlüsse auf die Tatsächliche Macht Kims ziehen, denn bei einer nicht-wichtigen Person springt man nicht gleich, wenn sie die Andeutung des Wunsches einer Kontaktaufnahme aussenden. Noch spannender finde ich, dass Ri Yong-ho bei diesem Dialog nicht die geringste Anstalt macht, diskreten Abstand zu halten. Er steckt den Kopf gleich dazu. Die Selbstverständlichkeit dieser Aktion lässt vermuten, dass er das öfter macht und es als darf. Entweder ist klar, dass die Kims sich auf solchen Anlässen nur über Dinge unterhalten, die Ri auf jeden Fall mitbesprechen kann und soll, oder es gibt auf „Arbeitsebene“ nicht viele Geheimnisse zwischen den Dreien. Dieser Minidialog war darüber hinaus, wenn ich mit meiner Schnellauswertung nicht etwas überflogen habe, das einzige Gespräch, was in dem etwa 50 minütigen Fernsehbericht aus dem ich das habe, dokumentiert ist.

Skurrile Jeep-Choreographie

Den zweiten Schnipsel fand ich eher skurril bis bizarr. Da erstattete O Il-jong, der Kommandant der ABW Kim Yong-chun, dem Verteidigungsminister Bericht, der den dann wieder weiter vermittelte (soweit ich den Vorgang verstanden habe). Eine absurde Note bekam der Vorgang dadurch, dass sie während dieses Berichts auf jeweils einem Jeep standen und von Zeit zu Zeit mit diesen anhand einer bestens einstudierten Choreografie ihren Standort wechselten. Vielleicht habe ich für solche Vorgänge als „nicht im Kalten-Krieg sozialisierter“ und „nicht Militarist“ einfach keinen Sinn, aber für mich sieht das echt crazy aus.

Aber daneben gibt es auch ein paar interessante Details. So hat sich Kim Yong-chun dem Anlass entsprechend ziemlich Volksnah gegeben, indem er die sonst obligatorische Generals- durch eine ziemlich arbeiter- und bauernmäßige Schiebermütze ersetzt hat. Auch seine große Rolle bei der Parade ist interessant (obwohl das vermutlich auch irgendwie seinJob als Verteidigungsminister ist), denn erst kürzlich haben einige Medien spekuliert, er werde nach und nach von Kim Jong Il aus dem Spiel genommen. Nach diesem prominenten Auftritt, sowie der Teilnahme an Kims Russlandtour, sollte man das zumindest nochmal hinterfragen.

Achja, und was den anderen Protagonisten dieses Ausschnitts angeht. In einem anderen Land, mit einem anderen Leben, hätte O Il-Jong vermutlich einen anderen Job bekommen. Für diesen wäre er z.B. bestens qualifiziert:

Wer Lust hat, sich die Parade im Ganzen anzuschauen, der findet sie bei Youtube. Ich kann nur davor warnen, denn der Schnelldurchlauf war schon ganzschön langweilig. Für die Fans gepflegten Stechschritts und Luftabwehrraketen ziehender Traktoren gibt es hier eine Kurzusammenfassung mit sehr langweiligem deutschen Kommentar.

Routinisierung von Events als Risiko fürs Regime?

Generell finde ich es immer interessant, zu gucken, was bei solchen Ereignissen abläuft, denn das sind neben Beerdigungen die relativ seltenen Gelegenheiten, zu denen sich so ziemlich Alles, was im Regime Rang und Namen hat (und noch mobil ist) zusammenkommt. Da fällt dann auch eher auf, wenn zum Beispiel einer fehlt, oder unerwarteterweise auf der Ehrentribüne steht. Und da es in Nordkorea scheinbar zum System gehört, permanent neue Anlässe und Feiertage zu produzieren, werden die Ereignisse auch nie weniger. Ich frage mich allerdings, ob das irgendwann systembedrohende Formen annehmen wird, weil das Militär quasi in Dauerparade verharrt und gar nicht mehr dazu kommt, Staudämme und Straßen zu bauen (genauso wie die Regierenden nicht mehr regieren, sondern nur noch repräsentieren und die Regierten nichts mehr tun, als Massenchoreographien aufzuführen). Das ist natürlich etwas überspitzt, aber generell sind inszenierte Anlässe nicht unbedingt dafür bekannt, die Effizienz eines Systems zu steigern. Vielleicht die Legitimität, aber selbst das ist fraglich, wenn das „Event“ zur Routine wird…

UPDATE II: ARF: Gespräche zwischen Diplomaten Süd- und Nordkoreas — Sechs-Parteien-Gespräche sollen fortgesetzt werden


Update II (25.07.2011): Die Bewertung des ARF von Seiten Südkoreas und der USA fällt durchwachsen aus. Es gab Gespräche zwischen den Außenministern Süd- und Nordkoreas aber in den USA sieht man keine rapiden Fortschritte auf dem Weg zu neuen Sechs-Parteien-Gesprächen. Allem Anschein nach, waren die südkoreanischen Diplomaten nicht zufrieden, mit dem was Nordkoreas Außenminister Pak Ui-chun an Zugeständnissen zu machen hatte. Unter anderem dürfte dabei wieder eine Entschuldigung für die Versenkung der Cheonan und den Beschuss der Insel Yonpyong im Zentrum gestanden haben. Diese Bedingung scheint ein weiteres Mal nicht erfüllt worden zu sein. Insofern hat sich nicht wirklich etwas geändert, außer dass altbekannte Positionen auf höherer Ebene wiedergekäut wurden. Die Unbeweglichkeit beider Seiten scheint weiteren Fortschritten noch immer im Weg zu stehen.

Allerdings gibt es auch durch eine Einladung Hillary Clintons an Nordkoreas Vize-Außenminister Kim Kye-gwan etwas Anlass zur Hoffnung. Kim soll noch in diesem Monat nach New York fliegen und sich dort möglicherweise mit dem US-Sondergesandten für Nordkorea, Steven Bosworth treffen. Allerdings möchte Frau Clinton die Erwartungen an diese Reise nicht zu hoch hängen, wie sich aus weiteren Äußerungen schließen lässt:

We will not give them anything new for actions they have already agreed to take. And we have no appetite for pursuing protracted negotiations that will only lead us right back to where we have already been.

Unbestritten ist, dass sich die Situation im Gefolge des ARF eindeutig verbessert hat. Die Frage bleibt allerdings, wie nachhaltig diese Besserung sein kann. Aus keinem der Lager scheint echte Kompromissbereitschaft zu kommen, nimmt man mal die Tatsache aus, dass man nun bereit ist, direkt zu sprechen. Dieses Beharren der Seiten auf ihren bekannten Positionen kann kaum zu einer wirklichen Besserung der Lage führen. Für mich ist die Vorstellung nicht ganz abwegig, dass sich keine der Seiten mit dem Ausmaß der Spannungen, die in der letzten Zeit herrschten wohlfühlten, aber auch keine der Seiten eine wirkliche Besserung will. Daher könnte es zu einer Art stillschweigendem Übereinkommen gekommen sein, die explosive Stimmung etwas abzukühlen, ohne jedoch wirklich voranzuschreiten, um die Gefahr einer ungewollten Eskalation zu senken. Ich fürchte, wenn in den Medien über ein „momentum“ zum Neustart der Sechs-Parteien-Gespräche geschrieben wird, ist das noch etwas zu früh. Ich hoffe aber mal, dass ich mich täusche und das sich in New York oder durch andere Initiativen noch etwas mehr ergibt.

