Politische Inszenierung par excellence: Ro Su-huis Rückkehr nach Südkorea


In den letzten Tagen hat in Bezug auf Nordkorea ein ungewöhnliches Ereignis einige Aufmerksamkeit bekommen, von dem ihr vielleicht auch schon was mitbekommen habt. Ro Su-hui, der Vize-Vorsitzende der (südkoreanischen (es gibt ein Gegenstück im Norden)) Pannationalen Allianz für die Wiedervereinigung Koreas (Pomminryon), einer Gruppe, die hinsichtlich einer Wiedervereinigung Koreas ziemlich genau die Vorstellungen Pjöngjangs vertritt und häufig als politisch sehr nah an Nordkorea beschrieben wird, reiste mit viel TamTam durchs Land und wurde sogar von (fast) höchster Stelle — in Person Kim Yong-nams — empfangen. Allerdings hielt er sich schon länger im Norden auf. Er war Ende März über China eingereist und hatte an den Feierlichkeiten zu Kim Il Sungs hundertstem sowie allen anderen Festivitäten, die es seitdem noch so gab, teilgenommen. In der letzten Woche wurde seine mediale Präsenz dann aber nochmal deutlich erhöht, vermutlich um seine Heimkehr vorzubereiten. Die fand dann gestern statt. Hochsymbolisch überquerte er die Grenze in Panmunjom, dem Ort der Waffenstillstandsverhandlungen, die den Koreakrieg auf Eis legten. Wie zu erwarten war, wurde er auf der südkoreanischen Seite bereits erwartet und von einigen (Polizei-?)Beamten in Zivil abgeführt, was er nicht ganz ohne Gegenwehr geschehen ließ. Zu erwarten war dies, weil das Nationale Sicherheitsgesetz Südkoreas südkoreanischen Bürgern die unerlaubte Ausreise nach und die unerlaubte Einreise aus Nordkorea untersagt und dafür eine Gefängnisstrafe von bis zu zehn Jahren vorsieht (Ich habe nach einer vernünftigen Übersetzung des Gesetzes gesucht, aber nur dashier gefunden. Man kann dem trauen, muss es aber nicht. Die weiteren Artikel decken sich jedenfalls mit dem, was man sonst so über die Ge- und Verbote unter dem Gesetz liest.).

Fokus auf die Inszenierung

Ich will mich an dieser Stelle nicht weiter über das Nationale Sicherheitsgesetz auslassen (habe ich schon oft genug gemacht) und auch nicht auf Pomminryon oder Ro Su-hui eingehen (was sicherlich interessant wäre, was ich persönlich aber nicht so spannend finde, wie etwas anderes). Vielmehr möchte ich mich mit der besonderen Art der Inszenierung dieser Geschichte auseinandersetzen, denn bei diesem Ereignis werden einige Merkmale der politischen Inszenierung die sich die nordkoreanische Führung zunutze macht, sehr schön deutlich und darüber Hinaus lassen sich vielleicht sogar einige Anpassungen an moderne mediale Gegebenheiten ausmachen, die zeigen, dass man in Pjöngjang „mit der Zeit geht“.

Vorüberlegungen

Dazu muss ich aber zuerst noch ein paar Vorüberlegungen treffen.

Erstens ist anzunehmen, dass Ro Su-hui ganz genau wusste, was mit ihm geschehen würde, wenn er die Demarkationslinie zwischen den Koreas überschreiten würde. Er ist also nicht in der gutgläubigen Annahme in den Süden zurückgegangen, dass sein Verstoß gegen das Sicherheitsgesetz ungesühnt bliebe.

Zweitens kann auch davon ausgegangen werden, dass Ro in Absprache mit der Führung in Pjöngjang handelte. Er lief also nicht völlig autonom durch die Gegend und entschied, wann er hier und wann er da sein wollte und wann er wieder nach Hause führe, sondern stimmte dafür einen Termin mit der Führung ab.

Drittens wurde das ganze Ereignis seines Aufenthalts und besonders seiner Abreise von Seiten Pjöngjangs durchorganisiert und durchoreographiert, um damit eine öffentliche Wirkung zu erzielen.

