„Eine Reise nach Nordkorea ist wie eine Zeitreise“ — Christoph und Ronny von Nordkorea-Reise.de stellen sich vor


Über Tourismus in Nordkorea schreibe ich relativ selten, obwohl ich weiß, dass das Thema viele von euch interessiert. Das hat einerseits damit zu tun, dass ich selbst noch nie dort war und damit vermutlich ein bedeutender Teil der Leser auf mehr eigene Erfahrungen zurückgreifen können als ich, zum anderen hängt es aber auch damit zusammen, dass ich das Gefühl habe, dass es selten was neues zu dem Thema gibt. Wer mal ein paar Reiseberichte aus Nordkorea gelesen hat (hier habe ich ein paar davon  verlinkt), dem wird aufgefallen sein, dass das mit der Zeit ziemlich redundant wird. Und immer nur das Selbe, das finde ich langweilig und dafür ist mir auch meine Zeit zu schade.
Seltener liest man aber etwas aus Sicht derjenigen, die den Tourismus nach Nordkorea ein Stück weit zur Geschäftsgrundlage haben, also von Nordkorea-Reiseanbietern. Deshalb bin ich froh, dass ich Christoph, mit dem ich schon eine Zeit lang bekannt bin und seine Kollegen dafür gewinnen konnte, aus ihrer Sicht als junge Nordkorea-Reiseanbieter zu berichten und zu verschiedenen Aspekten dieses Geschäfts, sowohl was den eigenen Weg zu diesem Geschäftsbild, als auch was eher grundsätzliche Fragen des Reisens nach Nordkorea und den Umgang mit den Partnern dort angeht. Also Bühne frei für Nordkorea-Reise.de:

Wonsan (Foto und Rechte: Nordkorea-Reise.de)

Wonsan (Foto und Rechte: Nordkorea-Reise.de)

Wie einige von Euch sicherlich schon festgestellt haben, existiert seit einigen Monaten ein neuer Reiseanbieter zu Nordkorea auf dem deutschen Markt. Wir, André, Ronny und Christoph sind Nordkorea-Reise.de (für den deutschsprachigen Markt) bzw. Pyongyang-Travel.com (für den internationalen Markt). Wir freuen uns über die Möglichkeit, Euch an dieser Stelle einige unserer Erfahrungen zu Nordkorea im Bereich Tourismus mitteilen zu können und uns bei der Gelegenheit nebenbei auch etwas bekannter zu machen.

Nordkorea ist voller Fragezeichen. Generell ist der Allgemeinheit ja wenig bekannt über das Land, abseits von medial hochgespielten Drohgebärden sowie den üblichen Nachrichten über Hunger und die Menschenrechtslage. Besucht man Nordkorea einmal als Tourist, kehrt man ziemlich sicher mit noch mehr Fragezeichen im Gepäck zurück.

Daher haben wir uns entschlossen, an dieser Stelle ein kleines Selbstinterview zu führen, in welchem wir uns mit den häufigsten Fragen zu unserer Tätigkeit auseinandersetzen und Euch hoffentlich ein paar interessante Einblicke in die Tätigkeit einer sich auf Nordkorea spezialisierenden Reiseagentur geben können.

Wonsan (Foto und Rechte: Nordkorea-Reise.de)

Wonsan (Foto und Rechte: Nordkorea-Reise.de)

Wie kommt man überhaupt auf die Idee, Reisen nach Nordkorea anzubieten?

Ronny:  Wir lernten uns ursprünglich über unterschiedliche Freunde kennen. Unsere Verbindung war, dass wir zunächst aus Interesse für das große Unbekannte unabhängig voneinander Nordkorea besucht haben. Bei einer kleinen Feier tauschten wir uns über unsere Reise-Erfahrungen aus. Wir teilen ein hohes Interesse an Nordkorea, an den aktuellen und vergangenen Ereignissen, den Chancen für die Zukunft und den Analogien der deutschen und koreanischen Teilung. Wir sind, denke ich, mit einigem Fachwissen und der nötigen Expertise über das Land ausgestattet. Christoph als Politikwissenschaftler hat sich bereits während seines Studiums mit Nordkorea beschäftigt, ich als angehender Historiker auch. André ist ein belesener Nordkorea-Experte.

Christoph: Eigentlich hatten wir, zumindest ich, am Anfang nicht gleich vor eine Reiseagentur aufzumachen. Mein erster Besuch in Nordkorea sollte ein einmaliges Wagnis werden. Letztendlich war dieses Erlebnis so prägend für mich als politikinteressierten Menschen, dass ich ein zweites Mal fuhr. Zwischendurch verschlang ich unzählige Bücher über Nord- und Südkorea, den Krieg, die Teilung, etc. Und dann überlegt man sich, wie es wäre hier in Berlin eine kleine Reiseagentur aufzumachen, um aus seinem Hobby auch etwas Zählbares zu machen und die Zeit und Energie, die man in sein Hobby investiert, auch positiv zu nutzen. Alleine wäre das wohl nichts für mich gewesen, doch zu dritt verfügen wir auch über die nötige Ausstattung und Kapazität, solch ein Projekt erfolgreich zu führen.

Wonsan (Foto und Rechte: Nordkorea-Reise.de)

Wonsan (Foto und Rechte: Nordkorea-Reise.de)

Was ist denn für Euch so faszinierend an dem Land?

Christoph:  Viele Leute rieten mir von meiner ersten Reise ab, ich würde dort nur Leid sehen, das Land sei unberechenbar, unsicher, etc. Im Nachhinein kann ich sagen, dass die Reise extrem faszinierend war, das Land ist so dermaßen anderes als alles andere. Eine Reise nach Nordkorea ist wie eine Zeitreise. Was unsere Generation größtenteils nur aus Geschichtsbüchern kennt, existiert dort seit über 60 Jahren, extrem abgeschottet von der Außenwelt. Uns als Tourist ist man dort sehr sicher, die Reisen sind extrem gut geplant, die Reiseleiter sehr professionell und nett.

Ronny: Das ganze Land ist ein Mysterium. Ich bin ein Mensch, der erlebt lieber einmal einen außergewöhnlichen Urlaub wie in Nordkorea als zehn Mal Mallorca oder Ibiza. Zudem gibt es so viele Parallelen und Unterschiede zur deutschen Teilung. Das ist schon sehr interessant.

Wonsan (Foto und Rechte: Nordkorea-Reise.de)

Wonsan (Foto und Rechte: Nordkorea-Reise.de)

Ist es ethisch vertretbar, nach Nordkorea zu reisen?

Christoph: Die Frage ist berechtigt. Natürlich gibt es den Vorwurf, dass das durch den Tourismus erwirtschaftete Geld direkt der Regierung zugehen würde und Touristen im Land für Propagandazwecke genutzt würden.  Mit diesem Vorwurf müssen sich alle Reiseagenturen, die Nordkoreareisen im Angebot haben, auseinandersetzen. Reisen zu organisieren ist zudem etwas anderes als selbst einmal als Tourist dort hinfahren. Insofern fühlen wir schon eine Verpflichtung, uns mit solchen Vorwürfen auseinandersetzen.