Update (23.07.2011): Gestern sind auch die Außenminister beider Koreas zusammengetroffen, wie Yonhap berichtet. Gebremst wird die „Euphorie“ nur von den USA, die vor der Wiederaufnahme der Sechs-Parteien-Gespräche weitere Signale Nordkoreas fordern.

Ursprünglicher Beitrag (22.07.2011): Auf jeden Fall bewegt sich etwas auf dem diesjährigen ARF. Früher am heutigen Tag trafen sich auf der Insel Bali Südkoreas Chefunterhändler bei den Sechs-Parteien-Gesprächen um die Denuklearisierung der Koreanischen Halbinsel und sein neu im Amt befindlicher (aber dazu gleich noch ein bisschen mehr) Kollege Ri Yong-ho. Die Gespräche, über die wenig nach außen drang, bei denen sich aber den wenigen Berichten zufolge beide Seiten Mühe gaben, nett zueinander zu sein (Ri und Wi kennen sich etwas), könnten als Vorbereitung für ein Treffen der Außenminister beider Länder dienen, wenn das Besprochene den Vorstellungen Südkoreas entsprach. Scheinbar ist es auch nicht so schlecht gelaufen, denn immerhin vereinbarte man, die Sechs-Parteien-Gespräche so bald wie möglich fortzusetzen. Und wer weiß, vielleicht könnte es dann doch noch zu einem Treffen zwischen Nordkoreas Pak Ui-chun und seiner US Kollegin Clinton kommen. Die Amerikaner scheinen der Annäherung bisher sehr misstrauisch gegenüberzustehen.

Begründetes Mistrauen?

Dieses Misstrauen ist wohl auch nicht ganz unberechtigt, denn irgendwie liegt die Idee ja schon nahe, dass Pjöngjang nur versucht sich gut Wetter zu machen, um den Entscheidungsprozess in den USA über Lebensmittelhilfen etwas zu beschleunigen (ich kann mir jedenfalls gut vorstellen, dass sich der Prozess beschleunigen würde, wenn es zu einer echten Annäherung im Rahmen des ARF käme). Aber immerhin bekunden erstmals seit Langem beide Koreas echten Willen miteinander zu sprechen. Zwar kann man hier wie dort über die Motive diskutieren, aber wenn am Ende eine Annäherung und damit eine Besserung der Situation dabei herauskommt, dann dürften die Gründe vorerst herzlich egal sein.

Nordkorea mit neuem Chefunterhändler

Nun noch kurz zu der neuen Personalie im diplomatischen Corps Nordkoreas. Dass Ri Yong-ho (ACHTUNG! Das ist nicht der, der Generalstabschef und Mitglied des Sekretariats des Politbüros ist, sondern ein weniger mächtiger Namensvetter. Nicht verwechseln!) der neue Verhandlungsführer bei den Sechs-Parteien-Gesprächen ist, ist keine große Überraschung. Ri nahm schon seit Langem an den Sechs-Parteien-Gesprächen teil. Im September letzten Jahres stieg er zusammen mit Kim Kye-gwan, der bis jetzt als Chefunterhändler bei den Gesprächen fungierte, auf und füllt dessen Position im Außenministerium aus. Da es seitdem keine offiziellen Treffen im Rahmen der Gespräche gab, kann es sein, dass Ri formal schon seit seinem Aufstieg diese Position innehatte, nur hat es keiner gemerkt (bzw. konnte es niemand verifizieren), weil er nie auf einer Namensliste als Delegationsleiter auftauchen konnte. Generell dürfte sich aber durch diesen Personalwechsel nicht wirklich etwas in der Art der Verhandlungsführung oder der Linie bei den Sechs-Parteien-Gesprächen ändern (wobei natürlich auch die Frage ist, inwiefern die Delegation überhaupt Spielraum bei der Verhandlungsführung hat).

Bisher erfolgreich

Generell hat das ARF dieses Jahr hinsichtlich der Koreanischen Halbinsel aber schon jetzt mehr eingebracht, als alle Initiativen und Bemühungen des letzten Jahren einschließlich dem letzten ARF.

UPDATE: Der Aufstieg Kim Jong Uns: Von Namenslisten und Geschenken


Update (28.07.2011): Das ging ja schnell. Kaum stellt man sich die Frage, ob Kim Jong Un die anderen Mitglieder des Präsidiums des Politbüros der Partei genau wie Ri Yong-ho auf den Namenslisten überholt hat, schon gibt es eine Antwort: Zumindest an Choe Yong-rim ist der junge Kim ebenfalls vorbeigezogen. Kim Yong-nam war bei dem Konzert vorgestern nicht dabei.

Ursprünglicher Beitrag: (19.07.2011): Dass man in Pjöngjang daran arbeitet, Kim Jong Un für die Nachfolge seines Vaters in Stellung zu bringen, wird ja gemeinhin als gegeben angesehen und dem schließe ich mich auch an. Wie sich das allerdings genau auswirkt und was in den obersten Führungsrängen Nordkoreas vor sich geht, das reimt man sich oft aus anonymen Aussagen, Gerüchten und Spekulationen zu ersehen. Nun sind all diese „Informationsquellen“ nicht unbedingt mein Ding, weil ich immer gerne etwas sehen bzw. wenigstens halbwegs verifizieren möchte. Daher halte ich mich am liebsten an das, was ich mit eigenen Augen nachprüfen kann. Und auch da gibt es durchaus hin und wieder einen kleinen Hinweis, dass und wie der Nachfolgeprozess weitergeht. Einen bzw. der Hinweise kann man bei KCNA nachlesen.

Ein beliebtes Mittel, zu dem Kremlologen in Ermangelung anderer Informationsquellen schon immer gerne griffen, ist das Studium von Namenslisten und wenn Ihr hier gelegentlich mitlest, dann wisst Ihr, dass ich es den Nordkorea-Kremlologen manchmal auch ganz gerne gleichtue, wobei sich über die tatsächliche Aussagekraft der Listen und damit der destillierten Ergebnisse natürlich streiten lässt.

