Nordkoreas WM: Was war, was bleibt und was nicht sein wird…


Die Fußball WM ist vorbei – zumindest auf diesem Blog – und da wir ja nun auch schon den zweiten fußballfreien Tag zu durchleiden haben, dachte ich, komme ich heute mal meinem Versprechen nach, den seit 44 Jahre ersten Auftritt Nordkoreas bei einer WM (korrekterweise muss man wohl „FIFA Fußball Weltmeisterschaft“ schreiben, aber ich übernehme nicht so gern die Sprachregeln von totalitär angehauchten Alleinherrschern, die sich mit allerlei Kniffen an der Macht halten) retrospektiv zu betrachten. Natürlich gab es auch Sport, aber bei Nordkorea sind ja immer die Gerüchte und Geschichten aus der Kategorie „Vermischtes“ interessanter und außerdem ist der Sport schnell abgehandelt (über das Brasilien-Spiel hab ich berichtet, Portugal ein Desaster: 0:7, Elfenbeinküste eine (etwas kleinere) Katastrophe 0:3).

Aufgeben? Steht doch nicht außer Frage!

Erstmal muss ich eine Aussage, die ich nach dem Brasilien-Spiel getroffen habe korrigieren: Mein dort mit „Aufgeben? Steht außer Frage“ überschriebener Absatz ist nach dem Portugal-Spiel wohl kaum mehr zu halten. Hier setzte sich etwas fort, das ich in diesem Absatz auch kurz angesprochen habe. Der Schock nach dem Rückschlag. Offensichtlich ist auch der Glaube der Nordkoreaner in die eigene Unüberwindlichkeit endlich. Und als dieser Glaube endgültig gebrochen war, begann das Team so zu spielen, wie man es eigentlich schon gegen Brasilien erwartet hätte. Auch hieraus ließen sich durchaus politische Implikationen ableiten, z.B. die, dass man nur den Glauben der Eliten in die Haltbarkeit ihres Regimes brechen muss, um seinen Zusammenhalt zu zerstören, aber das nur am Rande.

Was? Keine Spieler geflohen?…

Was gab es sonst noch? Wie zu erwarten war, gab es während der WM Gerüchte über geflohene Spieler. Genauer gesagt sollen es vier gewesen sein, die angeblich eine Zeitlang vermisst waren.  Es hätte mich ganz ehrlich erstaunt, wenn es solche Gerüchte nicht gegeben hätte, denn eigentlich immer wenn Sportteams aus abgeschotteten oder sehr armen Staaten ins Ausland reisen gibt es die und manchmal sind sie nicht unbegründet. In diesem Falle aber scheinbar schon. Die Verwirrung entstand dadurch, dass der Trainer Nordkoreas den Spielerbogen falsch ausgefüllt („interpretiert“) und die betreffenden Spieler als „abwesend“ eingetragen hatte obwohl sie sich im Stadion befanden, weil er nicht vorhatte sie einzuwechseln. Also viel Lärm um nichts…

…und keine Kohlegrube…

Unter die gleiche Kategorie dürfte auch die Sache mit der Strafe für die Mannschaft fallen, bei der sich das Strafmaß „Kohlemiene“ in den Medien durchgesetzt hat. Bisher zumindest gibt es dafür keinerlei Anzeichen, außer dass ein vor sechs Jahren aus Nordkorea geflohener ehemaliger Fußballtrainer es in die Welt gesetzt hat. Während andere Länder sich entschlossen haben ihre Fußballmannschaften für die nächsten Jahre bei internationalen Wettkämpfen nicht antreten zu lassen (hat Nordkorea in den 90ern auch schonmal gemacht, als man gegen Südkorea verloren hatte), oder eine mittlere Staatsaffäre aus dem Ausscheiden des Teams machten, mit Anhörungen vor dem Parlament und Überlegungen zu parlamentarischen Untersuchungsausschüssen, scheint man in Nordkorea einen anderen (aber nicht eleganteren) Weg gewählt zu haben: Man schweigt es einfach tot. Während es nach dem Brasilien-Spiel noch recht zuversichtliche KCNA-Meldungen gab, konnte man seit dem grandios gescheiterten Versuch die Leute beim Portugal-Spiel mit einer Liveübertragung zu erfreuen, nichts mehr über die WM in den nordkoreanischen Medien lesen. Natürlich würde ich nicht mein ganzes Vermögen darauf wetten (obwohl es nicht so viel ist), dass es keine Strafe geben wird, aber neben der Tatsache, dass es bisher keine Strafe gab, glaube ich auch, dass das nicht passieren wird, weil es dem Regime nichts bringt. Das einzige Motiv wäre Unzufriedenheit oder Rachsucht und diese Motive spielen bei rational agierenden Akteuren selten eine Rolle. Da lässt man die Mannschaft lieber nochmal ne Runde üben und hofft, irgendwann nochmal die Chance zu kriegen.

…nur eine langweilige Heimkehr!