Um aber gleich beim Argument der Devisen bzw. des Geldes zu bleiben: Es ist nicht so, dass alles an die Regierung geht. In der beschaulichen Tourismusindustrie Nordkoreas sind in den letzten Jahren viele kleine Jobs entstanden, etwa für Hotelbedienstete, Restaurantangestellte, Reiseleiter, etc. Ein nicht unerheblicher Teil des Geldes geht auch an diese Leute und trägt dazu bei, dass ihr Lebensstandard und der ihrer Familien auf ein besseres Niveau gehoben wird. Für die Devisen, die im touristischen Bereich verdient werden, können sich beispielsweise Hotelangestellte auf den inzwischen existenten Märkten Waren kaufen, die nicht nur ihnen, sondern auch ihren Familien zu Gute kommen. Um nun dem Propaganda-Argument bzw. dem Vorwurf, Touristen würden sich instrumentalisieren lassen etwas entgegenzusetzen: Touristen fordern die offizielle Linie mindestens auch genauso heraus. Denn je mehr Touristen einreisen, desto mehr sehen doch die Leute im Land auch, dass die eben keine Monster sind, die ihnen böses wollen. Ich finde einige der Vorwürfe gegenüber touristischen Reisen nach Nordkorea auch schlicht unfair. Niemand würde auf die Idee kommen, Entwicklungs- oder Nahrungsmittelhilfe zu verteufeln. Diese Hilfen stehen bekanntlich in Gefahr, ähnlich propagandistisch instrumentalisiert zu werden. Würde deswegen aber ernsthaft jemand behaupten wollen, Lebensmittelhilfen müssten gestoppt werden? Touristen können weder etwas für die Menschenrechts- und Versorgungslage, noch für die atomare Aufrüstung des Landes. Wer sowas behauptet überschätzt die Bedeutung des Tourismus maßlos.

Ronny: Diejenigen, die den Tourismus nach Nordkorea kritisieren, müssen sich meiner Meinung nach die Gegenfrage gefallen lassen, was denn dagegen über 60 Jahre Isolation dem Land gebracht haben? Hermetisch abgeriegelt von jeglichen Informationen über die Außenwelt war das Land doch schon immer. In letzter Zeit kommt auch Dank der steigenden Touristenzahl mehr Kontakt und Austausch zustande. Ich kann darin nichts Negatives erkennen. Es ist nicht so, dass man bei einer intensiven Auseinandersetzung mit diesem Thema zu einem absolut einseitigen Ergebnis kommen kann. Es existieren Vor- und Nachteile wie bei allem im Leben. Unserer Meinung nach überwiegen die Nachteile nicht. Und deshalb haben wir auch überhaupt kein ethisches Problem damit, den Tourismus nach Nordkorea zu fördern. Wir sehen auf unseren Reisen, wer alles vom Tourismus direkt oder indirekt profitiert. Das sind vor allem die Reiseleiter und ihre Familienangehörigen sowie alle, die in dem Bereich arbeiten. Darüber hinaus sind wir ein marktwirtschaftliches Unternehmen. Wir wollen natürlich auch Geld verdienen für unsere Arbeit. Ja, die ethische Vertretbarkeit ist uns auch wichtig, aber nur weil es 1-2 Argumente gegen das Reisen in das Land gibt, erheben wir uns nicht in die Position absoluter moralischer Urteilsfähigkeit.

Bergsee (Foto und Rechte: Nordkorea-Reise.de)

Bergsee (Foto und Rechte: Nordkorea-Reise.de)

Wie regierte die Umwelt auf Eure Pläne?

Ronny:  Es gibt natürlich einige, die unsere Pläne für Quatsch halten und uns für Regimeunterstützer halten. Aber dazu haben wir uns ja gerade geäußert.

Christoph: Der Großteil der Leute ist eher besorgt und fragt sich, ob das sicher ist, Reisen nach Nordkorea zu machen. Wenn dann so etwas wie der Fall Newman kürzlich hinzu kommt, nehmen einige so ein Ereignis als Anlass, nochmal ihre Bedenken kundzutun. Aber wenn man dann sich mit dem Fall beschäftigt, so merkt man schnell, dass Newman eben kein normaler Tourist war. Wieder andere sind extrem fasziniert, dass wir so ein Reise-Projekt tatsächlich aufgezogen haben, denn das macht ja nun wirklich nicht jeder.

Ronny: Um nochmal auf Newman zu kommen. Wir informieren unsere Reiseteilnehmer natürlich vorab ausführlich über die Verhaltensregeln im Land. Um dort festgenommen zu werden gehört schon einiges dazu. Wenn man die wenigen Regeln, die es gibt, befolgt und nicht mutwillig bricht, hat man überhaupt keine Probleme.

Bauarbeiten am Masik-Ski-Ressort (Foto und Rechte: Nordkorea-Reise.de)

Bauarbeiten am Masik-Ski-Ressort (Foto und Rechte: Nordkorea-Reise.de)


Wie läuft die Zusammenarbeit mit den nordkoreanischen Partnern?

Christoph: Bislang gut. Man hat auch immer ein offenes Ohr für unsere Pläne und Ideen. Wir haben natürlich viele Innovationen im Hinterkopf, über die man uns aber ganz klar gesagt hat, dass einige noch nicht durchführbar sind in Nordkorea. Ich habe aber das nicht unbegründete Gefühl, dass vieles in den nächsten Jahren machbar wird. Ein gutes Beispiel ist unsere Nahverkehrsreise. Bisher durften ausländische Touristengruppen lediglich 4-5 Stationen der Pyongyang Metro besichtigen. Nachdem wir unseren Kontakten von KITC (des staatliches nordkoreanischen Reiseveranstalters) aber erklärt haben, dass die Besichtigung der gesamten Metro eine Marktlücke ist, haben wir sehr schnell grünes Licht bekommen.

Ronny: Die Reise ist vor allem interessant für Fans des Berliner Nahverkehrs. Denn in Pjöngjang fahren alte Berliner U-Bahnen. Außerdem stehen Fahrten mit anderen nordkoreanischen Nahverkehrsmitteln auf dem Programm, die ebenfalls erst seit kurzer Zeit möglich sind. Wir denken, dass unsere Partner von KITC auch ganz genau wissen, was Reisende an Nordkorea so fasziniert. Natürlich sind die Kontakte aber auf die geschäftliche Ebene beschränkt.

Im letzten Sommer, kurz nach unserer Gründung, hat man uns sogar zu den Feierlichkeiten des 60. Geburtstags von KITC nach Pjöngjang eingeladen. Bei der Gelegenheit konnten wir auch das sich im Bau befindende Masik Ski Resort besichtigen. Auch an einer Konferenz zur Entwicklung des Tourismus nahmen wir Teil. Dort wurden große Pläne verkündet, die wirklich darauf schließen lassen, dass sich das Land noch mehr gegenüber westlichen Touristen öffnen will. Allerdings bleibt natürlich auch abzuwarten, wie viele der angekündigten Neuerungen wirklich umgesetzt werden. Beispielsweise soll in der Nähe von Wonsan ein neuer internationaler Flughafen gebaut werden.