Naja, jedenfalls ist mir im Falle Kim Jong Uns ein recht interessantes Detail aufgefallen. Er ist nämlich schon „aufgestiegen“, seit er im Oktober letzten Jahres erstmals von Nordkoreas Nachrichtenagentur KCNA genannt wurde. Anfänglich stand er immer, wenn er mit Ri Yong-ho (Mitglied des Präsidiums des Politbüros des ZK der Arbeiterpartei, Generalstabschef der Armee und zusammen mit Kim Jong Un Vizevorsitzender der zentralen Militärkommission der Partei) zusammen in einer „Anwesenheitsliste“ aufgezählt wurde, an zweiter Stelle hinter diesem, zum letzten Mal am 2. Februar diesen Jahres. Ab dem 15. Februar (die Nähe zum Geburtstag seines Vaters am nächsten Tag kann zufällig sein, muss aber nicht) haben die beiden dann dauerhaft die Plätze getauscht und nun ist Ri Yong-ho immer wenn er dabei ist die Nummer zwei. Mir fallen außer Ri nur zwei weitere Leute ein, deren Namen bisher vor Kim Jong Un gelistet wurden: Kim Yong-nam und Choe Yong-rim, die beiden anderen (außer Ri) verbliebenen „normasterblichen“ Mitglieder des Sekretariats des Politbüros (Jo Myong-rok ist ja im November letzten Jahres verstorben). Allerdings sind die beiden nur zu besonderen Anlässen auf der offiziellen Gästeliste und seit dem 2. Februar gab es wohl keinen dieser Anlässe mehr. Es wird aber interessant zu sehen sein, ob der junge Kim die beiden bei der nächsten Gelegenheit auch schon überholt haben wird und damit sozusagen die mediale Nummer zwei des Landes geworden sein wird.

Es gibt aber noch ein weiteres Indiz für den Aufstieg Kim Jong Uns. Seit einiger Zeit — eigentlich auch relativ zeitnah zum 15. Februar — bringen nämlich die Staatsgäste, die von seinem Vater empfangen werden, auch ihm Geschenke mit. Laut KCNA wurde er bisher von drei chinesischen Delegationen und einer russischen beschenkt. Damit soll wohl demonstriert werden, dass auch die (wichtigen) ausländischen Gäste die besondere Position des Thronerben würdigen und anerkennen. Ob man das in China ein bisschen anders sieht weiß ich zwar nicht, aber diese Bildunterschrift in der People’s Daily legt das Nahe. Da steht nämlich:

Chinese Vice Premier Zhang Dejiang, also head of a Chinese delegation to celebrate the 50th anniversary of the Treaty of Friendship, Cooperation and Mutual Assistance Between China and Democratic People’s Republic of Korea (DPRK) presents gifts to Kim Jong Il, top leader of the DPRK, in Pyongyang, DPRK, July 12, 2011.

Kim Jong Un darf zwar auch gucken, aber wohl nicht anfassen. Oder hat ihm Zhang später ein bisschen „Kirmesgeld“ zugesteckt? Keine Ahnung.

Naja, alles nicht weltbewegend, was ich da beschrieben habe, aber immerhin zeigt es, dass sich etwas bewegt und das man bemüht ist, Kim Jong Uns besondere Stellung auch medial zunehmend zu würdigen. Wie gesagt bin ich mal gespannt, ob er es tatsächlich schon an die Nummer zwei der Namensliste geschafft hat, oder ob er damit noch warten muss, bis die beiden alten Knochen im Sekretariat des Politbüros abtreten/sterben. Wenn er dort angekommen ist, dann wäre die nächste Stufe wohl das eigenständige vor Ort Anweisen von Schweinefarmen und Schuhfabriken. Aber bis dahin wird es wohl noch ein Zeitchen dauern…

Der Mann hinter dem Angriff auf Yonpyong — Kim Kyok-sik: Nicht nur ein General?


Nachdem die Lage in der Folge des nordkoreanischen Artilleriebeschusses der südkoreanischen Insel Yonpyong nun seit einer Woche stabil geblieben ist (wenn man mal von dem Manöver samt Flugzeugträger im Westmeer und den markigen Worten auf beiden Seiten der Demarkationslinie absieht), möchte ich mich heute kurz dem Mann widmen, der auf nordkoreanischer Seite wohl der Befehlshaber des Beschusses war. Kim Kyok-sik ist es nämlich durchaus wert, dass man ihm einige Zeilen widmet, denn einerseits ist sein Werdegang sehr interessant und andererseits hat er seinem Kerbholz in der letzten Zeit einiges hinzugefügt.

Kim Kyok-siks etwas verworrener Werdegang

Kim Kyok-sik kommandiert heute das westliche Regionalkommando der Koreanischen Volksarmee oder das IV Armee Korps und ist damit (so oder so) auch für die Stellungen verantwortlich, die das Feuer auf die Insel Yonpyong eröffnet haben. Mit 72 (oder Ende 60, wie fast immer unterscheiden sich hier die Angaben) Jahren ist Kim noch relativ jung und hat gute Chancen Kim Jong Il zu überleben. Nach seinem Studium an der Militärakademie der Kim Il Sung Universität führte ihn seine Karriere ab 1971 erst mal ins Ausland. Er war für einige Jahre als Militärattaché in Syrien tätig und zwar just zu der Zeit, als der Jom-Kippur-Krieg zwischen Israel, Syrien und Ägypten ausgefochten wurden, an dem nachweislich auch nordkoreanische Piloten teilnahmen. Wenn er auch ich nicht direkt ins Kriegsgeschehen eingegriffen hat so dürfte Kim dort trotzdem mehr Erfahrungen gesammelt haben, als Altersgleiche, die Nordkorea nicht verließen. Dies ist daher interessant, weil Kim zu der ersten Generation gehört, die nicht auf Kampferfahrungen aus dem Guerillakrieg gegen die japanische Besatzung oder am Koreakrieg zurückgreifen können. Nach seiner Tätigkeit im Ausland machte Kim eine recht gewöhnliche Militärkarriere, in der er ab 1994 Kommandant des II Armee Korps wurde und 1997 den Generalsrang erreichte. 2007 wurde er dann, für Beobachter sehr überraschend, zum Chef des Generalstabs der Koreanischen Volksarmee ernannt, ohne jedoch zum stellvertretenden Marschall der Armee befördert oder in die Nationale Verteidigungskommission berufen zu werden. Lediglich ein vierter Stern sprang für ihn heraus. Ebenso überraschend wie seine Beförderung kam Anfang 2009 dann auch seine (faktische) Degradierung, als Ri Yong-ho seinen Posten übernahm und er an seine jetzige Position wechselte. Auch hier wurde viel über mögliche Hintergründe spekuliert, da auch Ri aus dem relativen Nichts in die erste Reihe befördert wurde. Im Gegensatz zu Kim wurde Ri auch zum Vizemarschall der Armee gemacht.

Kerbholz wird immer kerbiger

Sein Wirken an der neuen Arbeitsstelle konnte der Weltöffentlichkeit dann kaum entgehen. Schon im November 2009 wurde schoss die Armee bei einem Manöver unter seinem Kommando Artilleriegeschosse in die Nähe der Seegrenze zu Südkorea. Auch die Schießübungen im Januar und August 2010, zu denen Nordkorea Sperrgebiete für Schiffe ausrief, fanden in seinem Kommandobereich statt. Die Versenkung der Cheonan schließlich, bei der es sich ja grundsätzlich um eine Marineoperation gehandelt haben dürfte, fand ebenfalls in Gewässern statt, die wohl am ehesten unter sein Kommando fallen. Daher dürfte er auch hierüber zumindest informiert gewesen sein, allerdings wurde er gerüchteweise auch als der Drahtzieher des Zwischenfalls vermutet. Diese lange Reihe von Vorfällen unter dem Kommando Kim Kyok-sik fand nun ihren bisherigen Höhepunkt in der Attacke auch Yonpyong. Zwar wird gemutmaßt, Kim Jong Il und sein Sohn Kim Jong Un könnten den Befehl persönlich erteilt haben, allerdings ist der Befehl in diesem Fall an Kim Kyok-sik ergangen, der ihn dann ausführte.