Auf jeden Fall ist das nordkoreanische Team mittlerweile wieder in der Heimat angekommen. Nachdem die Mannschaft einen Zwischenstopp in Peking eingelegt hatte, wo man ja eh immer das Flugzeug wechseln muss, und in einem hochklassigen nordkoreanischen Restaurant abgestiegen war (klingt auch nicht nach Strafe), wurden die Spieler am Flughafen in Pjöngjang von Familienangehörigen und Offiziellen in Empfang genommen, woraufhin sich „die versteinerten Mienen der Spieler in lächelnde Gesichter verwandelten.“ Damit ist das Abenteuer WM erstmal beendet, aber Offizielle zeigen sich zuversichtlich, dass die Mannschaft von den gewonnen Erfahrungen profitieren und so künftig noch stärker werden könne.

Manche Fragen bleiben

Damit sind fast alle Fragen rund um den Auftritt Nordkoreas bei der WM in Südafrika beantwortet. Aber einiges bleibt noch offen und wird – so fürchte ich – nie beantwortet werden:

  • Woher hat der Hersteller diese Videos die Fähigkeiten die unnachahmlichen nordkoreanischen Methoden der Fälschung von Bilddokumenten so genau zu kopieren? Und wieso hat er sich überhaupt die Mühe gemacht?

So, für alle Fußballinteressierten: Das wars von meiner Seite zur WM! Für alle Nicht-Interessierten: Geschafft!

Kleine Konflikte unter Feinden: Nordkoreas etwas „direkterer“ Zugang zur Diplomatie


Manchmal kann man die Aussagen, die Diplomaten so treffen, ja kaum ertragen. Sie strotzen nur so vor (oft hohlen) Phrasen und Allgemeinplätzen und scheinen oft das Hauptziel zu haben, die Welt um einige Worte zu bereichern, ohne jedoch neue Inhalte Preiszugeben. Das ist natürlich auch irgendwie verständlich, denn man weiß ja wie schnell die Befindlichkeiten anderer Verletzt sind und so Verbündete, Freunde oder (nicht unbedingt befreundete) Bekannte vergrätzt werden können. Hält sich aber die Zahl der Befindlichkeiten auf die man achten muss in Grenzen, dann kann man auch einen etwas direkteren „diplomatischen Ton“ wählen. Tja und ein Übermaß an Befindlichkeiten auf die man achten muss ist nun wirklich nicht das größte Problem des diplomatischen Corps Norkoreas (die Zahl auf die man dann tatsächlich achtet ist manchmal noch kleiner, zum Missvergnügen Chinas).

Ein gutes Beispiel für einen solch „direkten Ton“ hat scheinbar Nordkoreas Botschafter in Südafrika kürzlich geliefert. Gewürzt mit etwas nordkoreanischem „Charme“ ging An Hui-jong während der Eröffnungsfeier der Weltmeisterschaft in Johannesburg, zu der die ausländischen Botschafter eingeladen waren, auf seinen südkoreanischen Amtskollegen Kim Han-soo zu. (Mal wieder) ungenannte Quellen berichten, dass An seinen Kollegen gezielt auf der Toilette des Stadions abpasste und ihn am Arm festhielt um ihm mit drohendem Unterton mitzuteilen: „If (the South) keeps acting like this, we won’t just let things pass, either.“ Mit dieser Aussage wollte er allem Anschein nach die Unzufriedenheit Pjöngjangs aufgrund des Vorgehens Südkorea nach dem Cheonan-Zwischenfall eindringlich verdeutlichen. Allerdings behielt An durchaus einige Elemente des „diplomatischen Sprechs“ bei. Denn was genau die Tatsache, dass sie „won’t just let things pass“ bedeuten soll, dass bleibt sein Geheimnis.

Naja, ich bezweifle mal, dass diese kleine Episode irgendwelche weiteren Auswirkungen hat oder großartige Schlüsse zulässt, aber ich wüsste schon gerne, wie An auf die Idee kam, seinem Kollegen so direkt auf die Pelle zu rücken. Irgendwie hat der Autor von The Marmot’s Hole ja schon recht, wenn er meint, das Vorgehen Ans würde an „Gangster-Methoden“ erinnern. Aber wer weiß ob An nicht hin und wieder „Geschäftspartner“ auf der einen oder anderen Toilette Johannesburgs trifft, um Geschäftsabschlüsse zu erzeilen…

Nordkoreas etwas andere WM-Vorbereitung: Chaostage bei der Chollima-Elf


Heute ist es endlich (diejenigen die sich nicht für Fußball interessieren dürfen sich das „endlich“ wegdenken oder, wenn sie von der medialen WM-Berichterstattung schon extrem genervt sind, auch gerne hier aufhören zu lesen) so weit. Nordkorea hat nach 44 Jahren erstmals wieder die Möglichkeit sich auf der großen Bühne des internationalen Fußballs zu beweisen. Vor einiger Zeit (mein Gott, wie schnell dieselbe doch vergeht) ein paar Monaten habe ich mich ja schonmal allgemein mit dem nordkoreanischen Fußball beschäftigt. Da aber Kims Mannen heute Abend gegen Brasilien auflaufen werden, dachte ich mir, dass es vielleicht (meiner Meinung nach definitiv) interessant wäre, die Vorbereitung Nordkoreas auf dieses sportliche Großereignis nochmal revuepassieren zu lassen.