In Nordkorea erfuhren wir die beste Betreuung, die Arbeit mit KITC gestaltete sich als fruchtbar, und uns wurde nahezu alles ermöglicht was wir sehen und tun wollten. So wurde uns immer wieder gesagt, wie sehr sich KITC freut, dass wir Reisen nach Nordkorea anbieten. Uns wurden darüber hinaus Naturschätze gezeigt, welche vorher nicht von Ausländern besucht werden durften. Wir wurden immer wieder darauf hingewiesen, unseren Touristen unbedingt von diesen Plätzen zu berichten und für Reisen zu werben. Vielen ist gar nicht bekannt, dass Nordkorea ein landschaftlich sehr schönes Land ist. Sei es der Kratersee auf dem Berg Paektu, die Gegend um Myohyangsan oder Kumgangsan.

Bauarbeiten am Masik-Ski-Ressort (Foto und Rechte: Nordkorea-Reise.de)

Bauarbeiten am Masik-Ski-Ressort (Foto und Rechte: Nordkorea-Reise.de)

Kennt man sich untereinander in der überschaubaren Community der Nordkorea-Reiseagenturen?

Christoph:  Man kennt ein paar der oft gesehenen Leute, wechselt hin und wieder ein Wort miteinander.

Ronny:  Man weiß natürlich voneinander und hat auch ein relativ offenes Verhältnis zueinander. Über neue Reiseideen redet man natürlich nicht mit der Konkurrenz. Es ist glücklicherweise nicht so, dass man dort nach Ellenbogenmentalität agiert, obwohl der Markt in letzter Zeit sehr gewachsen ist und viele neue Anbieter hinzugekommen sind.

Bauarbeiten am Masik-Ski-Ressort (Foto und Rechte: Nordkorea-Reise.de)

Bauarbeiten am Masik-Ski-Ressort (Foto und Rechte: Nordkorea-Reise.de)

Wie schwierig ist es ein Touristenvisum für Nordkorea zu bekommen?

Christoph: In der Regel ist dies vergleichsweise einfach. Jeder, der mal ein Visum für Russland beantragt hat, weiß was für ein bürokratischer Aufwand das ist. Für das Nordkorea-Visum dagegen benötigt man nicht viel mehr als zwei Passbilder, seinen Reisepass, sowie die wahrheitsgemäße Angabe zum Arbeitgeber (bzw. Universität oder zum früheren Arbeitgeber). Nordkorea möchte bekanntlich keine Journalisten auf touristischen Reisen ins Land lassen. Vor Buchung müssen wir daher eine entsprechende Erklärung verlangen, dass alle gemachten Angaben wahrheitsgemäß sind, und dass die reisende Person nicht als Journalist arbeitet. Denn für den Fall, dass wir unwissentlich Journalisten auf unseren Reisen mitnehmen, drohen uns als Reiseagentur Strafen von nordkoreanischer Seite, so dass wir beispielsweise für zukünftige Reisen gesperrt würden. Uns bleibt also keine Wahl, uns auch rechtlich per Unterschrift der Reisenden gegen falsche Angaben abzusichern, so dass wir etwaige Ausfälle dann auch von den Verursachern zurückverlangen können. Hoffentlich wird es nie soweit kommen. Anderen Reiseagenturen ist es schon passiert. Welche Konsequenzen das für die im Detail hatte, wissen wir allerdings nicht.

Ronny: Natürlich werden die Antragsdaten eines jeden Reisenden vorab von der Botschaft geprüft. Wer Journalist ist, kann uns natürlich um die Herstellung des Kontaktes zur Botschaft fragen. Dort können Journalisten dann auch beantragen, dass sie Nordkorea besichtigen wollen. Allerdings wird solchen Anträgen selten stattgegeben. Alle anderen Berufsgruppen und Nationalitäten sind auf unseren Reisen willkommen, mit Ausnahme von Südkoreanern. Der Grund hierfür liegt aber nicht in den Einreisebestimmungen Nordkoreas, sondern in den Gesetzen Südkoreas, die einen nicht autorisierten Besuch des Nordens unter Strafe stellen.

Bauarbeiten am Masik-Ski-Ressort (Foto und Rechte: Nordkorea-Reise.de)

Bauarbeiten am Masik-Ski-Ressort (Foto und Rechte: Nordkorea-Reise.de)


Wohin wird sich der Tourismus in Nordkorea in den nächsten Jahren entwickeln?

Ronny:  Die Besucherzahlen sind in den letzten Jahren für nordkoreanische Verhältnisse sehr stark gestiegen. Je mehr das Land in den Medien ist, desto attraktiver wird es letztendlich auch für Touristen. Wir gehen aber davon aus, dass der Markt in den nächsten Jahren noch weiter wachsen wird.

Christoph:  Man muss sich nur einmal anschauen, welche touristischen Projekte in Nordkorea alles geplant sind. Beispielsweise das Masik Ski Resort und der Ausbau des Flughafens von Wonsan, um die größten und bekanntesten zu nennen. Es wird also viel investiert in touristische Infrastruktur. Die Touristenzahlen werden somit wahrscheinlich auch weiterhin steigen. Tourismus in Nordkorea wird zudem dezentraler werden. Früher war alles hauptsächlich auf die Hauptstadt Pjöngjang konzentriert und lediglich Besuche etwa nach wie z.B. Myohyangsan, Peaktusan oder nach Panmunjom waren Standard. Inzwischen sind immer mehr Gegenden Nordkoreas für Touristen zugänglich. Wir gehen davon aus, dass Restriktionen für Touristen weiterhin in kleinen und behutsamen Schritten gelockert werden. Man wird mehr sehen und neue Orte besuchen können. Dass man Nordkorea eines Tages ohne Guides auf eigene Faust erkunden kann, wird allerdings auf absehbare Zeit Wunschdenken bleiben.

 

Wenn ihr mehr zum Angebot von Nordkorea-Reise.de erfahren wollt, dann schaut euch doch einfach mal ihre Homepage an oder besucht ihren Facebook-Auftritt

Der Fall Newman und sein Kontext — Der Koreakrieg, der Tourismus und was wir daraus über Nordkorea lernen


Ich war in den letzten Tagen mit sehr vielen Sachen beschäftigt und kam deshalb mal wieder nicht wirklich zum schreiben (ihr glaubt nicht wie anstrengend es ist, neue Matratzen zu kaufen. Ich dachte bisher, Versicherungsvertretern könnte man nicht trauen, aber Matratzenverkäufer toppen das mit links…). Deshalb habe ich mir auch (wie von bagameri zurecht auf der Freien Beitragsseite angemerkt) die Lässlichkeit erlaubt, euch nicht auf eine recht spannende Geschichte hinzuweisen.