Versetzung, Eskalation und ein großer Plan

Und nimmt man all diese Informationen zusammen, die man über den Unruhestifter in Nordkoreas Südwesten hat, ergeben sich einige interessante Schlussfolgerungen bzw. Fragen.

  • Kim ist mit seinem relativ jungen Alter ein Kandidat für die Führungsgruppe in der Übergangszeit nach dem Tod Kim Jong Il. Er könnte darüber hinaus in seiner Zeit als Militärattaché etwas Erfahrung in Kriegssituationen gesammelt haben, eine Qualifikation die viele andere Militärs seines Alters nicht haben.
  • Kim wurde fast aus dem Nichts heraus zum Generalstabschef der Armee befördert, ohne jedoch einen entsprechenden Rang zu bekommen. Nach zwei Jahren wurde er ebenso überraschend wieder abgelöst. War es von vorne herein geplant, dass er als erfahrener und loyaler Militär den Lückenfüller gab, bis der Neue bereitstand? Oder war seine Degradierung auch für ihn überraschend?
  • Letztere Frage könnte eine Theorie von einem frustrierten Hardliner stützen, der nun von seiner Position aus die Politik Kim Jong Ils torpediert. Allerdings wäre er dann wohl schon nicht mehr im Amt. Daher wäre es schlüssiger, wenn sein Intermezzo als Generalstabschef schon vorher so geplant war und die eigentlich ihm zugedachte Position seine jetzige ist, zumindest vorerst.
  • Wenn dem so ist,  genießt er Kim Jong Ils höchstes Vertrauen, denn immerhin wurde er in eine Machtposition eingesetzt um dann wieder entfernt zu werden. Das muss man erstmal mit sich machen lassen.
  • Als Vertrauensmann wird er vermutlich recht strikt den Befehlen Kim Jong Ils folgen, was dann wohl bedeutet, dass die Eskalationen im Westmeer von Seiten des Regimes zumindest als Option schon früher eingeplant waren und dass diese vielleicht sogar schon von langer Hand vorbereitet wurden. Denn wenn man eine bewaffnete Eskalation vorbereitet, braucht man einen Befehlshaber vor Ort, der sich minutiös an die von oben vorgegebenen Befehle und Grenzen hält, um keinen Ausweitung des Konflikts zu riskieren.

Aus diesen Überlegungen heraus ist es gut möglich, dass Eskalationen im Westmeer einem großen Plan folgen und schon länger vorbereitet wurden. Vielleicht seit 2007 als Kim Kyok-sik die Führung des Generalstabs erlangte aber wahrscheinlich seit Anfang 2009, als er seine jetzige Position einnahm. Was genau das Ziel des Plans ist, bleibt natürlich wie so oft offen. Es könnte mit Kim Jong Uns Nachfolge zusammenhängen (ich glaube das tut im Moment das Meiste), es könnte aber auch mit der außenpolitischen Strategie Nordkoreas oder der Frustration über Lee Myung-baks Politik in Verbindung stehen. Man weiß es nicht. Natürlich weiß ich auch nicht ob meine These vom großen Plan zutrifft, allerdings bin ich mir sehr sicher, dass das Vorgehen Nordkoreas gegenüber Yonpyong kein Zufall war und nicht von irgendwelchen „Provokationen“ Südkoreas ausgelöst wurden, sondern einem eiskalten Kalkül folgten.

The day after – Kein Krieg aber viel Ratlosigkeit auf der Koreanischen Halbinsel


So, the day after und erstmal die gute Nachricht. Nordkorea gibt sich fürs erste wohl mit dem Schock zufrieden, den er nicht nur den meisten Südkoreanern, sondern auch jede Menge anderen Leuten rund um die Welt einschließlich denen, die für den Wertpapierhandel zuständig sind, zugefügt hat. Südkorea scheint darauf zu verzichten, weitere militärische Gegenmaßnahmen zu ergreifen, was für viele zwar irgendwie unbefriedigend sein dürfte, aber auch ziemlich beruhigend. Weniger gut sind die Nachrichten darüber, dass sich die Opferzahl erhöht hat. Berichten zufolge sind zwei Soldaten und zwei Zivilisten durch den nordkoreanischen Beschuss gestorben. Ob es auf nordkoreanischer Seite durch die Reaktion Südkoreas auch Opfer gab ist natürlich nicht bekannt. Allerdings dürfen die Stellungen recht schwer zu treffen sein, wenn man überlegt, dass sie auf diesem Foto (nicht) zu sehen sind, aber wohl irgendwo in den Löchern der Felswand stecken.

Was die Anderen so schreiben

Hm und damit möchte ich auch schon zu dem Teil kommen, der jetzt interessant werden dürfte, nämlich den Reaktionen. Anfangen möchte ich dazu mit einer kleinen Blogschau, denn es wird natürlich viel geschrieben zu dem Thema und manches davon erweitert das Ideenspektrum. North Korean Economy Watch hat einige lesenswerte Artikel zusammengestellt und natürlich seine Spezialität, eine Google Earth Karte der Gegend samt Grenzziehung, die einem ein besseres räumliches Gefühl der Gegend verleiht. One Free Korea hat in einem echt lesenswerten Beitrag Szenarien für Reaktionen gegenüber Nordkorea durchgespielt und sieht den Hauptgrund für die jüngste Aggression darin, dass die Abschreckung gegenüber Nordkorea nach der Versenkung der Cheonan und der nicht wirklich vorhandenen Reaktion darauf, quasi inexistent war und man dementsprechend in Pjöngjang vor diesem Schritt nicht zurückschreckte. Dem ist nicht viel hinzuzufügen, außer vielleicht die Tatsache, dass schon viel länger keine wirkliche Abschreckung gegenüber dem Norden bestanden hat. Der Autor von ROK Drop ist ja bekanntermaßen ein recht harter Hund. Dementsprechend fand er den Angriff des Nordens nicht besonders überraschend und sieht darin auch nicht die Spitze möglicher Aggressionen erreicht. Terroranschläge im Süden wären beispielsweise noch möglich, darin hat der Norden schließlich einige Erfahrung. Er sieht es jetzt als wichtig an, dass Südkorea und die USA in ihrer harten Haltung verharren und auf gar keinen Fall nachgeben (wie könnte es auch anders sein), um nicht wieder Missverhalten zu belohnen. The Marmot’s Hole hat schließlich eine schöne Chronologie der Ereignisse (er scheint gestern vor dem PC verbracht zu haben) wobei ich vor allem eine Landkarte toll finde in der die nordkoreanische Vorstellung vom Grenzverlauf zu sehen ist. Nach dieser Karte gehört die Insel nämlich auch zu Südkorea. Damit kann man sich im Norden auch nicht mit irgendwelchem „aber eigentlich ist das ja unsere Insel Gequatsche“ rausreden. Außerdem beschäftigt sich der Autor mit Lee Myung-baks Reaktion auf den Angriff.