Von diesen drei Annahmen gehe ich aus, weil sie zum Teil aus dem Folgen, was man sich mit seinem gesunden Menschenverstand zusammenreimen kann und weil das zum Teil aus der nordkoreanischen Berichterstattung des Ereignisses offensichtlich wird. Wer nicht glaubt, dass das als eine öffentlichkeitswirksame Maßnahme angelegt war, der schaue sich doch einfach dieses Video an.

In diesem Video von Kyodo sieht man dann auch noch, wie er vor dem Überschreiten der Schwelle ein paar Sekunden halt macht. Man könnte natürlich denken, dass er nochmal drüber nachdenkt, ob er nicht doch im Arbeiterparadies bleiben will, aber genauso wahrscheinlich ist, dass er dem Fotografen auf der anderen Seite die Chance bieten will, ein paar schöne Fotos zu schießen.

Naja, jedenfalls besteht für mich kein Zweifel, dass es sich hier um ein vorher bis ins letzte Detail (bei dem Blumenstrauß bin ich mir allerdings nicht ganz sicher. Gab jedenfalls ein tolles Abschlussbild) inszeniertes Ereignis gehandelt hat.

Inszenierung in der Politik: (Bei weitem) kein rein nordkoreanisches Phänomen

Und damit will ich kurz zum Thema Inszenierung in der Politik kommen. Dieses Thema ist ja auch oder gerade uns nicht unbedingt neu. Vielmehr sind wir Deutschen den Nordkoreanern vermutlich einiges im Inszenierungsgeschäft voraus. Man erinnere sich nur mal an einen Exkanzler, der in seinen Gummistiefeln zwar nicht eigenhändig die Oderfluten umlenkte, aber immerhin den nächsten Wahlkampf in die Tasche steckte. Oder an eine denkwürdige Bundesratssitzung im Jahr 2002, als es bei einer Abstimmung um das Zuwanderungsgesetz zu einem Eklat kam, bei dem aber im Endeffekt nur zwei Laientheatergruppe gegeneinander antraten, die den jeweils schon vorher eingeübten Drehbüchern folgten und keinerlei spontane Gemütsäußerungen zum Tragen kamen (wer sich nicht mehr an die Geschichte erinnert, schaue dieses schöne Video). Ein inszenierter Skandal. Aber auch in der internationalen Arena gibt es öfter mal Inszenierungen (Eigentlich im Vorfeld jedes kriegerischen Konflikts, was sich Anhänger der verfeindeten Seiten dann die nächsten hundert (oder mehr) Jahre vorhalten können, wobei sie geflissentlich den eigenen Inszenierungsanteil verdrängen). Bei mir am besten haften geblieben ist in jüngerer Zeit der Auftritt von Collin Powell vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, auch wenn der nur ein kleines Puzzelteilchen einer weitaus größeren Inszenierung war.

Wie gesagt, Nordkorea hat nicht gerade ein Monopol für politische Inszenierung und eh wir uns über die Propaganda des Landes lustig machen, die ja auch ein Teil dieser Inszenierung ist, sollten wir mal kurz drüber nachdenken, wie groß der Unterschied am Ende denn ist.

Ein paar Überlegungen zu Inszenierungen und Politik

Vor ein paar Jahren habe ich mal dieses interessante Heft von Aus Politik und Zeigeschichte (da findet ihr auch einen schönen Artikel über inszenierte Politik in der DDR) gelesen, das sich genau mit diesem Thema befasste. Zwar ging es da hauptsächlich um politische Inszenierung in Demokratien, aber vieles was da steht lässt sich recht leicht übertragen. In dem schönen Aufsatz von Thomas Meyer findet sich u.a. diese Anmerkung zu der Tatsache, dass Inszenierungen zum Teil notwendige Bestandteile politischer Kommunikation sind:

Auch das Authentische bedarf, wie die Theaterwissenschaft zeigt, einer je spezifischen Inszenierungsleistung, um als Authentisches erscheinen zu können. Erst in der Inszenierung tritt das ihr Vorausliegende für alle sichtbar in Erscheinung und ist auf diese Weise immer schon durch Darstellungsaktivitäten transformiert.