Wäre nämlich die Vorlaufzeit für die WM beim deutschen Team auch nur annähernd so chaotisch verlaufen wie das bei der nordkoreanischen Elf der Fall war, hätten unsere Medien sicherlich schon den nationalen Notstand ausgerufen, Günther Netzer und Gerhard Delling wären sich wahlweise bei einer vierstündigen Dauerdiskussion um die Zustände im deutschen Fußball an den Kragen gegangen oder wären einfach nur in Tränen ausgebrochen und DFB Präsident Theo Zwanziger hätte in einem neutralen Drittstaat wo man keine Ahnung von Fußball hat (Frankreich zum Beispiel) politisches Asyl beantragt. Eine erstaunlich große Zahl der nordkoreanischen Freundschaftsspiele im Vorfeld der WM wurde von mehr oder weniger vorhersehbaren Ereignissen überschattet. Die teilweise kuriosen Ereignisse reichten von höherer Gewalt über organisatorische Unzulänglichkeiten bis zu in Nordkorea wohl nur zu bekannten Problemen. Aber auch sonst stand man vor ungeahnten und hier kaum vorstellbaren Schwierigkeiten…

Testspielchaos allenthalben

Den Anfang machte die Absage des Testspiels gegen Chile. Dort hatte just ein paar Tage vor dem geplanten Termin ein verheerendes Erdbeben (an das ihr euch wahrscheinlich noch erinnert) für schwere Verwüstungen gesorgt, so dass die Chilenen sich um anderes als um Fußball Freundschaftspiele Gedanken zu machen hatten.

Auch in Venezuela hatte der Fußbalgott es nicht eben gut gemeint mit den Nordkoreanern: In der achtzigsten Minute musste das Spiel beim Stand von 1:1 abgebrochen werden, da in dem ölreichen Land die Lichter ausgingen (wie man hört in letzter Zeit kein seltenes Ereignis. Und für die Nordkoreaner dürfte es wohl auch keine Premiere gewesen sein, in deren Heimat scheint die Stromversorgung ja auch nicht die Stabilste zu sein). Im Endeffekt war die nordkoreanische Mannschaft daran aber selbst schuld, denn sie hatte sich zuvor geweigert in der Nachmittagshitze zu spielen. Achja, als wäre das noch nicht genug gewesen, scheint vorher auch noch jemand den Trikot-Koffer in Pjöngjang vergessen zu haben. Daher war man gezwungen in geliehenen Jerseys aufzulaufen.

Aber nicht nur Südamerika barg für Kims Elf so manche Tücke. Auch in Afrika war es nicht unbedingt einfach für die Mannschaft. So versuchte man Nigerias Nationalteam für einen Test nach Pjöngjang zu locken. Dumm nur, dass man sich weigerte für die Reisekosten aufzukommen. Daher wurde das Spiel dann kurzfristig auf einen späteren Termin verschoben. Letztendlich einigte man sich darauf, kurz vor dem WM in Südafrika zu testen. Vom Ergebnis dürftet ihr vielleicht gehört haben. Im Vorfeld kam es zu einer Massenpanik, bei der 15 Menschen verletzt wurden (das Spiel ging 3:1 für Nigeria aus, aber das war dann wohl eher nebensächlich).

Natürlich gab es daneben auch noch Spiele, die ohne größere Zwischenfälle abliefen, eins davon fand sogar in Deutschland statt, aber irgendwie hat hier davon kaum jemand Notiz genommen (700 Leute um genau zu sein) obwohl zwei WM-Teilnehmer mitspielten. Der Gegner war Südafrika und Austragungsort Wiesbaden. Das scheinbar nicht besonders spektakuläre Match endete mit einem 0:0, was nicht das schlechteste Ergebnis für Nordkorea ist (allerdings muss dazu gesagt werden, dass Südafrika die Auslandsprofis nicht dabei hatte). Auch gegen den WM-Teilnehmer Griechenland kam man zu einem Unentschieden. Ob das 2:2 allerdings ein Ruhmesblatt ist dürfte fraglich sein, betrachtet man die desaströse Leistung des Rehagel-Teams gegen Südkorea. Außerdem räumte man im Februar den AFC-Challenge-Cup ab, einen Wettbewerb der Asian Football Confederation, in dem sich „Fußball-Entwicklungsländer“ für die Asienmeisterschaften qualifizieren können. Gegner waren Mannschaften wie Myanmar und Turkmenistan, das man im Finale im Elfmeterschießen bezwang (Also auch ein eher zweifelhafter Qualitätsbeleg).