Strategie ohne Mittel

Schon aus diesen Blogbeiträgen kann man herauslesen, in was für einer extrem unkomfortablen Situation sich die USA und Südkorea befinden (teilweise selbstverschuldet). Man hat eine Strategie gegenüber dem Norden gewählt, die in großen Teilen auf Konfrontation setzt, ohne die Mittel zur Konfrontation zu haben. Man wünscht sich eine kalte Konfrontation mit einer Art intakten eisernen Vorhang, hinter dem Kims Regime dann nach und nach und vor allem still zu Grunde geht. Nur muss Nordkorea dazu mitspielen und die Füße still halten. Tut es das nicht, dann muss man in Seoul und Washington feststellen, dass man eigentlich nichts tun kann. Scheinbar hat man in den beiden Ländern die Regeln des Kalten Krieges vergessen. Dumm nur, dass Pjöngjang immernoch nach diesen spielt.

Abschreckung die die Abschrecker abschreckt

Die Grundannahme, die die beiden Supermächte über 40 Jahre davon abhielt den dritten Weltkrieg zu führen, ist die Folgende: „Wenn ich eine bestimmte Grenze überschreite, von der ich aber nicht genau weiß wo sie ist, bricht hier die Hölle los und vermutlich sind wir danach alle tot.“ Also war man sehr vorsichtig und vermied es irgendwelchen Grenzen zu nahe zu kommen. Diese Grundannahme hinsichtlich des Handelns Washingtons und Seouls hat Pjöngjang offensichtlich nicht mehr. Hier scheint man eher mit Recht anzunehmen: „Die Anderen haben Angst vor einer Konfrontation. Sie wollen diese um fast jeden Preis vermeiden. Also bringt uns die alleinige Drohung in eine bessere Verhandlungsposition.“ Die USA und Südkorea müssen sich ein für allemal der Tatsache bewusst werden, dass man keine Strategie der Abschreckung fahren kann, wenn man selbst am meisten Angst vor den Konsequenzen dieser Strategie hat oder zu haben scheint.

Eine fundierte Strategie tut not

In der Folge heißt das: Entweder bei der nächsten Provokation muss es eine Antwort geben, die über die „rules of Engagement“ hinausgeht (in dem Fall: Bei einem begrenzten Angriff begrenzt reagieren, keinesfalls die Eskalationsspirale weiterdrehen), denn die sind für den Norden einfach zu berechnen. Damit würde man tatsächlich einen Krieg riskieren, man hätte aber wieder eine wirksame Abschreckung. Denn Krieg wollen beide nicht. Nur das der Norden bisher einfach wusste, dass es keinen geben würde. Die andere Möglichkeit ist die, dass man die komplette „harte Haltung und Abschreckung“ Strategie fallen lässt. Dies muss man dann tun, wenn man auf garkeinen Fall das Risiko eines Krieges eingehen will. Dann muss man sich zwar Fehler eingestehen und möglicherweise auch Zugeständnisse machen. Aber man wird wenigstens nicht mehr vorgeführt.

Versuche Glaubwürdigkeit zurück zu gewinnen

Was die USA und Südkorea momentan tun, sieht aber eher danach aus, dass man sich wieder eine glaubwürdige Abschreckung zulegen will. Lee Myung-bak ist hierzu einen richtigen und wichtigen Schritt gegangen, als er mit markigen Worten drohte man würde:

respond firmly beyond the rules of engagement

Das allein ist schon viel wert, denn glaubt man es ihm in Pjöngjang, kann man nicht mehr davon ausgehen, dass auf einen Artilleriebeschuss an einer bestimmten Stelle nur eine gleichartige Reaktion an gleicher Stelle gibt. Ein Angriff kann eine stärkere Antwort provozieren. Der zweite Hinweis auf den Versuch der Wiederherstellung der Abschreckung ist ein Seemanöver, dass am Sonntag beginnen soll. Da hab ich meine Zweifel ob es was bringt. Bestenfalls lacht man in Pjöngjang darüber, schlimmstenfalls gibt ein übereifriger nordkoreanischer Kommandant Schießbefehl, was aber sehr unwahrscheinlich ist. Manöver sind als Beweise für militärische Stärke Quatsch, jedenfalls in diesem Fall. Da sind sie ein Beweis für Ohnmacht. Aber naja, es fällt ihnen eben nichts Besseres ein. Wir dürfen gespannt bleiben ob das so bleibt (man könnte natürlich einfach n paar cruise missiles auf die Geschützstellungen schießen. Aber dazu hat man eben doch nicht den Mut)…

Und Nordkorea? Was und das Communiqué alles sagt

So und jetzt kann ich nicht anders, als mir noch kurz Gedanken zu der nordkoreanischen Seite zu machen. Oder vielmehr zu dem Communiqué des Führungsstabes der Koreanischen Volksarmee, dass den Angriffe erklären  sollte. Daran fallen mir nämlich zwei Dinge auf. Erstens kam die Reaktion sehr schnell. Man stelle sich vor, ein übereifriger Kommandant oder ein böswilliger General gibt Schießbefehl und es kommt zu einem nicht geplanten Vorfall. Da würde ich meinen Hut drauf wetten (wenn ich einen hätte), dass man nicht innerhalb einiger Stunden eine offizielle Reaktion vorlegen kann. Da muss erstmal untersucht werden was passiert ist, dann muss mit der obersten Führung beraten werden wie man reagiert, dann muss der Text geschrieben und von oben abgesegnet werden. Das geht nicht in ein paar Stunden. Daher ist der Reaktion wohl zu entnehmen, dass man genau das was passiert ist schon seit einiger Zeit geplant hat. Es war eine strategische Handlung, deren Ziele (zumindest mir) verborgen bleiben.

Der zweite für mich sehr auffällige Punkt ist der Herausgeber des Statements. Nicht die NDC sondern das supreame command, das Oberkommando der Streitkräfte. Ich habe mal bei KCNA geschaut und von 1997 bis 2009 wird das supreme command eigentlich nie als aktiver Akteur genannt. Es hat nie auf Vorfälle oder sonst irgendwas reagiert. Es wurde von 2001 bis 2009 auch insgesamt recht selten genannt. Hm, für mich ist das auffällig, wenn ein Organ plötzlich Stellung beziehen darf, das sonst immer ruhig sein musste. Für mich sieht das aus, als habe die Armee an Autonomie gewonnen, zumindest gegenüber einigen anderen Organen. Ob sie dadurch gegenüber der obersten Führung, Kim Jong Il ist ja schließlich supreme commander, an Unabhängigkeit gewonnen hat möchte ich bezweifeln. Aber stimmt ja: Wer dürfte im supreme command relativ bald nach Kim Jong Il kommen. Genau: Ri Yong-ho, der auffällig häufige Begleiter von Kim Jong Un. Wenn die NDC in den nächsten Tagen nichts zu dem Zwischenfall sagt, dann glaube ich nicht, dass Kim Jong Un so bald Mitglied dieses Organs wird. Dann nimmt nämlich sein Führungszug ein anderes Gleis.