In unserem Fall dürfte das wohl eins zu eins zutreffen. Man nehme an, die Inszenierung von nordkoreanischer Seite hätte nicht stattgefunden und Herr Ro wäre still wieder nach Südkorea zurückgekehrt. Glaubt ihr, er wäre nicht verhaftet und nicht im Zweifel schwer gefesselt mitgenommen worden? Ich glaube es wäre genauso passiert, wie es jetzt passiert ist, nur eben ohne Öffentlichkeit und ohne dass selbst deutsche Magazine über dieses Ereignis geschrieben hätte.

In diesem Zusammenhang ist auch der Sachverhalt interessant, dass gegen den Vorsitzende der südkoreanischen Pomminryon seit Ende 2011 von den südkoreanischen Behörden ermittelt wurde. Hat keiner mitbekommen. Die Inszenierung könnte man damit auch als Versuch sehen, die Situation der (gefühlten) Verfolgung durch die südkoreanischen Behörden besser bzw. authentischer in der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Die Inszenierung wird gebraucht, um die Realität authentisch darzustellen. Eine besondere Rolle spielt dabei das Fernsehen (unnatürlich das Netz):

Entscheidender für die neue Qualität und die neuen Wirkungsdimensionen politischer Inszenierung sind allerdings die technischen Veränderungen im Bereich der Massenmedien. Mit dem Fernsehen steht nämlich erstmals in der Geschichte ein Massenmedium zur Verfügung, das einerseits alle Grenzen von Raum und Zeit überwindet, in spezifischer Weise die Gesamtheit der handelnden Personen wahrnehmen und diese Wahrnehmungen an ein breites Publikum vermitteln kann und das darüber hinaus durch seine medialen Qualitäten und seine Allgegenwart in den häuslichen Lebenswelten der Menschen fortwährend dichteste Realitätsillusionen erzeugt.

Hätte es von der Festnahme Ros ein paar Pressefotos gegeben und vielleicht noch ein oder zwei Berichte. Vielleicht hätte es eine Zeitung aufgegriffen, vielleicht aber auch nicht. Vielleicht hätte man auch nur gedacht: „Mal wieder Propaganda! Wo ist der Beweis?“ Die Fernsehbilder machen Eindruck und erzielen eine emotionale Wirkung. Vor drei Jahren hätten wir solche Bilder aus Nordkorea höchstwahrscheinlich nicht zu sehen bekommen, es sei denn, wir hätten eine riesige Antenne auf dem Dach etc. Aber Dank der Weiterentwicklung der Internetpräsens des Landes hat die Führung in Pjöngjang nun die Möglichkeit „alle Grenzen von Raum und Zeit“ zu überwinden und damit ein breites internationales Publikum zu erreichen. Eine Inszenierung wie diese hätte für Pjöngjang vor einigen Jahren nur einen innenpolitischen Wert gehabt. Nun kann man auch Wirkung nach außen entfalten.

Inszenierung in der DDR: Antagonismus prdouzieren

In dem gleichen APuZ Heft gibt es auch noch einen Artikel zur Inszenierung von Politik in der DDR. Darin wird u.a. auf den immer wieder hervorgehobenen, ja fast zelebrierten Antagonismus zwischen den Deutschen im Osten und denen im Westen verwiesen. Wenn man so will, hebt auch die nordkoreanische Inszenierung einen solchen Süd-Nord-Antagonismus hervor. Das einfache Narrativ in diesem Zusammenhang: Einheitsliebender Südler kommt in den fröhlichen Norden. Man feiert und freut sich. Vor der Rückkehr in den feindlichen Süden wird er von einer jubelnden Masse verabschiedet und mit Blumen beschenkt. Die aggressiven und gewalttätigen Südler können einen einheitsliebenden Menschen nicht ertragen, werfen ihn sofort zu Boden und zertreten die Blumen. Der Süden will sich nicht einigen. Es gibt die im Norden und die im Süden. Mittler haben es schwer. Man muss nicht viele kontextuelle Veränderungen vornehmen, um den Menschen im Norden anhand dieser Bilder deutlich zu machen, dass man vor dem Süden auf der Hut sein muss.