Auf der Suche nach dem Trainingslager

Aber zur Vorbereitung auf ein WM-Turnier gehören ja nicht nur Testspiele sondern es ist ja auch oft hilfreich sich in einem Trainingslager auf die klimatischen Bedingungen im Austragungsland der WM zu gewöhnen. Das haben sich auch die Verantwortlichen des nordkoreanischen Teams gedacht und sich auf die Suche nach einem passenden Gastgeber gemacht. Swasiland war sicherlich keine schlechte Wahl, denn einerseits dürfte das Wetter dort sich nicht sehr von dem im Nachbarland Südafrika unterscheiden, andererseits wäre den nordkoreanischen Spielern in der absoluten Monarchie kein (politischer) Kulturschock wiederfahren (man könnte fast sagen, dass Nordkorea gegenüber Swasiland ein Muster an Demokratie ist. Dort wurde im Gegensatz zu Nordkorea zu den letzten Parlamentswahlen nämlich noch nicht einmal eine Partei zugelassen.). Ärgerlicherweise war man in Swasiland aber nicht bereit, die Kosten für das Trainingslager zu großen Teilen allein zu tragen. Da half selbst das großzügige Angebot Nordkorea, ein Freundschaftsspiel gegen das Team Swasilands zu spielen, Interviews mit den Spielern zuzulassen und eine (Sport-)klinik zu errichten, nichts.

Auch die weitere Suche gestaltete sich schwierig. Zwar versteht man sich in Pjöngjang ganz gut mit dem verkalkten Despoten Robert Mugabe (der übrigens meiner Meinung nach das Attribut „Wahnsinnig“ weitaus eher verdient als Kim Jong Il) weshalb es naheliegend war das nördliche Nachbarland Südafrikas für ein Trainingslager auszuwählen. Allerdings sind diese freundschaftlichen Gefühle unter der Bevölkerung nicht so verbreitet. Das Volk verübelt es den Nordkoreanern noch immer, dass dieses in den 1980er Jahren eine berüchtigte Einheit der simbabwischen Armee ausgebildet hatte, die in der Folge zwischen 8.000 und 20.000 Menschen ermordete. Nachdem es zu massiven Protesten kam (was in Simbabwe ja ne schwierige Sache ist und zeigt, wie wenig man die Nordkoreanern dort leiden kann) sagte die nordkoreanische Seite dieses Trainingslager kurz vor dem geplanten Termin ab.

Mit klimatischen Ähnlichkeiten wurde es dann eben doch nichts mehr, aber immerhin konnte man (unter Mithilfe der FIFA, aber Sepp Blatter ist ja als ihr Alleinherrscher auch irgendwie Kims Bruder im Geiste) ein bisschen in der Höhe üben, denn letztendlich landete Nordkoreas Team in der Schweiz um sich intensiv auf die WM vorzubereiten (Nordkoreaner vorbereiten und Schweiz scheint irgendwie zusammenzupassen, denn schließlich hat sich hier ja auch Kim Jong Ils Sohn Kim Jong Un auf sein „Amt“ als Diktator vorbereitet…). Dabei scheint man erstaunlicherweise recht offen gegenüber Fans und Autogrammjäger. Hier noch ein kurzer und interessanter Radiobeitrag zu dem Trainingslager.

Wichtiger als die Vorbereitung ist aber wohl das Team. Und auch hier hat sich Nordkorea einiges einfallen gelassen. Die Teamverantwortlichen haben sich nämlich gedacht, dass ein gut aufgestellter Sturm wichtiger sei als drei Tormänner. Dementsprechend bot man anstatt des zweiten Ersatztorhüters einen zusätzlichen Stürmer im Kader für die WM auf. Hätte man die FIFA Regularien vorher wohl mal genauer studieren sollen. Dummerweise darf ein Spieler der als Keeper nominiert ist nämlich auch nur als solcher auflaufen. Daher war dieser Kniff (der aber mal wieder die Kreativität Nordkoreas im Umgang mit Regeln zeigt) wohl ein glattes Eigentor. Aber am dritten Torwart wird die Mission WM wohl nicht scheitern…

Im Stadion oder Zuhause? In Nordkorea keine Frage

Aber nicht nur der Spielbetrieb an sich gestaltetete sich für Nordkorea schwierig. Auch im Umfeld kam es zu einer erstaunlichen Zahl organisatorischer Schwierigkeiten und Kuriositäten, wobei dieses Mal höhere Gewalt allerdings kaum eine Rolle gespielt hat, sondern eher das gespannte Verhältnis der Nordkorea zu international gültigen Regeln und die besonderen Bedingungen in diesem Land.