Der Fall Newman

Da jetzt aber die Matratzen gekauft sind und auch andere Aufgaben mir etwas mehr Raum bieten, will ich etwas zu der Geschichte von Merrill Edward Newman, einem 85 jährigem US-Bürger, der vor etwa einem Monat kurz vor dem Ende einer Reise nach Nordkorea von den dortigen Behörden festgesetzt wurde und seitdem in Gefangenschaft ist. Pikanter wird die Geschichte dadurch, dass Newman ein Veteran des Koreakriegs ist. Ende letzter Woche verbreiteten die nordkoreanischen Medien ein Geständnis Newmans, das sich auf Verbrechen gegen Nordkorea in der Gegenwart und der Zeit des Koreakrieges bezieht. Danach soll Newman koreanische Guerillakämpfer ausgebildet und befehligt haben, die im Koreakrieg Sabotageaktionen gegen Nordkorea begangen und dabei auch Unschuldige getötet haben sollen.
Im Rahmen seines aktuellen Besuchs soll er laut dem Geständnis versucht haben Kontakt zu den Familien dieser Kämpfer aufzunehmen, um sie in ein anti-Nordkoreanisches Netzwerk einzubinden. Newmans Geständnis und Entschuldigung waren handschriftlich auf mehreren Blättern notiert und er verlas sie vor der Kamera. Dabei fiel auf, dass in dem Text einige Grammatikfehler enthalten waren, die einem Muttersprachler nicht einfach so unterlaufen. Neben Kenneth Bae ist Newman somit der zweite US-Bürger, der aktuell in Nordkorea festsitzt.

Zwei Aspekte des Falles

Natürlich wird viel gemutmaßt, spekuliert und in altbekannte Kerben gehauen, wenn es um so eine Geschichte geht, aber da habe ich nicht wirklich Lust mich dran zu beteiligen. Ich möchte lieber kurz auf zwei Themen eingehen, auf die dieser Vorfall ein Licht wirft bzw. für die er weiterreichende Implikationen hat. Einmal geht es da um den Tourismus in Nordkorea und zum Anderen  um den Koreakrieg. Mit letzterem möchte ich anfangen.

Der Geschichtliche Kontext und seine Wirkung auf den Fall Newman

Wer sich ein bisschen mit der jüngeren Geschichte der Koreanischen Halbinsel befasst hat, dem dürfte bekannt sein, dass der Koreakrieg als das einschneidende und prägende Ereignis nach der japanischen Besatzung noch heute umfassende Wirkung entfaltet. Die offensichtlichste ist wohl die in ihrer Absolutheit nicht übertreffbare Teilung Koreas, aber daneben gibt es auf beiden Seiten der Demarkationslinie auch noch viele weitere Wirkungen. So kann man u.a. die Wirtschaftsstruktur Nordkoreas, die Architektur des Landes und agrarische Schwierigkeiten in Teilen auf den Koreakrieg zurückführen. Jedoch wirkt der Krieg auch auf individueller Ebene nach. Die dort erlittenen Erlebnisse und die nicht aufgearbeiteten Verbrechen sind ein Stück weit in die kollektive Identitäten beider koreanischer Völker (ich glaube ein koreanisches Volk gibt es nicht mehr wirklich) eingegangen.

In Nordkorea gehört die Erinnerung an amerikanische Kriegsverbrechen zur Staatsräson. Es wird in den Schulen gelehrt und in den Familien weitergetragen. Und — das wird in unseren Breiten gerne mal verdrängt — sie beruht auf sehr realen Begebenheiten in der Vergangenheit. Jeder Krieg ist von Grausamkeit geprägt (sogar saubere chirurgische Drohnenkrieg, nur müssen wir uns das dann nicht im Fernsehen angucken) und der Koreakrieg war es auch. Allerdings war das Ausmaß der Zerstörung auf Seiten Nordkoreas wirklich sehr umfassend und das Sprichwort „keinen Stein auf dem anderen lassen“ traf wahrscheinlich selten so zu wie im Bezug auf dieses Land. Und natürlich sind auch viele Kriegsverbrechen einzelner überliefert, wobei man keine der beteiligten Parteien ausnehmen kann. Das ist ein Teil des Hintergrundes auf den das Geständnis Newmans verweist.

Die Nordkoreaner haben ihn als einen derjenigen festgenommen, die im Koreakrieg Verbrechen gegen das koreanische Volk begangen haben. Ob er wirklich das getan hat, das man ihm nachsagt weiß ich nicht, aber dass das, was er gestanden hat von irgendeinem Amerikaner getan wurde, daran habe ich nicht den geringsten Zweifel. Nun kann man durchaus überlegen, ob die Verhaftung Newmans nicht auch in gewisser Weise als Versuch Nordkoreas zu werten ist, auf die Kriegsverbrechen der USA hinzuweisen und so etwas wie einen Verarbeitungsprozess im Sinne der nordkoreanischen Propaganda anzustoßen. Ich meine, auch andere Staaten, z.B. Deutschland verfolgen bis heute Kriegsverbrecher des Zweiten Weltkrieges und grundsätzlich muss man wohl allen Staaten das Recht zugestehen, die auf eigenem Boden begangenen Verbrechen entsprechend der eigenen Gesetze zu verfolgen (oder habe ich da irgendwas übersehen). Wie gesagt, ich habe da so meine Zweifel, dass Newman wirklich der Kriegsverbrecher ist, als der er angeklagt ist, aber wenn er es ist, dann weiß ich nicht genau, was man den nordkoreanischen Behörden vorwerfen kann. Wenn er es nicht ist, könnte man darüber nachdenken, ob es sich nicht um eine indirekte Aufforderung Pjöngjangs an die USA handelt, ehrlich mit ihrer Kriegsvergangenheit umzugehen.

Auswirkungen auf den Tourismus und was wir daraus über das System lernen

Der zweite Aspekt, über den ich ein bisschen nachgedacht habe ist der Tourismus nach Nordkorea. Ihr alle werdet euch vermutlich schonmal kurz mit diesem Thema beschäftigt haben und entweder die Position: „Wieso sollte man da bloß hinfahren wollen“ oder den Standpunkt: „Ich würde das ja auch gerne mal sehen“ für sich bezogen haben. Wenn man dann hört, dass „ständig“ irgendwelche Touristen in Nordkorea festgesetzt werden, dann verliert man ein bisschen die Lust an „ich würde das auch gerne mal sehen“ denn wer weiß, vielleicht ist das ja garnicht so ungefährlich. Sowas kann natürlich nicht im Sinne der nordkoreanischen Tourismusbehörden liegen, die erst vor relativ kurzer Zeit vermeldet haben, dass sie den Tourismus nach Nordkorea stärken wollten.

Da hilft es auch wenig, dass die Festnahmen allesamt ihre Ursachen in gesetzlichen Vorschriften hatten und dass vermutlich jeder der Leute die in Gefangenschaft geraten sind sehr genau wusste, dass das was er da tut verboten und damit gefährlich ist. Nur bei Newman bin ich mir nicht so sicher, denn wenn er die Verbrechen derer er beschuldigt wird nicht begangen hat, dann konnte er eigentlich nicht damit rechnen verhaftet zu werden. Das heißt, jede Verhaftung ist ein begrenzender Faktor für die zukünftige touristische Entwicklung des Landes. (Einen sehr schönen Artikel dazu, was man als Tourist darf und was nicht und was man sich vielleicht erlauben kann obwohl man es nicht darf gibt es von Rüdiger Frank auf 38 North.)