Randnotiz: KCNA ist nicht gleich KCNA

Ah, noch eine kleine Anmerkung am Rande: Erstaunlicherweise hatte der alte (in Japan gehostete) Auftritt von KCNA gestern zwei Berichte über Besuche der Familie Kim nebst Anhang in einer Soyasaucen Fabrik und einer Medizinschule. Der neue Auftritt hat darüber gestern aber garnichts geschrieben. Das finde ich seltsam. Wenn heute nichts davon zu lesen ist, ist die Frage wohl berechtigt, ob das so ganz die Wahrheit ist (schließlich veröffentlicht die neue Ausgabe immer Fotos zusammen mit den Berichten. Vielleicht gab es keine…)

Von herbstlicher Statistikwut und einer provinziellen Frischzellenkur


Wenn die Tage kürzer werden, das Wetter im Gleichschritt mit dem Abendfernsehprogramm schlechter wird und die Freundin gerade wo anders weilt, dann kommt man ja schonmal auf seltsame Ideen, womit man sich so beschäftigen kann. So ging es mir heute Abend. Daher habe ich mir gedacht, mal ein bisschen Statistik zu führen (Früher habe ich dann öfter mal meinen Besitz an 1, 2 und 5 Pfennigstücken geordnet. Da ich aber heute fast keine Pfennige mehr besitze, hab ich mir was Anderes zum Auswerten gesucht). Das Ziel meiner herbstlichen Statistikwut war Kim Jong Un. Oder vielmehr seine Nennungen bei KCNA und die Personen die sonst noch mit von der Partie waren in 19 Artikeln von KCNA. Ich dachte mir es könnte mal interessant zu wissen sein, wer so zusammen mit dem jungen Kim unterwegs ist (ich habe drei oder vier Artikel weggelassen, weil da entweder so ziemlich jedes Mitglied der Elite bei war (Mitglieder des Zentralkomitees der Partei und Beerdigung von Jo Myong-rok) oder weil zum gleichen Anlass zwei Artikel mit derselben Namensliste erschienen sind). Zwar ist mir relativ schnell bewusst geworden, dass die Aussagekraft meiner Tätigkeit hinsichtlich Kim Jong Un sehr begrenzt ist, weil viele der Anlässe einfach Termine waren, zu denen „man“ nunmal geht, wenn man sich zu Nordkoreas Schönen und Reichen zählt.

Wer ist mit Kim Jong Un unterwegs

Trotzdem haben sich durchaus ein paar Informationen ergeben. Erstmal zu denen, die am Öftesten mit Kim Jong Un zusammen genannt wurden, wobei ich Kim Jong Il mal weggelassen habe, der ist ja immer dabei.

Wie immer möchte ich noch kurz die hervorragende Arbeit loben, die der Autor von North Korea Leadership Watch mit seinen Steckbriefen, aber auch sonst, leistet.

So, damit solle es aber auch mal gut sein. Eigentlich wollte ich die Grenze bei 6 Nennungen ziehen, aber einige interessante Leute lagen da knapp drunter.

Die häufigsten Nennungen beinhalten wenige Überraschungen. Mit Ri Yong-ho habe ich mich ja schon ausgiebig befasst und naja, er ist eben wichtig. Dazu kann man vielleicht noch sagen, dass Ri, seit der Junge Kim ins Licht der Öffentlichkeit getreten ist, genau einmal mit dessen Vater zusammen auftrat, ohne das der Filius dabei gewesen wäre. Jang Song-thaek ist eben der Onkel und als guter Onkel und einer der mächtigsten Leute im Land, dessen Rolle immer ein bisschen ambivalent (naja, Onkels schmieden eben Ränke, das ist im Film so, also sollte man das auch in der Realität erwarten) betrachtet wird. Kim Kyong-hui, Jangs Frau und Kim Jong Ils Schwester wird ja auch immer unter den „da muss man drauf achten“ Leuten aufgeführt und Kim Yong-chun und Kim Ki-nam sind altgediente Regimerecken, denen wohl vertraut wird, aber die sind eben auch mit dabei. Und damit kommen wir auch schon zur ersten wirklich interessanten Person: Choe Ryong-hae (60). Der ist Berichten zufolge ein Kindheitsfreund Kim Jong Ils, machte lange Zeit eine „normale Parteikarriere“ und half Kim Jong Il scheinbar auch tatkräftig bei der Machtübernahme und Konsolidierung der Macht, wurde aber dann 1998 aus gesundheitlichen Gründen aus seinem Amt als erster Sekretär der Kim Il Sung Socialist Youth League entlassen. Er blieb dann bis 2006 in der Versenkung, als er als „chief secretary of the North Hwanghae Provincial Committee of the Workers‘ Party of Korea“ wieder auftauchte. Den Job machte er auch weiter, bis er im Rahmen der Parteikonferenz als Sekretär des Zentralkomittees der Partei nach Pjöngjang zurückkehrte. Wer den KCNA Artikel über die Beförderung Kim Jong Uns und seiner Tante zu Generälen genau gelesen hat, dem ist vielleicht auch der Dritte Name in der Reihe in Erinnerung geblieben sein. Choe Ryong-hae.

Choe Yong-rim kann man getrost in die Kategorie „Wichtiger alter Recke“ (Sekretariat des Politbüros) einordnen, der halt öfter mal dabei ist wohingegen Kim Jong-gak ja in letzter Zeit eine steile Karriere hingelegt hat. Er ist Mitglied der National Defence Commission und „first vice department director of the KPA General Political Bureau“ (mir ist die Tatsache ins aufgefallen, dass bis vor ein paar Monaten bei seiner Amtsbeschreibung immer ganz selbstverständlich der NDC-Job vorne stand. In letzter Zeit wird der aber öfter mal ganz weggelassen. Ob das was zu sagen hat?) und dort ein möglicher Nachfolger des kürzlich verstorbenen Jo Myong-rok.

Kim Yong-nam, einer der wichtigen alten Männer der nordkoreanischen Politik wird solange er noch kann öfter mal an der Seite der Kims zu sehen sein, immerhin sitzt er im Sekretariat des Politbüros. Ju Kyu-chang ist ebenfalls ein alter Vertrauensmann Kim Jong Ils, von dem auch vermutet wird, dass er in das nordkoreanische Raketenprogramm verwickelt ist. Choe Thae-bok ist eine konstante Größe in der außenpolitischen Abteilung der Partei. Interessant wiederum ist Pak To-chun. Der war bis zur Parteikonferenz Vorsitzender des Provinzkomitees der Partei in der Jagang Provinz, aber ansonsten ein sehr unbeschriebenes Blatt. Er kam im Rahmen der Parteikonferenz als alternierendes Mitglied des Politbüros und arbeitet als secretary des Zentralkomitees der Partei. Den Job haben auch einige andere, die Meisten tun aber noch was anderes daneben. Er nicht, wenn man KCNA glauben darf.