Sogar die Bilder der Grenzsoldaten vermitteln diese Wahrnehmung. Die südkoreanischen Soldaten sehen nach Testosteronproleten nach amerikanischem Actionfimvorbild aus, die nichts im Kopf haben, außer ihre scheinbar permanent angespannten Muskeln an irgendwelchen Feinden abzureagieren, während die Nordkoreaner eher so rüberkommen, als würden sie selbst nach einer Nuklearexplosion noch strammstehen. Die Bedrohung geht vom Süden aus (und ich frage mich schon immer, was ein solche martialisches Auftreten an der Grenze bezwecken soll).

Und damit komme ich auch schon zum Agieren des Südens bei dem ganzen Schauspiel. Die Beamten die Ro abführen sollten haben nämlich glänzend mitgespielt und damit den nordkoreanischen Propagandisten eine dollen Gefallen getan. Sie haben sich schön Kamerawirksam an der Grenze postiert und (aus nordkoreanischer Sicht) nur darauf gelauert, dass das arme Opfer seinen Fuß über die Grenze setzt, um ihn dann schnellstens in den Kerker zu zerren. Sie haben sich schön mit ihm gekloppt und ihn dann auch noch wie ein Weihnachtspaket verschnürt, auf dass sie auch wirklich einen möglichst unnötig aggressiven Auftritt hinlegen. Erste Sahne. Vermutlich sind die Dankesschreiben aus Pjöngjang schon eingegangen!

Und der Süden? Hilfloser Komparse?

Wie kam es dazu? Ich weiß es nicht, aber ich hab da so meine Vermutungen. Wenn ihr den Film zu der Bundesratssitzung, den ich verlinkt habe angeschaut habt, dann habt ihr ziemlich oft das Wort „Drehbuch“ gehört. Das lässt sich auch hier recht gut nutzen. Pjöngjang hat ein sehr ausführliches Drehbuch für die Inszenierung geschrieben und jeden Schritt geplant. Seoul hatte nach Standarddrehbuch agiert, sich also quasi nicht vorbereitet. Im Norden hat man das wohl gehofft und den eigenen Skript für ein solches Standardvorgehen geschrieben. Der Plan ist perfekt aufgegangen und die südkoreanischen Behörden stehen nicht im besten Licht da. Und wenn man dann Beschwerden hört, es habe sich um eine Propagandashow des Nordens gehandelt, dann stimmt das absolut. Aber wieso hat man sich denn dermaßen bereitwillig als Komparse in die Disziplin der Show eingereiht? Das verstehe wer wolle.

Rituale erleichtern Inszenierungen und der ganze innerkoreanische Konflikt ist ein einziges Ritual

Nun möchte ich noch auf einen letzten Aspekt bei der Inszenierung eingehen, den ich sehr spannend finde. Es geht mir um die Ritualisierung des Konflikts zwischen den Koreas, der hier sehr schön deutlich wird. Dazu muss man sich eigentlich nur nochmal den Film des Vorfalls anschauen. Eigentlich gehört alles zu diesen Ritualen. Die Fahneschwenkenden und Slogan rufenden Nordkoreaner, die Grenzsoldaten auf beiden Seiten, die sofortige Verhaftung des Aktivisten, als er die rituelle Schwelle übertreten hat (vielleicht sogar das rabiate Vorgehen währenddessen) und das wütende Protestgeheul aus dem Süden. Alles eingeübte Rituale. Man stelle sich ein solches Ereignis ohne die vorherige Einübung dieser Rituale vor. Es geht garnicht. Man hätte sich vermutlich die Köpfe eingeschlagen. Eigentlich ist der gesamte Konflikt zwischen Süd und Nord dementsprechende durchritualisiert. Die Manöver im Süden, die Drohungen aus dem Norden, die periodisch wiederkommenden Tests des Nordens und die Grenzscharmützel zwischen den Staaten. Alles ist eigentlich Routine und für nahezu alles sind implizite Verfahrensregeln festgesetzt, die am Ende verhindern, dass es einen verheerenden Konflikt gibt.