Warum nehmen die also Leute fest, obwohl das dem Tourismus schadet? Naja, wenn man mal genau drüber nachdenkt, dann ist das eigentlich relativ naheliegend. Weil Tourismus und Justiz eben zwei Systeme sind, die nicht wirklich was miteinander zu tun haben. Das könnte man dann wohl als Zielkonflikte innerhalb des politischen Systems Nordkoreas beschreiben, bei denen Sicherheits-/Justizaspekte ganz klaren Vorrang vor touristischen Aspekten haben. Das ist ziemlich konsistent mit dem System Nordkoreas. Ich würde mal behaupten, dass Sicherheitsaspekte vor fast allen anderen Zielen des Systems Vorrang haben (außer vielleicht die Erfüllung der Bedürfnisse der Herrscher(familie)). Und wer einen Blick auf den Zustand der Wirtschaft und des Tourismus des Landes wirft, dem sollte bewusst werden, dass touristische und auch wirtschaftliche Aspekte sich hinter ziemlich vielen anderen Zielen des Systems anstellen müssen.

Wer deshalb irgendwie annimmt, dass Regime wüsste nicht was es täte oder würde leichtfertig seine Chancen bei der touristischen Verwertung aufs Spiel setzen, dem muss ich klar widersprechen: Das Regime weiß sehr genau was es tut und es folgt dabei einer sehr klar organisierten Prioritisierung. Und wenn sich das Regime auf der einen Seite Möglichkeiten Verbaut, dann ist es meistens wenig sinnvoll zu sagen, es würde planlos verfahren, sondern man sollte besser mal schauen, welchen Zielen es dafür auf der anderen Seite entspricht. Und wenn man das tut und merkt, dass am Ende fast immer die Sicherheit des Systems im Zentrum steht, dann hat man glaube ich auch ein Stück weit das Geheimnis des „Erfolgs“ (wobei „Erfolg“ gleichzusetzen ist mit „Überleben“) des Regimes verstanden: Kompromisslos die Sicherheit über alles andere zu stellen.

Geduld

Wenn ihr mehr konkretes zum Fall Newman erhofft habt, bitte ich euch um Geduld. Ich weiß auch nicht mehr als die Zeitungen schreiben und das zu paraphrasieren ist ja auch langweilig. Aber die Entwicklung der Geschichte könnte darauf hindeuten, dass es bald mehr zu dem Fall gibt (auch wenn es, wie der Fall Bae zeigt mitunter auch ganzschön lange dauern kann) und wenn ich dann nicht wieder irgendwelche Matratzen kaufen muss oder so, dann werdet ihr hier meine Meinung dazu lesen.
Außerdem bin ich mal gespannt, ob in den Medien, im Rahmen der Erzählungen über Newman auch mal öfter Seitenblicke auf die mit der amerikanisch-koreanischen Geschichte verbundenen unschönen Seiten des Koreakrieges geworfen wird. Das würde manchem (nicht nur) US-Bürger vielleicht ein bisschen helfen den Kontext zu verstehen.

Kempinski will nordkoreanisches Ryugyong Hotel betreiben — Implikationen und Hintergründe


Wer sich in der Vergangenheit ein bisschen mit Nordkorea beschäftigt hat, der kennt sicherlich das Ryugyong Hotel. Das hat vor allem etwas damit zu tun, dass es wohl kein anders so eindrückliches Foto gibt, das sinnbildlich für den Zustand der nordkoreanischen Wirtschaft und oft auch für das ganze System steht, als die vor sich hin gammelnde Megaruine (ich habe mir die Begriffe gerade selber ausgedacht. Sollte ich damit das geistige Eigentum eines Springer-Autoren verletzt haben, dann geschah das ohne Wissen und Absicht). Dementsprechend fehlte ein Foto von dem Ende der 80er Jahre begonnen und Anfang der 90er abgebrochenen Hotelgroßprojekt auch in annähernd keinem Artikel über das marode Nordkorea.

Das gute alte Ryugyong Hotel wie wir es kannten und liebten. Das perfekte Symbol für ein Land am Boden. (Foto: IsaacMao unter Creative Commons Lizenz: Namensnennung 2.0 US-amerikanisch (nicht portiert) (CC BY 2.0))

Doch was war das? 2009 begann im Nebel des Desinteresses unserer Medien der Weiterbau des Hotels. Mit der Symbolik dahinter konnte sich nicht jeder anfreunden. (Foto: gadgetdan unter CC Lizenz Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 US-amerikanisch (nicht portiert) (CC BY-NC-SA 2.0))

Sieht mittlerweile raketenmäßig fertig aus, das ganze. Allerdings nur von außen. Symbolisch wieder bedningt nutzbar. (Foto: Joseph A. Ferris III. unter CC Lizenz Namensnennung 2.0 US-amerikanisch (nicht portiert) (CC BY 2.0))

Gute Symbole – Schlechte Symbole – Keine Symbole

Als dann die Arbeiten am Hotel wieder aufgenommen wurden, wussten viele Medienvertreter nicht wirklich was damit anzufangen. Das schöne Symbol war dahin und aus der Tatsache, dass es jetzt eine Entwicklung zu geben schien, wollte kaum einer Schlüsse ziehen. Denn eigentlich hätte man das Hotel ja jetzt auch ganz gut als Symbol dafür nehmen können, dass sich was tut in Nordkorea. Hätte man. Wollte man aber nicht. Daher ignorierte man die Veränderungen eben so gut es ging. In den englischsprachigen Medien ist das noch ganz nett erkennbar, denn da hat sich wenigstens der sprechende „Spitzname“ „Hotel of Doom“ überdauern können und dient irgendwie noch als Symbolanker oder so. Naja, man konnte jedenfalls annähernd das Durchatmen in vielen Redaktionen hören, als Ende September klar wurde, dass das Hotel vorerst weiter als blendendes Symbol dienen kann. Damals wurden nämlich Fotos öffentlich, die zeigten, dass von dem Hotel außer der Fassade noch nicht viel fertig ist (innen sieht das noch recht roh aus). Da kann man ja wieder fein was draus basteln: „Jaja in Nordkorea tut sich was… Da werden Potemkinsche Hotels gebaut. Vermutlich sind alle Neuerungen in der Tradition des gepflegten Fassadenbaus entstanden…“

Renommierter Hotelkettenbetreiber will es wagen

Aber gestern kam dann der nächste Tiefschlag für Freunde der Hotelsymbolik. Da verkündete nämlich der Vorstandsvorsitzende der Kempinski AG, Reto Wittwer, dass ein Joint Venture, dass zur Hälfte in den Händen der Luxushotelkettenbetreiber ist (die andere Hälfte gehört der staatlichen chinesischen Tourismusgruppe BTG), mit nordkoreanischen Partnern über den Betrieb des Hotels verhandle. Teile des Hotels könnten bereits Mitte des nächsten Jahres öffnen. Damit sollte auch das triste Innenleben des Hotels bald aufgemöbelt und damit nicht mehr symbolisch verwertbar sein (außer in einer Art, der sich mancher Journalist bisher noch versperrt). Bisher sei aber noch keine endgültige Vereinbarung getroffen worden. Soweit ich das verstanden habe, wollen die Investoren das Hotel nicht kaufen, sondern betreiben, was einerseits natürlich die Investition und damit das Risiko im Rahmen hält, andererseits vermutlich auch dem Willen der nordkoreanischen Partner entspricht.