Auch U Tong-chuk (68) ist nicht uninteressant. Auch er hat eine recht steile Karriere hingelegt, denn vor 2009 hat er keine wichtigen Ämter bekleidet, während er es seitdem zum Mitglied der NDC gebracht hat und darüber hinaus stellvertretender Minister für Staatssicherheit und ist damit eine große Nummer bei den Geheimdiensten. Auch nicht uninteressant finde ich, dass er ausgebildeter Philosoph (also um genau zu sein die nordkoreanische Version von „Philosoph“) ist. Wenn Kim Jong Un bahnbrechendes zu Juche hinzufügen will braucht er wohl solche Leute. U wird mit Jang Song-thaek in Verbindung gebracht.

Kim Yong Il ist ein erfahrener Diplomat und schon lange dabei obwohl er mit seinen 63 Jahren noch relativ jung ist. Auch Kim Yang-gon, der bis 2001 die internationale Abteilung des Zentralkomitees der Partei unter sich hatte, bevor er für vier Jahre von der Bildfläche verschwand und seit 2005 wieder höhere Ämter erlangt hat ist eher ein erfahrener Mann und schon lange in Pjöngjang. Noch interessanter finde ich allerdings Mun Kyong-dok. Der ist erst 53 und hat momentan eine Position inne, die übersetzt wohl sowas wie Bürgermeister von Pjöngjang ist. Er scheint sehr eng mit Jang Song-thaek verbunden zu sein. Er hat scheinbar eine wichtige Rolle beim Knüpfen von Jangs Beziehungs- und Loyalitätsnetzwerk geknüpft und war zusammen mit Jang bis 2006 von der Bildfläche verschwunden. Jetzt ist er aber zurück, ist jung (naja, jedenfalls nicht alt) und hat Beziehungen. Da könnte noch was kommen. Auch Thae Jong-su (74) und Kim Phyong-hae (69) sind interessante Kerle mit Biographien, die sich ein bisschen ähneln. Beide waren bis vor einiger Zeit nämlich Sekretäre in Provinzkomitees der Partei. Thae kam im Juni aus der Süd-Hamgyong Provinz war allerdings davor schon ein altbekanntes Gesicht in Pjöngjang. 2007 wurde er zum stellvertretenden Premierminister ernannt. Kim kam im September aus Nord-Phyongan. Beide haben Jobs in der Partei bekommen und scheinen Potential zu haben.

Wer war mit Kim in China? Surprise – Surprise…

Kurz hab ich mir auch noch angeschaut, wer Kim Jong Il auf seinen beiden Reisen nach China in diesem Jahr begleitet hat. Die Meisten die genannt wurden waren bei beiden Visiten dabei und bis auf Vier, stehen alle die in China mit dabei waren auf der Liste. Mit von der Partie waren auch vier damalige Parteifunktionäre aus den Provinzen. Choe Ryong-hae, Pak To-chun, Thae Jong-su und Kim Phyong-hae (von anderen Provinzkadern war nichts zu lesen). Also die vier die jetzt öfter mal Kim Jong Il und seinen Sohn in Pjöngjang begleiten. Von denen ist Choe sicherlich der Interessanteste, wegen der Generalbeförderungssache, weil er noch jung und mit Kim Jong Il schon lange verbunden ist.

Was man daraus über die Nachfolge lernen kann

Aber natürlich wird bei der Betrachtung der Biografien auch deutlich, dass viele Leute in die erste Reihe geholt wurden, die man vorher nicht so auf dem Zettel hatte, eine kleine „provinzielle Frischzellenkur. Das hat unter anderem mit der inneren Stabilität des Regimes zu tun. Wenn man keine Chance sieht ins Zentrum zu kommen, gibt es wenige Gründe für Loyalität dem Regime gegenüber. Daher ist es unabdingbar, dass ein Aufstieg möglich bleibt. Aber das gerade jetzt so viele Leute aufsteigen hat wohl auch mit Kim Jog Uns Nachfolge zu tun. Diejenigen die nach Pjöngjang geholt werden, können genutzt werden die alten Netzwerke aufzubrechen und es dem jungen Kim ermöglichen einen neuen Führungskern zu errichten. Sie sind nicht so sehr von den Hauptstadtränken tangiert und haben weniger bestehende Bindungen am Hofe. Das Risiko das sie falsch spielen ist also geringer. Das heißt aber nicht, dass die Alten Eliten samt und sonders verstoßen werden müssen. Ein Teil des Problems löst die Zeit von selbst, denn es sind ja tatsächlich alte Eliten. Der Rest muss sich anpassen und in die neue Ordnung einreihen. Eine schwierige Phase und je länger Kim Jong Il die Fäden in der Hand halten kann, desto stabiler wird der neue Führungskern.

Ich habe mir eben mal überlegt, worin die Schwierigkeit der aktuellen Situation besteht und so wie ich das sehe, gibt es da mindestens zwei Probleme, die eng miteinander verknüpft sind. Das erste ist eher grundsätzlicher Natur. Bei autoritären Regimen gibt es, wie man ja auch in diesem Fall sehen kann, Schwierigkeiten die Eliten zu erneuern. Das Problem ist, dass der Herrscher oder das Herrscher-Team wenig Anlass hat, die tragenden Eliten auszuwechseln. Einerseits haben sie sich als loyal und brauchbar erwiesen und wenn man neue Leute nach oben lässt, weiß man nicht was man kriegt. Andererseits ist es aber auch schwierig, Leute die es mal nach oben geschafft haben, wieder zu entfernen. Das schafft Unzufriedenheit und vielleicht sogar Widerstand. Deshalb kann nur in extremen Fällen auf Degradierung oder „Verbannung“ zurückgegriffen werden. Daher gibt es einen Stau oder eine Aufblähung an der Spitze. Es gibt eben keine Spielregeln wie in Demokratien, die es eine Fluktuation an der Spitze ermöglichen. Allerdings braucht das Regime aber auch einen Mittelbau, der die Befehle ausführt, weitergibt und kontrolliert. Da aber nur begrenzter Platz und vor allem begrenzte Ressourcen vorhanden sind, ist eine permanente Aufstiegsbewegung nicht möglich. Für diejenigen die sich im Mittelbau befinden ist es recht demotivierend, wenn es keinen Aufstieg geben kann. Es muss also auch eine Perspektive nach oben geben, um das Funktionieren des Mittelbaus zu garantieren. Eine recht schwierige Aufgabe, die Pjöngjang aber bisher erfolgreich gemeistert hat.

