UPDATE II (30.03.2012) Öfter mal was Neues: Nordkoreas Satellit mit neuer Startrichtung — Japan, die Philippinen und Indonesien werden überflogen

Update II (30.03.2012): 38 North hat neue exklusive Satellitenbilder die zeigen, dass die Vorbereitungen für den Start nach Plan voranschreiten. Ich sehe auf den Bildern immer nur Punkte, aber die SAIS dürfte ein paar Leute haben, die sich mit Fernaufklärung auskennen und nen Tankwagen von der Kuh (oder so) unterscheiden können. Na dann steht dem Satellitenstartspektakel wohl nichts mehr im Weg (außer das Wetter vielleicht).

Update I (27.03.2012): Zwar hat man sich sich in Jakarta etwas Zeit gelassen mit der Verurteilung des Satellitenstarts, aber jetzt ist das Statement da, wenn das Ganze auch etwas halbherzig klingen mag.

Ursprünglicher Beitrag (23.03.2012): Viel geschrieben über Nordkoreas Satellitenstart in letzter Zeit, aber ist ja auch ne wichtige Sache und deshalb wird das noch ein Weilchen so bleiben. Naja, jedenfalls hat Nordkorea vorgestern und gestern zwei relevante internationale Organisationen (Luftfahrt und Meeresorganisation) darüber informiert, wo planmäßig die beiden ersten Stufen der Trägerrakete auf die Erde fallen sollen (detaillierte Informationen und Kartenmaterial dazu findet ihr bei North Korea Tech). Dadurch wird deutlich, dass für den Start im April nicht nur eine neue Abschussbasis genutzt wird, sondern dass die Rakete auch eine andere Route nehmen soll. Während die vorherigen Starts immer Richtung Osten gingen und über Japans Hauptinsel Honshu hinwegflogen (oder fliegen sollten), wird die Rakete diesmal in Richtung Süden starten. Dementsprechend soll die erste Stufe der Rakete vor der südkoreanischen Küste ins Ostchinesische Meer fallen. Die zweite wird dann nach der Überquerung einiger kleiner japanischen Inseln nach dem Plan im Meer östlich der philippinischen Hauptinsel Luzon einschlagen. Die Rakete soll/wird ihren Weg dann in Richtung Süden fortsetzen, was dann wohl auch einen Überflug Indonesiens und Australiens bedeuten würde.

In den betroffenen Staaten regt sich bereits einige Besorgnis. Die Philippinen wollen ihren Verbündeten USA um Hilfe bitten, die Route der Rakete zu verfolgen, da hierzu keine eigenen Kapazitäten vorhanden sind. In Japan spricht man gern und viel davon, die nordkoreanische Rakete bei Bedarf vom Himmel zu holen, wobei japanisches Territorium ja eigentlich nur marginal berührt wird.

Australiens Außenminister Carr sprach mit Kurt Campbell, einem hochrangigen Mitarbeiter des US-State Department und der warnte davor, dass die Rakete grob gesagt irgendwo zwischen den Philippinen, Indonesien und Australien einschlagen könnte. Interessant fand ich dabei, dass in dem Artikel angemerkt wird, dass die USA den drei genannten Staaten nahegelgt hätten, gegenüber Pjöngjang deutlich zu machen, dass die Pläne eine Provokation darstellten und das Nordkorea davon abrücken solle. Von Australien und den Philippinen gab es auch entsprechende Äußerungen. Aus Indonesien habe ich allerdings nichts dergleichen gelesen. Entweder man drückte in Jakarta seinen Unmut dezenter aus oder es gab keine dementsprechende Äußerung. Jedenfalls sieht man daran recht deutlich, wer eng mit den USA verbunden ist und wo die Sachlage weniger eindeutig ist.

Insgesamt finde ich die Richtung des Raketenstarts jedoch vor allem hinsichtlich des Risikos eines Fehlschlages bemerkenswert. Denn anders als auf der östliche Route (auf der hinter (oder geographisch korrekt: “östlich von”) Japan lange nichts mehr kommt) überfliegt die Rakete relativ viel Land. Und wenn eine außer Kontrolle geratene Rakete da irgendwo draufstürzen würde, dann gäbe es sicherlich große Schwierigkeiten. Da ich mich mit den technischen Details nicht wirklich auskenne, habe ich keine Ahnung, ob und warum diese Richtung für die Rakete besser ist als die östliche, jedoch wird es schon gute Gründe geben, weshalb das Geschoss dieses Mal in eine andere Richtung abgefeuert wird.

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2 Antworten

  1. Mich würde mal interessieren ob während der beiden Südkoreanischen Raketenstarts 2009 und 2010 vom Naro Space Center aus (An der Südspitze Südkoreas gelegen) bei denen die Raketen ungefähr die selbe Route überflogen hatten wie die des geplanten nordkoreanischen Starts die betroffenen Staaten genauso gejammert haben und sich beim Ami hinterm Rockzipfel versteckten wie sie es jetzt tun.

    • Naja, ich kann schon nachvollziehen, dass man sich ein bisschen sorgt, wenn eine Rakete über das eigene Territorium fliegen soll, die bisher nnoch keinen erfolgreichen Start hatte und schon zweimal irgendwo ungeplant ins Wasser gefallen ist. Aber dass es da auch ein politisches Moment gibt, zeigt sich ja deutlich darin, dass vor allem die engen verbündeten der USA laut protestieren während Indonesien die Füße relativ still hält.

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