Mögliche Gründe und Implikationen

Nichtsdestotrotz hat mich die Meldung gestern wirklich überrascht. Kempinski ist einer der renommiertesten Akteure am Hotelmarkt und den hätte ich nicht sobald als Investor in Nordkorea erwartet. Dann schon eher irgendwelche chinesischen Staatsdampfer, die ja nicht wirklich frei entscheiden können. Aber vielleicht ist darin auch ein Teil der Erklärung zu suchen. Denn die Hälfte des Joint Ventures gehört ja mit BTG einem solchen Dampfer. Und wenn der dem ordentlich in China investierten Partner den Vorschlag macht, auch auf dem nordkoreanischen Markt tätig zu werden, dann könnte es Kempinski schwer gefallen sein, diese Avance abzulehnen. Das hieße dann, dass der Deal ein in den sauren Apfel beißen für die Kempinski Leute wäre. Dagegen spricht natürlich, dass Reto Wittwer das Hotel als „Gelddruckmaschine“ beschrieben hat. Es könnte also sein, dass die Kempinskis auch einfach davon überzeugt sind, dass sich Nordkorea nachhaltig öffnen wird und das Pjöngjang bald von zahlungskräftigen Ausländern überschwemmt wird, die mit Kusshand in einem Luxushotel nächtigen werden. Da hat man dann als erste große Kette am Platz natürlich eine Premiumposition. Dadurch, dass nur wenig eigenes Geld eingesetzt wird, wäre der monetäre Verlust bei eienm Fehlschlag außerdem überschaubar (allerdings kann ein Prestigeverlust für eine Marke wie Kempinski ja auch teuer werden).

Plaudern aus dem Nähkästchen.

Herr Wittwer war auch rund um die Bekanntgabe des Vorhabens recht auskunftsfreudig. So berichtete er, dass dem aktuellen Kooperationsplan eine lange Geschichte vorausging. Die Nordkoreaner scheinen ihn schon seit Jahren angebaggert zu haben, doch ein paar hundert Millionen in das Hotel zu stecken. Das schien ihm aber dann wohl doch nicht so „gelddruckmaschinenmäßig“ zu sein, weshalb er dem Ansinnen nicht nachkam. Nichteinmal — und das ist echt interessant — als ihm (nach seiner Aussage) südkoreanische Agenten anboten, ihn, bzw. Kempinski quasi als Strohfirma zur Investition von 500 Mio. US-Dollar in das Hotel zu nutzen. Natürlich ist dieses Angebot nicht unter dem aktuellen Präsidenten Lee Myung-bak, sondern seinem Vorgänger Roh Moo-hyun unterbreitet worden. Sollte das zutreffen (und ich wüsste nicht weshalb sich Herr Wittwer das ausdenken sollte), dann kann man das  (ich tue es jedenfalls) als ziemlich eindeutiges Anzeichen dafür sehen, dass unter Roh (vielleicht auch unter seinem Vorgänger Kim Dae-jung, über den ja einiges dahingehendes bekannt wurde) weitaus mehr Geld von Süd- nach Nordkorea geflossen ist, als offiziell verbucht wurde. Daneben berichtete Wittwer, dass die nordkoreanischen Partner ihm mehrmals ein Engagement im Kumgangsan angeboten hätten. Das habe er jedoch immer abgelehnt, weil es Hyundai-Asan, das das Ressort erschlossen hat und später von den Nordkoreanern an die Luft gesetzt wurde, gegenüber unfair gewesen sei.

Chancen und Risiken auf beiden Seiten

Ich finde es jedenfalls sehr erfrischend, dass Herr Wittwer so fröhlich frei aus dem Nähkästchen plaudert. Ich hoffe er bleibt dabei. Gleichzeitig dürfte das den Nordkoreanern in Zukunft häufiger wiederfahren, wenn die Partnerunternehmen nicht mehr chinesische Staatsfirmen oder westliche Mittelständler sind, sondern selbstbewusste globale Wirtschaftsakteure, die sich zumindest auf Augenhöhe mit den nordkoreanischen Partnern sehen. Das könnte noch mitunter ein unangenehmer Kulturschock werden. Vorerst wäre es ein großer Imagegewinn für das Regime in Pjöngjang, wenn das Ryugyong Hotel tatsächlich von Kempinski mitbetrieben würde. Für Kempinski ist es vorerst eher ein zweischneidiges Schwert. Bei Erfolg wird es ein visionärer und weitsichtiger Schritt gewesen sein, bei Misserfolg werden es alle schon vorher gewusst haben. Aber auch für Pjöngjang könnte sich ein solches Engagement noch zum Bumerang entwickeln. Wenn die Partner nämlich unbequem sind, wird man sie nicht so einfach ohne TamTam aus dem Hotel und dann aus dem Land rausekeln können. Sowas wäre ein ungeheurer Imageschaden, weil sich zeigen würde, dass nicht nur chinesische und südkoreanische Unternehmen bei Geschäften mit dem nordkoreanischen Staat kräftig auf die Nase fallen können, sondern auch westliche. Sowas würde die Investorensuche nochmal erschweren.

Nordkoreas Wirtschaftskontakte zu Russland und China — Einige kleine aber interessante Meldungen


In letzter Zeit sind mir ein paar kleine Meldungen aus Nordkoreas großen, eher freundlich gesonnenen Nachbarländern aufgefallen, die sich grob gesagt mit den Wirtschaftskontakten Nordkoreas zu China und Russland befassen und die irgendwie ein gemischtes Bild über den derzeitigen Stand der Kontakte widergeben. Zwar zeigen sie meist nur kleine Ausschnitte des großen Bildes und sollten daher nicht „überanalysiert“ werden, aber auf ihre Art sind sie interessant und deshalb will ich euch kurz darauf aufmerksam machen.

Nordkoreanische Investitionen in Russland?

Die erste Meldung kommt aus Russlands fernem Osten und um genauer zu sein aus Nachodka. In dieser Stadt, die etwa 85 km östlich von Wladiwostok liegt und über die ein großer Teil des russischen Frachtverkehrs in Russlands fernem Osten abgewickelt wird, hat das nordkoreanische Generalkonsulat für die Region seinen Sitz (nicht in Wladiwostok). Jedenfalls wird auf dem Internetauftritt berichtet, dass sich der nordkoreanische Generalkonsul in der Region nach seiner Rückkehr von den Feierlichkeiten zu Kim Il Sungs Geburtstag (und den politischen Ereignissen in diesem Zusammenhang) mit dem stellvertretenden Bürgermeister Nachodkas getroffen habe und sprach mit ihm unter anderem über folgendes.

Sim Guk Reon also told about the number of investment projects, which are planned to be implemented in the territory of Nakhodka city district. Among new spheres for cooperation between Nakhodka and the DPRK can be pharmaceutics, agriculture, etc.

[Sim Kuk Reon teilte auch die Zahl geplanter Investitionsprojekte, die innerhalb des Territoriums der Stadt Nachodka umgesetzt werden sollen mit. Unter den neuen Bereichen für Kooperation zwischen Nachodka und der DVRK könnten Medikamente, Landwirtschaft usw. sein.]