Solche Rituale vereinfachen Inszenierungen ungemein, denn man kennt das Drehbuch der Gegenseite, Man kann sich darauf verlassen, dass bei einer bestimmten Handlung eine bestimmte Reaktion folgt. Also muss man dafür nur ein wirkungsmächtiges Skript entwerfen, selbst die Routinen durchbrechen und der Gegenseite dabei zusehen, wie sie hilflos ihrem Standardprogramm folgt.

Und wozu das Ganze?

Nun möchte ich noch kurz darüber nachdenken, was man in Pjöngjang überhaupt mit der ganzen Schose bezweckt hat. Mir fallen da zwei bis drei Zielgruppen ein, an die sich die kleine Aufführung richten könnte.

An erster Stelle stehen vermutlich die Menschen in Nordkorea. Wenn man diese Bilder ohne jeglichen Kontext zeigt, sind sie eine recht eindrucksvolle Unterstützung für die nordkoreanischen Propagandabilder von den faschistisch-imperialistischen Marionetten im Süden. Sie wollen offenbar keine Wiedervereinigung und gehen radikal gegen friedliebende Persönlichkeiten des Ausgleichs vor. Perfekt für die propagandistische Verwertung.

An zweiter Stelle kommen die Menschen im Süden die man eventuell für sich gewinnen, auf jeden Fall aber vor den Präsidentschaftswahlen in Südkorea gegen das konservative Lager aufbringen will. Durch einen solchen Eklat werden die Grenzen der Freiheit aufgezeigt und es wird ein weiteres Vorgehen gegen Pomminryon provoziert, beides Ereignisse, die möglicherweise Gräben in der Gesellschaft vertiefen und Menschen politisieren können.

An dritter Stelle richtet sich das Spiel auch an die Welt. Denn man kann es drehen wie man will und auf die Perfidie des Nordens hinweisen, die ganze Geschichte propagandistisch auszuschlachten. Wenn sich in diesem Fall jemand aggressiv gezeigt hat, dann war es der Süden. Er geht gegen einen eigenen Bürger vor und zwar, weil der unerlaubt in den Norden gegangen ist. So etwas ist für viele Menschen auf der Welt nur schwer zu vermitteln, denn unser Bild von Korea besagt doch, dass es der Norden ist, der gegen seine Leute vorgeht und der ihnen die Ausreise in den Süden verbietet. Dort herrscht Freiheit und Wohlstand und die Leute können tun und lassen was sie wollen. So einfach dann auch wieder nicht.

Das Rühren in offenen Wunden

Insgesamt übt sich Pjöngjang einmal mehr in der Beschäftigung, Finger in offenen Wunden des politischen System Südkoreas zu legen. Die Angst vor nordkoreanischer Infiltration (physischer wie geistiger), bewirkt immer wieder, aber besonders stark in den letzten Jahre, dass in Südkorea scharf gegen alles verdächtige Vorgegangen wird. Manch einer könnte sagen, es würde über die Stränge geschlagen. Um genau zu sein, manch einer sagt das. Und es kann nicht im Interesse der südkoreanischen Regierung liegen, wenn der Vergleich zwischen ihrem Vorgehen und der Kommunisten-Hatz in der McCarthy-Episode in den USA gezogen wird. Deshalb dürfte es der Führung in Seoul auch durchaus wehtun, wenn der Norden nicht ganz zu Unrecht darauf hinweist, dass man im Süden überzieht und Unschuldige oder zumindest Harmlose (weil bestenfalls nicht so pfiffige) Leute verfolgt und so die eigene Legitimation untergräbt, die auf der Freiheit des Einzelnen beruht, untergräbt. Das wirklich Erstaunliche daran ist, dass man in der südkoreanischen Führung scheinbar zurzeit nicht in der Lage ist, irgendwie anders zu reagieren und dadurch in eine recht offensichtliche Propagandafalle tappt. Naja, vielleicht ist sich Präsident Lee mittlerweile im klaren darüber, dass er seine Amtszeit sowohl was Nordkorea angeht, als auch in Bezug auf andere politische Ziele nicht unbedingt erfolgreich wird abschließen könne und strikt so nun wenigstens noch einem Image als harter Hund, der aufrecht zu seinen Prinzipien steht.

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