Nun steht Pjöngjang aber vor einer weiteren, kurzfristigen Aufgabe. Die Macht muss weitergegeben werden. Und da werden etablierte Elitengruppen zu einem noch größeren Problem, als sie das ohnehin schon sind. Auf den ersten. Für diejenigen die zum alten Machtkern gehören, besteht die Gefahr, dass sie unter einer neuen Führung ihre Position (oder mehr) verlieren. Daher könnten sie sich gegen eine solche Führung stemmen, die nicht glaubhaft machen kann, dass sie weiterhin gut leben können, auflehnen. Außerdem könnten sie versuchen möglichst nah an die Führung zu gelangen, um vielleicht noch besser zu leben, oder um sich abzusichern. Netzwerke und Kontakte, die umso intensiver sind, je länger diejenigen zur Führung gehörten, können da dienlich sein. Daher stellen die alten Eliten für jede neue Führung ein Gefahr da und sie müssen entweder auf absolute Loyalität eingeschworen werden oder – die sicherere Alternative – so geschwächt werden, dass sie der neuen Führung so lange nicht gefährlich werden können, bis sie ihre Macht konsolidiert hat. Dementsprechend ist es in der Vorbereitung der Machtübergabe nötig, dass Teile der alten Eliten ausgetauscht oder ihre Netzwerke geschwächt werden. Das kann man ganz gut erreichen, wenn man neues Personal einführt, das loyal ist und es strategisch so platziert, dass die alten Netzwerke nicht mehr ungestört funktionieren können. Allerdings weiß man bei neuen Leuten natürlich nicht wirklich, ob sie loyal sind. Also auch hier ein Risiko. Aber immerhin hat man ihnen den Aufstieg ermöglicht. Womit man auch wieder das Problem des Elitenstaus ein bisschen mildert, denn der Mittelbau sieht: Aufstieg ist möglich (Vielleicht wurden Ämter in der Partei aus diesem Grund teilweise nicht aufgefüllt. Um Platz für einen neuen Führungskern zu lassen). Gleichzeitig wird der Aufstieg mit der neuen Führung, nicht der Alten, Verbunden. Also gelten auch ihr die Loyalitäten. Der Wechsel in Pjöngjang läuft nach einem Plan ab der diese Tatsachen beachtet. Das ist aber noch kein Erfolgsgarant, da sehr viele Unsicherheitsfaktoren weiter bestehen.

Wie genau alles zusammen passt und gehört, das wissen die Leute in Pjöngjang vielleicht selbst nicht, deshalb will ich da garnicht rumrätseln. Aber immerhin ist die Liste von „high potentials“ die man im Auge behalten sollte wieder etwas länger geworden. In der jetzigen Phase ist es wirklich mal spannend im Auge zu behalten wer aufsteigt und wer verschwindet (wie man sieht, kommen manche davon wieder) oder stirbt und was die neu Aufgestiegenen machen. Denn jetzt wird das neue Team aufgestellt und die personellen Weichen gestellt.

Gevatter Tod dreht an Nordkoreas Personalkarussell: Jo Myong-rok stirbt mit 82 Jahren


Update (09.11.2010): Wahrscheinlich sollte ich mal damit aufhören euch darauf aufmerksam zu machen, wenn Ri Yong-ho mal wieder auf einem Foto an der Seite Kim Jong Uns (und für gewöhnlich zwischen diesem und Kim Jong Ils, an der Rechten Kims) zu sehen ist. Künftig werde ich euch informieren wenn das mal nicht der Fall ist. Auf diesem Foto bei Yonhap, auf dem ich die beiden Kims, Ri und Kim Yong-nam erkenne, ist es jedenfalls mal wieder so. Ri ist damit wohl jetzt die unbestrittene Nummer eins in Nordkoreas Militärhierarchie. Wenn da nicht mal noch ein (frei gewordener) Job für ihn rausspringt…

Ursprünglicher Beitrag (07.11.2010): Kaum hat man in Pjöngjang die Führung der Partei erneuert, kommt auch schon Gevatter Tod vorbei und rafft einen der Spitzenfunktionäre dahin. Wie KCNA gestern meldete, ist Jo Myong-rok gestern im Alter von 82 Jahren an einem chronischen Herzleiden gestorben. Jo war Stellvertretender Marschall der Koreanischen Volksarmee, erster stellvertretender Vorsitzender der nationalen Verteidigungskommission und eins von fünf Mitgliedern des Ende September neu aufgestellten Sekretariats des Politbüros der ZK der PdAK. Allem Anschein nach war sein Tod kein „geplantes“ dahinscheiden, dass im Sinne der Nachfolge Kim Jong Uns „notwendig“ war. Vielmehr gilt er als Linientreuer Militär und wichtiger Unterstützer Kim Jong Ils. Allerdings hat er seit 2006 kaum noch am politischen Leben der DPRK teilgenommen. Zwischen 2006 und 2010 nannte ihn KCNA gerade mal in sieben Artikeln.

Nichtsdestotrotz hatte Jo an zwei Schaltstellen der Macht wichtige Positionen inne. Beide Posten, also der in der NDC und der im Sekretariat des Politbüros dürften in dieser entscheidenden Phase des Übergangs nicht lange vakant bleiben. Sollte das anders sein, kann dies als eindeutiger Hinweis auf veränderte Machtverhältnisse im Land gesehen werden (ich würde dann auf die NDC-Stelle tippen), aber es bleibt erstmal zu vermuten, dass beide Positionen neu besetzt werden. Und da wird es spannend zu sehen, wer die Nachfolger Jo’s sind. Auch das kann man dann als einen eindeutigen Fingerzeig bezüglich der neuen Führung des Landes sehen. Der Platz im Sekretariat der Politbüros dürfte einem Militär vorbehalten sein und vielleicht ist es ja dann diesmal jemand der nicht gleich stirbt. Ein neues Mitglied aus der jüngeren Generation wäre ein eindeutiges Zeichen hinsichtlich der Nachfolge Kim Jong Uns. Die Position in der NDC ist ziemlich bedeutend, möglicherweise könnte jemand aus dem Gremium nachrücken und die hohe Position auffüllen (Jang Song-thaek, aber der ist kein richtiger Militär?) und ein neues Mitglied weiter unten anfangen. Wie gesagt: Wenn ein Platz nicht wieder aufgefüllt wird sagt das viel.

Und eine weitere interessante Tatsache geht aus der KCNA Meldung über den Tod Jo Myong-rok’s hervor. Es wird nämlich kurz über das Komitee zur Ausrichtung des Staatsbegräbnisses für Jo berichtet. Solche Komitees sind beim Versterben von Amtsträgern üblich und werden von Beobachtern der Führungsstrukturen des Landes immer genau im Auge behalten, da aus ihnen Hinweise hinsichtlich dieser Strukturen abzulesen sind. Und was ist da zu lesen? Das 169-Köpfige Komitee wird geführt von Kim Jong Il und an zweiter Stelle wird auch schon Kim Jong Un genannt. Da wird seine Nachfolge auf jeden Fall ganzschön forciert und seine gesteigerte Bedeutung öffentlich präsentiert.

Wie und mit wem werden die Posten Jo Myong-rok’s neu besetzt? Diese Frage sollte man genau im Auge behalten denn daraus könnte man einiges über die neuen Strukturen von „Kim Jong Uns Regime“ lernen.

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