Eigentlich ist es ja für Fußballfans eine tolle Sache die eigene Mannschaft bei einer Weltmeisterschaft anzufeuern und für eine Mannschaft auch irgendwie wichtig von den eigenen Anhängern unterstützt zu werden. Im Falle Nordkoreas ist das alles aber nicht so einfach. Vermutlich sieht es Kim Jong Il eh nicht gerne wenn sein Volk Fan von irgendetwas anderem als ihm selbst ist. Noch weniger gern sieht er es allerdings, wenn sich viele Nordkoreaner aus seiner väterlichen Reichweite begeben, denn da verliert man schnell mal die Kontrolle über ihre Handlungen. Aber irgendwie erzeugt das international ja auch immer ein seltsames Bild, wenn gar kein Nordkoreaner im Stadion sitzt. Tja und da hat man eben beschlossen 1.000 Chinesen als Ersatz-Nordkoreaner zu nehmen, merkt ja keiner. Dummerweise hat Xinhua damit aber nicht hinter dem Berg gehalten und natürlich war das mal wieder ne schöne Nachricht fürs Kuriositätenkabinett. (Da hoffen wir doch mal, dass Chinesen für das“ richtige“ Team jubeln, nachdem ein nordkoreanischer Grenzer letzte Woche drei Chinesen erschossen hat…).

Fan-Trikots werden die Chinesen wahrscheinlich schonmal nicht tragen. Da gabs nämlich auch kleinere organisatorische Schwierigkeiten. Aus irgendeinem Grund hatte nämlich keiner der Ausrüster Lust sein Logo auf die Trikots und Schuhe der nordkoreanischen Fußballer zu sehen (wobei ich mir fast sicher bin, dass keine der Firmen große Probleme damit hätte, wenn Sportutensilien von nordkoreanischen Frauen (oder Kindern) hergestellt würden). Und so hat Nordkorea erst vor kurzem einen Vertrag mit der italienischen Firma Leaga unter Dach und Fach gebracht, zu spät um die Merchandise Artikel noch auszuliefern.

Aber zum Glück wird die WM ja per Satellit in alle Welt übertragen und so können die Nordkoreaner ihre Elf von zuhause aus unterstützen. Können sie? Wäre da nicht die Sache mit dem Schiff gewesen, das ein nordkoreanischer Torpedo vor fast zwei Monaten versenkt hat wäre das alles etwas einfacher gewesen. Dann hätte nämlich die südkoreanische Sendeanstalt die Signale geliefert. So haben die zurecht erzürnten Südkoreaner allerdings kurzerhand beschlossen, den Nordkoreanern die Übertragungsrechte für die WM-Spiele nicht zu gewähren. Eine Strafe die möglicherweise auch im Volk für einen gewissen Unmut sorgen würde (auch wenn Fußballspiele bisher meist zeitversetzt ausgestrahlt wurden). Aber da man in Nordkorea wie gesagt ein etwas anderes Verhältnis zu Verträgen und Rechten hat, strahlte man das Eröffnungsspiel der WM einfach trotzdem aus. Wie sich im Nachhinein herausstellte hatte man sich die Rechte auf anderem Weg gesichert (Wie in der großen Politik ist es halt auch im Sport von Vorteil „friends in higher positions“ zu haben, nur heißen die hier eben nicht China sondern FIFA. Da schauen wohl nicht nur die Südkoreaner in die Röhre (die aber eben irgendwie doppelt)).

Fußball ist Fußball bleibt Fußball

Mittlerweile wird das ganze Chaos allerdings wohl vergessen sein. Nach einigen Tagen Vorbereitung im (dank FIFA scheinbar fast nach nordkoreanischen Standards gesicherten) Quartier in Tembsia dürfte das Team wohl mittlerweile auf dem Weg nach Johannesburg sein. Heute Abend um 20:30 h rollt das runde Leder in Johannesburg und es geht mit Brasilien gleich gegen ein Team mit Dauerabo auf den Titel des WM-Favoriten. Und dann sind die Nordkoreaner (zumindest die Elf auf dem Platz) ziemlich vielen anderen Menschen auf der Welt ziemlich ähnlich. Dann geht es eigentlich nur noch um eins: Das Runde muss ins Eckige! In diesem Sinne: Viel Spaß beim Zuschauen…

Achja, wenn ihr euch so richtig gut auf das Spiel vorbereiten wollt und kurze Backgroundinfos zu einzelnen Spielern sucht dann schaut mal hier vorbei.

Was man aus dem Spiel Brasilien vs. Nordkorea über Politik lernen kann


Ich habe mir gestern das Spiel Nordkoreas gegen Brasilien angeschaut und fand es in vielerlei Hinsicht erhellend. Keine Angst, ich werde nicht anfangen die beiden Strategien, die Spieler oder gar einzelne Aktionen zu analysieren, das kann man sonstwo zuhauf nachlesen. Aber die eine oder andere Erkenntnis hat durchaus weitere Implikationen. Aber fangen wir mal an:

Der überzeugteste Nordkoreaner kommt aus Japan

Die erste Überraschung des Spiels erlebte ich bereits vor Anpfiff. Da sah ich Jong Tae-se (der Rooney Asiens) stand da von seinen Emotionen übermannt und weinte, als habe er gerade vor Geliebten Führer persönlich ne Belobigung bekommen. Da fragt man sich natürlich: „Was ist mit dem Jungen los? Muss der heute ein Tor schießen, um seine Familie vor dem Gulag zu retten (oder so), oder ist der einfach so unglaublich froh, für sein Land auflaufen zu können?“ Auf den ersten Blick scheint die erste Erklärung irgendwie schlüssiger, auf den Zweiten aber nicht mehr. Denn die Familie Jongs lebt gar nicht in Nordkorea und er ist in Japan geboren und aufgewachsen und hat auch nen südkoreanischen Pass. Hätte also ebensogut eine Karriere in der südkoreanischen Mannschaft starten können. Was bleibt ist: Der Junge ist so erfüllt von Liebe für Nordkorea, dass es für ihn einfach das Größte ist, für das Land zu spielen. Scheinbar funktioniert Indoktrination auch gegen den Hintergrund relativ offener und demokratischer Gesellschaften. Irgendwie überrascht mich das, weil ich mir nicht vorstellen kann, wie das geht. (Vielleicht in Sektenmäßig abgeschotteten Gruppen? Aber trotzdem…)

Kein Respekt vor großen Gegnern

„Wir können gegen Brasilien gewinnen!“ Diese Aussage traf Jong Tae-se bei einer Pressekonferenz vor dem Spiel und löste damit einige Erheiterung bei den Medien aus. Nichts mit Understatement also. Und vermutlich war er überzeugt davon und irgendwie hat er ja auch recht. Keine Mannschaft ist unbesiegbar (nur bei Spanien sind hinsichtlich dieser These Zweifel berechtigt). Aber die Aussage und diese Haltung, denn die zeigte sich auch im Spiel, spiegeln in gewisser Art ein nordkoreanisches Selbstverständnis wieder. Wir können es schaffen, wir können den großen Gegner besiegen. Das Spiel gegen die USA (zweifelsohne „das Brasilien der Weltpolitik“) dauert jetzt schon 60 Jahre und man hat dem Gegner schon die eine oder andere empfindliche Niederlage beigebracht. Langfristig ist die Bilanz bestenfalls (für die USA) ausgeglichen. Wie kommts? Keine Ahnung. Aber diese innewohnende Überzeugtheit von den eigenen Fähigkeiten macht es den Spielern leichter an große Aufgaben heranzugehen. Solange die Option einer Niederlage im Kopf nicht existiert, fängt man auch nicht an sich geistig damit anzufreunden.

Starke Verteidigung überraschende und effektive Angriffe

Jetzt muss ich doch kurz auf die Strategie der nordkoreanischen Mannschaft eingehen (aber nur ganz oberflächlich): Aus einer festungsartigen Verteidigung heraus von Zeit zu Zeit überraschende und effektive Angriffe vortragen und dabei die eigentlich überlegene Defensive durchbrechen oder umgehen. Kommt euch bekannt vor? Wenn ihr das Spiel gestern beobachtet habt kein Wunder. Wenn ihr die außenpolitische Strategie Nordkoreas in den letzten Jahren beobachtet habt auch nicht. Mit dem Bau von Nuklearwaffen und dem Ausbau der Kapazitäten asymmetrischer Kriegsführung hat man seine Verteidigungskapazitäten nahezu wasserdicht gemacht (obwohl das fast schon vorher der Fall war, weil Seoul in der Reichweite der nordkoreanischen Artillerie liegt, die dort zweifelsohne in kürzester Zeit verheerende Schäden anrichten würde). Dass man Überraschungsangriffe durchführen kann zeigte zuletzt die Versenkung der südkoreanischen Korvette Cheonan eindrücklich. Allerdings taugen die existierenden Kapazitäten in beiden Fällen nicht um einen permanenten Angriffsdruck auf den Gegner zu entfalten. Meiner Meinung nach sind die Ähnlichkeiten der Strategien nicht zufällig, sondern tatsächlich Ausdruck der nicht zuletzt durch die Juche-Ideologie geprägten Mentalität.