Hm, plant Pjöngjang Auslandsinvestitionen? Das verstehe ich nicht wirklich, denn eigentlich sollte man ja denken, dass man die eigene Wirtschaft ankurbeln will. Oder ist Nachodka in seiner Funktion als Transportknoten interessant für nordkoreanische Warenbeschaffer? Vielleicht sucht man auch den Kontakt zu Nachodka, um zu erfahren, was man nicht tun sollte, wenn man eine Sonderwirtschaftszone an den Start bringen sollte.

Nordkoreareisen nicht überall in China beliebt

Die zweite Meldung kommt aus Chinas wirtschaftlichem Herzen, aus der Provinz Jinagsu. In den vergangenen Monaten konnte man ja einiges über Nordkoreas Bemühungen um chinesische Touristen lesen und ich hatte bisher immer angenommen, dass diese Bemühungen auch einigen Erfolg hatten. Das scheint jedoch nicht für die Provinz Jiangsu zuzutreffen, denn die Meldung, auf dem Nachrichtenportal der Provinz besagt, dass man sich in der Region kaum für Reisen nach Nordkorea interessiere. Das Läge vermutlich an den vielfältigen Restriktionen, denen ausländische Touristen trotz einiger Erleichterungen unterlägen und daran, dass es in dieser Preisklasse wesentlich  ansprechendere Urlaubsziele gäbe.

Chinesische Handelskammer in Pjöngjang und Nordkorea interessiert es nicht?

Die letzte Meldung ist vermutlich von größerer Tragweite, schon allein, weil sie im People’s Daily erschien. Dort wird die Eröffnung einer chinesischen Handelskammer verkündet, die die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Nordkorea und China fördern solle. Die Kammer würde dem chinesischen Handelsministerium unterstehen und von der chinesischen Botschaft in Pjöngjang beaufsichtigt. Natürlich ist es wichtig, wenn China die wirtschaftliche Kooperation beider Länder fördern will. In diesem Kontext fiel mir allerdings auf, dass keine nordkoreanischen Gäste im Rahmen der Eröffnung erwähnt werden und das auch die nordkoreanischen Medien dazu scheinbar nichts zu sagen haben. Normalerweise berichtet man in Pjöngjang immer stolz über solche Veranstaltungen und stellt auch Leute dazu ab. Ob das was zu bedeuten hat und wenn ja was, das weiß ich nicht, aber vorerst finde ich es interessant.

Hm, großartige Erkenntnisse kann ich heute nicht liefern, aber ein paar Sachen über die man nachdenken kann…

Investor gefunden: Chinesische Reiseanbieter nehmen Touren ins Ressort am Kumgangsan auf


Lange nichts mehr gehört vom Tourismus-Resort im Kumgang-Gebirge. Ihr erinnert euch vielleicht: Das Ressort wurde von dem südkoreanischen Unternehmen Hyundai-Asan (einer Tochter des Hyundai-Konzerns, der hier vor allem durch seine Autos bekannt ist) als einer der tragenden Pfeiler der Sonnenscheinpolitik des südkoreanischen Präsidenten Kim Dae-jungs aufgebaut. Bis 2008 besuchten über 2 Millionen Südkoreaner die Anlage. Doch dann wurde eine südkoreanische Touristin unter nicht ganz geklärten Umständen von einem nordkoreanischen Soldaten erschossen und die Touren wurden abgebrochen.

Nordkoreas lange Suche nach Investoren am Kumgangsan

Seitdem diente das Ressort lange Zeit als Spielball der politischen Beziehungen zwischen Pjöngjang und Seoul und da seitdem die Beziehungen zwischen beiden Staaten nicht gerade gut waren, endete die Geschichte (wie es bisher aussieht) auch nicht gerade gut für die südkoreanische Seite. Nordkorea verkündete, dass es die südkoreanischen Besitzer enteignen würde und sah sich seitdem nach anderen Investoren für die Anlage um. Das gelang bisher eher schlecht als recht. Eine Vereinbarung mit einem Unternehmen im Besitz eines Amerikaners koreanischer Abstammung wird in der Realität  wohl kaum umsetzbar sein, denn dazu müssten die US-Behörden zustimmen, was wohl bis auf Weiteres nicht passieren wird. Außerdem gab es im September letzten Jahres noch eine kurze Episode, bei der ein nordkoreanisches „Kreuzfahrtschiff“ (umgebautes Containerschiff. Hier gibts eine Broschüre vom Schiff mit vielen Bildern, das dort als „Large-Size Cargo-Passenger Ship“ charakterisiert wird (ich weiß allerdings nicht von wann die ist. Könnte also sein, dass das noch aus den Zeiten herrührt, als die Mangyongbong 92 noch als Fähre zwischen Nordkorea und Japan diente)) internationale Touristen, aber vor allem Journalisten von Rason aus zu der Anlage im Kumgang-Gebirge brachte.

Was lange währt…: Chinesen richten Touren aus

Nun scheinen die Bemühungen Pjöngjangs aber weitere Früchte zu tragen. Chinesischen Medienberichten zufolge, werde die Anlage im Kumgang-Gebirge bald für chinesische Touristen geöffnet. Die erste Tour, die auch wieder per Schiff von Rason aus starten soll, sei für den 14. April geplant (für diese Zeit plant man ja viel in Nordkorea. Vielleicht können die Chinesen ja dann der Rakete beim fliegen zuschauen). Auch in dem Ressort würden Vorbereitungen getroffen. So soll dort am 15. April ein Duty-free-Shop eröffnen. Die Touristen bräuchten für den Besuch in der Anlage kein Visum. Auf chinesischer Seite würden vier Reiseveranstalter in der Provinz Jilin die Touren exklusiv vertreiben. Dem Bericht zufolge geht die Aufnahme der Touren auf eine Vereinbarung der nordkoreanischen und der chinesischen Regierung aus dem Jahr 2010 zurück. Damals habe man sich geeinigt, das Gebiet für chinesische Touristen zu öffnen.

Spiegel der südkoreanisch-chinesischen Beziehungen

Das erinnert mich an einen Bericht aus diesem Jahr, nach dem China auf Intervention Südkoreas hin den Verkauf von Touren in das Ressort untersagt habe. Das scheint sich dann wohl jetzt geändert zu haben, nachdem diese Vereinbarung fast zwei Jahre geruht hatte. Vielleicht ist dies auch eine kleine Reaktion Chinas auf den Druck, den Seoul hinsichtlich der Flüchtlingsfrage auf es ausüben möchte. Möglicherweise sieht man zurzeit weniger Veranlassung, auf die Bedürfnisse Seouls Rücksicht zu nehmen.

Der „große Unterschied“…

Ganz witzig fand ich in dem Medienbericht zu den neuen Touren noch ein Zitat eines chinesischen Tourismusverantwortlichen. Er sagte:

The big difference between Mount Kumgang and other scenic spots is that…

[Der große Unterschied zwischen dem Kumgangsan und anderen landschaftlich reizvollen Orten ist, dass…]

und? Was würdet ihr jetzt erwarten? Also ich dachte jedenfalls da käme was vonwegen „unglaubliche Schönheit“ oder „einzigartige Flora“, „größter Wasserfall“, was weiß ich? Aber:

…tourists are not allowed to take mobile phones and professional camera equipment.