Das Konzept der „Regeln“ ist Nordkoreanern nicht gänzlich unbekannt

Beim Anschauen des gestrigen Spiels viel mir auch ein anderer Aspekt des nordkoreanischen Spiels ins Auge. Sie hielten sich an die Regeln. Sie spielten nicht irgendwie ziemlich fair, sondern sie spielten im gesamten Spiel drei- oder viermal Foul und die waren eher spielerischen Unzulänglichkeiten (zu langsam/Brasilianer machten zuviele Übersteiger) geschuldet und keine absichtlichen Angriffe. Zuerst dachte ich: „Komisch! In der großen Politik nimmt mans mit den Regeln ja nicht so genau und legt sie eher kreativ aus. Das scheint im Sport ja ganz anders zu sein.“ Als ich dann aber ein bisschen weiter darüber nachgedacht habe wurde mir mein Denkfehler klar. Diese Parallele kann man hier nicht ziehen. Hier muss man eher auf die Funktionsweise der nordkoreanischen Gesellschaft schauen. Und die funktioniert — über Regeln. Halten sich die Leute nicht an die Regeln verliert das Regime die Kontrolle und ist zum Untergang verurteilt. Wenn Sportler Anfangen taktisch gegen Regeln zu verstoßen, kann man darin einen Keim von Widerstand sehen. Denn man spricht den Regeln die absolute Autorität ab und sieht sie eher als Richtlinien. Ob die Spieler einfach nicht auf die Idee kommen, dass man gegen Regeln verstoßen kann (kann ich mir zwar vorstellen, aber sie bekommen es bei internationalen Spielen oft genug anders vorgemacht) oder ob sie nicht dagegen verstoßen, weil sie sonst nicht spielen würden (das dürften sie auf keinen Fall) ist schwer zu sagen. Aber die Diszipliniertheit  der nordkoreanischen Fußballer spiegelt einen kleinen Teil der Funktionsweise der Gesellschaft des Landes wieder.

Aufgeben? Steht außer Frage

Nordkorea schoss in der 88. Minute (ungefähr) das Anschlusstor und kam danach noch zu ein zwei mittelmäßigen fast-Chancen. Zufall? Nein, für die Spieler stand einfach außer Frage, zu irgendeinem Zeitpunkt aufzugeben. Zwar merkte man ihnen den Schock nach dem 1:0 Brasiliens an und sie spielten eine Zeitlang weniger gut sortiert, aber man sah kein lustloses Traben oder Gesten des Unmuts. Sie spielten einfach weiter und gaben nach dem Anschlusstor (für ihre Verhältnisse) nochmal richtig Gas. Phrasen nordkoreanischer Soldaten, sie würden bis zum letzten Blutstropfen für ihren geliebten Führer kämpfen etc. finden hier ihre Entsprechung. So gesehen war es ein Kampf bis zur letzten Sekunde. Und fast hätte man damit die Brasilianer noch kalt erwischt. Denn die rechneten augenscheinlich nicht damit, dass die offensichtlich schwächere Mannschaft Minuten vor Schluss nochmal versuchen würde, etwas gegen den Gruppenfavoriten auszurichten. Daran sieht man auch, dass Nordkorea in der Lage ist, aus begrenzten Möglichkeiten erstaunliche Ergebnisse herauszuholen (immerhin gibt es das Land noch (Was nicht selbstverständlich ist) und immerhin nimmt diese spielerisch sehr schwache Mannschaft an der WM teil).

Mit „strategic patience“ ist Nordkorea nicht beizukommen

Das (meiner Meinung nach sehr dumme und euphemistische) Schlagwort von der „strategic patience“ wurde von der US-Außenministerin Clinton gebildet und beschreibt die Strategie der USA gegenüber Nordkorea. Kurz beschrieben besagt die Strategie: „Nichtstun und abwarten ob sich von selbst was ändert, sich dann bietende Chancen nutzen“ (Was daran das „strategische“ sein soll weiß ich zwar nicht, aber vermutlich war Clinton bewusst, dass nur „patience“ dann doch etwas seltsam geklungen hätte). Wer das Spiel gestern geschaut hat, der hat 45 Minuten lang eine fußballerische Entsprechung der „strategic patience“ gesehen. Die Fußballsupermacht Brasilien schob den Ball hin und her und hoffte, dass einer oder mehrere Nordkoreaner einen Fehler machen würden. Taten sie aber nicht. Nordkorea schob auch den Ball hin und her, startete dann aber von Zeit zu Zeit eine überraschende Attacke (siehe oben). Brasilien ließ sich von Nordkorea ein statisches Spiel aufzwingen und kam nicht auf die Idee selbst Dynamik in die Sache zu bringen (obwohl der Raum dazu durchaus da gewesen wäre). So lange das so blieb, lief für Nordkorea alles gut, denn sie konnten sich in Ruhe auf ihr recht starres Verteidigungskorsett verlassen und hatten nichts Innovatives von den Brasilianern zu befürchten, dass dieses Gesprengt hätte. Wie einfach das ging zeigen beide Tore. Zwei drei überraschende Pässe und Nordkoreas Bunker war geknackt. Was ich damit sagen will: (nicht das ich es nicht schon öfter gesagt hätte, aber es ist halt meine Überzeugung und es passt so gut!) es bringt nichts sich auf das Spiel von Nordkorea einzulassen. Zwei Fronten aufzubauen die sich gegenüber stehen, aber keine Veränderung herbeiführen können, helfen nur den Status quo zu sichern (beim Fußball: 0:0, in der Politik: Machterhalt des Kim-Regimes). Die Situation kann nur durch dynamische Momente, durch überraschende Vorstöße verändert werden. Solange die ausbleiben bleibt auch der Wandel aus. Da hoffe ich doch mal, dass ein Berater Obamas sich das Spiel gestern angeschaut und ein paar Lehren gezogen hat.

Ein sehr interessantes Spiel also gestern, wenn auch nicht unbedingt sportlich. Aber ich fands erstaunlich, wieviele Querverbindungen zwischen Sport und Politik/Gesellschaft man in dem Spiel gestern erkennen (meinetwegen auch konstruieren, den Schuh zieh ich mir im Zweifel an) konnte. Denjenigen, die keinen Fußball mögen sage ich: Schauts euch an, da steckt manchmal mehr drin als 22 Männer, ne lederne (heute Plastik) Kugel und Milliarden für die FIFA.

Achja, eine Frage bleibt allerdings ungeklärt: Waren die Leute im ca. 50 Mann starken Nordkorea-Fanblock jetzt echt? Die Accessoires sahen jedenfalls recht authentisch aus und ich kann einfach nicht in drei Sekunden (wahrscheinlich auch nicht in drei Stunden) in denen das Fernsehbild auf die Leute zeigte nicht erkennen, ob das jetzt Koreaner oder Chinesen waren…

Ooops they did it again…Wieder nordkoreanisches Waffengeschäft aufgeflogen


Gestern wurde erneut ein Versuch Nordkoreas bekannt, gegen bestehende UN-Sanktionen Waffenhandel zu betreiben. Der Vorfall wurde zwar erst gestern bekannt, hatte sich aber bereits im November des vergangenen Jahres ereignet. Nun meldeten die südafrikanischen Behörden, die das verdächtige Schiff aufgebracht hatten, den Zwischenfall offiziell an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen.

Die Lieferung, die an die Republik Kongo (Kongo Brazzaville, also nicht das „Herz der Finsternis“ sondern der andere Kongo, der seltener (aber nicht nie) wegen bürgerkriegsähnlichen Zuständen in den Medien ist) adressiert war, bestand scheinbar aus, als Bulldozer Ersatzteile deklarierten, Ersatzteilen für Panzer des sowjetischen Bautypen T-54/T-55, die dort in den 1940er und 1950er Jahren produziert worden waren und dann in anderen Teilen der Welt. Scheinbar hatte die Fracht eine recht abenteuerliche Reise hinter sich. Sie wurde von einer nordkoreanischen Firma in China auf ein Schiff geladen, dann in Malaysia gebracht, dort auf ein französisches Schiff gebracht, bevor es in Südafrika abgefangen wurde. Scheinbar war die französischen Firma CMA CGM (oder die Besatzung des Schiffes, die Berichte unterscheiden sich hier) misstrauisch geworden und hatte die Behörden (keine Ahnung welche da zuständig sind) informiert. Aus Diplomatenkreisen verlautete, dass es sich hier um einen klaren Verstoß gegen die Sanktion 1874 des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen handele. Der Vorfall solle nun näher untersucht werden und wird als weiterer Beleg dafür gesehen, dass die Sanktionen greifen. In Anbetracht der Tatsache, dass dies nur einer von mehreren Ähnlichen Vorfällen in jüngster Vergangenheit war, untermauert diese These. Im Dezember wurde in Bangkok ein Flugzeug mit Waffen aus Nordkorea beschlagnahmt, das ein unbestimmtes Ziel ansteuerte. Im August des selben Jahres wurde in den Vereinigten Arabischen Emiraten ein Schiff mit nordkoreanischen Waffen an Bord entdeckt. Die Geschäfte werden schwieriger für Nordkorea!

Soweit zu den Fakten. Die Geschichte wirft für mich ein paar Fragen auf. Die wichtigste: Warum dauert das denn über 2 Monate den Vorfall an die UN zu melden? Ich kann es mir nicht so recht erklären, allerdings wurde die Sache mit dem Flugzeug innerhalb kürzester Zeit, die dem anderen Schiff innerhalb von zwei Wochen publik. Aber wenn ich mich richtig an den November zurückerinnere, fand kurze Zeit später der Besuch des US-Sondergesandten Bosworth in Pjöngjang statt. Vielleicht wollte man ja eine Art von Feelgood-Atmosphäre schaffen, um die Gespräche zu vereinfachen und gleichzeitig ein Druckmittel parat zu haben. Und nachdem sich Nordkorea nicht so kooperativ zeigt wie erhofft, deckt man nun eine neue Karte auf.

Achja und wenn ich höre, dass eine französische Firma die Waffen in ein Kernland „Francafriques“ bringt, dann frag ich mich doch glatt, ob das Zufall ist. Generell überrascht mich so ein Handel überhaupt nicht. Aber dass man sogar mit Nordkorea entgegen UN-Sanktionen zusammenarbeitet. Tststs! Aber auch dass sich Nordkorea bei solch geheimen Geschäften auf französische Spediteure verlässt ist mir irgendwie suspekt.

Außerdem scheint es ja tatsächlich so zu sein, dass Nordkorea von den Sanktionen zunehmend tangiert wird. Daher kann man sich fragen, inwiefern Nordkoreas Forderungen nach einer Aufhebung der UN Sanktionen tatsächlich ernst gemeint und nicht nur taktisches Geplänkel sind.