[…es Touristen nicht gestattet ist, Handys und professionelle Kameras mitzunehmen.]

Hm, das fände ich aber irgendwie blöd als Tourist, wenn man nicht telefonieren und fotografieren darf. Keine Ahnung, was es damit wohl auf sich hat. Eine gute Werbung ist es jedenfalls nicht.

Tschüss Hyundai Asan, Willkommen Koryo Tours? Stabwechsel im Kumgangsan?


So, da bin ich wieder in (fast) alter Frische, aber wie meine Stimme so klingt kann man ja auf der anderen Seite des digitalen Äthers nicht wahrnehmen und meine Finger machen ihren Job ganz gut. Ich hab eben mal überflogen was ich in der letzten Woche der Netzlosigkeit so verpasst habe und es war nichts besonders wichtiges dabei, was ja schonmal gut ist. Mit Fußball will ich euch fürs Erste nicht weiter beglücken/behelligen/belästigen, da werd ich nochmal drüber schreiben, wenn Kims Elf wieder in der Heimat eingetroffen ist, denn es gibt ja auch noch eine Welt jenseits des runden Leders und die will auch entsprechend gewürdigt sein. Daher erstmal eine interessante Meldung aus der Chosun Ilbo:

Scheinbar beginnt Nordkorea vorsichtig das Gelände am Kumgangsan, dass in Kooperation mit Hyundai Asan für südkoreanische Touristen erschlossen wurde, für andere touristische Projekte umzunutzen. Koryo Tours, der wohl bekannteste Anbieter für Reisen nach Nordkorea, bietet im Rahmen zweier Tourpakete Besuche im Gebiet des Kumgangsan an. Bei einer Reise vom 7. bis zum 17. August steht dabei auch ein Besuch im ehemaligen Hyundai-Ressort auf dem Programm:

Vormittags: Drive to Outer Kumgang – previously a resort operated by Hyundai for visiting South Korean tourists, newly opened to visitors from the Northern side, you’ll be the first tour group to make this journey also, stunning scenery as the road winds its way through Korea’s most beautiful mountain range. Samil Lagoon for light hiking and sightseeing, islands and pavilions abound

Nachmittags: Guided hike in Kumgangsan, see the famous peaks and valleys that Hyundai paid hundreds of millions of $ for access to, evening long drive to return to Pyongyang for a late arrival

Scheinbar sind zwar keine Übernachtungen im Ressort geplant, der Besuch dürfte allerdings ein weiteres eindeutiges Signal an Hyundai Asan sein, dass man zur Bewirtschaftung des Areals nicht auf das Unternehmen angewiesen ist. Witzig finde ich die fast höhnische Aussage im Werbetext von Koryo Tours „see the famous peaks and valleys that Hyundai paid hundreds of millions of $ for access to“, aber vielleicht hat sich die nordkoreanische Seite diesen Zusatz ja erbeten, um Hyundai nochmal daran zu erinnern, wie viel Geld da gerade in den nordkoreanischen Bergen verschütt geht. Von Hyundai Asan selbst war nur zu hören, dass dieses Vorgehen Nordkoreas nicht als Vertragsbruch gewertet werden könne, da dieses Mitbetreiber der Tourpakete sei, was ihm scheinbar die rechtlichen Grundlagen für einen Tourbetrieb mit anderem Partner in diesem Gebiet liefert.

Es wird also deutlich, dass Nordkorea seinen strikten Kurs bezüglich des Kumgangsan-Ressorts weiter beibehält, ohne jedoch das Tischtuch mit Hyundai Asan ganz zu zerschneiden. Allerdings scheint man einen Plan-B ohne Hyundai auszuarbeiten und so würde es mich nicht wundern, wenn im nächsten Jahr längere Touren von Koryo Tours ins Kumgangsan führen würden. Hyundai Asan selbst kann an seiner misslichen Lage wenig ändern und muss darauf hoffen, dass sich die eigenen Chancen mit einer Entspannung der politischen Lage verändern. Einzig über den schwergewichtigen Mutterkonzern könnte etwas politischer Druck aufgebaut werden, aber unter den aktuellen Rahmenbedingungen verspricht das wohl kaum Aussicht auf Erfolg.

Einreise chinesischer Touristen nach Nordkorea wird einfacher. Nächster Halt Kumgangsan?


Es wurde ja viel über Tourismus in Nordkorea gesprochen in der letzten Zeit. Dabei ging es vornehmlich um die Schwierigkeiten, die momentan rund um das Nord-Süd-Kooperationsprojekt am Kumgangsan bestehen. Heute gibt es dazu ein paar neue Meldungen. Es wird berichtet, dass Nordkorea vier Arbeiter die für die Instandhaltung des Zentrums, in dem die Familienzusammenführungen durchgeführt wurden, zuständig waren, aufgefordert wurden das Land zu verlassen. Es wird vermutet, dass der Norden so den Druck  auf Seoul erhöhen will. Gleichzeitig gibt es aber die (meiner Meinung nach wesentlich interessantere) Meldungen chinesischer Medien, dass eine erste Gruppe chinesischer Touristen, die mit einem Touristenvisum nach Nordkorea eingereist ist, in Pjöngjang eingetroffen ist. Zwar gab es auch schon bisher chinesische Touristen in Nordkorea (die Zahl wird mit etwa 20.000 pro Jahr angegeben), allerdings konnten diese nur mittels Geschäftsvisum einreisen, was die Reise ins Nachbarland scheinbar mit einem erheblichen administrativen Aufwand verknüpfte. Nun sind die Reisen einfacher zu bewerkstelligen und es wird daher mit einer Zunahme des Tourismus aus China gerechnet. Allerdings seien die Kapazitäten der nordkoreanischen Seite begrenzt. Bisher findet die Anreise auf dem Luftweg statt, was zu dem relativ hohen Preis von 5280 Yuan (754 US-Dollar) führt. Künftig soll aber eine Anreise mit der Bahn angeboten werden, wodurch die Preise auf etwa 3000 Yuan sinken würde.

Die Zunahme der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen China und Nordkorea, die vor allem in den letzten Monaten zu bemerken ist erstaunt mich immer wieder. Da scheint ein beträchtlicher politischer Wille auf beiden Seiten zu bestehen, die nordkoreanische Wirtschaft anzukurbeln. Vermutlich ist das eine bedeutende Säule des Plans Nordkorea bis zu Kim Il Sungs 100tem 2012 zu einer aufblühenden und mächtigen Nation zu machen. Naja und sollte sich die Situation um das Ressort am Kumgangsan weiter zuspitzen, würde dieses eine Möglichkeit bieten, die Kapazitäten Nordkoreas für die Aufnahme chinesischer Touristen beträchtlich zu steigern. Ein Schelm der Böses dabei denkt, aber ein Zufall ist es bestimmt nicht, dass die ersten chinesischen Urlauber mittels Touristenvisum nach Nordkorea einreisen, während sich gleichzeitig der Streit um das Touristenprojekt am Kumgangsan verschärft. Wie es weiter geht? Wir werden sehen.